Linkgebliebenes Folge 1

Wie es so ist, fehlt mir dann doch hin und wieder die Zeit, mich mit interessanten Meldungen zu befassen. Andernfalls auch die Muße. Selten beides. Damit sie aber nicht völlig unter den Tisch fallen, gebe ich die gesammelten Passagen samt meiner Gedankenfragmente hier in bester Beamtenmentalität zu meiner Entlastung weiter. Heute unter anderem mit dem jähen Ende eines künfitgen Weltstars, der Philosophie in Computerspielen, Social Media als Content-Lieferant für Straßenzeitungen und zur Sicherheit von Passphrases.

Immerhin soll er nicht gelitten haben

Es machte auch international die Runde, was bezeichnend genug ist, dass der kleine Til aus dem Leben schied. Art und Umstände seines Todes sind bezeichnend für die in Deutschland aufkeimende Medialisierung tierischer Abnormitäten oder dessen, was dafür gehalten wird. Mir fehlt die Zeit, mich genauer damit zu befassen, woran es liegt, dass deutsche Tiergärten und Zoos mit rührseligen Geschichten um internationale Aufmerksamkeit buhlen. Til, Knut und wie sie alle heißen werden dabei vor die Kameras gezerrt, was fatal enden kann, wenn die derart herbeigerufenen Kameraleute unversehens auf ihre Objekte treten. Dabei wäre doch so herrliches Cross-Marketing mit Schweigers Keinohrhasen angedacht gewesen. Und nun soll alles vorbei sein?

Tote Pferde oder ‚Luck‘ ohne Glück

Auch beim Dreh der von David Milch und anderen produzierten Serie ‚Luck‘ musste eingestellt werden. Zu viele Pferde mussten nach Unfällen aus ihrem Leid befreit werden, wie es der Euphemismus so schön besagt, um die Serie dann doch aufrechtzuerhalten. Die nicht gerade herausragenden Quoten mögen da auch ihren Teil beigetragen haben, dass die Serie um halbseidenen Pferderennbetrieb unterging. Doch vonnöten war es wohl allemal, da der Tierschutz völlig zu Recht Vorrang haben sollte.

Straßenzeitungen mit Katzen-Content?

Ein etwas zu kurz geratener Ansatz zur Popularisierung von Straßenzeitungen findet sich im Fontblog. Der Vorschlag, die Inhalte interessanter zu gestalten, indem doch kommerzielle Zeitungen oder Bloggerinnen und Blogger die Zeitungen mit Inhalten versorgen könnten, unterstellt leichtfertig ein redaktionelles Unvermögen, interessante Inhalte zu schaffen. Das ist für meinen Geschmack ein wenig selbstherrliches Hipstertum, denn die Straßenzeitungen entstehen, zumindest die ernsthaft betriebenen, in der Haltung, dass die mediale Berücksichtigung sozialer Themen nicht in ausreichendem Maße stattfinde.

Mass Effect mit Sokrates, Immanuel Kant und, ähem, Ayn Rand

Ryan Winterhalter befasst sich im Zuge der Hofberichterstattung zur Veröffentlichung des dritten Teils der beliebten SciFi-Serie mit den moralischen Dilemmata in den bisherigen Teilen. Und damit, wie wohl einige Größen der Philosophie damit umgegangen wären. Dass Ayn Rand dabei nicht fehlt, ist eher als Symbol ihrer anglo-amerikanischen Rezeption zu verstehen. Andererseits zeigt der Artikel den Willen, sich auf mehr als nur oberflächlichem Niveau mit Spielen und der Spielkultur zu befassen, den ich bei aller Kritik an der Auswahl der ‚Größen‘, bewundernswert finde. Von Berührungsängsten ist hier keine Spur.

Mehr zur Passwortsicherheit

Caschy stellt eine interessante Spielerei aus den Mozilla Labs vor: Die Erweiterung visualisiert das Alter und damit auch die Sicherheit der im Browser hinterlegten Passwörter. Und auf Lifehacker gibt es eine Ergänzung zu der von XKCD vorgeschlagenen Verwendung von Passphrases als Alternative zu abstrakten Passwörtern. Denn diese lassen sich auch effizient angreifen, wie eine Studie zeigte.

Und damit zurück in die angeschlossenen Anstalten.

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