Übrigens: kultproks kleine Schreibwerkstatt

Übrigens ist es abends ein Konsens der Reagenz. Nicht allerdingz ein Dissends der Potens. Morgenx? Da schreibe ich seit Jahren schon Texte jeder Art – und Qualität, so sehr auch schmerzt, das zuzugeben.

Und doch. Dass ich mich von der simplen Rechtschreibkorrektur im Browser beim Wörtchen übrigens belehren lassen muss, geht mir auf den Keks. Dreckiges, besserwisserisches Wörterbuch. Wenn ich übrigends schreibe hat es auch richtig zu sein. Hör auf, mir diese schlecht gerenderten Wellen in rot unter das Wort zu malen. Schon mal was von Antialiasing gehört? Nope, diese Wellen sehen scheiße aus.

Wieso sollte ich mich davon irritieren lassen, dass du offenkundig die Rechtschreibung auf deiner Seite hast? Du hast keinen Sinn für Schönheit, ich darf dich erneut auf diese grausame Unterstreichung hinweisen. Also hör auf mit der Dauerkorrektur meiner Schreibe. Vertrau mir, ich kann das.

Nur nebenbei, ich kann es nicht. Ich schiebe es auf die Rechtschreibreform. Ja, das ist es, die Reform war’s.

Rock on mit Yahoo Pipes

Nachdem Yahoo Pipes nun allgemein vorgestellt wurde, will ich es ein wenig plastischer machen. Da ich die Musik auf Kultprok etwas vernachlässigt habe, bin ich in mich gegangen. Dabei fiel mir auf, dass ich eigentlich viele Neuveröffentlichungen nicht mehr im Blick habe. Dann, dachte ich mir, baue ich doch mal eine Pipe, in der ich einige Quellen für Neuveröffentlichungen bündele. Gesagt, getan. Ich präsentiere im Folgenden meine Pipe für neue Alben aus Rock, Pop und Metal. Nichts Weltbewegendes darf hiervon erwartet werden. Es dürfte aber doch einen genaueren Eindruck vermitteln, was mit Pipes möglich ist. Weiterlesen

Linkliste (überwiegend) Tierethik

Hier mal ein kurzer Überblick, was mir alles so über den Weg gelaufen ist, während ich mich weiter mit dem Thema beschäftigte:

  • Peter Carruthers: The Animals Issue. Moral Theory in Practice. Da stolpere ich so mir nichts dir nichts durch das Netz auf Literatursuche. Ich hatte es nicht im Netz erwartet, also vor Ort in der Bibliothek gesucht, toll die haben es nicht. Dann plante ich schon eine Fahrt nach Frankfurt ein, da es immerhin noch dort im Bibliothekszentrum steht. Und dann der obige Link. Die Seite scheint legit zu sein. Und es ist auch das ganze Buch, nicht nur die zwei Drittel der Kapitel wie bei Google Books, wo vor allem das interessanteste fehlt. Alles akkurat in HTML, damit kann man doch was anfangen. Als Bonus gibt Carruthers sogar noch zwei Artikel obendrauf, die sein achtes Kapitel ersetzen sollen. Prächtig.
  • Udo Vetter: „Tierliebhaber“ dürfen keinen Verein gründen. Der Titel deutet schon an, in welche Richtung es geht: Sodomie. Und das hier! Jetzt mal im Ernst, die Diskussion zum Artikel ist voller Steilvorlagen und Nebelkerzen. Und es kann derbe werden. Aber, sofern die Zeit da ist, warum nicht? Am schönsten fand ich diesen Kommentar von Kinch, weil dort immerhin eine Seite der Debatte genannt wird, die bei den Philosophen gar nicht angesprochen wird. Wie steht es eigentlich um die Zoophilie, ist es nun Gewalt an Tieren oder nicht? Ist es nicht eigentlich liebevoll? Es schadet den Tieren doch nicht?:

Die Aussagen des Gerichts sind objektiv völlig falsch. Wer der Meinung ist, dass Sexualkontakte zu Tieren verboten gehört, der soll eine entsprechende Gesetzesänderung anregen. Es aber gut zu finden, dass Gerichte hier willkürlich entscheiden, kann ich nicht nachvollziehen.

Zur Thematik an sich muss ich sagen, dass ich, auch wenn ich zoophilie nicht nachvollziehen kann, eine Gesellschaft eher als abartig einstuft, die es akzeptiert, dass zum Spaß oder aus Geiz Tiere gequält und getötet werden, aber bei Handlungen, die dem Tier nicht schaden und dem Menschen Freude machen, plötzlich eine Grenze überschritten sieht.

  • Peter Singer: Should We Ban Cigarettes?. So, jetzt reicht’s mir mit diesem Singer, will der mir jetzt alles madig machen, was ich in meinem Leben unter Genuss verstehe? Hackbraten ist lecker, basta! Kippe danach auch! Denkt der Mann vielleicht auch mal an mich?

Kleiner Tipp für gebeutelte Banken: Die Aufwandskostenkaskade

Ein einfaches Szenario

Man stelle sich vor, ein Mensch habe ein Konto. Dieses Konto ist nur noch mit einem Euro gedeckt. Zieht nun jemandper Lastschrift  Geld von diesem Konto ein, sagen wir in Höhe von 5 Euro, ist das Ergebnis natürlich einfach: Die Bank bemerkt, dass auf dem Konto nicht ausreichende Deckung besteht und macht eine Rolle rückwärts. Der Gläubiger kriegt sein Geld noch nicht, der Schuldner hat ja nicht genug. Aber die Bank hatte ja nun einen enormen Aufwand, das Geld automatisiert wieder zurück zu buchen. Natürlich wird die Bank sich ihren Aufwand, den wir mal pauschal mit 2,50 Euro beziffern, bei nächster Gelegenheit zurückholen. Sie schreibt dann dem Schuldner:

Aufgrund der fehlenden bzw. nicht ausreichenden Kontodeckung können wir die Lastschrift vom 01.01.2000 über EUR 5,00 des Zahlungsempfängers GIBHERDASGELD AG, Kontonr. 010101010 BLZ 01010101 mit dem Verwendungszweck GibHerDasGeld leider nicht einlösen. Wir haben sie daher an den Zahlungsempfänger zurückgegeben. Den Aufwand für die Unterrichtung über die Nichteinlösung stellen wir Ihnen in Rechnung und belasten Ihr Konto mit EUR 2,50. Sie können Lastschriftrückgaben vermeiden, indem Sie vor erwarteten Lastschrifteinzügen dafür Sorge tragen, dass Ihr Konto ausreichende Deckung aufweist.

Ist noch nichts Besonderes. Was aber, wenn die Bank – aus welchem Grund auch immer – auf eine witzige Idee der Geldvermehrung kommt. Ich präsentiere folgenden Geldvermehrungszauber, den ich selbstverständlich rechtlich schützen lassen werde:

aesthetikargonauts wunderbare, großartigste, macht-schnell-die-ärmste-bank-wieder-reich Aufwandskostenkaskade

Wie drücke ich es am besten aus, was die einfallsreiche Bank nun machen sollte. Ach, wir basteln uns mal Pseudo-Code.

Code: Aufwandskostenkaskade AuswahlAnzeigen

 

Dann muss man eigentlich als gute Bank nur noch warten. Und hoffen, dass es nicht zu einem Schuldenschnitt kommt.

Ein Vogel fliegt am Boden

Ein Farbklecks zieht in Windeseile vorbei. Einem gläsernen Laut folgt ein dumpfes Poltern. Genickbrech. Der Farbklecks liegt auf dem Asphalt. Die Brust dem Himmel zugewandt, bunte Flügel schlagen um sich, als wollten sie den Farbklecks in den Boden erheben. Panisch gebrochenes Pfeifen. Der Kopf starr, der Körper zuckt. Wirr tanzt der Klecks im eigenen Kreis. Lautes Flattern. Hektisch, bis die Flügel langsamer zucken. Immer langsamer. Toter Farbklecks, der eben noch durch die Luft flog. Gegen die transparente Wand in der Luft. Doch noch mal ein Zucken, ein letzte Regung. Stiller, kleiner Farbklecks.

Philipp Balzer et al.: Menschenwürde versus Würde der Kreatur

Die Autoren unterscheiden „drei Formen einer kontingenten Würde von der inhärenten Menschenwürde“ (S. 61), wobei die drei ungleich verteilten Formen der kontingenten Würde die ästhetische, die soziale und die expressive Würde sind. Wichtiger Unterschied zur Menschwenwürde sei dabei, dass kontingente Würde angeeignet und verloren werden kann, nicht aber die inhärente Menschenwürde. Weiterlesen

Être de raison, il cherche le vrai ; être de conscience, il cherche le bien.

Zur Feier des Tages hier nur einmal eine kurze Darstellung dessen, was mich jetzt schon seit Monaten beschäftigt. Es ist eine Übersicht zum Vergleich der Solidaritätskonzepte bei Émile Durkheim, der sicherlich doch den meisten soziologisch Interessierten ein Begriff sein sollte. Bourgeois und Pesch sind eher Exoten, aber im Rahmen der Arbeit doch sehr naheliegend (Klicken, um zur großen Fassung zu gelangen).

Das geht alles noch sehr viel ausführlicher, soll es dann auch sein. Hier ist aber doch schon eine gute Übersicht gegeben. Es fasst mein Ergebnis doch ganz gut zusammen.