Straßenzeitungen: Soziale Welt

Nur kurz noch, da ich gerade darüber gestolpert bin, einige Worte zur Straßenzeitung Soziale Welt. Die wird zwar vom Verein Frankfurter Armutsaktie herausgegeben, also quasi direkt um die Ecke von mir. Aufgefallen ist sie mir bis vor wenigen Tagen noch nicht, was auch an ihrer unscheinbaren Präsentation liegen kann.

Im besten Sinne des Wortes wirkt sie handgemacht, der Wind weht aus Richtung des ehrlichen Patchworks. Und das ist, ich sage es ganz klar, nicht abfällig gemeint. So könnte gesagt werden, die Texte werden nicht durch Zierrat verunstaltet. Inhaltlich schlägt das Pendel zur Gesellschaftskritik aus, ohne viel optischer wie inhaltlicher Kosmetik. Die Kultur kommt nicht zu kurz, Rezensionen zu neuen Büchern, Alben und Ausstellungen – in der aktuellsten Ausgabe beispielsweise zu jüdischen Bäderkultur – gehören dazu, stehen aber doch im Schatten der gesellschaftlichen und politischen Themen.

Für mich besteht der Reiz der Soziale Welt gerade in ihrer Unfertigkeit, der eine Unberechenbarkeit folgt. Die Artikel sind durchweg von solider Qualität, auf jeder Seite ein Ausreißer nach oben warten kann. Selten habe ich in der letzten Zeit eine Zeitung gelesen, die so sehr den Charakter einer Wundertüte hatte. Aber noch mal deutlich, im schlimmsten Falle wartet ein durchschnittlicher Artikel. Schlechteres ist mir kaum aufgefallen.

Es ist eine grundweg sympathische Zeitung, bei der durchaus auch noch die Späne fliegt. Ein Blick in das Archiv könnte sich allerdings lohnen. Oder wie wäre es damit, einfach mal unverbindlich einen Text an die Redaktion zu senden? Oder in der Redaktionssitzung vorbeischauen?

Pro forma: Die Soziale Welt ist Teil des INSP. Mehr brauche ich nicht sagen, die Arbeit haben sich andere schon gemacht.

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