Serienstarts Fall Season 2012 – Must-see

Und da ist sie, die sehr subjektive Liste der Serien, die mich packen könnten. Dazu sei gesagt, unterm Strich haut mich die Fall Season nicht besonders vom Hocker. Wirkliche Glanzlichter zeichnen sich noch nicht ab. Aufgrund der zugegeben oberflächlichen Beurteilung der Trailer kann der Eindruck täuschen.

Red Widow

Diese Serie ist in dieser Liste ein Wackelkandidat. Es spricht in meinen Augen einiges für deren Ausrichtung. Nach der Ermordung ihres kriminellen Mannes, übernimmt Hausfrau Marta Walraven die Geschäfte ihres verstorbenen Gatten.

Es sind im Grunde simple Geschehnisse, die eine Handlung vorantreiben, in der Marta Walraven in die organisierte Kriminalität einsteigt, um ihre Familie zu schützen. So simpel ist es, dass genügend Raum für eine allmähliche Steigerung der Einsätze bleibt. Sofern der Serie also die Zeit gegeben wird, die Handlung durch ihre Figuren reifen zu lassen, könnte sich Red Widow zu einem spannenden Thriller entwickeln.

Argwöhnisch macht mich lediglich die theatralische Inszenierung von Leid und Trauer im Trailer. Doch auch hier gilt, es ist nur ein Trailer, der nach mir unbekannten Regeln erschaffen wird, um selbst die einfältigsten Zuschauerinnen und Zuschauer zu locken. Und wenn ihnen dafür emotional über den Schädel geschlagen werden muss, dann wird dies halt umgesetzt.

Revolution

Hinter den von J.J. Abrams produzierten Serien stecken immerhin ordentlich Budgets. Wer wundert sich da also über einen ordentlich polierten Trailer für die im September startende Revolution. Dabei dachte ich zunächst an Alan Weismans Sachbuch The World Without Us, doch anscheinend dockt diese dystopische Serie an der Emberverse-Buchreihe an. Sagt mir nichts, aber der Trailer gibt das hier her.

An sich gibt es nach dem Trailer nichts an der von Eric Kripke verantworteten Serie zu beanstanden. Dessen Supernatural ließ mich seiner Oberflächlichkeit wegen kalt, hat aber doch ein ordentliches Gefolge gehabt. Und Abrams steht immerhin dafür ein, dem seriellen Erzählen eine Spannung einzuimpfen. Wie auch immer gelungen die Serien waren, sie hatten ein ordentliches Tempo und ausreichend Mysterium, um immerhin zu unterhalten.

Nach übernatürlichen Verschwörungen in Alias und Fringe, zunehmender Zeitwirrungen in Lost und eigenwilliger Wiederkehrprämisse im letztlich glücklosen Alcatraz werden wir also in eine nach globalem Blackout zur Dystopie verkommene Welt geworfen. Neben einer hervorragenden Optik, jeder Menge Schwertkämpfen und der obligatorischen konspirativen Handlung ist noch nicht viel zu sehen. Dennoch kann ich nicht anders, denn schließlich war auch Person of Interest nicht mit einem Trailer gesegnet, der dessen Stärke betonte. Es ist zwar eigentlich nicht der Ort für ein Loblied auf dieses Meisterwerk der letzten Saison, aber es muss gesagt werden. Person of Interest war so wenig aufgeregt, dass es beinahe ermüdend wirkte. Durch die Hintertür schlich sie sich aber wieder heran. In ihrem Zentrum steht etwas, das ein Trailer niemals wird vermitteln können. Aus dem Geflecht der unterschiedlichen Interessen der Figuren dieser ebenfalls dystopischen Welt, die allerdings weniger augenscheinlich ist, entwickelt sie einen reizvollen Sog. Es geht ihr um Vertrauen abseits der moralischen Pfade, um das Verblassen der Konturen von Gut und Böse im Dämmerlicht der Dystopie.

Allein wegen dieser Unvorhersehbarkeit, die in vielen Abrams-Projekten steckt, wird Revolution von mir die Chance erhalten, die sie verdient.

Vegas

CBS geht all in. Vor der Kamera Dennis Quaid, Michael Chiklis und Carrie-Ann Moss, dahinter Koautor Nicholas Pileggi und Regisseur James Mangold.

Natürlich hat CBS den Markt sondiert. Mad Men ist stark wie eh und je, Boardwalk Empire ist thematisch verwandt. Beide sind auf ihre Weise herausragende Serien, die auch ihr Publikum fanden. Letztes Jahr missglückte zwar schon bei ABC der Versuch, mit den Zutaten des Retro-Chics beim Publikum zu punkten. CBS geht aber, wie gesagt auf’s Ganze.

Mangold hat vor allem mit Walk the Line Erfolg gehabt, aber für diesen modernen Western um den von Quaid gespielten Sheriff im aufstrebenden Las Vegas der 1969er qualifiziert ihn sein 3:10 To Yuma. Pileggi ist ohnehin erzählerisch auf Vegas eingeschossen, dürfte also eine ordentliche Portion Erfahrung mitbringen, um für spannende Storys zu sorgen. Ansonsten bleibt nicht viel zu sagen, denn es bleibt auch bei diesem teuer aussehenden Trailer ein Glücksspiel, ob das Versprechen gehalten werden kann. Die Voraussetzungen für einen kantigen Serienklotz sind aber gegeben, auch wenn natürlich die Zügel in der Serie nicht so angezogen werden können, da es ja nun nicht auf einem der Kabelsender ausgestrahlt werden wird, die mehr Freiheiten haben.

Serienstarts Fall Season 2012 – Meh (5/5)

Die letzte Woche der Trailershow ist angebrochen. Die Liste der soliden Serien findet ihr Ende, übergibt dann pflichtgemäß den Stab an die womöglichen Highlights der Fall Season.

The Mob Doctor

Familienschulden sind ein Problem, Schulden bei der Famile umso mehr. Da der Bruder der erfolgreichen Chirurgin Grace Devlin beim Mob in der Kreide steht, wird Grace in die Sache hineingezogen.

So muss Grace die Versehrten der Unterwelt flicken oder gegebenenfalls auch die Gegner und Verräter ins Jenseits befördern, wenn es nach den Gangstern geht. Irritierend wirkt auf mich noch, dass der Trailer anfangs noch humorvolle Töne anschlägt, im Verlauf der wenigen Minuten mehr und mehr ins Dunkel abdriftet. Damit ist mir kaum geholfen, die Gangart der Serie erkennen zu können, weswegen ich noch zurückhaltend bin.

Save Me

Wo will NBC mit dieser Serie hin? Hausfrau springt bei einem Unfall dem Tod knapp von der Schippe. Darauf meint sie, eine direkte Verbindung zu Gott zu haben.

Meine Damen und Herren, wir präsentieren den heißesten Kandidaten für den nichtssagendsten Trailer der Saison. Wer hat NBC geritten, wenn sie in diesem Fall überhaupt von irgendetwas geritten wurden, solch eine Nullnummer von einem Werbefilmchen zu produzieren. Wollen sie Hipster und Evangelikale abholen? Versuchen sie irgendwie den Ton zwischen frech und fromm zu halten?

Da moniere ich die Effekthascherei der Trailer, den Einheitsbrei des Getöses, da kommt nun ein ruhiger Trailer ganz unscheinbar daher – und es gefällt mir auch nicht. Ich wüsste in diesem Fall nun aber wirklich gern, wo die Reise hingeht. Comedy, Drama, Dramedy? Göttliche Komödie? Dieser Schnipsel überfordert meine Vorstellungskraft zusehends. Sollte die Serie aber wirklich darauf hinauswollen, all diejenigen abzuholen, die sich per App jeden Tag eine Auswahl der feinsten Psalmen auf ihr Smartphone schicken lassen, die sie dann bei einem feinen Latte andächtig in der U-Bahn lesen, steige ich an der nächsten Haltestelle laut fluchend aus. Ich mag Latte nicht, auch nicht in transparenten Plastikbechern, die nach geschwollenem Penis aussehen, und Gottesbeweise, seien sie noch so modisch aufgepeppt, im Film schon gar nicht.

Radisch Rises

Iris Radisch hat die Feder gespitzt, versäumte in ihrer Kritik jedoch, den Verstand zu schärfen. Ihre Kritik an vermeintlich abwiegelnden, apologetischen Rezensionen von The Dark Knight Rises vor dem Hintergrund der Geschehnisse in Aurora kommt bar jeder Argumentation daher. Es ist ein gedankenfaules Suggestivkonstrukt und damit ein prachtvolles Beispiel zwanghaft intellektualisierender Dissensrhetorik.

Alles beruht auf einer einzelnen, plumpen Argumentfassade der korrelierenden Ereignisse in Film und Wirklichkeit. Mit der unterstellten Eilfertigkeit der Filmrezensenten verquickt, wird daraus die Filmkritik-Kritik Radischs:

Alle sind sich einig: Wenn ein maskierter, schwer bewaffneter Mann einen Film, in dem ein maskierter, schwer bewaffneter Mann Menschen massenmordet, unterbricht, um Menschen massenzumorden – hat das eine mit dem anderen natürlich rein gar nichts zu tun.

Natürlich. Nur Radisch hat’s bemerkt. Sie macht es sich aber auch allzu einfach. In zweierlei Hinsicht ist ihre Kritik unlauter. Erstens reduziert sie die Gedanken der kritisierten Rezensenten auf ein lächerliches Minimum, etabliert so einen grandiosen Strohmann, auf den sich leichter einschlagen lässt. An zweiter Stelle unterlässt sie jede kausale Erklärung.

Radisch wirft den Rezensenten bei der Zeit selbst, wo auch ihre Kritik erschien, aber beispielsweise auch bei Spiegel Online vor, die Tat als brutalen Akt eines psychotischen Einzeltäters abzutun, die in keinster Weise mit der im Film repräsentierten Gewalt in Verbindung stehe. Wenn dem nur so wäre. Wenn Radisch da nicht nur die Rosinen gepickt hätte, die ihre Kritik süßen sollen.

Andreas Borcholtes Rezension bei Spiegel Online liest sich aber doch anders, als Radisch sie ihren Zeilen zufolge gelesen und vor allem umgedeutet hat.

Der Attentäter, der seinen Anschlag offensichtlich seit Monaten geplant hatte, konnte diesen Film nicht einmal gesehen haben. Die Vorführungen in Aurora gehörten zu den landesweit ersten Premieren in den USA. Vermutlich hat sich Holmes das Mitternachts-Screening nur deshalb ausgesucht, weil ihm ausverkaufte Kinosäle ebenso garantiert waren wie weltweite mediale Aufmerksamkeit. Selbst wenn sich James Holmes einigen Angaben zufolge „Joker“ nannte, wie ein besonders wahnsinniger Gegner des Comic-Detektivs, so trägt der Regisseur keine Verantwortung für die Hirngespinste eines psychisch kranken Menschen.

Borcholte negiert die von Radisch so frappierend ähnlich beschriebene Handlung von Kinosaal und Leinwand nicht. Im Trubel der Gerüchte und Spekulationen um das Auftreten des Täters während der Morde sind gesicherte Informationen rar. Borcholte schließt eine Verantwortung für die Tat aus, dies deshalb, weil er durch eine solche Verantwortlichkeit der Kunst für reale Ereignisse die Kunstfreiheit gefährdet sieht. Es geht nicht darum, ob Borcholte dies Position gut untermauert, nur darum, dass er sich weit weniger plump zur Verteidigung der Filmkunst eilt. Und dabei auch nicht die Parallelen zwischen Wahrheit und Fiktion übersieht.

Noch weniger unreflektiert ist Adam Soboczynski in der Zeit. Vom unterstellten Leugnen der Spiegelung keine Spur. Im Gegenteil.

Schöbe man der Filmsprache Hollywoods die Verantwortung für die Gewalttat zu, wäre der Täter entschuldigt. Der ließ sich zwar offenbar durch die Ästhetik von Actionfilmen zu seiner blutigen Performance inspirieren – wofür der monströse Auftritt mit Tränengas-Granaten im Kino und die Zündfallen in seiner Wohnung sprechen. Doch ist Attentätern seit je eigen, dass sie mit ihrer »paranoischen Vernunft« (Manfred Schneider, Das Attentat; Berlin 2010) die Zeichen ihrer Umwelt – die konsumierten Filme, Bücher und Nachrichten – ganz für die eigenen Zwecke ausdeuten.

Hier geht es doch gerade um die Ähnlichkeit zwischen Film und Geschehenem. Soboczynski argumentiert aber klar und deutlich im Sinne einer ästhetischen Imitiation der Filmsprache des Täters für einen brachialen, brutalen Effekt. Die Bluttat als aufmerksamkeitsheischende Perversion der Kunstrezeption. Auch das ist nur eine Position. Eine, die nicht geteilt werden muss. Sie ist aber von Radischs Wahrnehmung der unbedarften Entschuldigung des Films weit entfernt. Sowohl Borcholte als auch Soboczynski stellen auf Fragen der Verantwortlichkeit der Kunst ab, gerade weil die Grenzen in diesem Fall verschwammen.

All das disqualifiziert Radischs Ausfall schon als Hirngespinst. Dennoch ist irritierend, wie wenig sie sich um eine Untermauerung der eigenen Aussage bemüht. Im obigen Zitat ist ihre Haltung negativ formuliert, muss erst aus den Nebelschwaden der Analogie rekonstruiert werden: Durch die schnippische Kritik an der vermeintlichen Leugnung der Parallelität der Ereignisse suggeriert sie, die Frage nach einem Zusammenhang würde negiert. Im Umkehrschluss heißt dies, dieser müsse aber zumindest geprüft werden. Ein Schleier der Mutmaßungen legt sich in den Raum des Diskurses.

Diesen Nebel lichtet sie nicht, sie nutzt ihn mit aller suggestiven Kraft für ihre Zwecke. Aller kausalen Begründungen ist ihr Artikel entleert, nicht die geringste Spur einer logischen Erklärung, die einen Sinn daraus machen würde, warum die Tat vom Film inspiriert war, weshalb die Filmemacher dafür verantwortlich zu machen sind oder warum dies überhaupt relevant wäre. Nichts davon. Sie hätte so viel herbeischreiben können. Etwa eine Herleitung über den Werther-Effekt. Eine kausale Kette der Leben-imitiert-Kunst-Hypothesen, die ihre Kritik fundieren könnten. Irgendetwas. Aber nichts davon. Das wirkt bestenfalls noch selbstgefällig.

Serienstarts Fall Season 2012 – Meh (4/5)

Sind wir schon da? Bald, Kinder. Die übernächste Ausfahrt ist unsere.

Last Resort

„In a world…“ Was wäre die Filmwelt ohne diesen von sonorer Männerstimme gesprochene Satz? Tiefe Stimme heißt, hier geht es ums Ganze. Um den letzten Ausweg, da muss doch bei dieser Serie, deren Name schon alles sagt, immerhin die tiefe Stimme her.

Und hat ABC uns mit diesem U-Boot-Trailer enttäuscht? Hier gibt es also Fernsehen in Schleichfahrt. Verrat an den eigenen Soldaten, die doch alle noch auf die eigene Ehre und ihr Vaterland schworen. Ein Mann, ein Wort, das zählt unter dem aufrechten Männern und wenigen Frauen in Last Resort noch was. Mir ist das alles eindeutig zu dick aufgetragen, doch wird all die militärische Kabale wohl routiniert in Szene gesetzt. Shawn Ryan machte schon mit The Shield eine solide Serie, die mit der ich nie so recht ins Reine kam, aber doch zugestehen muss, dass da jemand was vom Handwerk versteht. Kann man wohl lassen.

The New Normal

DunDinDing. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer von Modern Family. Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise. NBC bittet im kommenden Herbst um eine halbe Stunde ihrer kostbaren Lebenszeit. Vielen Dank:

Für alle Wertkonservativen: Was fällt diesen Hollywood-Bonzen ein, anrüchige Lebensverhältnisse der heutigen Zeiten normalisieren zu wollen? Die neue Normalität, pah, abgeschmackte Gehirnwäsche niederträchtiger Politisch-Korrekter ist das! Ziehen unsere jahrhundertealten Familienwerte durch den Schmutz. Zu den Mistgabeln!

Kaum zu erklären, was die halbe fernsehschauende Welt an Modern Family für einen Narren gefressen hat und nun an dieser Leihmutter-für-ein-schwules-Pärchen-Sitcom auch noch an vermutlich mediokrem Fernsehen schlucken soll. Daher halte ich es, was die Vorschau zur Serie angeht, eher mit dem Anhalter, um meine gedrosselte Vorfreude zu begründen: Größtenteils harmlos. Nur größtenteils, weil mich immer noch stört, dass diese weltoffene Serie schon im Trailer nicht anders kann, als das Lesben-sehen-wie-Männer-aus-Klischee zu bedienen. Lesben sind halt Orks und Schwule Feen, oder was? Schuss in den eigenen Fuß.

Made in Jersey

Da wollte ich doch schon fragen, ob es diese Saison überhaupt kein Legal Drama geben wird, da stolziert es in Hochhackigen direkt in die Kanzlei. Rechtsanwaltsserie mit junger Dame aus der Provinz. Voilà.

Das lässt sich alles an, als ob es auch The Devil Wears a Robe heißen könnte. Dieses Mal mit Kyle MacLachlan, der für den Part in dieser Serie geboren scheint, und einer jungen Anwältin (Janet Montgomery), die mehr durch Bauernschläue als durch fachliche Kompetenz glänzt. Montgomerys Figur wirkt doch reichlich unbalanciert zwischen einer gewitzten Göre und dem Pöbel von Jersey Shore in weniger proletarischen Outfits. Alles sieht dann doch zu unverfänglich aus, wird wohl weder ein großer Hit noch eine Beleidigung für den Verstand.

Kickstarter gewinnt immer

Auf Kickstarter werden kreative Projekte crowdgefundet. Gadgets für Ureinwohner der digitalen Welt, unabhängige Filmprojekte, Videospiele, Kunst. Solange es kleine Projekte oder Produkte sind, ist es für Backer von Projekten noch überschaubar. Kickstarter hat seit 2008 eine beachtliche Entwicklung genommen. Nach eigenen Statistiken wurden bislang in erfolgreich unterstützten Projekten 242 Millionen US-Dollar umgesetzt. Mit diesem Erfolg wächst jedoch der Umfang mancher Projekte. Die Gefahr, dass sich Produzenten und Schöpfer an den eigenen Aussagen überheben, ebenso. Versprochene Rewards der Projektinitiatoren bleiben offen, die Backer mit leeren Händen zurück. Weiterlesen

Serienstarts Fall Season 2012 – Meh (3/5)

Hier habe ich noch ein paar Serien von der Stange. Konzepte können schon gebraucht sein, sind aber noch in gutem Zustand.

Go On

Matthew Perry. Zurück bei NBC. Dort war er in der gigantisch erfolgreichen Sitcom Friends, ja genau die. Und nun wieder in den vertrauten Gefilden.

Nun ja, ich will die Therapie nicht stören. Wo ist die Selbsthilfegruppe für von harmlosen Sitcoms gelangweilte Snobs?

The Goodwin Games

How I Met Your Mother beruht auf einem Gimmick, das den Serienmachern Carter Bays und Craig Thomas nur als Vorwand dient, die klassische Erzählstruktur der Sitcom zu sprengen. Sieben Staffeln lang, auch wenn langsam die Puste ausgeht, warfen sie wild mit Erzählebenen um sich, schlugen dramaturgische Haken und stellten die Lebensgeschichten der Figuren immer wieder durch größtenteils stimmige Volten auf den Kopf. So holten sie aus dem narrativ stagnierenden Format mehr heraus, als bis dahin noch zu erwarten war. Nun also eine weitere Sitcom der beiden auf Fox.

Der Reiz von How I Met Your Mother ist noch immer die emotionale Erdung der liebgewonnen Protagonisten. Diese kann nicht in den wenige Minuten langen Trailern übertragen werden, womit ich schon bei meinem Problem mit dem Trailer wäre. Ausgehend von den auf gewollte Heiterkeit getrimmten Versatzstücken ist noch nicht zu sagen, wohin die Serie gehen wird. Der Ansatz dreier unterschiedlicher Geschwister, die nach dem Tod des Vaters um dessen Vermögen streiten, wobei der entscheidende Haken in einem Trivial-Pursuit-Wettstreit über ihr Wissen um die eigene Familie besteht, ist genauso voraussetzungsreich wie die Prämisse von How I Met Your Mother. Diese liefert in How I Met Your Mother lediglich den Rahmen für die von Bays und Thomas so geschickt eingesetzte Mixtur von Humor und Sentimentalität. Ob aber The Goodwin Games ähnlich erfolgreich, sprich unterhaltsam, sein wird, steht noch lange nicht fest.

How to Live with Your Parents (for the Rest of Your Life)

Und noch mehr sozialer Wandel, der sich in augenscheinlich schmerzhaft mittelmäßigem Humor niederschlägt. Jetzt für den Muttertag. Alleinerziehende Mutter zieht nach gescheiterter Beziehung wieder zu ihrer Mutter und deren neuen Gatten.

Sich um Lacher bemühen und diese zu erhalten sind zwei grundverschiedene Angelegenheiten. Im Trailer zu How to Live with Your Parents (for the Rest of Your Life) schlägt das Pendel viel zu oft in Richtung des reinen Bemühens aus. Bemüht vor allem darum, die sexuellen Eskapaden der Mutter in kantiger Form darzustellen. Da muss doch glatt mal zensiert werden, so verrucht geht es hier zu. Im Unterschied zum überaus dilettantisch wirkenden Humor von Guys with Kids halten sich die Schmerzen bei diesem Trailer aber noch in Grenzen. Sarah Chalkes Masche, mit überbordenden Grimassen zu emotionalisieren, passte noch gut in das Konzept vom träumerisch-comichaften Scrubs, hat sich hier in der vermeintlich harten Realität des amerikanischen Bürgertums aber doch schon überholt. Sentimental und erfunden wie Muttertag, bringt trotzdem mal Blumen mit.

Mega Man X

Eine Stunde schreibe ich jetzt schon an einer Sache rum, bin immer noch nicht fertig. Es wird wohl auch noch bis nächste Woche dauern. Ich rege mich immer noch darüber auf. Deshalb brauche ich jetzt etwas zum Runterkommen. Da war doch was mit dem guten alten Mega Man X auf iOS. Habe ich doch auf dem SNES beim Kumpel gezockt. Her damit.

Ach, die guten Zeiten des knallbunten, unbekümmerten Zockens. Ist sofort alles wieder da. Habe nur vergessen, wie kurz das Spiel ist. Bin jetzt schon wieder duch drei Viertel durch. Immerhin kann ich mit einem nostalgischen Lächeln in den Abend gehen. Funktioniert mit Touchsteuerung erstaunlich gut. Old-school mit Controller würde mir doch besser gefallen.

Und morgen dann weiter am Aufreger schreiben.

Randnotiz: Newsify mit ordentlichem Update

Mein gegenwärtig bevorzugter Newsreader für iOS wurde mit dem heutigen Update deutlich besser. Newsify war damals noch kostenlos, doch heute sind die 79 Cent für die schicke und zuverlässige App auch kein Beinbruch. Besonders weil dem Reader ein Nachtlesemodus spendiert wurde. Schick, aber noch kein Muss.

Seit heute ist Newsify komfortabler in der täglichen Anwendung. In den Einstellungen unter Advanced ist es zwar ein wenig versteckt, aber ich hatte es lange vermisst, dass Newsify nicht während des Lesens der neuesten Artikel im Hintergrund im Flug als gelesen markiert. Bislang war dazu ein Handgriff nach dem Button notwendig. Damit nimmt mir Newsify nun manuelle Arbeit ab. Und auch ein Umweg über die Artikelansicht, um diesen für späteres Lesen zu markieren, ist nun nicht mehr notwendig. In der Artikelliste reicht ein Halten der Überschrift, dann wird er markiert. Für mich sind gerade diese vermeintlich kleinen Verbesserungen ein Erleichterung.

Cubby – Dropboxfunktionalität und P2P-Synchronisation

Cubby ist ein weiterer Clouddienst, der Dateien verschiedener Rechner synchronisiert und in der Cloud sichert. Wieso sollte mich neben Dropbox,Google Drive oderbox.netein weiterer Anbieter interessieren?

Cubby bietet 5GB kostenlosen Onlinespeicherplatz und Peer-to-peer-Synchronisation. Ersteres ist kein Alleinstellungsmerkmal, nur der übliche Speicherplatz, den die Konkurrenz von Dropbox standardmäßig anbietet. Damit allein wird Cubby nicht punkten können. Mit der zweitgenannten Funktion doch schon eher.

Cubby ermöglicht das direkte Synchronisieren zwischen verbundenen Rechner. Für versierte Anwender ist dies zwar keine Herausforderung, also auch keine Erleichterung, für Unbedarfte schon. Cubby macht es einfach, eigene Ordner und Dateien gepflegt zu verteilen. Hier an einem Worddokument gearbeitet, wird es – abhängig von der Größe der Datei – auf allen verbundenen Geräten aktualisiert. Wird bei der Synchronisation der Cloudspeicher ausgeschlossen, ist das Datenvolumen sogar unbegrenzt, denn die reine P2P-Synchronisation wird nicht auf den kostenlosen Onlinespeicher angerechnet.

Damit allein kann Cubby schon Boden gutmachen, die hervorragende Umsetzung der von Dropbox etablierten Synchrofunktionalität ist dennoch der Rede wert. Die Entwickler sparen sich allen grafischen Firlefanz und setzen auf intuitive Oberflächen. Im Unterschied zu Dropbox, das optional selektive Ordnersynchronisation zulässt, aber in der Regel von einem Stammverzeichnis aus synchronisiert, geht Cubby nicht den zentralisierten Weg. Ein einzelnes Verzeichnis auf Rechner A kann mit einem beliebigen Verzeichnis auf Rechner B abgeglichen werden. Dabei müssen diese auf unterschiedlichen Rechnern nicht denselben Pfad haben, wo die Daten abgelegt werden.

In meinen ersten Versuchen funktionierte dies nicht nur fehlerlos, vor allem auch zügig. In Windeseile waren einige Dokumente vom PC auf das Netbook übertragen. Daher bin ich reichlich beeindruckt von Cubbys robuster Arbeit. Dennoch fehlt mir derzeit ein – vage angekündigter – Client für Linux. Mac und Windows werden derzeit unterstützt, unterwegs sind die Daten der Cloud per Android- oder iOS-App verfügbar.

So begeistert ich bin, ich werde derzeit noch Dropbox und Cubby parallel nutzen. Im Gegensatz zum recht uninspirierten Klon Google Drive ist Cubby eine Herausforderung für die Konkurrenten.

Darmspülung: Domainumzug

Es wird hier diese Woche einige Änderungen im Blog geben – eher am Blog. Kein neues Theme, haben dafür keine Zeit. Auch keine inhaltliche Fokussierung – dafür wirken die Medikamente nicht gut genug. Notwendig ist die Umstellung des Namens und der Domain in das kryptischere, aber unverfänglichere kultprok.

Der alte Name stirbt, nicht aber das Branding. Der bisherige Name entstand eher aus einer Bierlaune, denn aus gereifter Überlegung. Hätte es sich um eine rationale Entscheidung gehandelt, hätten ich und der Admin uns nun einigen Arbeitsaufwand erspart. Wie es aber so ist, die klugen Entscheidungen trifft man selten bei guter Laune.

Der Witz des bisherigen Namens hat sich mit dem Titel dieses Beitrags eh endgültig überholt. Im Laufe der nächsten Tage werden allmählich alle Verweise auf den alten Namen in der Außenwirkung getilgt, soweit dies möglich ist. Am Ende steht dann der Domainumzug an, der mit allerlei Problemen behaftet sein dürfte. Keiner von uns hat Lust, die in der Datenbank hartkodierten Links zu ändern. Es muss aber sein. Und was da noch alles auf uns wartet, mir vergeht jetzt schon die Lust. Hilft nichts.

Nach außen wird sich also der Name ändern. Was wichtiger ist, auch der RSS-Feed wird dann voraussichtlich nicht mehr laufen, sofern uns nicht eine Lösung einfällt. Wenn es so weit ist, werde ich hier gesondert noch einmal darauf hinweisen, sollte der Feed endgültig umziehen.