Kopfzerbrech-Feiertag

Bei den Regeln, die ich mir selbst auferlegt habe, fallen viele Gründe und Anlässe für eine Würdigung weg. Mir wollen partout kaum noch welche ein. Mit der Ausnahme von einem Anlass, den ich aber erst morgen vorstelle, da glücklicherweise der 28. Dezember der Feiertag wäre. Ansonsten herrscht Ebbe in meinem Schädel, gähnende Leere. Nicht einmal vereinzelte Wattwanderer waten durch den verbliebenen Morast.

Die wenigen Einfälle, die mir kommen, scheitern schon früh an den Kriterien. Aber so schlecht finde ich es auch wieder nicht. Warum sollte ich etwas feieren, was es letztlich nicht wert ist? Ich empfinde das enge Korsett der Regeln als schlüssig genug, um nicht durch die eintretende Leere geeigneter Kandidaten in Frage gestellt zu werden. Im Gegenteil könnte es auch dafür sprechen – getreu dem Motto: die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen -, dass die verbliebenen Kandidaten zumindest aus meiner Sicht tatsächlich wert wären, gebührend und umfassend gefeiert zu werden.

Hier mal einige Kandidaten, die mir durch den Kopf gingen, aber letztlich doch nicht überzeugen:

  • Wissenschaft: Eigentlich ein No-Brainer. Aber mit dem Evolutionstag wäre es reichlich redundant. Vielleicht sollte man aus dem Evolutionstag einen der Wissenschaften machen.
  • Videospiele: Ich hatte es ja bereits mit der Kunst der Videospiele. Allerdings ist die Verbreitung der Videospiele für meine Begriffe noch nicht universal genug. Das ist der einzige Grund.
  • Kriegsende 1945 und Befreiung der KZs: Wäre es mir generell wert. Doch ist dies oftmals – zu Unrecht, wie ich finde – nur als nationale Geschichte interpretiert. Für mich gibt es neben allen bedeutsamen Motiven und Implikationen sicherlich universale Gründe, diesen Geschehnissen zu gedenken, aber so sicher bin ich mir dann auch wieder nicht.
  • Sklavenbefreiung: Egal wo, egal wann. Jedes historische Ereignis, bei dem widerfahrenes Unrecht beseitigt wurde, ist es allemal wert. Aber auch hier besteht die Gefahr, dass man sich nur auf nationale Ereignisse konzentriert, anstatt allgemeinen Wert auf die Bedeutung von Freiheit zu legen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger ist es ein Hindernis. Also vielleicht doch?
  • Viele andere Ereignisse sind rein von nationaler Bedeutung und scheiden daher für mich aus.

Morgen dann aber mit Sicherheit ein aus meiner Sicht sehr bedeutsamer Feiertag, an dem es keinen Weg vorbei gibt.

2 Gedanken zu „Kopfzerbrech-Feiertag

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