Blockly

Noch eine kleine visuelle Spielerei zum einfachen Erstellen von Code. Mit Blockly (via) liegt der Entwurf für einen graphischen Editor vor, in dem nach dem Baukastenprinzip Code zusammengesteckt wird. Einzelne Kontrollelemente werden wie Puzzlestücke aneinandergereiht.

Noch ist es nur ein Konzept, mit den derzeit in der Code-Demo vorhandenen Funktionen ist aber schon einiges möglich. Grundlegende mathematische und logische Operationen bearbeiten die Variablen, die in einfache Schleifen und If-Abfragen geleitet werden können. Das noch mehr geht, deuten die Listen-Elemente und Prozeduren-Elemente an. Es spricht nichts gegen komplexeren Code, der im Editor schlicht Stück für Stück entsteht. Weiterlesen

Apple Podcasts (iOS)

Machte Apple letzte Woche in der Musik-App für iOS einen chirurgischen Eingriff, waren alle gespannt, wann die unter anderen entfernten Podcasts in eigener Form erscheinen würden. Ich dachte mir da nur: „Warum? Ich bin doch gerade von Podcaster auf Instacast umgestiegen.“ Aber so wie die Erinnerungen von Apple nur eine recht oberflächliche To-do-Listenfunktion bietet, so beruhigte ich mich, wird die kostenlose Anwendung für Podcasts ebensowenig mithalten können. Jetzt ist sie da, tatsächlich ist dabei nichts Halbes und nichts Ganzes rausgekommen. Die Konkurrenz kann also vorerst beruhigt sein. Weiterlesen

VLC aus der Ferne steuern – von jedem mobilen Gerät

Film und Fernsehen ruhen sich im Sommerloch aus, Ebbe herrscht. Zeit, liebgewonnene Serien wieder auszugraben. Gerade ist es bei mir How I Met Your Mother. Ab der ersten Staffel, also mit blauem Horn, dem Fiero und der vermaledeiten Lachspur. Good times. Dafür schmeiße ich dann doch mal wieder den VLC Media Player auf meinem Rechner an, der aus vielen Gründen installiert werden sollte. Das ist schon eine feine Sache, wenn nicht die Fernbedienung fehlen würde, die meinem Rechner fehlte. Ein Blick auf den Tisch zeigt aber, da liegt doch hin und wieder so ein mobiles Gerät, dem nachgesagt wird, es sei smart. Smarter als ich, denn es brauchte eine Weile. Erst dann kam ich darauf, im AppStore nach geeigneter Hilfe zu suchen. Und es gibt einiges. Weiterlesen

Sparrow (iOS): Mails optimiert, Preis reduziert

E-Mails sind der Greis der Internet-Kommunikation. Sie waren schon da als vom WWW lange nicht gesprochen wurde, werden sich wohl noch lange halten. Schön sind sie nicht, deshalb sind Oberflächen in der Regel dem antiken Anschein der Mails angepasst. Unter iOS spendierte Apple ihnen selbstverständlich ein eigenes Interface, so richtig zufrieden ist damit aber kaum jemand. Es ist so nützlich wie die Mails selbst, mehr auch nicht. Sparrow schafft Abhilfe beim Interface und entweicht der mittlerweile nicht mehr zeitgemäßen Optik von Apples Mail-App. Weiterlesen

Subway Surfers

20120618-203503.jpg
Subway Surfers: Regenbogen-Jetpack

Ich mache keinen Hehl daraus. Die meisten Spiele der Marke Endlos-Rennen überzeugen mich nicht. Ihnen geht die Langzeitmotivation ab. An der theoretischen Endlosigkeit, also dem instinktiv demotivierenden integrierten Scheitern, gibt es nichts auszusetzen. Sid Meiers Endlos-Klassiker Civilization zieht aus der Unendlichkeit seinen Reiz. Dafür hatte Civ aber auch einen voranschreitenden Spielmechanismus.

Die entfernten Casual-Verwandten entleeren das Videospiel bis and Schmerzgrenze aller sinnstiftenden Inhalte. Stupide wieder und wieder durch die gleichförmig anziehenden Welten zu hasten, nur ein, zwei Eingaben, um Hindernissen auszuweichen. Das ist zu wenig. Deshalb peppt das dänische Studio hinter Subway Surfers das Spiel auf. Von Temple Run wird bekannte dreidimensionale Perspektive, doch hat Subway Surfers schon bei der Grafik und dem Setting die Nase vorn.

Der kleine Sprayer – später können noch weitere freigespielt werden – wird also beim Taggen der öffentlichen Nahverkehrszüge ertappt. Auf der Flucht vorm korpulenten Wachtmeister und seinem Kläffer müssen dann die Züge überwunden werden, die in immer rasanterem Tempo auf ihn zukommen. Währenddessen sollten noch Extras und Münzen gesammelt werden, will der Sprayer in Zukunft nicht ohne zusätzliche Unterstützung die Flucht ergreifen.

Die Extras und der Spielablauf sind genretypisch. Geldmagneten, Multiplikatoren und Sprungstiefel. Die vergleichsweise hohe Langzeitmotivation stellt sich durch die klug eingestreuten Missionen ein. Mal sollen bestimmte Hindernisse auf besondere Weise überwunden werden oder beispielsweise eine bestimmte Punktzahl in einem Lauf erreicht werden. Sind jeweils drei Missionen erfüllt, erhalten wir dauerhaft eine Bonus auf den Multiplikator.

20120618-203330.jpg
Missionsübersicht

Genau das macht es aus. Die Wiederholung ist im Spiel nicht geringer. Nun können aber immer auch die bewältigbaren Spielabläufe mit mehr Elan angegangen werden. Und es gibt tatsächlich eine Belohnung dafür. Deshalb fesselt dieser niedlich animierte Zeitvertreib für Stunden, leicht ein Dutzend davon.

Damit geht das Spiel mit gutem Beispiel voran. Gleichzeitig wird die paradoxe Motivationskurve der Endlos-Renner immer noch offensichtlich. Ist erst einmal der maximale Multiplikator von dreißigfacher Pubktzahl erhalten, ist der Spaß wieder alles andere als endlos. Da bleibt nur, auf ein Update zu hoffen, in dem die Missionen zufällig generiert werden – also ebenfalls nie enden.

Netzzensur: Fehlercode 451

Ray Bradburys dystopischer Roman stand Pate für die Bezeichnung eines kürzlich vorgeschlagenen neuen Fehlercodes im Hypertext Transfer Protocol. Unter HTTP dürfte dies eher bekannt sein. Genau, dieses komische Zeichengewirr, das uns bspw. am Anfang einer URL begegnete, würden die meisten Browser es mittlerweile nicht einfach unter den Tisch fallen lassen. Zur Vereinfachung, dieses Protokoll ist einer der kommunikativen Pfeiler des World Wide Web. Ohne es, wären Hypertexte nur Text. Und wir alle lieben es hyper. Ohne auf die Details eingehen zu wollen, dafür gibt es bessere Quelle als kulturproktologie, muss doch einmal auf Tim Brays Vorschlag hingewiesen werden, HTTP um eine Fehlermeldung zu erweitern, die auf Zensur verweist. Es mag wie ein humorvoller Vorschlag klingen, ein letzter Gruß an den vor Kurzem verstorbenen Bradbury, doch steckt noch etwas mehr dahinter. Weiterlesen

Gamer-Sexismus: Und dann krochen sie aus ihren Höhlen…

Gaming war lange Zeit und ist derzeit auch noch – trotz vieler kleiner Änderungen – eine männlich dominierte Szene. Soziologisch dürfte das nicht allzu schwer zu erklären sein, wie es dazu kam. Falsch ist es nicht, richtig auch nicht, es ist so. Wer macht traditionell Videospiele? Männer. Wer spielt zu großen Teilen diese Spiele? Männer. Kaum verwunderlich, dass sich ein Muster ergab, bei dem Männer Spiele für Männer machen. Oder, um genauer zu sein, Männer, die sich für solche halten, machen Spiele für Männer, die meinen welche zu sein. Was auch immer das heißen soll. An sich ist das prinzipiell nicht kritikwürdig, doch allemal dann, wenn sich dabei eine inzestuöse Anspruchshaltung und Bedürfnisbefriedigung einstellt. Wohin das führen kann, zeigt das erste Beispiel, das mir wahllos in den Kopf kommt. Resident Evil IV ist allemal ein großartiges Spiel – trotz seiner Dämlichkeit. Meist liefen die Beschwerden über Ashley, die ein billiges plot device ist, auf die lästige Begleitschutzarbeit hinaus. Und verfehlte damit den Kern.

Alles an Resident Evils Plot und Story ist lächerlich, so lächerlich, dass dies als bewusster Trash bezeichnet wurde. Wie billig aber Capcom aber die hilflose, naive Ashley als kreischendes damsel in distress an der Seite von Leon durch die Gegend geschubst wurde, das grenzte in seiner Einfalt an Zustände, die mit dem Begriff Notgeilheit nicht mehr zu beschreiben sind. Habe ich auf die Reize reagiert? Klar, spätestens als in verschiedenen Fassungen ihr auch noch Kostüme gegeben wurden, die einen astreinen camel toe abzeichneten. Prächtig, oder? Eben nicht. Nur weil ich darauf reagiere, heißt es nicht, dass es mir gefällt. Nun ja, warum all das?

Kommen wir zu Anita Sarkeesian. Auf ihrem Blog und in ihren vielen Videos beschäftigt sich Sarkeesian seit Jahren aus feministischer Perspektive mit Popkultur. Gefällt ihr, was sie sieht? Mit Sicherheit nicht. Also tut sie, was alle vernünftigen Menschen tun sollten, die eine Meinung zu vertreten haben. Sie setzt sich kritisch damit auseinander. Inhaltlich mag ihre Kritik selbstverständlich nicht alle Geschmäcker treffen, was sich dadurch erklärt, dass Sarkeesian nicht Geschmäcker bedienen will. Was ihr nicht abgesprochen werden kann, ist ihre immer noch deutliche Leidenschaft für die popkulturellen Phänomene, die sie angeht. Sie wirft Filmen, Serien und eben auch Spielen nicht Dummheit, Sexismus oder was auch immer vor, um sie abzuschaffen. Sie sieht und spielt all dies, obwohl ihr nicht alles gefällt. Sie weist darauf hin, wie ihrer Meinung nach diese Kulturgüter fahrlässig soziologische Missstände ausblenden oder schlimmstenfalls sogar bewusst ausnutzen oder reproduzieren, um den Absatz zu fördern.

Sarkeesian traute sich, auf kickstarter eine neue Videoserie finanzieren zu wollen, die sich kritisch mit erzählerischen und narrativen Tropen beschäftigen soll. Eben solchen Tropen, die ein schlechtes Bild auf die kümmerliche Repräsentation von Frauen und Weiblichkeit in Videospielen werfen. Wie antworte ein womöglich kleiner, aber aus meiner Wahrnehmung dennoch repräsentativer Teil der hormongesteuerten Gamer? Sie tummelte sich zum virtuellen Wichswettbewerb zusammen, der sich als eifriger Mob mit pornographischen Verunstaltungen und groben Beleidigungen über Sarkeesian YouTube-Videos und ihren Eintrag auf der englischen Wikipedia hermachte. Dümmliche Prahlerei.

Doch dies als dümmlich abzutun reicht nicht aus. Es verdrängt das Problem in den Raum, in dem es der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Daher muss es raus: Die Gaming-Szene hat ein Sexismusproblem. Dies ist demographisch wie sozial begründbar, damit aber lange nicht zu rechtfertigen. Wie ich oben schilderte, bedarf es keiner feministischen Perspektive, um kritisch auf Spielinhalte zu blicken. Verstand tut es auch schon. Und ja, man kann Videospiele genießen, auch wenn sie sexistische Spielinhalte haben. Diese zu kritisieren, dass sollte nicht ausgespart werden. Sarkeesian, deren Ansichten ich mitnichten völlig teile, ist da also an einer Sache dran. Nicht weil sie eine kulturpessimistische Feministin ist, die Spiele per se abschaffen will.

I love playing video games but I’m regularly disappointed in the limited and limiting ways women are represented.  This video project will explore, analyze and deconstruct some of the most common tropes and stereotypes of female characters in games.  The series will highlight the larger recurring patterns and conventions used within the gaming industry rather than just focusing on the worst offenders.  I’m going to need your help to make it happen!

Was an diesem einleitenden Absatz des Kickstarter-Projekts ist nicht zu verstehen? Daher ist es wichtig, dass Sarkeesian dieses Projekt wird durchziehen können, da sie nun schon über 100.000 Dollar erhalten wird (Tendenz: rasant steigend), obwohl sie nur 6.000 angepeilt hat. Die Gaming-Szene hat ein Problem, aber kein unlösbares. Ist es so schwer, sich das einzugestehen? [via]

Project Hawkthorne

Das musste ja so kommen, aus den heiligen Nerdhallen von reddit. Buhlte Community lange genug um deren Liebe, wurde es Zeit, die Steilvorlage aufzunehmen. Ein 8-bit-Klartraum flackerte auf, die – ähem – Community übernahm. Und so initiierte Kyle Conroy die Bit-um-Bit-Traumdeutung.

Hawkthorne-Titelbildschirm

Das Spiel selbst ist noch keines. Ein Gerüst steht, in dem bislang alle sieben Figuren durch die Landschaften der Folge hüpfen können. Alles ist noch im Entstehen begriffen, wenn es denn überhaupt jemals fertig wird. Der Quellcode ist ein Rumpf, soweit ich das sagen kann. Lua ist nicht mein Steckenpferd, LÖVE als Framework für 2D-Spiele sagte mir gar nichts. Ansonsten ist auch noch nicht viel los. Viele Sprites verfügen noch nicht einmal über alle notwendigen Animationen. Ansonsten ist auch noch nicht viel los. Die Klassen sind da, aber der Inhalt fehlt, die Level wachsen auch erst entlang der Vorlage aus der Folge.

Es ist ein Gag, aber was für einer. Dementsprechend türmen sich die Requests, doch die wenigen, die – auch im Gegensatz zu mir – konstruktiv etwas beisteuern können und wollen, kommen nicht hinterher. Dennoch schon witzig, dass vor allem Abed in jeder Menge Kostümierung die Phantasie beflügelt. Auch Shirley kommt nicht zu kurz. Einfach drollig, diese 1:1-Umsetzung eines ohnehin schon großartigen Gags der Serie.

Es ist allemal ein Beleg dafür, dass die strikte Trennung von Konsumenten und Produzenten, die als Fiktion für die Ewigkeit begann und allenthalben eingebläut wurde, immer weiter dorthin gelangt, wo sie hingehört. Jeder Pixel, jeder zittrig-blecherne Ton des Spiels ist mit einiger Sicherheit eine (derzeit geduldete) oder nach fair use im US-Recht mögliche Hommage einiger treu ergebener Fanatiker. Nach halsstarrigem deutschen Recht wäre die Hemmschwelle ungleich größer gewesen. Und so wäre dieses eigenständige Werk wohl nicht entstanden, das schon als rudimentäres Gerippe mehr ist als die Summe seiner womöglich zusammengeklaubten Teile. Es nimmt eine Idee, fügt ihr etwas hinzu. In diesem Fall etwas Unerwartetes: Von der nicht ganz ernsthaften Idee zu ihrer Realisierung.

newsify

Bild 1: newsify in Standardansicht

Ohne RSS-Feeds geht für mich ja gar nichts, auch wenn der größte Teil der Netzwelt anscheinend blendend ohne auskommt (Da es sich anbietet, eine feine Anleitung und Hintergründe zu RSS beim How-To-Geek.). Aus verschiedenen Gründen komme ich, zwar nur mit erheblichen Schmerzen, am Google Reader nicht vorbei. Meine Geschichte mit dem Google Reader ist zu lang, um schnell mal abgefrühstückt werden zu können, also spare ich sie mir.

Der Vorteil des Google Readers ist seine insgesamt sehr runde Oberfläche, weshalb ich auch von mobilen Geräten immer Apps verwendete, die mit dem Reader synchronisierten. Bislang waren dies die kostenlose Version von MobileRSS und das schicke Flipboard. MobileRSS ist dabei erste Wahl, zwar mangelt es der App an dem Feinschliff in der Optik, doch insgesamt war sie zuverlässig und schnell. Genau da liegt meiner Meinung nach bei Flipboard der Hund begraben. Es ist das genaue Gegenstück zu MobileRSS schick, aber in der Benutzung sehr viel zeitraubender. In Bruchteilen der Zeit, die ich bei Flipboard für dieselbe Zahl von Artikeln brauche, kann ich mit MobileRSS die Neuigkeiten und Nachrichten durchforsten.

Bild 2: Dieselben Artikel in Kachelansicht

Jetzt aber kommt mit newsify eine App daher, die das beste beider Welten miteinander gut in Einklang bringt. Optisch ist newsify dem spartanischen MobileRSS weit voraus, verzichtet aber auf den 3D-Blättereffekt, der Flipboards Markenzeichen ist. Meine ersten Gehversuche mit newsify zeigten, dass die Lesegeschwindigkeit darunter allerdings kaum leidet. Ich bin sehr schnell durch die ungelesenen Artikel, ohne die mühselige Kleinteiligkeit Flipboards. Auch in Sachen Einstellungen wartet newsify mit einer Vielfalt auf, die mit der von MobileRSSvergleichbar ist. Für mich ist es ungemein wichtig, das Laden von Fotos nur in Drahtlosnetzwerken zu erlauben und ähnliche vermeintliche Kleinigkeiten. Schön ist auch, die Darstellung der Artikel in einer Stapelansicht oder mit moderner wirkenden Kacheln (Bild 2)anordnen zu können.

Einzig umständlich ist, die Artikel nur in ihrer jeweiligen Detailansicht markieren oder weiterleiten zu können. Da hätte sich die UI die clevere Wischgeste von MobileRSS, mit der weitere Optionen für einzelne Artikel schnell zur Hand sind, abschauen können. Doch ist dies eine Marginalie, newsify hat eindeutig Potenzial, MobileRSS den Rang abzulaufen. Derzeit ist die außerordentlich praktische App noch kostenlos zu haben, denn zumindest nach App-Beschreibung im Store, behält sich der Entwickler vor, zu einem späteren Zeitpunkt Geld dafür zu verlangen.