Raspberry Pi (1) – Den RPi zum Laufen bringen

Quelle: Cowjuice/Palosirkka (CC-BY-SA 3.0 Unported)

Ehrlich gesagt, ich habe mir nicht viel dabei gedacht, als ich den Raspberry Pi bestellt habe. Weder hatte ich einen Plan, was ich damit vorhabe, noch davon, ob ich damit überhaupt klarkommen werde. Der kleine Junge in mir wollte aber einen haben. Und angesichts des wirklich geringen Preise schien es kein großer Verlust zu sein, sollte ich mit dem kleinen Rechner überhaupt nicht auskommen oder ihn ruinieren.

Jetzt liegt er hier vor mir und die erste Aufgabe für mich Hardware-Noob ist es, den Rechner mit allem zu versorgen, das er benötigt, um in Wallung zu kommen. Dementsprechend taste ich mich Schritt für Schritt voran und halte hier jetzt und in Zukunft meine Erfahrungen und – hoffentlich auch – Fortschritte fest. Wäre doch gelacht, wenn ich das Teil nicht zu irgendetwas gebrauchen könnte. Den eigentlichen Sinn, den die Entwickler dem Rasberry Pi mit auf den Weg gaben, hat er bei mir schon erfüllt: Ich habe Lust darauf, ein wenig mehr von der Hardware zu erfahren, die in Rechnern steckt, und habe schon allein durch den Kauf die Furcht vor der Hardware verloren. Sonst hätte den Pi erst gar nicht gekauft.

Was bringt der RPi mit?

Mein Raspberry Pi ist das Model B wie es oben abgebildet ist. Das heißt im Einzelnen ich habe auf dem erstaunlich winzigen Board fast alles, was ich brauche.

Die CPU, der Grafikprozessor und der SDRAM liegen in Form eines System-on-a-chip mittig auf dem Board. Wenn ich es richtig verstehe, ist der Hauptprozessor ein ARM11 mit 700 MHz. Der Arbeitspeicher und der Grafikprozessor teilen sich dann 256 MB Speicher. Mir fehlt dabei die Vorstellungskraft, wo genau der Pi damit zu verorten ist, doch glücklicherweise findet sich auf den Entwicklerseiten ein Vergleich, der hilft. Da der ARM11 anscheinend eine andere Architektur verwendet, ist er mit den CPUs beispielsweise in meinen Desktoprechnern nicht direkt zu vergleichen. Aber die Gesamtperformance soll ungefähr der eines 300 MHz Pentium 2 entsprechen. Das ist aus heutiger Sicht nicht viel, aber in den Neunzigern habe ich mit so einem Rechner schon ordentlich was anstellen können.

Das Model B bringt neben dem auch im Model A vorhandenen SD-Karten-Slot, dem HDMI- und dem Composite-RCA-Videoausgang, einem 3,5 mm-Klinkenausgang für analogen Ton noch zwei USB- und einen Ethernet-Anschluss mit. Damit lässt sich was anfangen.

Was brauche ich noch?

Das leichte Board kam ansonsten kommentarlos in einer simplen Pappschachtel. Endanwender-Luxus ist nicht zu erwarten. So ist der Pi auch noch nicht allein startklar. Es braucht noch mindestens folgende zusätzliche:

  • USB-Tastatur (USB-Maus sofern nicht in der Shell gearbeitet wird),
  • HDMI-Kabel für den Monitor,
  • eine SD-Karte (entweder vorgefertigt mit einem OS-Image oder zusätzlich ein geeignetes OS-Image und ein Gerät zum Beschreiben der SD-Karte),
  • Micro-USB-B-an-USB-Kabel für die Stromversorgung,
  • Stromversorgung über USB-Anschluss an zweitem Rechner oder Netzteil.

Die Stromversorgung war meine erste große Frage, denn der Pi hat schließlich kein klobiges Netzteil mit Lüfter dran, wie sie von den Standrechnern auf dem Schreibtisch kenne. Es stellte sich heraus, dass die Lösung für ein erstes großes Erstaunen sorgen kann, wenn man bedenkt, dass es sehr praktisch gedacht ist. Das Netzteil muss 5 Volt und 1 Ampere liefern. Dies kann entweder von einem USB-Anschluss eines zweiten Rechners stammen oder – und das finde ich zumindest clever – von einem Adapter, das die meisten Smartphones oder MP3-Player mitliefern. Die Wahrscheinlichkeit ist auf jeden Fall groß, ein geeignetes Netzteil schon im Haus zu haben. Bei mir war es ein Apple-Adapter für das iPhone und ein ähnliches von einem Dritthersteller. Im Zweifel hilft ein Blick auf diese Liste.

Das Betriebssystem kommt ins Spiel

Da ich mich entschlossen hatte, mit RPi bei Null anzufangen, kam es nicht in Frage, das Betriebssystem schon vorgefertigt auf einer SD-Karte mitzubestellen. Das hätte einige Arbeitsschritte gespart, fühlte sich für mich aber doch nicht so gut an. Also musste ein OS her. Auf den Downloadseiten bei raspberrypi.org gibt es eine Auswahl lauffähiger Images. Diese Images enthalten für den Pi vorkonfigurierte Linux-Distributionen. Ich habe für den Anfang die empfohlene Variante raspbian wheezy genommen. Meine Linux-Erfahrungen beschränken sich auf das Debian-Derivat Ubuntu, das wie raspbian auf Debian beruht. Kann nicht schaden, an dieser Stelle auf Altbekanntes zurückzugreifen, dachte ich mir.

Nun muss das Image also noch auf die SD-Karte. Ein Pi hat keine Festplatte, als fester Speicher für den Bootvorgang dient immer eine SD-Karte. Später können noch andere USB-Festplatten angeschlossen werden, doch an der SD-Karte kommt keiner vorbei. Es gibt viele Wege, das Image auf die Karte zu flashen. Die meisten sind im Wiki beschrieben.

Ich habe also an meinem Ubuntu-Laptop die SD-Karte eingeschoben, im Terminal die entsprechenden Vorbereitungen getroffen und nach dem Download des Images dieses entpackt. Danach muss es nur nach Anleitung auf die Speicherkarte geflasht werden, was nicht komplizierter ist, als eine CD mit einem Image zu brennen.

Los geht’s

Dann ist es auch schon fertig. Es sollte nicht mehr als ein paar Minuten dauern, denn das OS ist ja schon vorgefertigt. Mit dem HDMI-Kabel einen Monitor anschließen, SD-Karte einstecken, noch das LAN-Kabel ran und sobald die Stromversorgung hergestellt ist, gehen im Idealfall auch schon die LEDs auf dem Board an. Wenig später geht der Bootvorgang los. Das sieht insgesamt ungefähr so aus.

Da war dann auch oben links gleich die Himbeere im Bild, während der Pi bootete. Heureka! Es lebt! Und jetzt?

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