Podcastrauschen: Ich habe wieder Plätze im Podcatcher frei

Postiv gewendet kann ich sagen, wieder eine Menge Zeit freigeschaufelt zu haben. Ich rede hier von gut acht stunden wöchentlich. Andererseits bin ich in eine neue Phase meiner Podcastabhängigkeit übergetreten. am Wochenende langte es mir, aufgetürmte Frustration zwang mich zu der Entscheidung, eine von zwei tragenden Säulen der zweiten Welle meiner Abhängigkeit aus dem Podcatcher zu bannen.

Ich will gar nicht auf die Details eingehen, sondern es positiv wenden. Ich habe neben der nagenden Ungewissheit, was ich nun hören soll, zugleich eine Abenteuerlust. Es gibt viele Projekte da draußen, die Aufmerksamkeit verdienen. Also mache ich mich auf in die dritte Welle der Podcastsucht.

Tragende Säulen dürften für mich, wenn ich es mir recht überlege, in Zukunft eher Soziopod„>http://soziopod.de/“>Soziopod und Spoiler“>http://spoileralert.bildungsangst.de/“>Spoiler Alert werden, die allerdings nicht in regelmäßigen Dosen verfügbar sind, um den Bedarf zu decken. Um die herum werde ich neu aufbauen.

Ich nehme gerne noch Hinweise und Anregungen entgegen. Je unbekannter, neuer oder frischer, desto besser.

Die Wrintheit: Fragen-Buffer-Overflow

Da geht sie hin, diese chaotische, manchmal ärgerliche, aber immer unterhaltsame Antworten-Revue auf Fragen aus der immer ferner liegenden Vergangenheit. Nicolas, der feine Herr Semak, begründet das wie folgt:

[…] doch letztlich erreichten uns auch Fragen zu Themen, über die man lieber erstmal nachdenkt, bevor man seine Meinung hierzu öffentlich verbreitet. Es fällt mir schwer im Moment einer spontanen Aufnahme immer zu wissen, dass alles was ich zu einem Thema sage, theoretisch für jeden hörbar archiviert im Internet bereit steht.

Keine Kapitulation vor den Fragen, nur vor den Umständen der Beantwortung. Nachvollziehbar, und doch wurde genau dafür der meines Wissens rechtlich völlig unzweifelhafte Terminus der Wrintheit entwickelt, die eigene Position von Beginn an als spontane Reaktion – bestenfalls in Abwesenheit von Sach- und Fachkenntnis – zu kennzeichnen. Es hätte so schön bleiben können, dann war es eben schön. Schade trotzdem. Heißt aber auch, dass diese Format wieder zu haben ist, oder?

Philosophy Bites

Nehmen wir doch mal das gelungene Interview mit Gary L. Francione zum Anlass, den feinen Podcast Philosophy Bites über den grünen Klee zu loben. Francione vertritt die oftmals als fanatisch, fundamentalistisch oder lauthals hetzerische empfundene Position des animal abolitionism.

Wie der Name schon sagt, geht es im Podcast nicht um die Details. Kurze Häppchen zu bedeutenden philosophischen Themen werden in einem kurzen Gespräch mit einer Philosophin oder einem Philosophen angesprochen. In etwa einer Viertelstunden wird jeweils der Kern und die Problematik des Themas vorgestellt.

Wie im Falle Franciones stellt sich dabei heraus, dass die Positionen immer gut vertreten werden können. Egal, wie abseitig sie wirken können. Francione argumentiert leidenschaftlich, aber nicht herablassend. Podcaster und Philosoph Nigel Warburton wirft gezielt seine Position fordernde Fragen auf. Für mich sind die Häppchen so keine vollwertige Mahlzeit – aber oftmals ein hervorragender Appetitanreger.

Deutschlands europäische Vormacht im Nullsummenspiel

Nun komme ich nicht mehr dazu, irgendetwas Sinnvolles dazu zu schreiben. Habe heute viereinhalb Stunden Holger dabei zugehört, wie er Steffen zuhört, als jener die vermeintliche Euro-Schuldenkrise in ein anderes Licht rückt. Was wir daraus lernen können:

  • Warum es Bankenkrisenschuldenkrise heißen muss.
  • Wie Ratingagenturen ein paradoxes Geschäftsmodell hochziehen.
  • Was passiert, wenn Volkswirtschaft mit betriebswirtschaftlichen Mitteln betrieben wird.
  • Warum Deutschland erst die (süd-)europäische Konkurrenz ins Abseits wirtschaftete und sich nun als Retter gebärdet.
  • Dass staatliches Sparen die wirtschaftliche Abwärtsspirale nur befeuern wird.
  • Wieso ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro nicht das bringt, was sich manche davon erhoffen.
  • Warum hohe Besteuerung von Reichen einerseits gerecht ist und zugleich auch nicht so hoch ausfällt, weil sie ja wiederum über das umverteilte Vermögen Umsätze generieren können.

All das berücksichtigt, ist das ein ordentliches Pensum in viereinhalb Stunden. Macht nicht Spaß, muss aber sein.

Soziopod

Ich weite die Montagsrubrik aus, es wird ab jetzt auch gelegentlich mal der eine oder andere Podcast zu seinem Recht kommen. Mein Medienkonsum hat sich drastisch geändert in den letzten Jahren, die Podcasts erringen allmählich einen beherrschenden Platz. Das hat sich hier im Blog aber noch nicht zu erkennen gegeben. Um das zu ändern, macht der Soziopod den Anfang. Wie der Name schon sagt, stürzen sich Herr Breitenbach und Doktor Köbel in diesem noch blutjungen Podcast auf alles, was es im erweiterten Umkreis der Soziologie an interessanten Themen gibt. Weiterlesen