Vjekoslav Katusin: Der Filmemacher

Montag ist Hybristag. Was soll man da noch machen, außer vielleicht einfach nur gebannt der Diskussion folgen. Anschnallen, festhalten, wir machen uns auf zur emotionalen Achterbahnfahrt. Da ist alles dabei, was das Herz begehrt. Sofern man auf menschliche Abgründe steht. Worum geht’s? Ich will die Spannung noch ein wenig hinauszögern. Zuvor lieber noch einmal eine allgemeine Leseempfehlung. Lest den Wortvogel nicht nur aus dem Grund, dass der Mann sich durchaus gerne mit allerlei Mummenschanz aus der halbgaren und/oder größenwahnsinnigen Peripherie der deutschen Filmlandschaft befasst. Torsten Dewi liefert einfach einen lesbaren und unterhaltsamen Blog ab.

Der Wortvogel ist Autor. Punkt. In allen Lagen. Er hat eine Vorliebe für Trash in jeder Form. Da passt es, dass er sich mit Uwe Boll und anderen gernegroßen ‚Filmemachern‘ beschäftigt. Boll ist dabei angesichts der später folgenden Geschichten – nur noch ein wenig Geduld – aber tatsächlich eine namhafte Größe.

Skurriler wird es noch, wenn der Wortvogel, eher unabsichtlich, über einige Blender stolpert, deren Mundwerk anscheinend größer ist als ihre Fachkenntnisse und Fähigkeiten. Diese Woche hat sich der Wortvogel wieder eines dieser Exemplare vorgenommen. Und ich kann nicht anders. Ich lese, ich staune, ich lache, ich schiebe Frust. Der Protagonist heißt Vjekoslav Katusin. Und dieser Mann macht ganz großes Kino. Nur nicht das, welches er gerne machen würde.

Katusin scheint wohl schon seit Jahren das Ziel zu verfolgen, große Filmproduktionen stemmen zu müssen. Projekte der Art, die einfach scheitern müssen. An Katusin, der in Personalunion nach den Berichten des Wortvogels alles in Eigenregie machen will und dabei übersieht, dass ihn wohl schon eine der in Personalunion übernommen Aufgaben heillos überfordern könnte. Das ist eventuell sogar traurig, aber Katusin selbst gibt sich jede Mühe, daraus Comedy-Gold zu machen.

Erst einmal scheint er sich selbst gerne auf Premieren neben Hollywood-Darsteller zu stellen und diese Augenblicke, die selbst in Warhol’schen Maßstäben nur Wimpernschläge sind, als enge Kontakte zum Filmgeschäft auszugeben. Mit diesen ‚Kontakten‘ wirbt er dann für ewig auf Halde liegende Projekte. Der Begriff development hell ist hier überhaupt nicht zutreffend. Um in derlei Gefilde vorzudringen, ist es nötig, sich für diese Hölle auch als würdig zu qualifizieren. Katusin aber wird noch einiges leisten müssen, um dieses Kriterium erfüllen zu können. Er scheut währenddessen wohl aber nicht, diese Schauspieler in Beschlag zu nehmen – ohne deren Wissen. Fragt mal Bud Spencer, ja, den Bud Spencer, ob er weiß, in welchen Filmen er angeblich mitspielen will, soll, darf, muss oder kann.

Hilarity ensues. Lest einfach beim Wortvogel weiter. Es bedarf zwar einigen Masochismus‘ und auch eines zynisch verkümmerten Optimismus über die Menschheit, sind diese Bedenken aber aus dem Weg geräumt, spricht nichts mehr gegen die Lektüre. Für Fortgeschrittene empfehle ich dann doch gleich nach den Katusin-Artikel glatt, in der Suche beim Wortvogel mal nach ‚Marc Vorlander‘ zu suchen. Ihr werdet es mir danken. Um Schaum zu schlagen, braucht man Luftbläschen, aber selbst die kann man nicht einfach herbeireden.

10 Gedanken zu „Vjekoslav Katusin: Der Filmemacher

  1. Ich möchte noch mal was zu deiner Einleitung sagen: Wortvogel war vor Jahren mal eine Instanz, doch ist der Blog das noch? Ich denke nicht.
    Mit seinen Bemerkungen über Boll ist er übers Ziel hinausgeschossen und seit einiger Zeit scheinen ihm Kompass und Mannschaft von Bord gegangen zu sein: Vor zwei Jahren kommentierten noch 20 verschiedene Personenen regelmässig, jetzt sind es noch 6.
    Damals wurden von ihm eingebettete Links tausendfach angeklickt, heute 20-100 neue Klicks, wenn er was reinstellt… Seine angeblichen 100.000 Leser, sind pure Fantasie.
    Wortvogel ist ein Nerdblog wie zahllos andere geworden, weil Dewi jeden vorführen will und nur er selbst als großer Macher dastehen will.
    Bei Katusin funktioniert das ja noch wunderbar, bei Kammermeier schon nur bedingt: Kammermeier war mal einer der führenden deutschen Special Effects-Experten, doch das war vor dem Internet-Zeitalter und seine Space Opera war schon bevor er bei Wortvogel reinschneite, ein totaler Rohrkrepierer. Aber auch da machte Dewi den Fehler, keinen Mindestrespekt zu gewähren und ihn von oben herab zum Deppen zu stilisieren, was ihm einige Filmleute nicht als Pluspunkt angerechnet haben dürften, zahlreiche stumme Mitleser liefen Dewi schon da von der Fahne.
    Dann 2010 der gescheiterte Versuch, den Vorlander in einem retorischen Blitzkrieg einzustampfen… Keine gute Idee, denn das hat die betreffenden Threads in rauchende Schlachtfelder mit tausenden von Postings verwandelt, durch die sich nie ein Mensch durcharbeiten wird und die seinen Blog total unseriös und unjounalistisch aussehen lassen.
    Und jetzt greift er Boll an? Seine Zeit wäre um… aha?! Wie kommt der auf sowas? Das ist einfach totaler Schwachsinn. Dewi ist seit Jahren raus aus dem Geschäft und war auch davor kein Joe Eszterhas, führt sich aber auf, als wüsste und könnte er alles. Jeder ist ein Depp nur Dewi nicht, doch womit weist er das nach? Er ist selbst seit Jahren schwer auf dem Abstieg und beisst um sich wie ein tollwütiger Hund im Zwinger. Das Losgehen auf Boll nehme ich ihm verdammt übel. Was Boll geschafft hat und das aus eigener Kraft, davon kann Dewi nur träumen.

    1. Hey, dass du ihm die Sache mit Boll und Kammermeier übelnimmst, ist absolut deine Sache. Wie ich schon schrieb, ich lese beim Wortvogel nicht primär, um von ihm seriös über das Filmgeschäft informiert zu werden. Ich lese ihn für das, was er macht: Hochgradig subjektive Ansichten – seine Ansichten.
      Das heißt nicht, ich gebe ihm einen Blankoscheck für seine Fehden. Nicht dass er ausgerechnet einen von mir bräuchte. Ich lese auch selten die Kommentare bei ihm, außer wenn es um die beschriebenen Fälle geht. Wahrscheinlich ist es ein Voyeurismus, diesen Kommentarwalzen zuzuschauen; es ist in meinen Augen aber besser als bei Verkehrsunfällen zu gaffen. Deswegen ist es mir nicht so wichtig, wie viele Leute seinen Blog lesen oder nicht, er schaufelt immer wieder im Abwasser herum. Klar macht er sich dabei auch dreckig, er will es so. Er erzählt davon, ich lese es. Gerne. Nur für mich.
      In Sachen Boll muss ich sagen, dass ich keinerlei Bewunderung für irgendeinen seiner Filme habe. Auch sein Geschäfts- und Finanzierungsmodell ist mir persönlich – aus meiner Laienperspektive – ein Dorn im Auge, wohl gerade auch, weil er dabei ein Talent zum Auffinden von Loopholes und Förderungsvergünstigungen findet. Aber was soll’s? Boll ist ein Unikat, das muss ich zugeben. Er tut niemandem weh. Außer vielleicht, wenn er sich mit Kritikern in den Boxring begibt.

  2. Die Vorgänge sind doch eher verschieden. Und Boll gehört daschon gar nicht rein, was Dewi aber nicht kapiert.
    Wärend Katusin ein völlig verwirrter Spinner ist und auch keine Filme hat, ist der Vorlander so eine Art „Dark Hollywood“ mit Prügelandrohe und Gang Slang im Gepäck.
    Katusin überrumpelt einfach Leute die von nix was wissen, wärend Vorlander tatsächlich Filme, Support und Presse hat. Daß diese Filme gar niemand braucht oder entfernt haben will, ist ne andere Geschichte. Er hat sie aber und auch einige alterswirre Hollywood Ex-Größen wie Schaaf und Goldstein:

    http://www.youtube.com/watch?v=PEr7bb-93GY

    1. Klar, du hast vollkommen Recht, dass die Fälle nicht vergleichbar sind. Boll ist natürlich eine ganz andere Liga, ich habe ihn nur erwähnt, weil er doch oft als Bodensatz der Filmbranche angesehen wird, obwohl er es nicht ist, wenn man sich die beiden anderen anschaut. Und klar, Vorlander hat wenigstens Projekte auf die Beine gestellt, die gemessen an Katusins wohl noch vorzeigbar sind. Mir geht es gar nicht so sehr darum, was sie geleistet haben oder nicht, sondern um den Unterhaltungsfaktor, den alle drei haben. Bei allen dreien sind es für mich weniger die mehr oder minder realisierten Filme, eher das Drumherum, wie die Filme entstehen oder eben nicht.

      1. Es gehört ja nicht viel dazu, hinter „Bollo“ den zu erkennen, der bei mir mittlerweile nicht mehr kommentieren darf und der es unter Pseudonym nun an anderen Stellen versucht. Gibt es etwas peinlicheres, als sich selber unter falschem Namen loben zu müssen?

        1. Sockenpuppen sind doch eigentlich was Schönes. Ich bin ja noch neu mit meinem Blog, weshalb mir die Erfahrung im Umgang damit fehlt. Wie ich schon häufiger schrieb, es bleibt unterhaltsam, was da auf dem Blog aufschlägt. Ab wann ist es nicht mehr lustig, sondern lästig?

          1. @ Wortvogel:

            „Gibt es etwas peinlicheres, als sich selber unter falschem Namen loben zu müssen?“

            Sie meinen, so wie sie sich in ihrer Biografie auf Wortvogel.de in dritter Person selbstbeweihräuchern oder auf ihrer selbstverfasssten Wikipediaseite, die mittlerweile wegen Eigenwerbung mehrfach eingedampft wurde…?!

            WER NACKT IST, SOLL NICHT ÜBER DEN LACHEN, DER EIN LOCH IM ÄRMEL HAT.

          2. Gemach, Bollo. Auf Wortvogel kann er über sich in welcher Person auch immer schreiben. Wenn er sich Wortvogel dabei nennt, ist das keine Sockenpuppe. Die Auseinandersetzung um den Wikipedia-Artikel kannst Du bitte dort in der Versionsgeschichte oder der Diskussionsseite führen. Ansonsten scheinen die Argumente ausgetauscht, wenn es nun schon in diesen Bereich geht. Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

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