Schon im Oktober veröffentlicht, changierte Anthill preislich zwischen 0,79 und 1,59 €. Alter Knauser, der ich bin, fiel es mir erst heute auf – als der Preis auf null fiel. Schon vorweg, die anderen Preise wären auch ordentlich gewesen. Die stimmige Echtzeitstrategie militanter Ameisen gegen die Horden der Käfer macht Spaß. Und nach einigen Stunden kann ich sagen, es hat auch einigen Tiefgang. Für ein Smartphone-Spiel.
Das Genre beschreibt das kleine schwedische Studio mit Tactical-Trail-Defense. Auf den Kopf, auch wenn ich mir anfangs nicht so recht vorstellen konnte, was mich da erwartet. Die Genre-Variante passt wunderbar auf das iPhone (Wermutsropfen: es ist nur auf iOS-Geräten erhältlich). Die Level gehen stets von derselben Voraussetzung aus, in der namensgebender Ameisenhügel Ausgangspunkt der eusozialen Ameisenaktivitäten sind. Diesen Hügel gilt es zu verteidigen, wobei man auf vier Typen an Ameisen zurückgreifen kann. Drei davon – die Arbeiter, die Soldaten und die Spitter – werden ausgehend vom Hügel an Pfaden angeordnet. Die hörigen Ameisen wandern dann auch fleißig den Pfad entlang, sammeln alle Kadaver der erledigten Gegner als Beute oder erledigen die verfeindeten Insekten. Allein die Bomber müssen sich nicht an die Pfade halten, sondern können durch zielgenaues Tippen an einen Ort auf der Karte gesandt werden.
Die Schweden holen aus diesem einfachen Prinzip alles raus. Die einzelnen Level sind in kleine Kampagnen eingebunden, in denen von Level zu Level leistungsabhängig auch einige Upgrades für die einzelnen Ameisen-Klassen erkauft werden. In den Leveln selbst werden die Mechanismen klug ausgespielt und durch geschickt gesetzte Hürden und Einschränkungen auch stets neue Herausforderungen geschaffen. Der Schwierigkeitsgrad steigt kontinuierlich.
Auch die Präsentation ist stimmig, wobei der Sound auf die Dauer doch ein wenig eintönig wird, dann aber doch allemal erträglich bleibt. Die Grafik aber ist schick und bunt. Manches Mal wurde es doch etwas unübersichtlich bei den Pfaden, da hätte ich mir eine noch präzisere Steuerung gewünscht. Aber zur Ameisenhölle mit diesen vergleichsweise geringfügigen Schönheitsfehlern. Es ist ein durch und durch gelungenes Spiel, das mich von der Aufmachung und dem Ansatz her ein wenig an den entfernten Verwandten Pikmin