Serienstarts Fall Season 2012 – Meh (1/5)

Und ab zu den schon besseren Serien. Nach den ganzen halbgaren und teils sogar beleidigend wirkenden Trailern wurde es aber auch Zeit.

666 Park Avenue

Der gefühlte Trend der horrorlastigen Serien ebbt auch in der nächsten Saison nicht ab. Die blutige Seifenoper True Blood, ein surreales, bisweilen unterirdisches, aber jederzeit blendend gespieltes American Horror Story sowie die pubertierenden Vampire Diaries und Teen Wolf sind insgesamt stark genug gelaufen, um nun einen weiteren Versuch zu wagen.

Wenn es denn aber im Trailer nicht nur um gruseliges Einerlei ginge, träfe es wohl auf mehr Vorfreude. Alles sieht ein wenig nach auf Nummer sicher aus. Hier ein paar bekannte Gesichter, wenn auch Dave Annables (Brothers & Sisters) und Terry O’Quinn (Lost) Eignung als Zugpferde bezweifelt werden darf. David Wilcox schuf die Spukhaus-Variation, die nun in einem noblen Appartmentgebäude spielt. Wilcox hat einige Erfahrung als Autor, besonders seine Zeit bei Fringe lässt aufhorchen, doch von Originalität ist hier bislang wenig zu sehen. Die Spannung geht also davon aus, was aus der Serie wird. Der Sendeplatz direkt nach dem quotenstarken Revenge spricht immerhin für gute Rahmenbedingungen, was die Überlebenschancen von 666 Park Avenue betrifft.

Arrow

Schnell, schnell, Trailer geht los. Hektische Schnitte. Wo sind die Streicher, die zackig jeden Schnitt begleiten? Mehr Chorgesänge, die sinnloses Gebrabbel trällern, los. Pathos auf elf hochdrehen! Mehr, mehr von allem!

Das hier ist ganz alte Trailer-Schule. CW will damit das avisierte jugendliche Publikum mal locker für sich einnehmen. Green Arrow also, aus der zweiten Superheldengarde. CW ist das kleine Network, das sieht man hier auch deutlich. Der Trailer ist eine absolute Kompensationshandlung für eine Serie, die wohl kaum über die Produktionsmittel der Konkurrenz verfügen dürfte. Das allein macht aber noch keine schlechte Serie, weshalb ich mit deutlich herabgestufter Erwartungshaltung an diese Comicumsetzung herangehe, völlig verdorben hat der Trailer mein Interesse nun aber doch noch nicht.

Einer der Produzenten von Arrow ist Greg Berlanti, der schon einige Jahre als Autor und Produzent von Serien für ein überwiegend junges Publikum auf dem Buckel hat. Darunter ist kein einziges Highlight, aber auch kein wirklich dürftiges Stück Serienunterhaltung. Mal abwarten, was hier wird.

Ben and Kate

Trotteliger, doch liebenswerter großer Bruder zieht zu seiner alleinerziehenden Schwester und ihrer Tochter. Das klingt nun nicht nach einem großen Wurf. Ben wird von dem mir gänzlich unbekannten Nat Faxon gespielt, Kate von Dakota Johnson, von der ich ebenso noch nichts gehört habe. Faxon, der immerhin Mitglied der erfolgreichen Impro-Comedy-Gruppe The Groundlings ist, und Johnson haben aber etwas an sich.

Vielleicht falle ich auch nur auf etwas rein, denn schließlich scheint der Trailer mal gerade so die Pilotfolge in Kurzform wiederzugeben, doch finde ich an ihm etwas Harmloses, das mich abwarten lässt. Wagemutig traue ich mich damit hervor, dass in dieser Serie etwas stecken könnte, wenn FOX nicht schon die Geduld ausgeht, bis die Serie zu sich gefunden hat. Mich jedenfalls lockt die Serie, bei der im Trailer noch nicht alles sitzt, mit einem entwaffnenden Charme. Ben and Kate hat anscheinend das Potenzial zwischen der nicht auf Schenkelklopfer ausgelegten Situationskomik auch einmal ruhigere Töne anzuschlagen. Damit könnte ich mich sehr gut anfreunden. Wenn ich da hoffentlich mal nicht enttäuscht werde.

Cult

Damit nicht der Verdacht aufkäme, ich könnte mit dem Lineup von CW gar nichts anfangen, hieve ich Cult mal in den Kreis der Serien, denen ich einen gewissen Reiz aufgrund des Trailers nicht absprechen will.

Das liegt vor allem an David Knepper (Prison Break), der den Psychopathen einfach draufhat. In Cult ist Knepper der sinistre Moderator einer populären Fernsehsendung, deren Anhängerschaft anscheinend aber die in der Sendung dargestellten Verbrechen nachahmt. Gut, das geht auch weniger reißerisch, was die Prämisse angeht. Aber für eine kurzweilige Reißer könnte es eben genau deshalb reichen. Josh Schwartz, dessen Nerdfeuerwerk Chuck in guter Erinnerung ist, produziert zusammen mit Stephanie Salvage. Beide haben für CW schon ein ordentliches Teenieprogramm von Gossip Girl bis Hart of Dixie zusammengestellt. Alles leichte Kost, wenn es aber ein wenig mit Thrill aufgepeppt wird eventuell doch gut verdaulich.

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