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	<title>kult&#124;prok</title>
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	<description>Feldforschung zu Kunst, Kultur und Kokolores</description>
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		<title>God of Blades: Bekiffter Muskelprotz</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 15:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aesthetikargonaut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Siebziger haben musikalisch große Spuren hinterlassen. Während nackte Oberkörper und lange Haarpracht salonfähig wurden, popularisierten sie auch ein eigenwilliges Subgenre der Rockmusik. Der Progrock nahm einen tiefen Zug am herumgehenden Joint und beschrieb in ausgedehnten Stücken fantastische Abenteuerreisen. Auf die Ästhetik dieser Zeit setzt God of Blades, es wirft uns in die Rolle eines [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Siebziger haben musikalisch große Spuren hinterlassen. Während nackte Oberkörper und lange Haarpracht salonfähig wurden, popularisierten sie auch ein eigenwilliges Subgenre der Rockmusik. Der Progrock nahm einen tiefen Zug am herumgehenden Joint und beschrieb in ausgedehnten Stücken fantastische Abenteuerreisen. Auf die Ästhetik dieser Zeit setzt <a href="http://www.whitewhalegames.com">God of Blades</a>, es wirft uns in die Rolle eines namenlosen Herrschers, der, vom Thron gefallen, mit mystischen Klingen seinen angestammten Platz erstreitet.</p>
<p style="text-align: center;"><iframe src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/F8ZyfOzvTB0" height=360 width=640 allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Die epischen Fantasielandschaften gängiger Progrock-Alben imitiert das Spiel wunderbar. Zwischen Kitsch und Tolkien-Kunst recken sich Berge in den blauen Himmel, an dem mehrere Sonnen strahlen. Und auch die Musik nimmt die Fäden auf, es wabert, summt und brummt bedeutungsschwanger. Den meditativen Rausch der vergangenen Zeiten fängt <em>God of Blades</em> schön ein. Auch die rudimentäre Story fügt sich stimmig ein, denn, wie der Progrock auch, lebt die Handlung mehr davon, nur ein Gerüst zu bieten, um sich den Rest selbst ausmalen zu können.</p>
<p>Aber <em>God of Blades</em> ist ja auch noch ein Spiel. Eines, dem ich an jeder Ecke anmerkte, wie sehr das Entwicklungsstudio darauf abzielt, das Spiel auch im Drogenrausch noch spielbar zu macheb. Verkauft wird es als 2.5D-seitwärtsscrollendes RPG, was mindestens drei Grade zu laut eingestellte Marktschreierei ist. <em>God of Blades</em> ist nur mit Mühe als RPG anzusehen, denn es gibt allenfalls mal neue Schwerter für unseren Muskelmann. Wenn das ein RPG ist, habe ich gestern doch eine Doktorarbeit in Musikgeschichte auf einem Bierdeckel verfasst. Drehen wir die Lautstärke etwas zurück, bleibt ein passables, aber ungemein simples Renn-Hack&#8217;n'Slay. Anders als in den ausufernden Texten der Progrocker steckt hier kaum Tiefgang drin. Der Schwertkämpfer rennt auf seine Gegner zu, zerschlägt sie mit seinen drei Attacken und einer Parade. Verschiedene Gegner benötigen leicht unterschiedliche Kampfstile und gutes Timing. Das war&#8217;s. Ich habe nichts übersehen.</p>
<p><em>God of Blades</em> taugt zu einem ordentlichen Zeitvertreib, reißt mich aber sonst nicht aus dem Sitz. Die atmosphärisch gelungene Präsentation kann die einschläfernde Wirkung des Spiels auf Dauer auch nicht verhindern. Hinzu kommt die unzulängliche Genauigkeit, die auf schwächeren Geräten gerade das vorausgesetzte Timing konterkariert.</p>
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		<title>Pudding Monsters: Überzuckerte Monotonie</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 17:34:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aesthetikargonaut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von Zeptolab kamen bislang Spiele, vor denen die selbsternannten Coregamer davonliefen, trugen die Spiele aus der Reihe Cut the rope doch mit viel gutem Spieldesign zur Casualisierung bei. Vor einigen Monaten veröffentlichte Zeptolab ein Spiel, das nicht mehr mit Om Nom aufwartete. Auch bei Pudding Monsters übertreiben die Entwickler den grafischen Zuckerguss beinahe schon, vielleicht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Von <a href="http://www.zeptolab.com/">Zeptolab</a> kamen bislang Spiele, vor denen die selbsternannten Coregamer davonliefen, trugen die Spiele aus der Reihe <em>Cut the rope</em> doch mit viel gutem Spieldesign zur Casualisierung bei. Vor einigen Monaten veröffentlichte Zeptolab ein Spiel, das nicht mehr mit <em>Om Nom</em> aufwartete.</p>
<p style="text-align: center;"><iframe src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/L2-6uAg9UHg" height=360 width=640 allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Auch bei <em>Pudding Monsters</em> übertreiben die Entwickler den grafischen Zuckerguss beinahe schon, vielleicht wollten sie aber auch nur die spielerisch fade Gestaltung übermalen. Das Spiel packt einfach nicht, seine Substanz entspricht der, seiner wackeligen Protagonisten. Über den Küchentisch soll ich sie schieben, sie zu einem großen Ganzen zusammenfügen. <em>Zeptolab</em> belebt damit das <em>Sokoban</em>-Prinzip der Schieberätsel zu einem wenig beeindruckenden Zeitvertreib.</p>
<p>Innovation ist nicht die Sache der meisten Casual Games, doch machten sie alte Konzepte, die schon in den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts kopiert wurden, zu massentauglichen Spielen. <em>Pudding Monsters</em> folgt einem einfachen Mechanismus, der von Level zu zaghaft ergänzt wird. Die Spielidee hat aber bei <em>Pudding Monsters</em> schon eine gewisse Eintönigkeit, der Funke springt aber besonders wegen der ungelenken Umsetzung nicht über. Es wirkt, als hätte <em>Zeptolab</em> die Mechanismen nicht hinlänglich ausgereizt, sodass viele Aufgaben repetitiv wirken oder schlimmstenfalls nur mühselig durch blindes Raten gelöst werden können. <em>Pudding Monsters</em> motiviert mich nicht.</p>
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		<title>Mehr Jolie ihr alle</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 16:10:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aesthetikargonaut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal braucht es nur wenige Sätze. Ich neige zum Wortschwall, auch in geschriebener Form. So will ich an Worten sparen, dabei hätten andere Menschen, ich vermute sogar, es waren und sind überwiegend Männer, sparsamer mit ihren Affektn umgehen sollen. Denen hätte Zurückhaltung nicht schlecht zu Gesicht gestanden. Eine Frau hat, wie wir alle ein Recht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal braucht es nur wenige Sätze. Ich neige zum Wortschwall, auch in geschriebener Form. So will ich an Worten sparen, dabei hätten andere Menschen, ich vermute sogar, es waren und sind überwiegend Männer, sparsamer mit ihren Affektn umgehen sollen. Denen hätte Zurückhaltung nicht schlecht zu Gesicht gestanden.</p>
<p>Eine Frau hat, wie wir alle ein Recht auf Körperintegrität. Darüber gibt es keine Diskurse, weil es sie nicht braucht. Wenn eine Frau ihre Körperintegrität zu schützen sucht, indem sie in diesen Körper chirurgisch eingreifen lässt, ist es es ihre legitime Entscheidung. Auch das dürfte eigentlich nicht umstritten sein. Menschen haben dieses Recht. Wenn eine Frau bei erhöhtem Risiko vorsorglich in körperliche Merkmale.eingreifen lässt, die als vermeintlich essentieller Teil ihrer Geschlechtsidentität angesehen werden, entscheidet noch immer sie selbst. Es ist ihr Körper, ihre Identität. Wie wir alle über unser Selbst bestimmen, so obliegt die Hoheit über ihre Identität nur der Frau, dem Mann, allen Lebewesen, die eine identitäre Selbstwahrnehmung entwickeln. Ändert es die Bewertung, wenn eine Frau prominent ist und öffentlich über ihre Entscheidung spricht? Die Begründung möchte ich hören.</p>
<p>Jetzt habe ich doch schon wieder mehr geschrieben, als ich wollte. Es waren immer noch weniger, als es wären, ließe ich meiner Wut freien Lauf. Und es wären harsche, unerbittliche Worte. Alle mir mögliche Verachtung läge ich in sie. Es bleibt ein klarer Satz: Wenn jemand Angelina Jolies Brustamputation oder ihren Umgang damit aus welchem niederträchtigen Grund auch immer nicht gutheißen will, dann behalte diese Person doch ihren Spott, ihre Inkompetenz, ihre Einfalt, ihre Gedankenlosigkeit, ihren Sexismus und völlige Unmenschlichkeit für sich.</p>
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		<title>Linkgebliebenes 20</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 14:19:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aesthetikargonaut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kickstarter nimmt Stellung zur Blockbusterisierung des Crowdfundings. Mich überzeugt ihr Argument nicht. Sicherlich bringen die populären Projekte mehr Nutzerinnen und Nutzer zur Ülattform, wovon prinzipiell alle profitieren. Die Sichtbarkeit kleiner Projekte wird allerdings nicht gewährleistet. Who is Kickstarter for? Es häuft sich Berichterstattung über Fälle, in denen politische Devianz mit psychiatrischen und therapeutischen Mitteln kuriert [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Kickstarter nimmt Stellung zur Blockbusterisierung des Crowdfundings. Mich überzeugt ihr Argument nicht. Sicherlich bringen die populären Projekte mehr Nutzerinnen und Nutzer zur Ülattform, wovon prinzipiell alle profitieren. Die Sichtbarkeit kleiner Projekte wird allerdings nicht gewährleistet.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.kickstarter.com/blog/who-is-kickstarter-for">Who is Kickstarter for?</a></li>
</ul>
<p>Es häuft sich Berichterstattung über Fälle, in denen politische Devianz mit psychiatrischen und therapeutischen Mitteln kuriert werden soll. Die von Gerichten angeordneten Therapien wegen diverser &quot;Auffälligkeiten&quot; weichen die Klarheit und Begrenzung der Strafmaße auf. </p>
<ul>
<li>
<p><a href="http://vigilantcitizen.com/latestnews/lauryn-hill-ordered-by-the-court-to-undergo-counseling-due-t-her-conspiracy-theories/">Lauryn Hill Ordered by the Court to Undergo &quot;Counseling&quot; Due to her &quot;Conspiracy Theories&quot;</a> </p>
</li>
</ul>
<p>Und so manches Mal finden sich nicht nur seltsame politische Interessen, missliebige Personen zu psychiatrieren, selbst ökonomische Gründe können in manchen Fällen dahinter stehen.</p>
<ul>
<li>
<p><a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/154255">Ausbeutung in der forensischen Psychiatrie?</a> </p>
</li>
</ul>
<p>Die Administratoren des Satiremagazins <em>The Onion</em> haben sich entschlossen, die Phishing-Attacken zu schildern, mit denen ihre Social-Media-Accounts übernommen wurden. Neu ist nicht das vergleichsweise einfache Verfahren des Hacks, als die Offenheit, mit die Angriffe geschildert werden.</p>
<ul>
<li>
<p><a href="http://theonion.github.io/blog/2013/05/08/how-the-syrian-electronic-army-hacked-the-onion/">How The Syrian Electronic Army Hacked The Onion</a> </p>
</li>
</ul>
<p>Von Bürgerschaft zu sprechen ist eine reichlich große Kanone, um auf das Problem zu schießen. Das Problem selbst ist aber auch kein handelsüblicher Spatz. Wie können Open-Source-Projekte geregelt inklusiver werden?</p>
<ul>
<li>
<p><a href="https://medium.com/products-i-wish-existed/ddd1f7be1415">On Citizenship in Open-source software development</a> </p>
</li>
</ul>
<p>Nun bin ich auch unter die Androiden geraten, habe also einen wuchernden OS-Garten auf meinen Geräten, da kommt die Frage ganz recht:</p>
<ul>
<li>
<p><a href="http://reviews.cnet.com/8301-18438_7-57583495-82/why-apple-should-develop-android-apps/">Why Apple should develop Android apps</a> </p>
</li>
</ul>
<p>Stereotypen sind vielschichtig, verworren und meist unübersichtlich. Dadurch gerade so faszinierend.</p>
<ul>
<li>
<p><a href="http://www.economist.com/blogs/johnson/2013/05/dialect?fsrc=scn/tw/te/bl/performingblackfolksnextdoor">Performing Black Folks Next Door</a> </p>
</li>
</ul>
<p>Es roch nach eitler, falscher Gewissheit, die einen anderen Menschen auf die falsche Spur führte. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass in der breiten Öffentlichkeit win Bild von Wahrheit besteht, das nicht tragbar ist. Das gilt gerade auch für Sprache, wie ein eigentlich banal erscheinender Vorfall bei <em>Wer wird Millionär</em> in der letzten Woche zeigte.</p>
<ul>
<li>
<p><a href="http://www.sprachlog.de/2013/05/09/von-tribunen-und-tribuenen/">Von Tribunen und Tribünen</a> </p>
</li>
</ul>
<p>Von fermentierten Limonaden redet die PR gerne und lenkt in entnervendem Dummsprech von fermentierten Rollenbildern, die ja nicht beleidigend gemeint waren.</p>
<ul>
<li>
<p><a href="http://maedchenmannschaft.net/das-schoene-an-transfeindlicher-bionade-mensch-kann-sie-auch-weglassen/">“Das schöne an (trans*feindlicher) Bionade – mensch kann sie auch weglassen!”</a> </p>
</li>
</ul>
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		<title>Deutschland sucht den Schlagerstar</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 07:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aesthetikargonaut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Quoten sanken, vom wohlverdienten Verglühen eines grellen Sterns im deutschen Fernsehen wurde geschrieben. Voreilig wirken die hämischen Kommentare, verbrannte Deutschland sucht den Superstar eben nicht seine Masse, nur den zuckrigen Glitzerpop, den die Show bis dahin verfolgte, verbrauchte sie. Inhaltsleer, gasförmig war die Musik von DSDS schon immer, dahinter verborgen lag aber ein energiereicher [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Quoten sanken, vom wohlverdienten Verglühen eines grellen Sterns im deutschen Fernsehen wurde geschrieben. Voreilig wirken die hämischen Kommentare, verbrannte <em>Deutschland sucht den Superstar</em> eben nicht seine Masse, nur den zuckrigen Glitzerpop, den die Show bis dahin verfolgte, verbrauchte sie. Inhaltsleer, gasförmig war die Musik von <em>DSDS </em>schon immer, dahinter verborgen lag aber ein energiereicher Kern musikalischen Gallerts. Der deutsche Schlager wurde in <em>DSDS</em> anfangs belächelt, als die ersten Stimmchen die musikalische Rache Deutschlands an der Welt trällerten, mit dem gestrigen Sieg der krankhaft wohlgelaunten Beatrice Egli, hat sich eine kosmische Evolution vollzogen.</p>
<p>Beatrice Egli ist die Schablone der heiterkeitsbesoffenen Schlagerkultur. Sie schlägt ihre Augen weit auf, lächelt ins Publikum und hüpft beseelt über die Bühne. Dabei trifft sie auch mal einen Ton im ständigen Stampfbeat des 1-2-3-4-Schlagers. Deutschlands Charts sind helene-fischerisiert, eine hübsch anzusehende Oberfläche zwitschert Plattitüden, hält beide Hände vor die Brust und grinst dem Publikum Zuneigung entgegen. Und die einfache deutsche Seele dankt es mit der ihr eigenen Hörigkeit.</p>
<p>Die deutsche Popmusik kultiviert noch immer einen Führerkult, nicht anders ist es zu lesen, wenn ein windiger Knöpfchendrücker wie Dieter Bohlen zum Poptitanen stilisiert wird, wobei er keinen Hehl daraus macht, wie sehr er sein Fähnlein in den Wind hält. Da raunt er seine jugendlichen Opfer an, warum sie sich denn einen Titel ausgesucht haben, den seiner Meinung nach kein Mensch hören will. Was nicht in den Top Ten der Charts war, kann nicht gut genug sein. Das muss dann auch unflätig zum Ausdruck gebracht werden. Und wenn dann eben aus verschiedenen demographischen Gründen sowie einiger fragwürdiger ökonomischer Entscheidungen der Schlager die Szenerie bestimmt, dann folgt der Tross. Bohlen ist das bekannteste Gesicht eines konsumistischen Kunstbegriffs, der für gut befindet, was die Massen bewegt. Eine Maschinerie lebt von diesen Typen, die im Zweifel eben auch faschistoider Heimatverbundenheit einer Band wie <em>Frei.Wild </em>ohne schlechtes Gewissen Industriepreise in die Hand drückt, wenn sie nur genug verkaufen.</p>
<p>So sucht sich die Industrie kleine charismatische Herrscherinnen und Herrscher, die eskapistische Triebe bedienen. Das Volk dankt die Plattheiten mit bedingungsloser Liebe, solange die Volksnähe gegeben ist. Die Eglis und Fischers blicken mit aufgesetzten Blicken treudoofer Zuneigung in die Zuschauermassen, die Massen fühlen sich ob der herrschaftlichen Liebesbekundung gebauchpinselt. Kein Wunder also, dass RTL <em>DSDS </em>unbeirrt in einen neuen Zustand übergehen lässt. Die Hände zum Himmel des Kapitalismus, wo ein Stern seinen Namen trägt. Sehr eglig.</p>
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		<title>Linkgebliebenes 19</title>
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		<pubDate>Thu, 09 May 2013 21:59:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aesthetikargonaut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fangen wir mit einem lange Zeit unbemerkt gebliebenen Zivilisationsfortschritt an. Sich auf Stühle zu setzen wird nie mehr sein, was es mal war. Manchmal dringt die Spielewelt in die Realität ein. Wenn eine linux-gesteuerte Waffe auf den Markt kommt, die das Zielen (teil-)automatisiert, kriege ich ein wenig Angst. Die Verzahnung von Waffenindustrie und Videospielen geht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Fangen wir mit einem lange Zeit unbemerkt gebliebenen Zivilisationsfortschritt an. Sich auf Stühle zu setzen wird nie mehr sein, was es mal war.</p>
<p style="text-align: center;"><iframe src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/lVIGhYMwRgs" height=360 width=640 allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Manchmal dringt die Spielewelt in die Realität ein. Wenn eine linux-gesteuerte Waffe auf den Markt kommt, die das Zielen (teil-)automatisiert, kriege ich ein wenig Angst. Die Verzahnung von Waffenindustrie und Videospielen geht auch andersherum, wenn beispielsweise Spielerinnen und Spieler über Linzenzgebühren für In-Game-Waffen die Rüstungsindustrie bezahlen können.</p>
<ul>
<li>
<p><a href="http://arstechnica.com/gadgets/2013/01/17000-linux-powered-rifle-brings-auto-aim-to-the-real-world/">$17,000 Linux-powered rifle brings “auto-aim” to the real world | Ars Technica</a> </p>
</li>
<li>
<p><a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/05/09/kauf-von-ea-spielen-kann-waffenindustrie-sponsern/">Kauf von EA-Spielen kann Waffenindustrie sponsern</a> </p>
</li>
</ul>
<p>Journalismus wird nach Schnittmustern erzählt. Gegen den Formatjournalismus wäre prinzipiell nichts zu sage, wäre er nicht gewillt, die Wirklichkeit der Form unterzuordnen. Meist ist es verhängnisvoll, andere Male nur lächerlich. So in diesem Fall.</p>
<ul>
<li><a href="http://m.theatlanticwire.com/national/2013/05/nancy-grace-ashleigh-banfield-cnn-parking-lot/64965/">Nancy Grace and Ashleigh Banfield Hold Split-Screen Interview in Same Parking Lot</a> </li>
</ul>
<p>Ich mag ADN, aber längst nicht alles ist rosig, ich wünschte mir beispielsweise auch eine etwas offenere API.</p>
<ul>
<li><a href="http://aaronparecki.com/articles/2013/03/28/1/an-open-challenge-to-app-net">Aaron Pareckis Herausforderung an ADN</a> </li>
</ul>
<p>Ja, die benevolente Diktatur ist als postdemokratisches Modell en vogue, auch bei Menschen, denen etwas mehr zugetraut werden könnte, als krypto-totalitäres Gewäsch. </p>
<ul>
<li>
<p><a href="http://m.heise.de/tp/artikel/38/38928/1.html">Die Antiquiertheit der Demokratie</a> </p>
</li>
<li>
<p><a href="http://www.sprachlog.de/2013/04/26/von-alten-saecken-und-alten-damen/">Von alten Säcken und alten Damen – Sprachlog</a> </p>
</li>
<li>
<p><a href="http://www.patheos.com/blogs/friendlyatheist/2013/04/24/christian-couple-kills-their-second-child-with-prayer/">Christian Couple Kills Their Second Child… with Prayer</a> </p>
</li>
</ul>
<p>Für manche ist es vielleicht etwas zu technisch, hier wird aber eine perfide Methode geschildert, Nutzervertrauen zu torpedieren. Findige Webentwickler, nennen wir sie Arschlöcher, haben keine Bedenken die Historie eines Tabs im Browser zu manipulieren, um beim Klicken auf den &quot;Zurück&quot;-Button auf Werbung umzuleiten.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.thecssninja.com/javascript/stealing-history-api">Stealing the users back button with the History API</a> </li>
</ul>
<p>Was ist schon ein Allheilmittel? Selfpublishing auf keinen Fall.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.literaturcafe.de/tom-liehr-selfpublishing-ist-keine-alternative/">Tom Liehr: Selfpublishing ist keine Alternative &#8211; und erst recht kein Allheilmittel</a> </li>
</ul>
<p>Wie sieht er eigentlich aus, der Sexismus in der Spieleszene? Dreißig Tage in Summe schon reichlich hässlich.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.kotaku.com.au/2013/04/30-days-of-sexism/">30 Days Of Sexism</a> </li>
</ul>
<p>Lernplattformen sprießen in Hülle und Fülle, die meisten Angebote kommen mir didaktisch noch nicht sehr ausgereift daher. Aber auch gesellschaftlich befeuern sie, so die Kritik eine zentrifugale Kraft in der Bildungslandschaft. Homogenisierte Milch ist nützlich, homogenisierte Bildung eher nicht.</p>
<ul>
<li><a href="http://gigaom.com/2013/05/02/massive-online-courses-draw-more-backlash-from-college-professors/">Massive online courses draw more backlash from college professors</a> </li>
</ul>
<p>Der Datenschutz bestimmt weite Teile der hiesigen Auseinandersetzung um Googles neues Gadget für überwiegend weiße Männer. Die Benutzerfreundlichkeit fand wenig Beachtung, aber auch da gibt es wohl noch große Baustellen.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.businessinsider.com/nobody-really-likes-google-glass-2013-5">The Verdict Is In: Nobody Likes Google Glass</a> </li>
</ul>
<p>Ich habe ein gespaltenes Verhält is zu <em>Kickstarter</em>, aber auch Crowdfunding allgemein. Der eigentliche Zweck alternativer Finanzierung für unabhängige Kreative geht verloren, wenn sie von der Industrie als günstige Produktionshilfe kooptiert werden, sodass sie auch noch alle Gewinne einstecken können. Aber es gibt sie halt auch, diese Projekte, die wohl kaum genug Geld hätten sammeln können. Wie etwa eine Dokumentation über Frauen in der Spielebranche.</p>
<ul>
<li>
<p><a href="http://boingboing.net/2013/05/07/zach-braff-man-of-the-people.html">Zach Braff: Man of the People or Horrible Person? (Neither)</a> </p>
</li>
<li>
<p><a href="http://www.kickstarter.com/projects/1319761157/gtfo">GTFO: A Film About Women in Gaming by Shannon Sun-Higginson</a> </p>
</li>
</ul>
<p>Einige Beispiele dafür, wie sich Sexismus strukturell gerade auch über die alltäglichen Ausgrenzungen fortsetzt, gerade weil diese Sexismen auf den ersten Blick zu klein und nichtig wirken.</p>
<ul>
<li>
<p><a href="http://www.nytimes.com/2013/04/28/opinion/sunday/wikipedias-sexism-toward-female-novelists.html">Wikipedias Sexism Towards Female Novelists</a></p>
</li>
<li>
<p><a href="http://text.diestajndard.at/1363710398878/Die-Krawallmacher-bei-Wikipedia">Die Krawallmacher bei Wikipedia</a> </p>
</li>
</ul>
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		<title>Bee Leader: Stachellos</title>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 18:35:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aesthetikargonaut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich muss jetzt mal wieder auf dem iPhone ausmisten, da sich dort die Spiele türmen. Erwartungsgemäß können nicht viele Perlen dabei sein, wenn ich etwas wahnhaft Games gehortet habe. Bee Leader ist so ein typisches Casual Game, das kompetent gemacht ist, aber auch nicht mehr ist, als ein Appetithappen. Als hungrige Biene surre ich also [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss jetzt mal wieder auf dem iPhone ausmisten, da sich dort die Spiele türmen. Erwartungsgemäß können nicht viele Perlen dabei sein, wenn ich etwas wahnhaft Games gehortet habe.<em> Bee Leader </em>ist so ein typisches Casual Game, das kompetent gemacht ist, aber auch nicht mehr ist, als ein Appetithappen.</p>
<p style="text-align: center;"><iframe src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/EfA2RGvwnpA" height=360 width=640 allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Als hungrige Biene surre ich also durch sie Welt, möglichst viel Nektar soll ich sammeln. Ja, süß ist das Ziel des Spiels und süß sieht es auch aus. Knifflig ist es auch, stehen der leichten Nektarsuche feindliche Insekten, aber auch Unwetter im Wege. Ärgerlich ist aber die Frickelei, denn meine fleißige Biene will sich meinem Willen nicht immer unterordnen. Sie fliegt nicht wirklich flüßig durch die Welt, hört dann mal nicht auf mich oder ist übereifrig schnell. Steife Finger hatte ich von<em> Bee Leader</em>, der Spaß war da, hielt sich aber in Grenzen.</p>
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		<title>Zombieland: Hilfe, meine Zombies spinnen</title>
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		<pubDate>Mon, 06 May 2013 12:47:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aesthetikargonaut</dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>In den USA fordern neue Medienunternehmen die eingesessenen Produktionsfirmen und Fernsehsender mit eigenproduzierten Inhalten heraus.<em> Netflix </em>hat seinen Beitrag zum Niedergang des Videoverleihs über Ladengeschäfte geleistet, zunächst wurde auf Videoverleih im Versand, nun aber vermehrt im Streaming gesetzt. Allein, es reicht wohl nicht, vom Content anderer Unternehmen und deren Lizenzierungsdschungel abhängigzu sein. In der letzten Zeit schob der Dienst einige beachtliche Serien an. Kein Wunder, dass die Netzbestie <em>Amazon </em>ebenfalls versucht, Serien selbst zu schaffen. Über hauseigene Portale lanciert der nicht gerade sympathische Gigant einige Piloten. Das Publikum soll entscheiden, welche in Serie gehen sollen.<em> Zombieland</em> ist unter den Testballons derjenige mit eingebauter Aufmerksamkeit wegen der recht gelungenen Filmvorlage. Und Zombies gehen ja immer. </p>
<p style="text-align: center;"><iframe src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/DsZ4zKGPsEQ " height=360 width=640 allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Der amüsante Film lebte von der hervorragenden Besetzung, sie hoben selbst platte Kalauer noch über die Schmerzgrenze. Zwar sind die USA voller talentierter, namenloser Schauspielerinnen und Schauspieler, aber die fade halbstündige Horror-Komödie kann auch von der passablen Zweitbesetzung nicht mehr erträglich gespielt werden. Diesem <em>Zombieland</em> steht die Leichenblässe mieser Produktionsbedingungen im Gesicht. </p>
<p>Zombies sind Zugpferde mit günstigen Haltungskosten, denn es braucht ja kaum mehr als leer gefegte Straßen, etwas Gekröse und Kunstblut, schon können unbeleckte Darstellerriegen durch die Zombiekalypse gescheucht werden, sofern sie glaubwürdig eine Waffe halten und Dialoge auswendig können. Für <em>Amazon</em> mag die Rechnung sogar aufgehen, erzählerisch ist <em>Zombieland</em> ein mauer Abklatsch seines filmischen Vorfahren. Es ist kein wandelnder Toter im Sinne etwa der Frühneunziger, als RTL, den unsäglichen Anlauf unternahm, die Drehbücher von <em>Married with Children</em> einzudeutschen und mit Ruhrpottbarock zu verramschen. <em>Zombieland</em> riecht nicht ganz so streng, RTL hat den kreativen Tod schon seit Jahrzehnten hinter sich, doch erinnert mich <em>Zombieland</em> in grottenschlechten Momenten an den Dilettantismus eines europäischen Medienunternehmens.</p>
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		<title>Rayman Jungle Run: So flauschig, ich will sterben</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 19:46:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aesthetikargonaut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So rasant wie Rayman Jungle Run wollte ein Sonic immer sein, war es lange Zeit allerdings nicht. Rayman selbst war bisher nicht mein Fall. In diesem mobilen Spiel kommt der fidele Pixelhaufen wie es wohl seine Art ist ganz ohne Extremitäten aus, nimmt aber trotzdem Fahrt auf. Das Spiel ist alleine schon eine Empfehlung wert, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>So rasant wie <a href="http://ubi.com/US/Games/Info.aspx?pId=11178">Rayman Jungle Run</a> wollte ein <em>Sonic</em> immer sein, war es lange Zeit allerdings nicht. <em>Rayman</em> selbst war bisher nicht mein Fall. In diesem mobilen Spiel kommt der fidele Pixelhaufen wie es wohl seine Art ist ganz ohne Extremitäten aus, nimmt aber trotzdem Fahrt auf.</p>
<p style="text-align: center;"><iframe src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/9h4rKk6DhDA" height=360 width=640 allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Das Spiel ist alleine schon eine Empfehlung wert, weil es so wunderbar designt ist. <em>Rayman</em> rauscht durch ein wahres Bilder Meer. Mehr als ein Mal ist es passiert, dass ich den Flitzer im wahrsten Sinne des Wortes über die Klippe springen ließ, als mrin Blick an den fantastischen Kulissen einen Bruchteil einer Sekunde zu lang haftete, als dass ich <em>Rayman</em> noch hätte helfen können. Das Team wirft hier mit Farben um sich, am Ende stimmt alles.</p>
<p>Hinter dem Farbenrausch steckt doch noch mehr erstklassiges Design. <em>Rayman</em> spielt sich als kontextsensitiver One-Touch-Plattformer wie aus einem Guss. Die Level fordern dabei alles ab, die präzise Steuerung last dabei kaum Frust aufkommen. Nach den ersten beiden Welten kam bei mir dann ein Bruch, denn mit einem Mal wurde auch noch eine zweite Touchaktion eingeführt. Das folgende Umdenken bei meiner Spielweise bremste mich merklich aus. Hatte ich mich nach einer halben Stunde an die neuen Bedingungen gewöhnt, stieg der Spaß wieder auf das Höchstniveau an, das <em>Rayman Jungle Run</em> zuvor schon erreicht hatte.</p>
<p>Als Plattformer auf mobilen Geräten ist <em>RAYMAN Jungle Run</em> eine Referenz, die selbst die besten Titel nur schwer erreichen werden. Es ist fordernd, teils einfach unerträglich schwer, fühlt sich aufgrund des perfekten Designs nie unfair an. Die Entwickler speisen das Spiel auch noch mit ebenso gelungenen Zusatzleveln, die kostenlos zur Verfügung stehen, dass hier ein rundum großes Paket abgeliefert wird</p>
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		<title>CARROT: Gibt dir Tiernamen</title>
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		<pubDate>Thu, 02 May 2013 16:46:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aesthetikargonaut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Normal ist das sicher nicht, kann es auch nicht sein, denn keine normale To-do-App würde mir stolz verkünden: &#34;My recent takeover of Luxembourg&#8217;s defense network has allowed me to add additional processor capacity. Now I&#8217;ll boot up much faster for you.&#34; Und ebensowenig normal ist es, wenn die App nun tatsächlich etwas schneller ist. Überhaupt [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Normal ist das sicher nicht, kann es auch nicht sein, denn keine normale To-do-App würde mir stolz verkünden: &quot;My recent takeover of Luxembourg&#8217;s defense network has allowed me to add additional processor capacity. Now I&#8217;ll boot up much faster for you.&quot; Und ebensowenig normal ist es, wenn die App nun tatsächlich etwas schneller ist. Überhaupt ist <a href="http://meetcarrot.com/">CARROT</a> sehr mit sich selbst, manchmal mit mir, gerne auch mit meiner virtuellen Katze und seltener mit meinen Aufgaben beschäftigt. <em>CARROT</em> rühmt sich, eine To-Do-App mit Persönlichkeit zu sein. Und genau das ist sie, wenn sie mich beleidigt, dann urplötzlich wieder stolz auf mein Tagwerk ist und mich mit Geschenken überhäuft. <em>CARROT</em> ist ein lästiges, nervtötendes Arschloch. Will so etwas zur App haben? Nicht wirklich.</p>
<p style="text-align: center;"><iframe src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/OrRAKjO24PY" height=360 width=640 allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Als To-Do-App taugt <em>CARROT</em> gerade wegen des hochtrabenden Konzeptes, eine KI vom Schlage <em>HAL 9000</em> oder <em>GlaDOS</em> sein zu wollen, einfach nicht. Als Experiment ist es nicht unterhaltsam genug. Die Funktionalität, da fängt es schon an, durchläuft einige Metamorphosen, <em>CARROT</em> wächst sich, sofern ich es kontinuierlich mit erledigten Aufgaben zufriedenstelle, von einer simplen Liste einzelner Aufgaben zu einem kleinen Kalender samt Erinnerungen und wiederkehrender Aufgaben aus. So gesehen bietet <em>CARROT</em>s gamifizierter Teil tatsächliche Belohnungen, doch wird damit auch die App unbrauchbar, weil ich mich nicht auf ihre Funktionen einstellen kann. Es ist eben etwas anderes, ob ich einen Film sehe, der seine Spannung aus dem erratischen Verhalten einer KI zieht, oder meine Aufgabenplanung einer instabilen Pseudo-Persönlichkeit überlasse.</p>
<p><em>CARROT</em> will aber sowohl nützlich wie originell sein, scheitert aber an den eigenen Ansprüchen. Es ist tatsächlich nervtötend, zu erfahren, dass die App eine geschlagene Woche absichtlich langsamer war, als sie sein musste. Oder dass ich lästig Aufgaben kopieren musste, um sie wiederholen zu können, weil der &quot;Bonus&quot; der Wiederholungsaufgaben noch nicht erspielt wurde. Dabei dröhnte mich die App in jeder Handlung so penetrant laut an, dass die Stummtaste mein bester Freund wurde. <em>CARROT</em> ignoriert nämlich einfach Lautstärkeeinstellungen. Volles Rohr oder gar nicht, etwas anderes kennt <em>CARROT</em> nicht. Beim ersten Mal ist es ja vielleicht noch witzig, wie etwa die abstrusen Captchas oder die Mordphantasien, doch schon beim nächsten Mal ist es schon abgestanden.</p>
<p>Dabei muss ich fast sagen, dass <em>CARROT</em> beileibe nicht so schlau ist, wie es sich ausgibt, denn nach einer halben Stunde eingehackter und sofort abgehakter Sinnlosaufgaben, hatte ich <em>CARROT</em> auf einem Funktionsumfang, der mir brauchbar erschien. Aber wozu das alles?</p>
<p>Nur, um ein In-App-Purchase-Minenfeld zu kreieren? Denn <em>CARROT</em> ist eine über den Vorwand der widerwilligen KI eine verstümmelte To-Do-App. Aber das ach so elaborierte Konzept, auf das so große Stücke gehalten werden, kann natürlich umgangen werden, wenn mit insgesamt nicht gerade wenigen IAP Geld auf <em>CARROT</em>s Entwickler geworfen wird. Und ja, ich habe den Gag der App verstanden. Gerade deswegen fühle ich mich ja so verarscht. <em>CARROT</em> ist eben keine tatsächlich brauchbare Produktivitätsanwendung und zur gleichen Zeit nur ein müder Gag, der sich als Gamification-Experiment tarnt. Es ist mir egal, dass es mit Augenzwinkern geschieht, es ist einfach nutzlos, mich spontan mit mau geschriebenen Sprüchen über das Notification Center zu beschimpfen. Denn am Ende bleibt es trotzdem Spam, und wenn ich den Spam abschalte, bleibt nicht genug Funktionalität übrig, um zu rechtfertigen, warum ich überhaupt eine App kaufen soll, die selbst nach vielem Freischalten mit weniger Funktionalität als Apples eigene <em>Erinnerungen</em> aufwarten kann und diesen Mangel an Funktionen auch noch mit Publikumsbeschimpfungen rechtfertigt. Das sollten wir uns auf der Zunge zergehen lassen: <em>CARROT</em> kann am Ende weniger als der schlechte Witz von einer App namens <em>Erinnerungen</em>. Ehrlich, weniger als <em>Erinnerungen</em>. Dafür schenkt <em>CARROT</em> mir aber eine ASCII-Art-Katze, die wir füttern dürfen. Ich bin raus. Danke, aber nein danke.</p>
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