This is Ayn Rand preaching (2/2)

Just wenn Rand sich auf dem philosophischen Gipfel angekommen wähnt, der Objektivismus ein für alle Mal in seine wesentlichen Argumenten nachvollziehbar begründet sei, bricht sich großes Pathos im finalen Satz des Kapitels (siehe Anmerkungen unter Zitate) Bahn:

[59] I swear – by my life and my love for it – that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine.

In den Ohren ihrer Verfechter klingt dieser Satz noch nach, wie auch in denen ihrer Widersacher und Kritiker. Der Satz ist die einfachste Formel der Rand’schen Ontologie, im selben Atemzug ihr epistemologisches Vermächtnis und obendrein von ihrer Schöpferin als ultimative und einzige moralische Formel angesehen, die Gerechtigkeit unter den Menschen zu schaffen vermag. Ein Schwur mit eingewobener apodiktischer Wirkung. Ihm zu widersprechen, führe zum Niedergang der menschlichen Zivilisation wie des Selbst. Doch schon die Unterlassung des Schwures führe letztlich zum selben Ergebnis.

Verlockend wie es ist, dieser Satz allein kann nicht hinreichend angegriffen werden, um Rands Hypothesen zu entkräften, er ist Stellvertreter eines theoretischen Modells, nicht dessen vollumfassender Schluss. Aber wie genau kommt Rand dazu?

Der Objektivismus nach Atlas Shrugged

Eine Einschränkung vorweg: Ich werde hier gar nicht erst versuchen, Rands Hypothesen als durch Atlas Shrugged final begründet darzustellen. Atlas war ihr erfolgreichster Roman, nach dessen Fertigstellung und Veröffentlichung sie ihre literarische Tätigkeit größtenteils einstellte. In der Folge schrieb sie zwar noch, doch beinahe ausschließlich Texte philosophisch-theoretischer Prägung. Insofern war ihr literarisches Werk lediglich der Auftakt zu einer tieferen Beschäftigung mit den Prämissen und Folgen des Objektivismus. Meine Darstellung hier bleibt also bewusst unfertig, da sie sich nur auf diesen Roman bezieht. Doch Rand hat die Gültigkeit des Atlas auch als einführendem Werk in objektivistische Gedanken meines Wissens nie verneint oder zurückgezogen.

Objektivistische Geschichtsdeutung

Die Geschichte der Menschheit sei geprägt von einer allesumfassenden Verweigerung gegenüber der Realität und den Bedingungen des Seins. Über die Jahrhunderte kulminierte diese Verweigerungshaltung in der Verneinung des für das menschliche Dasein und Überleben Anerkennung des Verstandes [9]. Darauf aufbauend entstand demzufolge die moralische Basis (moral code), die als destruktive Pervertierung des Zwecks der Moral aufgefasst werden müsse, da sie genau die einzig menschengegebene Grundlage für Moral negiere. So habe es aus objektivistischer Sicht folglich in der Geschichte der Menschheit bislang keinen moral code gegeben, der auch tatsächlich als solcher hätte bezeichnet werden dürfen [3].

Akteure des historischen Destruktivismus stammten aus zwei Lagern: Spiritualismus und Materialismus. Bei allen Unterschieden war ihnen gemein, aus unterschiedlichen Gründen, einen Dualismus zwischen Körper und Verstand aufrechtzuerhalten, sodass sie folgenreiche Gegensätze etablieren konnte. Nur so sei es ihnen überhaupt gelungen, die moralischen Notwendigkeiten von den praktischen Notwendigkeiten zu trennen. Genau damit aber, kreierten sie einen fingierten Widerpart zur Vernunft – den Glauben [4]. Wo die Spiritualisten nur das Bewusstsein sahen, beriefen sich Materialisten ausschließlich auf geistlose Materie. Beide verkannten nach der objektivistischen Lesart der Menschheitsgeschichte das unauflösliche Zusammenspiel der beiden. Damit, dies ist der ultimative Vorwurf der Objektivisten, hätten die beiden dominanten Traditionen die essentielle, hybride Grundlage des Lebens verleugnet – weil das Leben zu gleichen Teilen matieriell wie auch kognitiv sei. Dem Objektivismus zufolge können diese Akteure damit lediglich als Agenten des Todes aufgefasst werden [34].

Zu den praktischen Folgen dieser geschichtspessimistischen zählt demnach die völlige Verkehrung des Zwecks des menschlichen Lebens, seiner Maßstäbe und der Vernichtung jeglicher Moral. Im Detail sei durch Forderungen nach Selbstaufgabe und der damit verbundenen Herabwürdigung des Eigennutzes eine desaströse, kultische Verehrung der Gemeinschaftlichkeit entstanden. Das Opfer des eigenen Selbst sei tragendes Mittel dieses Systems – in beiden Ausprägungen – gewesen. Lediglich unterstellten die Spiritualisten das Individuum dem höheren Gut der spirituellen Gemeinschaft, die Materialisten es dem des Kollektivs. Als leitendes moralisches Instrument dieser fehlgeleiteten Sozialität seien stets neue Opfer vonIndividuen für die höhere kollektive Ordnung eingefordert worden [35, 36]. Letztlich, so der Objektivismus, habe dies dazu geführt, dass moralische Perfektion als Unmöglichkeit angesehen wurde, da die Krönung dieser Moralität in der völligen Selbstpreisgabe bestehe, die in letzter Konsequenz nur den Tod bedeuten könne [37]. Sie stellten den Sollen über das Haben, die Fiktion über die Wirklichkeit und ernteten Vernichtung des Seins [39].

Der Objektivismus als solches kann nur vor dem Hintergrund dieser historischen Deutung verstanden werden, die als Prämisse für einen historischen Vorwurf gilt:

[1] You have sacrificed wealth to need. You have sacrificed self-esteem to self-denial. You have sacrificed happiness to duty.

[44] Admit that the whole of your struggle, your doubts, your fakes, your evasions, was a desperate quest for escape from the responsibility of a volitional consciousness – a quest for automative knowledge, for instinctive action, for intuitive certainty – and while you called it a longing for the state of an angel, what you were seeking was the state of an animal.

Die derart waidwunde Menschheit aus dem Zustand der Selbstaufgabe und -erniedrigung zu führen, ihre körperlichen und seelischen, weltlichen und moralischen Wunden zu kurieren, ist das Programm des Objektivismus.

Ontologie und Epistemologie des Absoluten

Im Objektivismus fallen das Sein und die Wahrnehmung davon zusammen. Nicht aus Nachsicht oder Fahrlässigkeit, im Wesen des Objektivismus sind diese als unausweichliche Bestandteile anzuerkennen. Es gebe eine Realität, die vom Menschen vollumfänglich als solche wahrgenommen werden kann. Die moralische Forderung, die objektivistisch daraus abgeleitet wird, ist die, diese Realität als solche anzuerkennen und nur auf ihrer Grundlage zu handeln.

Über das was existiert, lassen sich im Atlas beispielsweise folgende Stellen finden:

[16] Existence exists – and the act of grasping that statement implies two corollary axioms: that something exists which one perceives and that one exists possessing consciousness, consciousness being the faculty of perceiving that which exists.

[41] The extreme you have always struggled to avoid is the recognition that reality is final, that A is A and that the truth is true.

Der Objektivismus stellt ontologisch und epistemologisch einen Absolutheitsanspruch, den Anspruch an die Absolutheit einer wahrhaftigen Realität, die zugleich mit Absolutheit durch die reale Wahrheit ihrer Wahrnehmung erfasst werden könne [42]. Diese absolute Wahrheit und die absolute Erkenntnis von Wahrheit begründen dem Objektivismus zufolge den einzig gangbaren Weg der Moral: die Anwendung der Erkenntnis dieser Wahrheit, um das Sein nur nach dieser Erkenntnis zu formen.

[43] There are two sides to every issue: one side is right and the other is wrong, but the middle is always evil. The man who is wrong retains some respect for the truth, if only by accepting the responsibility of choice.

Die ultimative moralische Differenzierung zwischen Gut und Böse falle einher mit der Unterscheidung von Wahr und Falsch bzw. Unwahr. Damit ist unweigerlich der Punkt gekommen, an dem der Objektivismus mehr über das Instrumentarium zur Wahrnehmung erläutert und damit auch die Bedingungen der Moral erhellt.

Der menschliche Verstand

Eine weitere Wahrheit ist die Existenz des menschlichen Verstandes, sein distinktives Merkmal zu allem anderen Leben und grundlegendes Mittel zum Überleben [5], da es ihn zur Wahl befähige. Genau in dieser Befähigung zur Wahl, die in der Natürlichkeit des Vorhandenseins des Verstandes im Menschen bestehe, liegt die Moral begründet. Der Mensch, nur er, kann mittels der eigenen Verstandesleistung die Wahrheit vom Falschen unterscheiden [50]. Und aus dieser Natürlichkeit des kognitiven Rüstzeugs ergeben sich folgenreiche Schlüsse.

Denn zunächst ist dem Menschen freigestellt, dieses Werkzeug einzusetzen. Ihn nicht zu nutzen bedeute allerdings den Tod, der dem Mensch als Option zustehe; die Anwendung des Verstandes allerdings lasse nur den Weg des Lebens zu, den Verstand zur Wahrnehmung der Wahrheit zu gebrauchen [6, 15]. Anschließend folge daraus, dass nur gut für das Leben eines vernünftigen, verstandesmäßigen Menschen ist, was dem Erhalt dieses Lebens dient, alles andere sei unweigerlich zum Tode führend. Das für den materiellen wie kognitiven Lebenserhalt Notwendig müsse demnach zugleich das moralisch Gute sein; im Umkehrschluss die Nichtanwendung des Verstandes ebenso das moralisch Verwerfliche [11, 13]. Der vernünftige Verstand ist die einzige, aber unumgängliche Richtschnur des Überlebens des Menschen. Auf das Individuum bezogen heiße dies, es muss seinen Verstand einsetzen, um die moralische Wahl zur Wahrheit zu treffen, doch sind die Bedürfnisse des Individuums einziges Kriterium der individualistischen Herleitung der Wahrheit [12].

Da der Verstand vom Objektivismus derart als Waagschale der Moral angesehen wird, leitet er daraus in Verbindung mit den Aussagen über die ontologisch und epistemologisch konzeptionalisierte absolute Wahrheit der Realität die Voraussetzung der Widerspruchsfreiheit ab. Diese Widerspruchsfreiheit in der eigenen Wahrnehmung der Realität und dem Streben nach vernunftgeleitetem Lebenserhalt zu erlangen sei Aufgabe und Ziel des vernünftigen Individuums:

[17] A contradiction cannot exist. An atom is itself, and so is the universe; neither can contradict its own identity; nor can a part contradict the whole.

Jeder Widerspruch in der Wahrnehmung der Welt und dem eigenen Handeln sei das Eingeständnis eines massiven Fehlers, die Aufrechterhaltung des Widerspruchs die Abkehr von der Realität [18]. Folglich sei jeder Widerspruch als unwahr, damit dem Leben abträglich und ebnso auch unmoralisch anzusehen. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit solle Maßstab sein, der eigene Verstand diese erkennen. Im Falle des Dissenses zweier vernünftiger Wesen falle es auf die Realität zurück, wem Recht zu geben sei [19]. Jedes freie, vernünftige Individuum müsse aufgrund der aus absoluter Wahrheit entstehender Gewissheit auf der Grundlage von drei Werten agieren: Der Vernunft an sich, dem aus ihr abgeleiteten Zweck des eigenen Lebens sowie das Selbstbewusstsein, als denkendes Wesen Glück durch Anwendung des Verstandes daraus resultierender Leistung zu erfahren [21]. Dies setzt die Anwendung menschlicher Tugenden wie Rationalität, Unabhängigkeit, Integrität, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Produktivität und Stolz voraus [22-28]. Letztlich sei das Streben nun das nach moralischer Perfektion, die – ganz im Unterschied zu den Spiritualisten und Materialisten – nicht nur möglich ist, sondern das Ziel sein müsse [45, 46].

Handelt der denkende Mensch nach diesen Werten und Tugenden, werden, so die Hypothese des Objektivismus, alle Menschen miteinander einträchtig umgehen, da sie- von und nur an ihre eigene Vernunftbegabung gebunden – lediglich das einfordern, was ihnen nach ihrer Begabung und Leistung zusteht, aber auch niemals weniger. Sie stünden nicht mehr im Widerspruch mit sich oder allen anderen [29]. Aus moralischer Sicht entstehe damit nur eine Verpflichtung:

[31] Do you now ask what moral obligation I owe to my fellow men? None – except the obligation I owe to myself, to material objects and to all of existence: rationality. I deal with men as my nature and their demands: by means of reason. I seek or desire nothing from them except such relations as they care to enter of their own voluntary choice.

Das Individuum, der Staat und die Meritokratie

Der beinahe uneingeschränkte Individualismus des Objektivismus kommt zum Schluss, ein Kollektiv allenfalls aus den Interaktionen vernunftbegabter und vernunftanwendender Individuen bestehen. Jede kollektivistische Form, die darüber hinaus bestehe, aber auch jeder Atomismus darunter, sofern dieser vorstellbar ist, weiche von den Voraussetzungen und Gegebenheiten der Realität ab. Der Objektivismus fordert daher vehement einen meritokratisches Netzwerk, dessen Staatlichkeit auf eine einzige Aufgabe beschränkt sei.

Dem Objektivismus ist jede Form der physischen Gewalt zur Durchsetzung von individuellen Ziellen und Zwecken zuwider, darüber besteht kein Zweifel. Allenfalls ist Gewalt dort erlaubt, wo sie sich in der Not der illegitimen Anwendung von physischem Druck und Repressalien erwehrt und dies auch nur, solange die akute Gefahr droht. Alle anderen Formen physischer Gewalt seien klar als Exzess und Übertretung vernünftigen Selbstinteresses anzusehen [32, 33]. Vor dieser Gewalt zu schützen und das Recht auf die Einhaltung der Regeln vernünftiger Interaktionen und Transaktionen zu etablieren, seien die einzigen legitimen Aufgaben eines Staates [53]. Dazu zählten aber nicht vage, idealistische Menschenrechte, vielmehr bedürfe es lediglich einer Wahrung von Besitz- und Urheberrechten, denn unter vernünftigen Individuen ergebe sich die Wertschätzung des anderen Lebens aus der des eigenen [49-52].

Im Übrigen reichten die Voraussetzungen des vernunftgeleiteten Individualismus zu einer meritokratisch geordneten Gesellschaft, die allen anderen möglichen kollektivistischen Formen weit überlegen sei. Ihr Modus sei der freie Handel zwischen rational agierenden Individuen. Deren Vorteil sei zudem die gemeinsame Wertschöpfung der Leistungen der besten Denker der Gesellschaft [54]. Mehr noch, die Gesellschaft sei sogar immer noch von größerem Nutzen für die weniger begabten denkenden Menschen, da diese vermehrt nur aus ihrer körperlichen Leistungskraft Wert schöpften. Doch die körperliche Arbeit schaffe nur augenblicklichen Wert, die geistige Leistung hingegen sei von langer Dauer, ihr Wert ohne Einbußen in der Zeit und im Raum übertragbar. So lasse sich sagen, dass diejenigen genialen Menschen an der Spitze der Meritokratie sogar weniger erhalten, als jene weit unter ihnen. Diese erhielten nur materielle Leistung, jene aber auch geistige [55-57].

Aus dieser vernunftgemäß geordneten Gesellschaftsordnung, in der aber gerade die Schwachen, die Armen, die weniger Begabten von den Früchten der Arbeit der Leistungsfähigsten profitierten, ergebe sich der Anspruch, den Leistungsfähigsten Dankbarkeit entgegenzubringen, da diese mehr Wert schöpften und diesen unweigerlich, weil unvermeidlich mit den Mediokren teilten. Die Geschichte der Menschheit aber zeigte, dass ganz im Gegenteil die Unteren den Oberen ihre Leistungsfähigkeit neideten, sie zu sich zerrten und damit auch das eigene Leben immer weiter gefährdeten. Aus dieser lebensverachtenden, arroganten Erniedrigung der Leistungsfähigsten und Besten Menschen zehrt die Aggression, die im Objektivismus allgegenwärtig ist.

Entgegen der Ankündigung, ich könnte dies alles in zwei Teilen abarbeiten, wird es wohl noch einiger Artikel benötigen, um mich nun kritisch mit dem Objektivismus zu befassen.

Zitate

Alle folgenden Zitate stammen aus Kapitel VII „This Is John Galt Speaking“ meiner für ordentliche Zitation wenig geeigneten E-Book-Ausgabe. Ich nummeriere die Zitate in der Reihenfolge, in der sie im Kapitel vorkommen, damit wenigstens nachvollzogen werden kann, falls ich sie anders angeordnet habe. Diese Liste enthält durchaus mehr relevante Passagen als in der obigen Darstellung angesprochen werden. Diese werden aber angeführt, da sie Kontexte erhellen oder in folgenden Artikeln Bezug auf sie genommen wird.

[1] You have sacrificed wealth to need. You have sacrificed self-esteem to self-denial. You have sacrificed happiness to duty.

[2] We have granted you everything you demanded of us, we who had always been the givers, but have only now understood it. We have no demands to present to you, no terms to bargain about, no compromise to reach. You have nothing to offer us. We do not need you.

[3] Your moral code has reached its climax, the blind alley at the end of its course. And if you wish to go on living, what you now need ist not to return to morality – you have never known any – but to discover it.

[4] For centuries, the battle of morality was fought between those who claimed that your life belongs to God and those who claimed that it belongs to your neighbors […] Both sides agreed that morality demands the surrender of your self interest and of your mind, that the moral and the practical are opposites, that moraliy is not the province of reason, but the province of faith and force.

[5] Man’s mind is his basic tool of survival.

[6] But you are not free to escape from your nature, from the fact that reason is your means of survival – so that for you, who are a human being, the question ‚to be or not to be‘ is the question ‚to think‘ or not to think.‘

[7] He needs a code of values to guide his actions. ‚Value‘ is that which one acts to gain and keep, ‚virtue‘ is the action by which one gains and keeps it. […] ‚Value‘ presupposes a a standard, a purpose of action in the face of an alternative. Where there are no alternatives, no values are possible. There is only one fundamental alternative in the universe: existence or non-existence – and it pertains to a single class of entities: to living organisms.

[8] Are you prattling about an instinct of self-preservation? Self-preservation is precisely what man does not possess. [Mensch habe höchstens einen Wunsch danach, aber auch dieser sei nicht automatisch.

[9] But the history of man has been a struggle to deny and to destroy his mind.

[10] A code of values accepted by choice is a code of morality.

[11] All that which is proper to the life of a rational being is the good; all that which destroys it is the evil.

[12] […]not survival at any price, since there’s only one price that pays for man’s survival: reason. Man’s life is the standard of morality, but your own life is its purpose.

[13] Since life requires a specific course of action, any other course will destroy it […].

[14] Happiness is that state of consciousness which proceeds from the achievement of one’s values. [Man habe zwar die Freiheit, das Glück auf vielen Wegen zu suchen, ans Ziel führe aber nur ein Weg.]

[15] No, you do not have to live; it is your basic act of choice; but if you choose to live, you must live as a man – by the work and the judgment of your mind.

[16] Existence exists – and the act of grasping that statement implies two corollary axioms: that something exists which one perceives and that one exists possessing consciousness, consciousness being the faculty of perceiving that which exists.

[17] A contradiction cannot exist. An atom is itself, and so is the universe; neither can contradict its own identity; nor can a part contradict the whole.

[18] To arrive at a contradiction is to confess an error in one’s thinking; to maintain a contradiction is to abdicate one’s mind and to evict oneself from the realm of reality.

[19] Your mind is your only judge of truth – and if others dissent from your verdict, reality is the court of final appeal.

[20] When a man declares: ‚Who am I to know?‘ – he is declaring: ‚Who am I to live?‘

[21] To live, man must hold three things as the supreme and ruling values of his life: Reason – Purpose – Self-Esteem. Reason, as his only tool of knowledge – Purpose, as his choice of the happiness wjocj tjat tool must proceed to achieve – Self-esteem, as his inviolate certainty that his mind is competent to think and his person is worthy of happiness, which means: is worthy of living. These three values imply and require all of man’s virtues, and all his virtues pertain to the relation of existence and consciousness: rationality, independence, integrity, honesty, justice, productiveness, pride.

[22]  Rationality is the recognition of the fact that existence exists, that nothing can alter the truth and nothing can take precedence over that act of perceiving it, which is thinking […].

[23] Independece is the recognition of the fact that yours is the responsibility of judgment and nothing can help you escape it […].

[24] Integrity is the recognition of the fact that you cannot fake your consciousness, just as honesty is the recognition of the fact that you cannot fake existence […].

[25] Honesty is the recognition of the fact that the unreal is unreal and can have no value, that neither love nor fame nor cash is a value if obtained by fraud […].

[26] Justice is the recognition of the fact that you cannot fake the character of men as you cannot fake the character of nature […].

[27] Productiveness is your acceptance of morality, your recognition of the fact that you choose to live – that productive work is the process by which man’s consciousness controls his existence […].

[28] Pride is the recognition of the fact that you are your own highest value and, like all if man’s values, it has to be earned – that of any achievements open to you, the one that makes all others possible is the creation of your own character […].

[29] Just as there are no contradictions in my values and no conflicts of interest among my desires – so there are no victims and no conflicts of interest among rational men, men who do not desire the unearned and do not view one another with a cannibal’s lust, men who neither make sacrifices nor accept them.

[30] The symbol of all relationships among such men, the moral symbol of respect for human beings, is the trader.

[31] Do you now ask what moral obligation I owe to my fellow men? None – except the obligation I owe to myself, to material objects and to all of existence: rationality. I deal with men as my nature and their demands: by means of reason. I seek or desire nothing from them except such relations as they care to enter of their own voluntary choice.

[32] So long as men desire to live together, no man may initiate – do you hear me? no man may start – the use of physical force against others.

[33] That is the moral absolute one does not leave open to debate. I do not grant the terms of reason to men who propose to deprive me of reason. I do not enter discussions with neighbors who think they can forbid me to think. I do not place my moral sanction upon a murderer’s wish to kill me. When a man attempts to deal with me by force, I answer him – by force.

[34] As products of the split between man’s soul and body, there are two kinds of teachers of the Morality of Death: the mystics of spirit and the mystics of muscle, whom you call the spiritualists and the materialists, those who believe in consciousness without existence and those who believe in existence and without consciousness. Both demand the surrender of your mind, one to their revelations, the other to their reflexes.

[35] Selfishness – say both – is man’s evil. […] Sacrifice – cry both – is the essence of morality, the highest virtue within man’s reach.

[36] Sacrifice is the surrender of that which you value in favor of that which you don’t.

[37] You are told that moral perfection is impossible to man – and, by this standard, it is. You cannot achieve it so long as you live, but the value of your life and of your person is gauged by how closely you succeed in approaching that ideal zero which is death.

[38] Are you thinking, in some foggy stupor, that it’s only material values that your morality requires you to sacrifice? And what do you think are material values? Matter has no value except as a means for the satisfaction of human desires. Matter is only a tool of human values.

[39] Those who tell you that man is unable to perceive a reality undistorted by his senses, mean they are unwilling to perceive a reality undistorted by their feelings. ‚Things as they are‘ are things as perceived by the mind; divorce them from reason and they become ‚things as perceived by your wishes.‘

[40] The law of identity does not permit you to have your cake and eat it, too. The law of causality does not permit you to eat your cake before you have it.

[41] The extreme you have always struggled to avoid is the recognition that reality is final, that A is A and that the truth is true.

[42] The man who refuses to judge, who neither agrees nor disagrees, who declares that there are no absolutes and believes that he escapes responsibility, is the man responsible for all the blood that is now spilled in the world. Reality is an absolute, existence is an absolute, a speck of dust is an absolute and so is a human life. Whether you live or die is an absolute.

[43] There are two sides to every issue: one side is right and the other is wrong, but the middle is always evil. The man who is wrong retains some respect for the truth, if only by accepting the responsibility of choice.

[44] Admit that the whole of your struggle, your doubts, your fakes, your evasions, was a desperate quest for escape from the responsibility of a volitional consciousness – a quest for automativ knowledge, for instinctive action, for intuitive certainty – and while you called it a longing for the state of an angel, what you were seeking was the state of an animal.

[45] Discard that unlimited license to evil which consists of claiming that man is imperfect. By what standard do you damn him when you claim it? Accept the fact that in the realm of morality nothing less than perfection will do.

[46] Moral perfection is an unbreached rationality – not the degree of your intelligence, but the full and relentless use of your mind, not the extent of your knowledge, but the acceptance of reason as an absolute.

[47] That which you do not know, is not a moral charge against you; but that which you refuse to know, is an account of infamy growing in your soul.

[48] The only realm opposed to reality is the realm and premise of death.

[49] You who’ve lost the concept of a right, you who swing in impotent evasiveness between the claim that rights are a gift of God, a supernatural gift to be taken on faith, or the claim that rights are a gift of society, to be broken at its arbitrary whim – the source of man’s rights is not divine laq or congressional law, but the law of identity. A is A – and Man is Man. Rights are conditions of existence required by man’s nature for his proper survival.

[50] Rights are a moral concept – and morality is a matter of choice.

[51] Just as man can’t exist without his body, so no rights can exist without the right to translate one’s rights to reality – to think, to work and to keep the results – which means: the right of property. The modern mystics of muscle who offer you the fraudulent alternative of ‚human rights‘ versus ‚property rights,‘ as if one could exist without the other, are making a last, grotesque attempt to revive the doctrine of soul versus body. Only a ghost can exist without material property; only a slave can work with no right to the product of his effort. The doctrine that ‚human rights‘ are superior to ‚property rights‘ simpy means that some human beings have the right to make property out of others; since the competent have nothing to gain from the incompetent, it means the right of the incompetent to own their betters and to use them as productive cattle. Whoever regards this as human and right, has no right to the title of ‚human.‘

[52] The source of property rights is the law of causality. All property and all forms of wealth are produced by man’s mind and labor. As you cannot have effects without causes, so you cannot have wealth without its source: without intelligence.

[53] The only proper purpose of a government is to protect man’s rights, which means: to protect him from physical violence. A proper government is only a policeman, acting as an agent of man’s self-defense, and, as such, may resort to force only against those who start the use of force. The only proper functions of a government are: the police, to protect you from criminals; the army, to protect you from foreign invaders; and the courts, to protect your property and contracts form breach or fraud by others, to settle disputes by rational rules, according to objective law.

[54] But when you live in a rational society, where men are free to trade, you receive an incalculable bonus: the material value of your work is determined not only by your effort, but by the effort of the best productive minds who exist in the world around you.

[55] Physical labor as such can extend no further than the range of the moment. The man who does no more than physical labor, consumes the material value-equivalent of his own contribution to the process of production, and leaves no further value, neither for himself nor others.

[56] Material products can’t be shared, they belong to some ultimate consumer; it is only the value of an idea that can be shared with unlimited numbers of men, making all sharers richer at no one’s sacrifice or loss, raising the productive capacity of whatever labor they perform. It is the value of his own time that the strong of the intellect transfers to the weak, letting them work on the jobs he discovered, while devoting his time to further discoveries. This is mutual trade to mutual advantage […].

[57] The man at the top of the intellectual pyramid contributes the most to all those below him, but gets nothing except his material payment, receiving no intellectual bonus from others to add to the value of his time. The man at the bottom who, left to himself, would starve in his hopeless ineptitude, contributes nothing to those above him, but receives the bonus of all their brains. Such is the nature of the ‚competition‘ between the strong and the weak of the intellect. Such is the pattern of ‚exploitation‘ for which you have damned the strong.

[58] Those who choose to join us, will join us; those who don’t, will not have the power to stop us; hordes of savages have never been an obstacle to men who have carried the banner of the mind.

[59] I swear – by my life and my love for it – that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine.

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