Raspberry Pi (2) – Den RPi grundlegend einrichten

Der Raspberry Pi ist also am Start. Noch während des Bootens schossen mir die nächsten Fragen durch den Kopf. Die erste Hürde, nämlich den Rechner anzuschließen und erfolgreich zu Booten, war ja augenscheinlich genommen, nun aber musste es ja irgendwie weitergehen. Was mache ich jetzt? Wie gingen noch einmal die Shell-Befehle zum Ändern des Passworts? Das Benutzerpasswort sollte ich ja ändern. Wo schlage ich das noch mal nach?

So ein Pi kommt ohne viel Erklärung daher, wenn er geliefert wird. Ganz allein stand ich aber nie da. Erstens gibt es das Wiki, zweitens wurden viele der Fragen auch gleich nach dem Ende des Bootvorgangs geklärt. Völlig ohne weitere Unterstützung sollte ich nicht sein.

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Raspberry Pi (1) – Den RPi zum Laufen bringen

Quelle: Cowjuice/Palosirkka (CC-BY-SA 3.0 Unported)

Ehrlich gesagt, ich habe mir nicht viel dabei gedacht, als ich den Raspberry Pi bestellt habe. Weder hatte ich einen Plan, was ich damit vorhabe, noch davon, ob ich damit überhaupt klarkommen werde. Der kleine Junge in mir wollte aber einen haben. Und angesichts des wirklich geringen Preise schien es kein großer Verlust zu sein, sollte ich mit dem kleinen Rechner überhaupt nicht auskommen oder ihn ruinieren.

Jetzt liegt er hier vor mir und die erste Aufgabe für mich Hardware-Noob ist es, den Rechner mit allem zu versorgen, das er benötigt, um in Wallung zu kommen. Dementsprechend taste ich mich Schritt für Schritt voran und halte hier jetzt und in Zukunft meine Erfahrungen und – hoffentlich auch – Fortschritte fest. Wäre doch gelacht, wenn ich das Teil nicht zu irgendetwas gebrauchen könnte. Den eigentlichen Sinn, den die Entwickler dem Rasberry Pi mit auf den Weg gaben, hat er bei mir schon erfüllt: Ich habe Lust darauf, ein wenig mehr von der Hardware zu erfahren, die in Rechnern steckt, und habe schon allein durch den Kauf die Furcht vor der Hardware verloren. Sonst hätte den Pi erst gar nicht gekauft.

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Raspberry Pi

Das Paket liegt hier, öffnen werde ich es nur noch nicht. Mit Sicherheit ist es aber der sehnlichst erwartete Raspberry Pi. Die Nummer wird groß, auch wenn ich noch lange nicht genau weiß, was ich damit anstellen werde.

Bevor ich aber genau weiß, was ich damit frickeln werde, muss ich mich ohnehin noch mit diesem Ding vertraut machen. Es wird zwar immer von kreditkartengroß geschrieben, mich haut aber derzeit schon um, dass dies tatsächlich hinkommt. Auch die Stromzufuhr habe ich noch nicht sichergestellt. Ein USB-A-an-Micro-USB-B-Kabel müsste hier auf jeden Fall noch rumfliegen, sodass ich schon mal damit anfangen kann, wenn es am USB-Port des Rechners hängt. Aber die SD-Karte, auf die ich die geschrumpfte Linux-Distro installieren will, muss ich wohl noch holen. Alle hier rumfliegenden sind in Gebrauch.

Sonst brauche ich für den Anfang nicht mehr. Hoffe ich. In den nächsten Wochen werden mit der gesammelten Erfahrung dann doch mehr Artikel dazu aufschlagen, was ich mit dem kleinen Teil so anstellen werde oder anzustellen gedenke. Hoffentlich habe ich dabei noch Zeit für mein anderes Projekt, das seit dieser Woche rapide wächst. Darüber werde ich aber frühestens Freitag schreiben.

Alien Breed

Die iOS-Spiele stauen sich schon in der Warteschleife. In dieser Woche nehme ich mir die Zeit zum Entrümpeln.  Der alte 2D-Topdown-Shooter von Team 17 ist so ein iOS-Remake eines alten Klassikers, den ich unbedingt mal spielen wollte. 1991 kam Alien Breed für den Amiga raus, den ich damals nicht besaß. Von der zwei Jahre später folgenden PC-Version ging nicht mehr genug Glanz aus. Erst mit den ersten Retrowellen, schimmerte der Titel hin und wieder durch. Nur kam ich nicht dazu.

Der im August erschienene iOS-Port ist aber auch nicht der Rede wert und rechtfertigt sicherlich nicht die angestaute Neugier. Im Gegensatz zu manchen alten Größen, hat der Shooter ordentlich Staub angesetzt. Da Team 17 anscheinend nur mal sachte über Alien Breed pustete, kommt es auch nicht in neuer Pracht daher. Dem Spiel wurde ein Aufhübschung der Grafik spendiert, die aber allemal kaum spürbar ausfällt. Von groben Klötzen bleiben dann noch weniger grobe Klötze, die aber immer noch jedem heutigen Pixel aufgrund der entfernten Verwandschaft die Schamesröte ins Gesicht treiben. Ebenfalls erneuert wurde die Steuerung, die nun mittels simuliertem Dual-Stick-Verfahren erlaubt, im Rückwärtsgehen in die entgegengesetzte Richtung schießen zu können. Zusammen mit dem etwas aufgebohrten Sound und einigen einfallslosen zusätzlichen Leveln neben denen des Originals und der Special Edition ist die Jungkur damit auch vorüber.

Noch ärgerlicher aber ist, dass Team 17 das Spielprinzip durch einen angeschlossenen Store, in dem Munition und Heilung sowie Waffen feilgeboten werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist damit der ursprüngliche Reiz des Originals damit über den Jordan gegangen. Statt mit Munition und Gesundheit sparsam umgehen zu müssen, trotte ich durch triste, unübersichtliche Level. Letztlich bleibt nur eine Herausfordung: Die Feuertüren nicht endgültig zu schließen, bevor ich mich unter Zeitdruck zum Ausgang begegne, nachdem einer der seltenen Bosskämpfe erfolgreich war.

Für überzeugte Shooter-Nostalgiker ist Alien Breed vielleicht noch was. Allen anderen wäre ein anderer Blick in die Vergangenheit zu empfehlen, für den aber das Medium gewechselt werden. Aliens von James Cameron, der offenkundig thematische Blaupause für Alien Breed war, hat sich deutlich besser gehalten.

Titel: Alien Breed
Hersteller: Team 17
Jahr: 2012
Genre: Action, Shooter
Plattform: iOS
Version: 1.01

The Wiki Game

20120827-141841.jpgHinter dem, nennen wir es, Puzzler The Wiki Game steckt eine clevere Idee, aus dem, was millionenfach im Netz täglich gemacht wird, ein Spiel zu entwerfen. Von einem vorgegebenen Startartikel der englischen Wikipedia gilt es, einen Zielartikel zu erreichen. Mit den Links in den Artikeln.

The Wiki Game reproduziert nur die entsprechenden Artikel, spart ein wenig Navigation der ursprünglichen Artikel aus, da es sonst zu einfach würde, und die Schnitzeljagd kann losgehen. In fünf Kategorien werden Punkte vergeben. Die einfachste Variante gibt nur vor, in so wenig Klicks wie möglich am Ziel anzukommen. Andere verlangen etwas mehr. So muss das Ziel auch in exakt sechs Klicks, innerhalb eines Zeitfensters oder ohne den Zwischenweg über den Artikel der USA erreicht werden.

Erstaunlich oft, fordert das Spiel ein enormes Maß an Planung. Dabei hilft eine umfassende Allgemeinbildung, um sich durch das Labyrinth der Artikel zu graben, dabei aber nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren. In diesen Momenten, wenn ein Plan nach reiflicher Überlegung aufgeht, ist ungemein befriedigend.

Dennoch hängt der Spaß, gerade bei einer offenen Spielweise, stark von den Rahmenbedingungen ab. An mancher Stelle ist dabei weniger Gehirnschmalz vonnöten, als der Autor des Spiels dachte. Dadurch wird zumindest einer der Spielmodi unbrauchbar, weil er deutlich mit demselben Lösungsweg binnen weniger Klicks zu erledigen ist. Fünf Klicks bis zu Jesus sind gefragt, genau fünf, um die volle Punktzahl zu erlangen. Das ist leichter als es scheinen mag. Jeder Startartikel hat in der Regel eine Nation, auf die er verweist. Dort kann unter demographischen Daten die Religionszugehörigkeit ausgewählt werden, unter denen aufgrund der Verbreitung der christlichen Weltreligion schnell der Jesus-Link zu finden ist. Im Zweifel bedarf es noch einer Zwischenrunde, um dann mit dem fünften Artikel die geforderte Punktlandung hinzulegen.

Ebenfalls abschreckend dürfte es für manche sein, dass lediglich die englischsprachige Wikipedia als Quelle dient. Der Schwierigkeitsgrad hängt damit also auch von den sprachlichen Fähigkeiten ab. Dennoch ist es eine feine Idee, die für Knobelei sorgt. Zur Not einfach mal die kostenlose Webappausprobieren.

Titel: The Wiki Game
Hersteller: Alex Clemesha
Jahr: 2011
Genre: Puzzle
Plattform: iOS (0,79€), Web
Version: 1.0

Google Transparency Report

Es war nur eine Randnotiz gegen Ende des Podcasts zur netzpolitischen USA-Reise von Wissenschaftlern, Netzaktivisten und Journalisten. Kurz und knapp riss Anne Roth, die bedauerlicherweise schon reichlich Erfahrungen mit deutschen Ermittlungsbehörden und deren überzogenen, kruden, skurrilen und sinnlosen Methoden sammeln musste, das Thema an, dass Google einen Transparency Report veröffentlicht.

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This is Ayn Rand preaching (3/2)

Vor der versammelten, paradoxen Wut Rands habe ich irgendwann fliehen müssen. Mein letzter Artikel zu Rands Atlas Shrugged ist lange her. Mit Paul Ryans Nominierung als republikanischem Vizepräsidentschaftskandidaten im US-Wahlkampf, wurden Rands Tiraden unvermeidlich wieder in Erinnerung gezerrt. Ryan, ein strenger Verfechter des Nachtwächtstaates im besten libertarianischen Sinne, ist ebenso öffentlich als Anhänger des Objektivismus aufgetreten. Wohl aus taktischen Gründen, ruderte er in letzter Zeit zurück. Die kirchen- und religionskritischen Positionen müssen ihm im Wahlkampf als zu verstörend für die konservativen Kirchgänger unter der Wählerschaft als verfänglich erscheinen. Dabei ist Ryan ein Musterbeispiel für die politische und gesellschaftliche Klientel, die Rand bedient. Also frische ich meine Kritik an Atlas Shrugged auf, oder bringe sie zu einem Ende, das vor Monaten angekündigt wurde.

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The Five-Year Engagement

Mit Fast verheiratet hat der Film im Deutschen immerhin einen dankbaren Titel, spart er doch – wie der Originaltitel -lange Vorreden. Aus der Verlobung, die genreüblich gut geplant war, doch unter einigen Unvorhersehbarkeiten litt, wird lange Zeit nichts. So sehr sie sich mühen, Violet (Emily Blunt) und Tom (Jason Segel) will das Leben nicht richtig mitspielen. Mal wollen die Verwandten zuvorkommen, andere sterben, mal verschlägt es sie beruflich in andere Gefilde. Aus der Hochzeit wird nichts.

The Five-Year Engagement ist allemal besser als es klingt. Nach dem Fiasko The Muppets, das Jason Segel und Regisseur Nicholas Stoller verbrochen haben, finden sie über weite Strecken den richtigen Ton. Dramedy trifft das Genre, und es funktioniert gerade anfangs blendend. Blunt und Segel geben ein sympathisches modernes, emanzipiertes Paar in turbulenten Zeiten. Tom nimmt zugunsten Violets akademischen Werdegangs einen Knick in der eigenen Laufbahn als aufstrebender Koch in Kauf, woraus ein zwischenzeitlicher Abstieg wird.

Über eine Stunde baut Stoller mit Geduld die wankende Beziehung zwischen Tom und Violet auf, verliert dann den Mut, mit ähnlicher Ruhe in die zweite Stunde des Films zu gehen. Toms berufliche Sackgasse, Violets Erfolg unter einem Chef, der sich sich an sie ranwirft, die Beziehung stockt, als beide sich auseinanderleben. Dabei erinnerten sich Stoller und Segel an dieser Stelle, eine Komödie schreiben zu wollen. Der Wahnsinn wird also auf elf gedreht, dabei gehen die Figuren im Tumult allerlei fadenscheiniger Plotpunkte unter.

Schade ist es, ruiniert aber nicht alles. Nach den turbulenten Eskapaden findet der Film noch zu einem stimmigen Ende. Da sind die Längen, der Klamauk, obwohl überflüssig, zu verschmerzen.

Yubnub down, Surfroutine im Eimer

Ich weile gerade in der norddeutschen Heimat. Daher habe ich erst jetzt gemerkt, dass es sich beim Ausfall bei yubnub nicht um den von mir vermuteten Schluckauf handelt. Seit zwei Tagen ist der Server nicht mehr erreichbar. Erst durch diesen Ausfall fiel meine Abhängigkeit von yubnub auf.

Yubnub ist so einfach wie nützlich. Die beste Beschreibung ist immer noch die von der Kommandozeile für das Internet. Wird, wie bei mir auf allen Rechnern, der Dienst als Suchmaschine im Browser hinterlegt, fallen alle übrigen Suchmaschinen raus. Mit einfachen Befehlen werden über yubnub alle weiteren Seiten und Suchmaschinen angesteuert. Die Ergebnisse lassen sich schon bei Eingabe im Browser filtern. Und auch komplexere Vorgaben sind über Pipes machbar.

Rundum ist yubnub für mich so zu einem unverzichtbaren Tool geworden, welches ich kaum bewusst wahrgenommen habe, aber täglich nutzte. Und jetzt stehe ich da. Yubnub ist down, meine Gewöhnung zwingt mich aber noch immer dazu, die Kurzbefehle in den Browser zu tippen. Erst dann schlage ich mir vor die Stirn, es nun umständlich wieder in einer qualvollen Reihenfolge nacheinander abarbeiten zu müssen. Selbst jede Suche braucht einen Schritt mehr, weil ich die anderen Suchmaschinen-Plugins aus den Browsern verbannt habe.

Glücklicherweise scheint es sich aber nicht um eine Schließung zu handeln. Zumindest scheint der Entwickler gewillt, alles wieder zum Laufen bringen [EDIT: Link erneuert.] zu wollen. Eine Frage der Zeit. Hoffentlich.

UPDATE 23.08.: Yubnub läuft wieder! Es hat lang genug gedauert.

True Blood Staffel 5: Blutleer

Ein Holzpflock, säuberlich durch das Brustbein eines Vampirs gestoßen, macht Dreck. Von den irrtümlicherweise als unsterblich charakterisierten Blassen bleibt nicht viel. Unappetitliches Gekröse und sämiges Kunstblut. Das war’s. So scheiden die Blutsauger in True Blood mittlerweile in der fünften Staffel dahin. Vielen Unkenrufen zum Trotz, blieb ich der Serie treu. Unterhalten hat sich mich immer, so abstrus es auch wurde. Nach drei Vierteln der fünften Staffel gehen mir aber auch endgültig die Gründe aus, aus der Serie noch einen Rest Amüsement zu ziehen. Sie zerbarst direkt vor meinen Augen spätestens nach drei Folgen, als wäre sie selbst untot gewesen und nun gepfählt worden.

Und was uns da alles um die Ohren fliegt. Gegen die tumultartige Vermehrung der Fabelwesen vorangegangener Staffeln, die schon zu allerlei Kritik einlud, ist das verbale Arsenal schon geleert, um die künstliche Aufblähung von Plots und Charakteren zu beschreiben. Das verschossene Pulver hätten wir uns sparen sollen. Die aktuelle Staffel ist randvoll, sie ist womöglich aufgrund ihrer Masse geplatzt. Der Konfusion Struktur zu geben, fühle ich mich nicht imstande.

Lassen wir es einfach. Oder doch nicht? Also gut, ein paar Stichworte. In loser Reihenfolge: Tara, nicht tot. Nicht lange. Sie wird von Pam, auf Bitten von Sookie und Lafayette von Pam gewandelt. Pam entdeckt ihre, in Rückblenden angedichteten, vampirischen Muttergefühle für Tara, die fortan einen Groll gegen Sookie und ihren Cousin hegt und bislang zur strippenden Staffage im Fangtasia wird. Im Fangtasia trifft auch der liebeskümmerliche Hoyt ein. Erst ist er schlecht geschminkter Fangbanger-Emo, verpuppt sich zum Mutantenrassisten, kriegt aber doch noch die Kurve. Unser Hoyt. Habe ich da Jessica gehört? Die Nummer mit Jason wird nicht übersichtlicher, was auch den Autorinnen und Autoren auffiel, die es dann nach einigen Folgen schnell unter den Tisch fallenlassen. Es gibt ja auch Wichtigeres. Sookie zum Beispiel. Die eilt Eric und Bill zur Hilfe, als sie von der Authority genötigt werden, Russell Edgington endgültig den Garaus zu machen. Alcide darf da auch noch aushelfen, bevor der Plot rüde abgegrätscht wird und sich die Wege der Protagonisten trennen. Alcide wird in einen jämmerlichen Subplot verbannt, der ihn als einsamen Wolf ohne Rudel zurücklässt. Eric und Bill nehmen eine alternative Bibelstunde und feiern derweil Orgien mit einem wildgewordenen Lilith-Kult an der Spitze der Authority. Irgendwo muss die Nacktheit ja herkommen. Und die Intrigen auch. Von Löchern in Plots brauchen wir nicht sprechen, genießen wir doch einfach die Rückkehr von Russell Edgington, der Teil des Kults ist. Ebenso der ehemalige Reverend, Steve Newlin. Einst vampirhassender Hassprediger, nun zum Vampir gewandelt, was ihn auf seltsame Weise auch homosexuell gemacht haben soll. Zurück zu Jessica und Jason. Ach, das wollte ich doch lassen. Also nur Jason. Mir geht die Luft aus, dazu noch was Gescheites zu schreiben. Und Sam? Den hatten wir noch gar nicht. Gut, es muss wohl sein. Hier ein paar Szenen mit Jason und den Mutantenhassern, gegen die Jason ermittelt. Da einige mit Sam, der von jenen angegriffen wurde. Und so weiter. Ein weiteres Abstellgleis für einstmals liebgewonnene Figuren. Hatte ich erwähnt, Sookie macht sich aus heiterem Himmel auch noch auf die Suche nach dem Mörder ihrer Eltern, der ein Vampir sein muss. Wer brachte sie darauf? Wen hatten wir noch nicht? Die Feen. Dann schwirren noch ein paar lockere Handlungsfäden mit Lafayette herum. Er ist nun also ein Medium. Wer fehlt noch? Terry Bellefleur wird von seiner Irakkriegsvergangenheit in Form eines Ifrits eingeholt. Der Feuerteufel steckt auch hier im Detail.

Was auch immer die Produzenten und Autoren zu der Annahme geführt hat, mit all diesen Geschichten kaschieren zu können, dass ihnen die Puste ausgeht? Es hat nicht gefruchtet. Selten habe ich erlebt, wie einer Serie das Interesse an ihren Figuren in einem solchen Ausmaß ausging. Im Chaos der Subplots verliert sich jeder Sinn, der zuvor errichtet wurde. Reine Effekthascherei übertüncht dabei nicht die Schwächen. Es reicht nicht, die Zuschauerinnen und Zuschauer mit allem zu bewerfen, was ihnen da durch den Kopf ging. Überfrachtet und jeder Emotionalität beraubt, hastet die Serie zwischen den auch räumlich getrennten Figuren hin und her. Im Rausch von Blut, Sex, Gewalt und debilen Twists sticht nur hervor, dass eine einstmals großartige Serie sich selbst zerfleischt hat.