Processing – Alles so schön bunt hier

So, ich mache mich jetzt auf in fremde Gefilde. Visualisierung hatte ich hier ja schon, habe aber doch noch nicht so recht dazu gefunden. Mit Processing könnte da doch was gehen. Ich weiß auch noch nicht viel, bin gestern erst darüber gestolpert. Das klang doch zu verlockend.

Mal sehen, was mich da erwartet. Habe schon einige Beispiele gesehen, da könnte so richtig was gehen. Anscheinend ist es doch von der Code-Seite her sehr einsteigerfreundlich, was mir sehr entgegen käme.

Jetzt muss ich aber, die Installation ist bald abgeschlossen und dann baue ich mir mal einen ersten Test zusammen. *Freu*

BILDQUELLE: Woodmath CC-BY 3.0

Passwortsicherheit (1): Passwortverwaltung – One password to rule them all?

Was machen, wenn die Zahl der Passwörter überhandnimmt? Eine einfache Lösung ist es, nicht ständig neue Passwörter anzulegen. Nach einer Zeit neigen die Hirnwindungen dazu, sich zu verzetteln, womit der Weg der Erinnerung kurvenreich wird. Schlimmstenfalls enden die mentalen Verbindungen zu den Passwörtern im Nichts. Das kann es nicht sein, deshalb ist es praktisch, nur eines oder wenige Passwörter zu verwenden. Das mag die einfachste Option sein, für sie spricht ihre Schnelligkeit und Simplizität. Aber es ist die denkbar schlechteste aller Optionen, denn sie ist unsicher. Sehr unsicher. Weiterlesen

Straßenzeitungen: Soziale Welt

Nur kurz noch, da ich gerade darüber gestolpert bin, einige Worte zur Straßenzeitung Soziale Welt. Die wird zwar vom Verein Frankfurter Armutsaktie herausgegeben, also quasi direkt um die Ecke von mir. Aufgefallen ist sie mir bis vor wenigen Tagen noch nicht, was auch an ihrer unscheinbaren Präsentation liegen kann. Weiterlesen

Picket Fences (1992)

Ein weiteres Mauerblümchen aus den Neunzigern wartet heute auf uns. Mit Profit verglichen erging es der Serie sogar herausragend gut, sie erlebte nicht nur eine vollständige erste Staffel, was für Profit schon eine zu große Hürde war. Picket Fences hielt sich ganze vier Staffel auf CBS in den Staaten. In Deutschland ging es im Januar 1995 auf Sat.1 los. Sofern meine Erinnerung mich nicht täuscht, verkam das von  David E. Kelley produzierte Sittengemälde dort zu einer beschaulichen Nachmittagssendung. Ein unrühmlicher Sendeplatz, der Harmlosigkeit ausstrahlte. Sat.1 domestizierte damit erfolgreich die Episoden um die Einwohner von Rome, Wisconsin, was in meinen Augen eines der größeren unter den vielen Vergehen ist, derer sich Sat.1 schuldig machte. Rome war für die längste Zeit der vier Staffeln mehr als harmlose Serienkost. Bei Sat.1 wiederum schien der Geist des Stumpfsinns vorzuherrschen, die Serie unbedingt in deutschlandtauglich-stereotype Form zu bringen. Und wieder ist der deutsche Untertitel ein erstes Indiz inkompetenter Senderpolitik: Picket Fences – Tatort Gartenzaun. Der hausfrauengerechte Krimi-Schnauzer, der im deutschen Fernsehen doch immer geht. Und was nicht Krimi ist, wird halt zu einem gemacht. Weiterlesen

Straßenzeitungen: Streetjournal

Mein Interesse an Straßenzeitungen entstand aus einer Laune heraus. Wie es ein affektiver Entschluss war, mir blindlings eine Straßenzeitung zu kaufen, nachdem ich jahrelang ignorant an den Verkäuferinnen und Verkäufern vorbeiging, so ist es bisher auch mit meiner weiteren – mir mangelt es an einer treffenden Alternative, deswegen nenne ich es mal – ‚Recherche‘ gewesen. Ich streunerte durchs Netz und warf mich erst einmal auf alles, was auf den Bildschirm kam. An diesem Wochenende wurde mir bewusst, wie sehr es jedoch einer deutlichen Erklärung meinerseits bedarf, gerade weil ich es bei meiner ‚Recherchen‘ belassen will. Trotzdem will ich hier das Streetjournal zum Anlass nehmen, eine Inventur meiner Auseinandersetzung mit Straßenzeitungen zu machen. Es ist und bleibt, das vorweg, eine rein subjektive Schilderung meiner Erkenntnisse und Eindrücke zu Straßenzeitungen. [UPDATE: BITTE DIE FOLGENDEN HINWEISE BERÜCKSICHTIGEN]

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Deichkind – Befehl von ganz unten

Es war kalt, der Wind flutete, hungrig nach Körperwärme, durch die Schrebergartensiedlung. Ich ließ mit schnellen Schritten die ebenmäßig rechteckigen Parzellen an mir vorbeifliegen, ich war spät dran. Schon mehr als eine Viertelstunde hatte ich verloren, anscheinend nur weil die Bahn nicht auf Minusgrade und vereiste Gleise vorbereitet war. Früher hätte ich mir weniger Sorgen gemacht, den Mann warten zu lassen, der in seinem Kabuff inmitten der uniform begrünten Flächen mit mir verabredet war.

Vor zwei Jahren hätten wir noch darüber gelacht, er war zu dieser Zeit stets entspannt. „Was’n los, schon da?“, hätte er gefragt. Breit wären die Worte über seine Lippen gekommen. Zeit war ihm nicht wichtig, sie war eine zähe Masse, die er nach Belieben zu zerren oder stauchen wusste – er half mit halluzinogenen Mitteln nach. Bei unserem Telefonat wenige zuvor war nichts mehr davon zu hören. Er klang klarer, gesetzter, übel gelaunt.

Was auch immer mich geritten hatte, ihn anzurufen, ich kann es nicht mehr sagen. Doch ich wollte mit ihm sprechen, das neue Deichkind-Album war draußen und deren Musik war das einzig verbindende Element zwischen uns. Wann haben wir uns eigentlich zum ersten Mal getroffen? Meine Erinnerung ist verblasst, vom Alkohol zerfressen, ich weiß es nicht mehr. Es muss aber um die Zeit gewesen sein, als er, Gerhardt K., seinen Niedergang als einer der eifrigsten Lobbyisten der deutschen Tonträgerindustrie begann. Wir beide liebten die Musik der Hamburger, wie auch ich. Sie hatte größenwahnsinnig gute Beats, die von unbekümmert rotzigen Texten auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden. Es war gymnasiales Prollen. Bitte ziehen Sie durch und Noch fünf Minuten, Mutti waren das, was die Hamburger Schule des Hip-Hop ausmachte: Fähig genug, um gezielt die eigene Größe zu verweigern – und bekifftem Lächeln.

„Komm [s] rein“, sagte Gerhardt. Ich war mir sicher, er bemerkte erst beim Aussprechen der Begrüßung, wie unangebracht das unbewusst eingehängte ’sie‘ bei unserer gemeinsamen Vorgeschichte war. So schien es, dass er es mitten im Satz zerkaute und hoffte, ich hätte es nicht wahrgenommen. Ich schüttelte seine Hand und trat ein. „Was verschafft mir die Ehre?“

Er sah mich kaum an. Mir drängte sich der Gedanken auf, er wolle die ganze Sache so schnell wie möglich hinter sich bringen. Ich war ein Teil seiner Vergangenheit, den er abgelegt hatte. Ich wusste das. Ich wusste, dass er nicht mehr der Vizepräsident oder was auch immer bei dem Lobbyverband war. Und seine Grade hatte er unlängst verloren, ich wollte ihn wegen der schwebenden Verfahren nicht darauf ansprechen. Gerhardt hatte, wie sich durch selbst oberflächliche Untersuchungen herausstellte, weite Teile seiner Promotion abgeschrieben. Es ist ein längere Geschichte, die nicht hierher gehört. Nur so viel, das erste zivilrechtliche Verfahren hatte er verloren, was sollte er auch zu seiner Verteidigung sagen. Er hatte es getan und sich dabei nicht einmal große Mühe gegeben, den Ideenklau zu verbergen. Als es Jahre später aufflog, war er im Lobbyverband wegen seines nicht mehr zu verheimlichenden Drogenkonsums, der ihn auch zu der reichlich selbstverliebten Verleihung des nach ihm selbst benannten Siegels für die Musik von Deichkind führte, schon auf dem absteigenden Ast. Die Affäre um seine Promotion war die willkommene Gelegenheit, ihn endlich loszuwerden. Im Prozess war er ein Wrack, ich hatte die Bilder gesehen, also die vom ersten Prozess. Im zweiten Prozess hatte er die Übersicht völlig verloren, wie alle anderen auch. Denn im zweiten Prozess war er auf einmal Nebenkläger (oder was auch immer, wie gesagt, es war seltsam), da derjenige, der im ersten Zivilprozess erfolgreich gegen Gerhardt vorging, nun selbst in Misskredit wegen derselben Arbeit geraten war, die er als seine ausgab. Es ist ein schwebendes Verfahren, deshalb will ich nicht ins Detail gehen. Aber es darf gesagt werden, dass in dem Verfahren auch darum geht, dass Gerhardt, der entlarvte Kopierer, selbst bei einem Abschreiber abschrieb. Dieser nachweislich kopierte Zweite, der den Anschuldigungen nach aber selbst nur ein Plagiat lieferte, streitet sich mit einer Dritten, ob es nun tatsächlich ein Plagiat war.

Das ging mir durch den Kopf, bis ich bemerkte, Gerhardt noch eine Antwort schuldig zu sein. „Nichts wirklich, ich dachte nur“, ja, was dachte ich? „Neues Deichkind-Album.“, das war alles was ich ihm hinwarf. Seine Miene änderte sich nicht, die Körperhaltung sehr wohl. Er machte einen Schritt zurück und stammelte: „Ich hab’s mir schon gedacht. Ich kann aber nicht. Ich hab’s mir angehört.“

Was er nicht konnte war unsere Tradition aufrechtzuerhalten. Bei jedem bisherigen Deichkind-Album zogen wir um die Häuser. Er, der alte Lobbyist, und ich der vergleichsweise junge Herumtreiber. Wir becherten und zechten, er nahm alles, was er in die Finger kriegen konnte, ich war dazu schon zu betrunken. Und im Hintergrund lief Deichkind. Es war der Soundtrack unserer Eskapaden durch welche Stadt auch immer, es war egal. Wir brauchten nur Deichkind und Alkohol, die Musik und den Suff.

„Ich mach das nicht mehr“, sagte er. „Das hat lange genug gedauert, ich bin trocken.“ Es klang, als hätte er einen Entzug von Deichkind gemacht, doch er meinte den Alkohol, die Drogen.

Ich sagte ihm, dass ich es verstehen könnte. „Nicht schlimm, ich wollte nur. Es war eben eine Tradition.“

„Ich weiß“, seine Stimme klang gleichgültig. „Bin ich es? Oder Deichkind? Beide? Das ist nicht mehr das, was es mal war.“

Ich wusste, unser Treffen würde schon hier enden. Er hatte Recht. Er war nicht mehr der Lobbyist, ich nicht mehr der Herumtreiber und Deichkind weder Kind noch vom Deich.

„Deichkinds Musik kann man doch nur noch in Promille und bpm messen. Über den stumpfen Beat werden Worte geworfen, die in einem Assoziationsspiel noch einen Sinn ergeben könnten. Oder für Betrunkene.“ Während er das sagte, fiel mir im Hintergrund eine Urkunde auf, die mit schwülstigen Worten seine Verdienste als Vorsitzender des örtlichen Verbands der Schrebergärtner pries. Es tat weh, doch es half nichts. Waren wir Spießer geworden?

Ich ließ die trostlos deutsche Hütte hinter mir. Meine Verabschiedung war kurz und schmerzlos. Auf dem Weg zum Bahnhof fiel mir die einzig vernünftige Antwort ein. Wir alle sind auf unsere Weise Spießer geworden. Gerhardt K., ich und Deichkind. Der Unterschied ist, Deichkind scheinen noch zu saufen. Das könnte helfen.

Passwörter und Kryptologie

Hin und wieder habe ich an dieser Stelle schon Webapps und Desktop-Software (hier, hier, hier oder hier) angesprochen, die bei mir nahezu täglich zum Einsatz kommen und nicht mehr aus dem Alltag und meiner Organisation wegzudenken sind. Vor allem kam ich auf Anwendungen zur Automatisierung zu sprechen, ich will ab heute nicht nur über diese direkten Helferlein und Lastesel sprechen. Deshalb der Auftakt zu einer mehrteiligen Serie zur Passwortsicherheit. Passwörter brauche ich für eigentlich alle dieser Anwendungen, vor allem die Webapps. Warum aber habe ich Passwörter, die ich nicht kenne, die ich aber jederzeit und überall erstellen kann? Weiterlesen

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So schön kann ich hier mit Gedanken spielen, sie abwägen, in ihnen von der einen zur anderen Seite rollen, aus allen Lagen betrachten. Da will ich doch glatt wieder ein solches Drehen und Wenden im freien Gedankenraum spielen. Die Vorlage liefert David Bauer (via BILDblog) mit einer simplen Forderung: Lernt von YouTube und lasst eure Inhalte von anderen einfach und bequem einbetten. Er meint damit besonders professionelle Textprodukte, die ja nicht nur Texte sind, aber das führt zu weit. Dies beruht auf einer Frage, die auf den ersten Blick verlockend reizvoll wirkt. Warum lassen sich im Web alle möglichen medialen Inhalten einbetten, die Textprodukte aber nicht? Videos, Audiodateien und auch Bücher werden in schöner Routine von den Produzenten freigegeben und ebenso selbstverständlich von anderen eingebunden und weiterverwertet. Nur Texte nicht. Seltsam. Oder? Weiterlesen

duckduckgo hat es tatsächlich geschafft…

…ich nutze Google nicht mehr als Suchmaschine meiner Wahl. Mir ist es gar nicht aufgefallen, bis ich heute mal meine Browser-Chronik der letzten fünf Tage durchforstete. Eindeutiger kann es nicht mehr sein, Google war mit Suchanfragen nicht mehr vorzufinden. Das hat bislang keine Suchmaschine geschafft. Dabei hat duckduckgo eigentlich nur eines richtiggemacht: Ich finde dort schnell das, was ich suche*. Ohne viel Ablenkung. Weiterlesen

Straßenzeitungen: Wie sieht es für die Verkäuferinnen und Verkäufer aus?

Da ich händeringend weiter nach guten Beispiele für Straßenzeitungen suche, bin ich froh, endlich einige Ausgaben der BISS vor mir zu haben. Und mein erster Eindruck aus der Ferne bestätigt sich völlig. Es sind eine aktuelle Ausgabe aus dem Januar und noch die Jubiläumsausgabe zum 15-jährigen Jubiläum sowie ein Sonderheft zum mittlerweile bedauerlicherweise begrabenen Pläne zum Hotel BISS. Da ich aber schon zur BISS schrieb, will ich nur einige Ergänzungen zum obigen Artikel über BISS anfügen, um dann mithilfe der Ausgaben und ergänzenden Informationen der für mich spannenden Frage nachgehen, wie diese Straßenzeitungen für die Verkäuferinnen und Verkäufer zu einer Einkommensquelle werden können. Weiterlesen