Lumière-Tag

Warum?

Ich hatte es gestern ja schon angekündigt: Heute ist für mich Feiertag. Jawoll. Aber welcher? Ich habe ihn immer Lumière-Tag genannt. Das trifft es nach meinen Regeln nicht ganz, aber es klingt besser als Kinotag. Das klingt mehr nach Dienstag zum halben Preis oder so ähnlich. Es ist auch treffender als etwa Cinématographentag. Wer weis denn schon noch, was ein Cinématograph ist? Beide Begriffe hätten auch den Nachteil zu stark auf Kino zu fokussieren. Ich verstehe den Lumière-Tag als einen Tag, an dem die Bedeutung des Bewegtbildes gefeiert werden sollte. Also Kino, Fernsehen, Video und noch mehr. Vielleicht sogar auch Videospiele. Ich glaube schon, dass sie hier einen Platz hätten. Narrativ sind viele der großen Spiele an Filmen dran, auch wenn sie doch eine andere Interaktivität haben. Aber Bewegtbilder sind essenzieller Teil der Videospiele. Warum eigentlich nicht?

Das Bewegtbild hat eine enorme Verbreitung und verstößt auch sonst nicht gegen meine Regeln: Jeder und jede kann Filme, Fernsehen und alle weiteren Bewegtbildformate sehen. Nicht alle im selben Umfang oder mit derselben Regelmäßigkeit, aber es ist dennoch wohl global verbreitet. Dabei handelt es sich auch um ein Medium, das keinerlei Inhalte vorgibt. Für mich ist es also universal und säkular. Frei ist es obendrein. Und das nicht nur auf Seiten der Rezipienten. Prinzipiell steigen die Möglichkeiten, günstig eigene Produktionen zu starten. Die Grenze zwischen Rezipienten und Produzenten ist in den letzten Jahrzehnten verschommen. Noch nicht aufgehoben, aber immer weniger getrennt.

Ist der größte Teil Mist? Ja, natürlich. Wie bei nahezu allem. Aber was der größte Teil ist und warum er stinkt, dass wird schon wieder sehr subjektiv bestimmbar sein. Es ist damit universal und individuell zugleich. Für mich perfekt, um gefeiert zu werden.

Wie?

Eiinfach. Einen guten Film ansehen. Ins Kino gehen. Eine Serie anschauen. Zum Vergnügen oder zur Reflexion. Mit Freunden, Bekannten oder Verwandten. Einfach so. Es muss nicht viel kosten. Vielleicht ein wenig Filmtheorie? Schadet nichts. Selbst einen Film drehen. Warum nicht? Irgendetwas. Die Grenzen sind in so weiter Ferne, wie das Medium, welches gefeiert wird, umfassend ist. Warum als nicht einen alten Schinken ausgraben? Oder einen Klassiker, den man sträflich vernachlässigt oder bisher nicht gesehen hat?

Wann?

Heute. Und jeden 28. Dezember. Die Begründung hierfür ist simpel. Auch wenn es Vorläufer zuhauf gibt und eigentlich vor dem bewegten Bild auch das Bild an sich als Kulturgut gefeiert werden müsste, ist für mich der 28. Dezember der dennoch geeignete Tag. Dieses Datum ist der Jahrestag der ersten öffentlichen Aufführung eines Films der Brüder Lumière mithilfe ihres Cinématographen im Jahre 1895. Es war die erste öffentliche Aufführung, das hat für mich höheren symbolischen Wert als geschlossene Tests. Auch war dies eindeutig der Ausgangspunkt für die dann folgende Entwicklung und Verbreitung des Mediums Bewegtbild. Die Brüder Lumière setzten an diesem Tag ein Virus frei, dass niemand mehr aufhalten kann. Aber wer sollte das auch wollen?

Bildnachweis: Wikipedia/Gemeinfrei

 

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