Tenacious D – Rize of the Fenix

Foto: jblackburn (CC-BY)

Tschickedippeduda, ahahuha, damaduda. Nimmt der rockende Wahnsinn überhand, lässt Jack Black auf die Scats fliegen. Anschließend wendet er sich den skatologischen Texten zu. Im Hintergrund schrammeln die Gitarren. Das ist und war das Rezept von Tenacious D, der selbsternannten Übergruppe, die aus dem übergewichtigen Black und noch schwergewichtigerem Kyle Gass besteht. Zusammen machen die beiden seit über einem Jahrzehnt ordentlichen Klamauk über anständigen Rocksongs.

An der Masche hat sich auf dem neuen Album nicht viel geändert. Zusehends verliert sich der Unterhaltungswert jedoch in strammen Riffs aus den Siebzigern, zu den sich leicht die Plauze schütteln lässt und doch keine Freude aufkommt.

Auf diesem Album lässt sich der Niedergang ablesen. Die ersten beiden Stücke, der Titelsong und das fröhlich rockende Low Hangin‘ Fruit haben sowohl das übertriebene Pathos als auch, angetrieben von Dave Grohl, ein sattes Tempo. Danach setzt der Motor aus. Schon weit vor der Halfte des Albums, löst sich jede Struktur auf. Derh Starr ist nicht verkehrt, ist nur allzu vertraut. Die übrigen Titel bleiben oft bei einminütigen Fragmenten.

Nach etwas mehr als den von Skits gestreckten vierzig Minuten ist es dann auch schon wieder vorbei. „They fucked our asses“.

Interpret: Tenacious D
Titel: Rize of the Fenix
Jahr: 2012
Genre: Rock, Satire

Mozilla Thimble

Mozilla haben wir Firefox zu verdanken, der zwar in letzter Zeit bei mir mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, aber wegen seiner großartigen Erweiterungen noch immer mein Standardbrowser ist. Nun hat sich Mozilla auch noch vorgenommen, Webkenntnisse zu verbreiten. So sollen reine Konsumenten von Webinhalten zu deren kreativen Produzenten werden. Webmaker nennt sich das Projekt. Dabei sollen diesen Sommer vor allem Veranstaltungen stattfinden, bei denen Neulinge zusammen mit Fortgeschrittenen eigene Ideen realisieren. Denn so schwer ist es wirklich nicht, bei HTML, CSS und JavaScript durchzusteigen. Besonders dann, wenn man Hilfe hat.

Im Rahmen von Webmaker stellt Mozilla einige neue Tools zur Verfügung. Das aus meiner Sicht interessanteste ist Thimble, ein kleiner, zweigeteilter Editor für HTML und CSS. Der Clou bei der Sache ist, dass auf einer Seite der Editor für den Code steht und auf der anderen eine WYSIWYG-Ansicht. Alle Änderungen am Code lassen sich so quasi live begutachten. Dieses Konzept erinnert stark an die Erweiterung Firebug. Thimble ist ähnlich leicht zu handhaben, damit lädt es zu Experimenten ein.

Thimble ist aber kein Tutorial. Nur ein webgestützter Editor, der von der Community mit interessanten Projekten gespeist wird. Es braucht also schon noch Material, das einem die Prinzipien von HTML und den anderen Techniken beibringt (Wie wäre es hiermit? Oder einfach der Klassiker?). Auf die Dauer kann Thimble so nicht mit handfesten Editoren mithalten. Soll es, denke ich, aber auch nicht. Es geht mehr darum, die Hemmschwelle auf ein Minimum zu senken. Und das geht am besten, wenn man einfach loslegen kann und sofort sieht, was man da angestellt hat. Also einfach mal machen.

Gadgets: Will haben

Clevere Hardware-Ideen finden derzeit, ich hatte es ja schon einmal angesprochen, bei kickstarter ihre Unterstützer. Oft ist es nur Schnickschnack und dennoch juckt es mir in den Fingern, diese Gadgets zu erhalten. Da wäre zum Beispiel pebble:

Brauche ich die smarte Uhr? Nicht wirklich. Will ich sie haben? Unbedingt. Eine Uhr, die per Bluetooth mit dem Smartphone Verbindung aufnimmt, das klingt doch reizvoll. Zudem sieht sie nicht einmal schlecht aus. Kein Wunder, dass pebble schon längst weit über das eigentliche finanzielle Ziel hinausgeschossen ist. Vieles hängt von den Apps ab, mit denen die Uhr an Mehrwert gewinnen kann. Die Aufmerksamkeit, die auf pebble gerichtet ist, könnte aber locker dafür reichen, gute Entwickler mit dem SDK spielen zu lassen. Wann habe ich das letze Mal eine Armbanduhr getragen?

Noch mehr Spielerei ist MaKey MaKey. Aber was für eine. Neben dem Gadget braucht es nur elektrisch leitfähige Gegenstände, einen Rechner mit USB-Anschluss und jede Menge Kreativität. Das Video sagt eigentlich schon alles.

Das ist Hardware, die sogar ich verstehe. Muss unbedingt eines davon bestellen. Krokodilklemmen, los!

Chronicles of Inotia: Legend of Feanor

20120527-141500.jpgDann grasen wir mal weiter den AppStore nach RPGs jeder Art ab. Dabei finden sich einige iOS-Urgesteine des Genres. Einer dieser früheren Vertreter des Genres auf der Plattform ist Chronicles of Inotia: Legend of Feanor. Mit einigem guten Willen ist es gerade noch ein Action-RPG, doch müssen Fans des Genres schon einige Abstriche machen, denn es ist eine stark eingedampfte Variante eines ohnehin nicht sehr komplexen Spielprinzips. Inotia baut auf der Frühphase der Action-RPGs auf, definitv auf einer Zeit vor Diablo. Von der ausgefeilten Oberfläche und motivierenden Simplizität dieses Meilensteins ist dieses Spiel in allen Belangen weit entfernt. Weiterlesen

Underworlds

20120527-141429.jpgNoch mehr ältere RPGs für iOS, noch mehr Frust und Enttäuschung. Underworlds ist ein weiteres Action-RPG mit einiger Geschichte auf dem Smartphone. Der lange Bart, den es trägt, ist aber nicht in Würde ergraut, sondern wird schon bei Erscheinen im Jahr 2009 nur durch die fehlende Konkurrenz Beifall gefunden haben. Er ist filzig und wirr. Klingt unfair, da ja zu dieser Zeit die Spiele auf Smartphones noch ihre Form suchten, allerdings muss ich sagen, dass es von Handhelds schon seit zwei Jahrzehnten Vorbilder gab, die zeigten, wie man es machen kann. Es soll auch gar nicht heißen, Underworlds sei vollkommen schlecht. Es hat seine Vorzüge, die allerdings erst im zweiten Kapitel. Zuvor kämpfte ich mich in und an einem monotonen Dungeoncrawler ab. Weiterlesen

Ein Lob auf das Feigenblatt

Der alljährliche Gradmesser für das eigene Abweichen vom musikalischen Massengeschmack fand dieses Jahr ausgerechnet in einem autoritären Staat statt, das kann ein freiheitsliebendes Europa freilich nicht kommentarlos auf sich sitzen lassen. Genausowenig darf ein Ereignis dieses Ausmaßes mit allzu grober Kritik an den politischen Rahmenbedingungen getrübt werden. Übrigens wäre doch die Veranstaltung und die europäische Aufmerksamkeit gerade die perfekte Lösung, das Regime zur Lockerung der Repressalien und Demokratisierung des Systems aufzufordern. Schließlich habe sich die EBU doch explizit Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gesangswettbewerbs zusichern lassen. Mit solchen Zugeständnissen ausgestattet, wird es den Europäern doch möglich sein, dauerhaft Risse in der autoritären Fassade zu hinterlassen. Mal sehen, welche kritischen Stimmen finden sich denn in der Show?

„Heute Abend konnte niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, wählen zu können. Und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf Deiner Reise, Aserbaidschan. Europa beobachtet Dich.“ [AFP]

Das sagte Anke Engelke bevor sie pflichtbewusst die Ergebnisse aus Deutschland verkündete. Doch ist diese leiseste Form der Kritik nicht zwiespältig?

Einerseits mag es ein kümmerliches Ergebnis sein, dass sich unter allen Beteiligten lediglich Engelke bemüht sah, einen Seitenhieb zu fahren. Sehr fein, eine Komödiantin übt Kritik an der Staatsautorität. Ohne Engelke nahetreten zu wollen, das Gesagte wird in Aserbaidschan doch mit einiger Sicherheit als Spott von Hofnarren verhallen. Die symbolische Wirkung verfehlte nur bei denen ihre Wirkung nicht, denen sie eher galt. Eben dem Europa, das mit dem Wunsch nach Unterhaltung nach Baku blickte und doch eine Spur der Kritik demonstrieren wollte. All diese Europäer konnten sich nun gepflegt zurücklehnen.

Andererseits hat es durchaus den Ruch teutonischer Arroganz, die in Zeiten der Wirtschaftskrise doch langsam überhandnimmt. Deutschland, das wirtschaftlich im Vergleich geradezu prosperiert, schwingt sich zum einzigen Retter Südeuropäischer Misswirtschaften auf. Deutschland, das nach dem Jahresreport 2012 von Amnesty International gerne auch Rüstungsexporte in autoritäre Regime erlaubt, muss sich da nicht weiter um Widersprüche kümmern. Besser einige Akte symbolischen Unwillens gegenüber fragwürdigen Geschäftsparnern und dann aber zack zurück zur Normalität. Davon findet sich auch etwas bei Anke Engelke, schließlich stellte sie ihren kritischen Worten noch einige voran, die den obligatorischen Dank für die Organisation der Veranstaltung geschickt national wendete: Sie dankte den beteiligten Deutschen, die als Konstrukteure und Organisatoren von Düsseldorf gleich noch in Baku tätig waren. Sieh her, Europa, wir Deutsche üben verantwortungsbewusst Kritik an der Autokratie – und trotzdem können die Autokraten nicht ohne uns. Denn auch das ist europäische und besonders deutsche Freiheitsliebe. Autokraten haben Geld, der Herrscher aus Aserbaidschan aufgrund reicher Bodenschätze jede Menge. In Krisenzeiten können solche Geschäfte nicht verdorben werden, wo doch deutsche Wertarbeit geleistet werden kann.

Und so bleibt Engelkes Kritik bemüht und ihr persönlich sogar nicht als unaufrichtig anzukreiden. Aber letztlich hat Engelke nicht mehr als ein Feigenblatt geliefert, das bei näherer Betrachtung ein fataler Symbolismus deutscher Betriebsblindheit ist. Hauptsache (gefühlter) Europameister in allem.

Linkgebliebenes 4

Heute gibt es eine Warnung, warum alte Liebe in Sachen Diablo 3 schmerzhaft sein kann. Der Kampf ums Urheberrecht geht unvermeidlich eine Runde weiter – jetzt plakativ mit Eingeweiden. Wie Innovation im Internet auf Touren gebracht wird. Wenn Gezwitscher zur Überwachung führt und wie dies verhindert werden kann. Eine analoge Hochzeit der Kopimisten darf auch nicht fehlen. Und ab dafür. Weiterlesen

Dropbox – Die Einschläge kommen näher

Unter den Cloud-Storage-Anbietern wird Dropbox wohl noch einige Zeit der Platzhirsch bleiben. Als das Unternehmen 2007 an den Start ging, war die Konkurrenz nicht sehr groß für den praktischen Dienst, dessen denkbar einfacher Ansatz zur plattform- und rechnerübergreifenden Synchronisation von Dateien unschlagbar war. Fünf Jahre später werden die Angriffe auf Dropbox und das Geschäftsmodell schärfer. Wie lange der Clouddienst also noch seine Position halten kann, ohne Änderungen am eigenen Angebot anzubieten, bleibt offen. Weiterlesen

iAbsturz

Frustrierender kann ein Wochenende nicht verlaufen, als es mit einem Smartphone zu verbringen, das, gar nicht mehr so schlau, immer ein angeschlossenes Headset annimmt. Ob besagtes Headset nun angeschlossen war oder nicht, das iPhone blieb sturr. Und stumm. Schließlich ist ja ein Headset angeschlossen, da muss ja nicht geklingelt werden.

Die Tortur entwickelte sich in Wellen. Schließlich kann das schon mal vorkommen, da hat es wohl einen Wackelkontakt oder so gehabt, als das Headset ausgestöpselt wurde. Headset wieder ran, warten – und wieder abziehen. Nichts. Viele Versuche später reifte die Einsicht, die Lösung würde wohl doch nicht so einfach sein. Ab ins Netz, man wird ja nicht der erste gewesen sein, der solch ein Problem hat. Stimmt, hat nur alles nicht geholfen. Selbst der Reset brachte nichts.

Noch ärgerlicher war dann der etwas hastige Wiederherstellungsversuch der alten Daten. Dabei ging wohl irgendetwas schief. Das System war frisch aufgesetzt, doch alle Apps verloren. Das angelegte Backup enthielt auch nicht mehr die Apps, nur die Systemdaten. Gut, dafür habe ich ja noch ein Backup von letzter Woche.

Doch allmählich wurde es ärgerlich, denn das alte Backup musste natürlich korrumpiert sein. Was nun? Dann installiere ich es halt alles neu. Aber warum zeigt mir der AppStore auf dem Telefon die gekauften Apps nicht als gekauft an? Da wurde ich spätestens laut. In diesem Fall war dies von Vorteil, denn nun war auch mein Mitbewohner auf die Angelegenheit aufmerksam geworden. Mir waren die Ideen nun ausgegangen, ihm aber noch nicht. Er fuhr sein iTunes hoch, da er dachte, die gekauften Artikel dort schon einmal gesehen zu haben. Seine Suche nach den Daten dauerte allerdings wesentlich länger, da unter den für uns nachvollziehbaren Punkten in iTunes kein solcher Eintrag war.

Wer hätte denn auch gedacht, dass diese Option nur unter dem Punkt Store > iTunes Store rechts am Rand steht? Nicht etwa irgendwo unter Apps? Egal, immerhin ließen sich dort alle Käufe wiederherstellen. Das dauerte zwar, doch hatte ich gar nicht mehr damit gerechnet, dass die wichtigsten Daten der Apps über iCloud gesichert waren. Das sparte immerhin die Zeit, die Apps wieder einzurichten. Die Stimmung stieg wieder. Auch wenn ja eigentlich gar nichts gewonnen war.

Roads of Rome iPhone

Um die Liebe zwischen seiner Tochter und einem seiner erfolgreichsten Untergebenen, Victorius, zu verhindern, sendet der Caesar Victorius ins Römische Reich aus. Straßen, die wohl alle nach Rom führen sollen, soll der junge Victorius für den Herrscher errichten. Und so weiter und so fort. Warum manche Spiele in ein plumpes Handlungskorsett gezwungen werden, das wissen wohl nur die Hersteller selbst. In Roads of Rome, einem Aufbau- und Zeitmanagementspiel für das iPhone, ist dieser erzählerische Rahmen erfreulicherweise auch schon der einzige Schwachpunkt. Weiterlesen