Apple Podcasts (iOS)

Machte Apple letzte Woche in der Musik-App für iOS einen chirurgischen Eingriff, waren alle gespannt, wann die unter anderen entfernten Podcasts in eigener Form erscheinen würden. Ich dachte mir da nur: „Warum? Ich bin doch gerade von Podcaster auf Instacast umgestiegen.“ Aber so wie die Erinnerungen von Apple nur eine recht oberflächliche To-do-Listenfunktion bietet, so beruhigte ich mich, wird die kostenlose Anwendung für Podcasts ebensowenig mithalten können. Jetzt ist sie da, tatsächlich ist dabei nichts Halbes und nichts Ganzes rausgekommen. Die Konkurrenz kann also vorerst beruhigt sein.

Falsch macht Apple dabei nichts, nur geht es nicht die volle Distanz. Selbstverständlich sieht es alles ganz possierlich aus, dennoch ist die Funktionalität bescheiden. Ein wenig versteckt, aber immerhin doch auffindbar, können etwas fortgeschrittene Einstellungen vorgenommen werden. So ist beispielsweise auch die Wiedergabegeschwindigkeit variabel. Zwischen langsamem, normalem und schnellem Tempo können wir wählen. Einen Sleep-Timer hat Apple sich auch gegönnt. Darüber hinaus wird es dann aber auch schon dünn.

So weit ich es sehen kann, ist die App nicht in das Mitteilungscenter integriert, was mich zu der Annahme bringt, dass es keinerlei aktuelle Informationen über neue Podcasts geben wird. Also auch kein Push, wie es etwa Instacast hat. Apple scheint auch nicht davon auszugehen, Nutzerinnen und Nutzer würden sich eine stattliche Sammlung von Podcasts zulegen oder schon ein ordentliches Archiv angelegt haben. Für das Management der Podcasts und einzelnen Folgen stellt die App so gut wie nichts parat. Das fängt schon damit an, dass in der App selbst keine Import- oder Export-Funktion verfügbar ist. In Cupertion scheinen sie tatsächlich damit zu rechnen, das wäre einfach mit iTunes abzuwickeln. Diesen Bloat von iTunes will ich doch als vernünftiger Mensch loswerden, da hätten sie doch so spendabel sein können, in der App einen OPML-Import und -Export einzubinden.

Die Liste der kleinen bis größeren Nachlässigkeiten und Aussparung könnte noch lange heruntergebetet werden, das spare ich mir aber. Für mich gibt es keinen Grund, die App wirklich Ernst zu nehmen. Für manche Gelegenheitshörerinnen und -hörer kann das anders sein, wer aber ernsthaft Podcasts hört, wird über kurz oder lang auf die alternativen Apps umsteigen oder auf Apples gute Absichten warten müssen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.