Linkgebliebenes 3

Der persönliche Rundumschlag durchs Netz hat jede Menge Staub aufgewirbelt. Als der Dunst verzogen war, blieben einige Steuerschlupflöcher für Amazon, viel Gerede um den Schutz der Kinder als Grund für Überwachungsmaßnahmen und ein anschaulicher, internationaler Ländervergleich der Metalbands pro Einwohner. Dies und noch vieles mehr ist nur einen Klick entfernt.

Aber, was ist mit den Kindern?

Der Terrorismus scheint endgültig ausgedient zu haben, was seine Eignung zur Drohkulisse angeht. Nun muss aber schnell ein Grund her, weshalb all die schillernde, prächtige Technik doch angeschafft werden muss. Und die Technik, die schon da ist, sollte ja nicht in den Regalen verstauben. Gibt es da nicht genug Kinderschänder und -mörder? Das ist doch mal ein Grund, ein origineller. Das ist noch nie dagewesen, oder? Wie das dann in der Praxis aussehen kann, ist alles auf annalist nachzulesen.

The Amazing Amazon

Da will ich Konsument doch nur günstige Ware haben. Da stört es mich wirklich beim virtuellen Einkaufsbummel, wie weit man sich bei Amazon anscheinend zu strecken scheint, um die Steuerlast so gering wie möglich zu halten. Zumindest dem Guardian zufolge vollführt der große Versandhändler einige ansehnliche steuerrechtliche Pirouetten, die wunderbar geplant sind und sichergestellt werden. Ich will nicht aufhören, bei denen einzukaufen. Ich will nicht, ich will, ich will. Wo sonst soll ich die billigen Spiele, Filme und, ach, einfach alles kaufen?

Gaming-Shaming

Aber immerhin mit gutem Grund. So kann bei Telepolis mal etwas mehr dazu gelesen werden, wie sich Spieleentwickler auch finanzieren. Als Middleware-Lieferant für die Rüstungsindustrie. Durchaus nichts Neues, doch aber immer wieder spannend. Es taugt nicht als Argument gegen die so genannten Killerspiele, dennoch sollte man die Augen nicht vor der Realität verschließen. Jeder kann sich selbst einen Reim darauf machen.

Dann gab es ja noch die unsäglichen Boykottaufrufe gegen das MMORPG im Star-Wars-Universum, das sich doch tatsächlich erdreistete, auf unaufdringliche Weise homosexuelle Kontakte zwischen Spielerinnen, Spielern und NPCs zu erlauben. Mit einer Gegenkampagne, die treffsicher den Ton des Spiels hält. Die dunkle Seite der Macht kann man im Spiel gerne einnehmen, im RL sieht es anders aus.

Inhaltlicher Art fragt sich Scott Sharkey, ob denn Spiele tatsächlich die Freiheiten bieten, die sie vollmundig versprechen. Dabei stellt er einige interessante Voraussetzungen dafür auf, wann Spiele Freiheit und notwendige Linearität in ausgewogener Form hervorbringen, sodass eine gute Suggestion von Freiheit geschaffen wird.

Headbanger’s Ball

Schnell, in nur zwei Sekunden Bedenkzeit die Antwort auf die folgende Frage geben: In welchem Land gibt es die meisten Metalbands pro Einwohner?

Na? War die Antwort Schweden oder Finnland. Nicht schwer, trotzdem ist diese Karte toll.

Zur Belohnung gibt es ein gesungenes Manifest trunkenen zivilen Ungehorsams, ungebundenen Widerstands gegen den Obrigkeitsstaat und viele schiefe Töne (via):

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