Serienstarts Fall Season 2012 – Must-see

Und da ist sie, die sehr subjektive Liste der Serien, die mich packen könnten. Dazu sei gesagt, unterm Strich haut mich die Fall Season nicht besonders vom Hocker. Wirkliche Glanzlichter zeichnen sich noch nicht ab. Aufgrund der zugegeben oberflächlichen Beurteilung der Trailer kann der Eindruck täuschen.

Red Widow

Diese Serie ist in dieser Liste ein Wackelkandidat. Es spricht in meinen Augen einiges für deren Ausrichtung. Nach der Ermordung ihres kriminellen Mannes, übernimmt Hausfrau Marta Walraven die Geschäfte ihres verstorbenen Gatten.

Es sind im Grunde simple Geschehnisse, die eine Handlung vorantreiben, in der Marta Walraven in die organisierte Kriminalität einsteigt, um ihre Familie zu schützen. So simpel ist es, dass genügend Raum für eine allmähliche Steigerung der Einsätze bleibt. Sofern der Serie also die Zeit gegeben wird, die Handlung durch ihre Figuren reifen zu lassen, könnte sich Red Widow zu einem spannenden Thriller entwickeln.

Argwöhnisch macht mich lediglich die theatralische Inszenierung von Leid und Trauer im Trailer. Doch auch hier gilt, es ist nur ein Trailer, der nach mir unbekannten Regeln erschaffen wird, um selbst die einfältigsten Zuschauerinnen und Zuschauer zu locken. Und wenn ihnen dafür emotional über den Schädel geschlagen werden muss, dann wird dies halt umgesetzt.

Revolution

Hinter den von J.J. Abrams produzierten Serien stecken immerhin ordentlich Budgets. Wer wundert sich da also über einen ordentlich polierten Trailer für die im September startende Revolution. Dabei dachte ich zunächst an Alan Weismans Sachbuch The World Without Us, doch anscheinend dockt diese dystopische Serie an der Emberverse-Buchreihe an. Sagt mir nichts, aber der Trailer gibt das hier her.

An sich gibt es nach dem Trailer nichts an der von Eric Kripke verantworteten Serie zu beanstanden. Dessen Supernatural ließ mich seiner Oberflächlichkeit wegen kalt, hat aber doch ein ordentliches Gefolge gehabt. Und Abrams steht immerhin dafür ein, dem seriellen Erzählen eine Spannung einzuimpfen. Wie auch immer gelungen die Serien waren, sie hatten ein ordentliches Tempo und ausreichend Mysterium, um immerhin zu unterhalten.

Nach übernatürlichen Verschwörungen in Alias und Fringe, zunehmender Zeitwirrungen in Lost und eigenwilliger Wiederkehrprämisse im letztlich glücklosen Alcatraz werden wir also in eine nach globalem Blackout zur Dystopie verkommene Welt geworfen. Neben einer hervorragenden Optik, jeder Menge Schwertkämpfen und der obligatorischen konspirativen Handlung ist noch nicht viel zu sehen. Dennoch kann ich nicht anders, denn schließlich war auch Person of Interest nicht mit einem Trailer gesegnet, der dessen Stärke betonte. Es ist zwar eigentlich nicht der Ort für ein Loblied auf dieses Meisterwerk der letzten Saison, aber es muss gesagt werden. Person of Interest war so wenig aufgeregt, dass es beinahe ermüdend wirkte. Durch die Hintertür schlich sie sich aber wieder heran. In ihrem Zentrum steht etwas, das ein Trailer niemals wird vermitteln können. Aus dem Geflecht der unterschiedlichen Interessen der Figuren dieser ebenfalls dystopischen Welt, die allerdings weniger augenscheinlich ist, entwickelt sie einen reizvollen Sog. Es geht ihr um Vertrauen abseits der moralischen Pfade, um das Verblassen der Konturen von Gut und Böse im Dämmerlicht der Dystopie.

Allein wegen dieser Unvorhersehbarkeit, die in vielen Abrams-Projekten steckt, wird Revolution von mir die Chance erhalten, die sie verdient.

Vegas

CBS geht all in. Vor der Kamera Dennis Quaid, Michael Chiklis und Carrie-Ann Moss, dahinter Koautor Nicholas Pileggi und Regisseur James Mangold.

Natürlich hat CBS den Markt sondiert. Mad Men ist stark wie eh und je, Boardwalk Empire ist thematisch verwandt. Beide sind auf ihre Weise herausragende Serien, die auch ihr Publikum fanden. Letztes Jahr missglückte zwar schon bei ABC der Versuch, mit den Zutaten des Retro-Chics beim Publikum zu punkten. CBS geht aber, wie gesagt auf’s Ganze.

Mangold hat vor allem mit Walk the Line Erfolg gehabt, aber für diesen modernen Western um den von Quaid gespielten Sheriff im aufstrebenden Las Vegas der 1969er qualifiziert ihn sein 3:10 To Yuma. Pileggi ist ohnehin erzählerisch auf Vegas eingeschossen, dürfte also eine ordentliche Portion Erfahrung mitbringen, um für spannende Storys zu sorgen. Ansonsten bleibt nicht viel zu sagen, denn es bleibt auch bei diesem teuer aussehenden Trailer ein Glücksspiel, ob das Versprechen gehalten werden kann. Die Voraussetzungen für einen kantigen Serienklotz sind aber gegeben, auch wenn natürlich die Zügel in der Serie nicht so angezogen werden können, da es ja nun nicht auf einem der Kabelsender ausgestrahlt werden wird, die mehr Freiheiten haben.

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