Serienstarts Fall Season 2012 – Meh (2/5)

Auch hier könnte doch noch was dabei sein. Diese Serien wirken doch immerhin solide.

Do No Harm

Sehr viel mehr als dieser kurze Teaser ist zu diesem Drama bei NBC erst einmal nicht zu sagen.

Der Trailer gibt nichts her, außer dass er die Furcht des erfolgreichen Neurochirurgen Jason Cole vor seinem Alter Ego, das nachts in ihn fährt, wiedergibt. Es ist der alte Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde-Hut. Im Gegensatz zu Beauty and the Beast scheint hier doch wesentlich mehr zu stecken, als einen bekannten Namen in ein neues Gewand zu hüllen, um dann mit der Bekanntheit der Marke hausieren zu gehen. Clever wird die alte Geschichte anscheinend mit einer Arztserie gekreuzt. Das könnte durchaus Spaß machen.

Elementary

Und da ist es, das unvermeidliche amerikanisierte Remake der umjubelten BBC-Serie Sherlock.

Oder etwa nicht? Arthur Conan Doyles Romane um den Meisterdetektiv sind längst gemeinfrei. Einen Schutz der Figuren gibt es also nicht mehr. Die BBC konnte aus diesem Grund, ohne jede juristische Restriktion fürchten zu müssen, Holmes in die Gegenwart versetzen. Daraus wurde eine gefeierte Serie, die aber nach Bekunden von CBS und den Produzenten von Elementary nicht kopiert wurde. Zwar war die Umsiedlung von Sherlock angedacht, wurde aber verworfen. Elementary soll ein gänzlich eigenständiger Versuch sein, die Ermittlungen Holmes‘ im Manhattan der Gegenwart anzusiedeln. Offenkundigste Änderung ist die von Lucy Liu verkörperte Joan Watson.

Jonny Lee Miller gibt dabei doch einen ansprechenden Holmes im andauernden Redeschwall des eigenen Genies, als müsse er seine Gedanken teilen, um sie nicht zu verlieren. Im Stakkato der etwas zu fein geschliffenen Dialoge, deckt Millers Holmes also mit seiner Partnerin Verbrechen auf, wobei der Trailer noch im Dunkeln lässt, ob diese erkennbar weltlicher Natur sein werden oder doch die Doyles’sche übernatürliche Verklärung haben werden, die nur von dem rationalen Geist Holmes‘ wieder auf den Boden der Tatsachen geholt werden kann.

Alles in allem scheint hier ein Fall der Woche abgearbeitet zu werden. Das sieht so weit erbaulich aus, nur eben nicht besonders.

Emily Owens M.D.

Arztserie Nummer Schlachmichtot. Emily Owens, junge Ärztin, schlägt sich im Krankenhaus- und Liebesalltag durch.

Wichtigster Indikator dafür, dass ich nicht geeignet bin, über diesen Trailer zu urteilen: Ich wollte doch gerade herablassend von einer Schnatterserie schreiben. Das kann ich mir aber nicht durchgehen lassen. Aus gegebenem Anlass muss ich demnach darauf verweisen, sicher nicht von der Serie angesprochen zu sein. Ein weiterer Indikator ist meine seit den ersten Staffeln von Emergency Room sträfliche Missachtung dieses Subgenres des seriellen Dramas. Gelegentliche Eindrücke von House und Greys Anatomy, ich weiß, wie kann ich die beiden nur in einem Atemzug nennen, haben die Sache nicht besser gemacht.

Nehme ich also meine Abneigung gegen das Genre allgemein und die auf die weibliche Perspektive fokussierte, fröhlich-flapsige Erzählform aus dem Off zurück, muss ich sagen, nichts an dieser Serie wirkt auf den ersten Blick abschreckend oder lächerlich. Die Heiterkeit und selbstreferenzielle Gedankenweilt von Emily Owens ist, objektiv betrachtet, mitnichten ein Reinfall. Nur nicht mein Geschmack.

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