Underworlds

20120527-141429.jpgNoch mehr ältere RPGs für iOS, noch mehr Frust und Enttäuschung. Underworlds ist ein weiteres Action-RPG mit einiger Geschichte auf dem Smartphone. Der lange Bart, den es trägt, ist aber nicht in Würde ergraut, sondern wird schon bei Erscheinen im Jahr 2009 nur durch die fehlende Konkurrenz Beifall gefunden haben. Er ist filzig und wirr. Klingt unfair, da ja zu dieser Zeit die Spiele auf Smartphones noch ihre Form suchten, allerdings muss ich sagen, dass es von Handhelds schon seit zwei Jahrzehnten Vorbilder gab, die zeigten, wie man es machen kann. Es soll auch gar nicht heißen, Underworlds sei vollkommen schlecht. Es hat seine Vorzüge, die allerdings erst im zweiten Kapitel. Zuvor kämpfte ich mich in und an einem monotonen Dungeoncrawler ab.

Das erste Kapitel gehört tatsächlich zu den langatmigsten Spielerlebnissen. Angefangen beim linearen Quest- und Leveldesign, das die Spielerinnen und Spieler durch triste Gewölbe scheucht und dabei nicht auf Backtracking verzichtet, um die magere Spieldauer von zwei Stunden im ersten Kapitel zu strecken. Mit trist ist eine noch sehr gut gelaunte Beschreibung des grafischen Darstellung gegeben. Doch kein Wort mehr darüber, denn es gibt noch wesentlich traurigere Aspekte.

Es ist ein langsames Spiel, da die Figur, die als gestählter Ritter vorgegeben ist, in aller Seelenruhe durch die Gegend trottet. Unterbrochen werden diese Wanderungen von stupide agierenden Gegner, an denen einzig die furchtbaren Töne, die sie von sich geben, Gefahr verströmen. So hackt der Ritter dann auf Knopfdruck auf ihre Schädel ein, während ich als Spieler lediglich darauf achten muss, einige Spezialfertigkeiten einzusetzen oder die Lebensenergie auf ordentlichem Niveau zu halten. Kommt mal ein Boss, um die Ecke, ist er lediglich an einer anderen Schriftfarbe und etwas höherer Energie und Schlagkraft zu erkennen. Es dauert also nur länger, bis die wandelnde Rüstung sich wieder auf den Weg machen darf. Ab und zu kommt doch Abwechslung ins Spiel, denn da darf man ein paar Pünktchen Belohnung für den Stufenanstieg verschieben. Danach zieht man erneut in die Tristesse oder zu den NPCs, die aber auch nur langweilige Quests vergeben oder als Händler agieren.

Ginge es nach dem ersten Kapitel, Underworlds wäre ein Totalausfall. Mit dem zweiten Kapitel tut sich aber was. Die Steuerung wird nicht besser, aber ich hatte mich mit ihr abgefunden. Es mag auch an der Gewöhnung liegen, doch scheinen hier die Klänge ebenfalls an Qualität gewonnen zu haben. Besserungen sind ansonsten überall zu spüren. Die Welt wird größer, weniger linear. Bei den Quests ist wenigstens ein bisschen Freiheit geschaffen, wann und wie diese abgearbeitet werden. Auch steht eine wahrhaftige Stadt als Oberfläche zur Verfügung, in der wesentlich mehr erlebt werden kann. Man mag es nicht glauben, es gibt sogar eine Quests, bei der entschieden werden kann, wem man denn nun helfen möchte. Ein Bosskampf, der den Namen auch eher verdient, wird spendiert.

Das alles macht Underworlds noch lange nicht zu einem guten Spiel, doch für harte Kenner und Freunde des Genres ist nun etwas dabei, dass die schlimmsten Entzugserscheinungen mildern kann, wenn alle übrigen RPG-Alternativen ausgegangen sind. Weniger Hartgesottene oder nur Neugierige sollte sich vor dem Kauf die angebotene Lite-Version ansehen.

Titel: Underworlds (Lite)
Hersteller: Pixel Mine Games
Jahr: 2009
Genre: Action-RPG
Plattform: iOS
Version: 1.24

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.