Erste Liegeproben in Assembler

Ganz einfach: Mache eine Endlosschleife und tue in der Endlosschleife nichts. Aber sie tut wirklich was, ehrlich. Da geht was, nur nichts. Jetzt wird es fast philosophisch. Macht eine Schleife, die nichts tut, nicht doch etwas? Ich zitiere die Herren Deichkind: „Du schiebst ’n Geistesblitz bei Variable x. Ich komm‘ mit Party Hits und mach‘ die Party fit. Mir doch egal, wenn ich Dir die Kreide klau‘. Ich geh‘ zur Tafel und schreib‘ „Mathe is‘ scheisse“ drauf.“ Wenn alles so einfach wäre, wie der folgende Code, die Welt wäre ein friedlicher Ort. Kein produktiver, aber ein friedlicher. Lacht, meine Faultiere, lacht.

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Ich bin der Endlosschleifen-König. Ich werde auf meine alten Tage noch ein gigantischer Programmierer.

Bildquelle: Christian Mehlführer CC-BY 2.5

Straßenzeitungen: strassen|feger

Beim letzten Leserinnen- und Lesertreffen erhielt ich doch aus Berlin die meines Wissens größte dortige Straßenzeitung: strassen|feger. Herausgegebn wird der strassen|feger von Verein mob e.V., der sich sichtlich bemüht, eine eindrucksvolle und journalistischen Ansprüchen genügende Zeitung unter die Leute zu bringen. Das fällt sofort auf. Weiterlesen

Vjekoslav Katusin: Der Filmemacher

Montag ist Hybristag. Was soll man da noch machen, außer vielleicht einfach nur gebannt der Diskussion folgen. Anschnallen, festhalten, wir machen uns auf zur emotionalen Achterbahnfahrt. Da ist alles dabei, was das Herz begehrt. Sofern man auf menschliche Abgründe steht. Worum geht’s? Ich will die Spannung noch ein wenig hinauszögern. Zuvor lieber noch einmal eine allgemeine Leseempfehlung. Lest den Wortvogel nicht nur aus dem Grund, dass der Mann sich durchaus gerne mit allerlei Mummenschanz aus der halbgaren und/oder größenwahnsinnigen Peripherie der deutschen Filmlandschaft befasst. Torsten Dewi liefert einfach einen lesbaren und unterhaltsamen Blog ab. Weiterlesen

Rock on mit Yahoo Pipes

Nachdem Yahoo Pipes nun allgemein vorgestellt wurde, will ich es ein wenig plastischer machen. Da ich die Musik auf Kultprok etwas vernachlässigt habe, bin ich in mich gegangen. Dabei fiel mir auf, dass ich eigentlich viele Neuveröffentlichungen nicht mehr im Blick habe. Dann, dachte ich mir, baue ich doch mal eine Pipe, in der ich einige Quellen für Neuveröffentlichungen bündele. Gesagt, getan. Ich präsentiere im Folgenden meine Pipe für neue Alben aus Rock, Pop und Metal. Nichts Weltbewegendes darf hiervon erwartet werden. Es dürfte aber doch einen genaueren Eindruck vermitteln, was mit Pipes möglich ist. Weiterlesen

Ragnar der Rächer

Ich habe schon viel über Ayn Rands Atlas Shrugged geschrieben. Zu viel vielleicht. Doch kann nicht davon lassen, auch wenn ich mich zwinge, nichts mehr schreiben zu wollen. Es geht einfach nicht. Die erzählerischen Schwächen und Mängel sind eklatant. Ich kann nicht still sitzen, wenn ich es lese; es juckt in meinen Fingern, die über die Tasten schwirren wollen. Ich kann nur nachgeben, da der Druck zu groß wird. Der Ballast, der sich anstaut, muss abgeworfen werden. An dieser Stelle nur kurz ein paar Anmerkungen zur Behandlung von Figuren bei Rand. Mein Beispiel ist Ragnar Danneskjöld. Weiterlesen

Yahoo Pipes: Informationsautonomie

Es ist unfassbar, aber RSS scheint nicht mehr richtig abheben zu können. Warum, dafür habe ich eigentlich keine geeignete Erklärung. Der Nutzen ist doch eigentlich viel zu groß, wenn man nur bedenkt, wie einfach es ist, die Nachrichten unzähliger Seiten mittels eines Aggregators übersichtlich darstellen zu können. Da RSS schon wenig bekannt und durchgesetzt ist es auch kaum verwunderlich, dass eines der nützlichsten Tools zur weiteren Bearbeitung und Manipulation von RSS-Feeds in Deutschland anscheinend kaum bis gar nicht bekannt ist. Als Beweis für die Anklage bitte ich das hohe Gericht Beweisstück A zur Kenntnis zu nehmen. Das hohe Gericht versuche fürderhin bitte, einen deutschsprachigen Artikel zu finden. Die Anklage schließt ihre Beweisführung ab. RSS gibt es praktisch seit 1999, Yahoo Pipes immerhin schon seit 2007. Da sollte doch immerhin mehr Bekanntheit für RSS und Yahoo Pipes hervorgebracht haben1. Finde ich. Also hier mein Beitrag dazu. Weiterlesen

Zwischen Skylla und Hybris

Es ist gar nicht so lang her, da hat Kim Schmitz aka The-Man-With-The-AKAs sich noch sicher gefühlt und zu sagenhaft aufgeblasenen Aktionen die Fanfaren erklingen lassen, sobald er nur vor die virtuelle Haustür getreten ist. Das sieht jetzt, da sein Imperium gescheitert ist, selbstverständlich etwas anders aus. Die Folgen des Takedowns von Megaupload sind noch lange nicht absehbar. Das FBI hat in einem furiosen Schlag die Masse der Filehoster-Dienste in Bewegung gebracht. Megaupload reißt eine enorme Schneise, zieht dabei andere mit ins Ungewisse. Weiterlesen

GoodReads

Mir gehen noch lange nicht die Ideen aus, was ich alles lesen könnte. Dennoch nutze ich in letzter Zeit immer öfter auch mal Aggregatoren, um mich leiten zu lassen. Zu den besten in diesem Bereich zählt goodreads. Die einzige Einschränkung ist dabei vorneweg, der englischsprachige Fokus. Mich hält das nicht ab, nur ein Hinweis.

Für diesen Sprachraum deckt es aber die ganze Palette ab. Es gibt dort keine Überraschungen, was den Service angeht. Es werden weite Teile der Literatur erfasst, die Nutzerinnen und Nutzer notieren, bewerten und besprechen können. Es wird ganz auf die Community gesetzt, um den Datenbestand für die Suche zu bestücken. Bei der Suche kann goodreads helfen, anhand simpler quantitativer Metrik, neue Bücher zu entdecken: Dir gefällt das, dann eventuell auch das.

Goodreads steht und fällt mit der Community. Die ist dort sehr breit vorhanden. Der offensichtliche Vorteil ist, dass sich mit Leichtigkeit Nutzerinnen und Nutzer finden lassen, die einen ähnlichen Geschmack haben. Auf der Jagd nach neuem Stoff sind schnell Weggefährten gefunden. Doch der Nachteil ist ebenso schon zu erkennen. Goodreads ist nicht überrannt, hat aber eine Masse erreicht, die an den Amazon-Store erinnert. Die Verlässlichkeit ist also nicht mehr sofort gegeben, da mittlerweile auch dort schon Interessen bestehen, Meinungen und Urteile zu manipulieren. Ebenso ist es nicht wirklich möglich, nach Exoten und Mauerblümchen zu suchen. Die Zentripetalkraft der Blockbuster zieht auch hier. Ich habe keine Zahlen, doch der Eindruck drängt sich auf, dass sich eine Mehrzahl dort mit den immer gleichen Büchern beschäftigt. Goodreads hat noch keinen Weg gefunden, gezielt die Peripherie des Geschmacks in der Form zugänglich zu machen, dass man sie leicht findet.

Es gibt eine schön integrierte App (iOS, Android) mit integriertem Reader, der auf Wunsch auch gleich den aktuellen Lesestand im Profil erfasst.

Free-Running-Games: Ad infinitum, ad nauseam

Auf Smartphones, machen wir uns nichts vor, herrschen simple Spielmechanismen vor. Vielfalt ist nicht das vorherrschende Wort, nicht Vielfalt der Ideen. Der Klon ist das geistige Ideal auf mobilen Plattformen. An sich ist das nicht weiter schlimm. Diese Woche habe ich mir einige Spiele zugelegt, die aus dem Genre des Free-Runnings stammen. Ich bin mir selbst nicht sicher, ob das nun ein offizieller Titel ist, der konsensfähig ist. Für mich trifft er es aber ganz gut. Weiterlesen

Ein alkoholversunkener Objektivismus?

Ich verbrachte den Mittwochabend mit einer geselligen Runde unter anderen Werkstudenten meines Arbeitgebers. In Aschaffenburg. Bayern, ich habe es noch nicht völlig erfasst. Ein Drink reihte sich an den nächsten, allzu schnell kam aber schon der Punkt, an dem ich die Runde verlassen musste. Der Nachtbus nach Darmstadt fuhr um 21:57 – der letzte in diese Richtung. In Aschaffenburg scheint Nacht eine andere Bedeutung zu haben, in meinem Wortschatz ist diese Uhrzeit nicht als Nacht indiziert.

So saß ich also in dem vorbildlich reinlichen Bus, der mit stoischer Ruhe alle Orte und Örtchen abgraste und die Versprengten auflas. Mit einem vergnügten Tunnelblick starrte ich auf mein Smartphone und mich überkam die Lust, weiter in Atlas Shrugged zu lesen. Meine Erinnerung an diesen Abend ist lückenhaft. Sie ist allerdings lebendig, wo es das Buch betrifft. Ich hatte einen ungeheuren Spaß. Im vom Alkohol verdrehten Verstand ergab alles Sinn, ich stürzte die Seiten herunter. Mitgerissen von den Ereignissen, der himmelschreienden Ungerechtigkeit. Dieser widerwärtige Sozialismus war mein Feind, ich wusste es, ich spürte es. Die Wut, so kam es mir vor, spülte die Magensäure an den Rand meines Rachens.

Dieser Ekel. Ich fokussierte jedes Wort, keines enttäuschte. Und mit jedem Wort stieg die Wut. All dies kulminierte kurz vor dem Hauptbahnhof in Darmstadt, als ich in Bewunderung für Rand verfiel. Mit einem Mal war alles so klar und deutlich, der Sinn war greifbar. Die Wahrheit eine persönliche Manifestation in der Gestalt von Rand. Ich wollte ihr nicht glauben, ich tat es. Ich tat es mit überragender Überzeugung.

Der Weg führte mich vom Bahnhof durch den kalten, schneidenden Regen. Durchnässt fiel ich ins Bett, in meinem Kopf drehte sich alles. Um Rand, Dagny, den Kapitalismus, das Moratorium der Gehirne. Dann beschloss mein Gehirn sein eigenes Moratorium über mein Bewusstsein. Das Urteil fiel hart aus. Ich musste das Bewusstsein, den letzten Rest, den der Alkohol mir ließ, ohne Umschweife ausliefern. Meine Augen sahen wenige Sekunden später ein, dass es kaum noch einen Sinn ergab, weiterhin zu arbeiten, wenn der Empfänger der Signale schon in Arrest war.

Ich wachte auf, der Kater war unerbittlich.