Raspberry Pi (2) – Den RPi grundlegend einrichten

Der Raspberry Pi ist also am Start. Noch während des Bootens schossen mir die nächsten Fragen durch den Kopf. Die erste Hürde, nämlich den Rechner anzuschließen und erfolgreich zu Booten, war ja augenscheinlich genommen, nun aber musste es ja irgendwie weitergehen. Was mache ich jetzt? Wie gingen noch einmal die Shell-Befehle zum Ändern des Passworts? Das Benutzerpasswort sollte ich ja ändern. Wo schlage ich das noch mal nach?

So ein Pi kommt ohne viel Erklärung daher, wenn er geliefert wird. Ganz allein stand ich aber nie da. Erstens gibt es das Wiki, zweitens wurden viele der Fragen auch gleich nach dem Ende des Bootvorgangs geklärt. Völlig ohne weitere Unterstützung sollte ich nicht sein.

Für einen kurzen Moment konnte ich noch die Konsole sehen, darauf wurde der Bildschirm blau. Das weckt schlechte Windows-Reflexe. Doch erleichtert erkannte ich, dass hier ein kleines Script ausgeführt wurde, mit dem mir die ersten Schritte leichter gemacht werden sollten. Das Script heißt raspi-config und kann auch nach dem Beenden später aus der Konsole wieder mit

sudo raspi-config

aufgerufen werden. Die drängendsten Einstellungen sind über das Tool einstellbar. Ich will nicht im Detail auf alle Möglichkeiten eingehen, aber es gibt gute Beschreibungen (Englisch, Deutsch), die im Zweifel weiterhelfen.

Was habe ich also gemacht? Die Verteilung des Speichers zwischen RAM und GPU verändert (memory_split)? Sicher nicht, an diese Einstellungen kann ich mich wagen, wenn ich mal konkrete Projekte vorhaben sollte, bei denen ich den Speicher ökonomischer an die Aufgaben anpassen will. Auch den Overscan muss ich nicht justieren, da ich die Bildausgabe derzeit nicht auf Fernseher leite.

Mit change_timezone hatte ich die erste Einstellung, bei der ich mich sicher fühlte. Das war schnell erledigt. Wichtiger war aber, das wurde mir später erst klar, die lokalen Einstellungen auf Deutsch (change_locale) zu setzen und das Tastaturlayout (configure_keyboard) an das deutsche Keyboard anzupassen. Das RPi-Image kommt im Auslieferzustand mit englischen Einstellungen daher, was es für manche durchaus unpraktisch macht. Aber ein Problem ist es vor allem bei Passwörtern. Schon die späteren Versuche zeigten schnell, dass ich mit dem StandardUser pi und dem Standard-Passwort raspberry nicht viel anfangen kann bei der Anmeldung, wenn ich vergesse, dass im englischen Keyboardlayout das y und das z vertauscht sind. Das sind fünf Minuten meines Lebens, die mir niemand zurückgibt. In den meisten Fällen reicht es aus, als Tastatur German und dann Generic 105-key (Intl) PC zu wählen. Als Locale ist de_DE.UTF-8 keine schlechte Wahl.

Für deutsche Nutzerinnen und Nutzer unbedingt zu beachten, dass das Keyboardlayout und die Lokaleinstellungen umgestellt werden, und erst dann, nur dann, mit change_pass das Passwort für den User zu ändern ist. Ich hätte mich beinahe in Teufelsküche gebracht, ein Passwort bei englischem Tastaturlayout mit deutschen Umlauten und Sonderzeichen einzugeben, die auf einer englischen Tastatur nicht vorhanden oder an anderer Stelle sind. Das wäre sehr dämlich ausgegangen.

Letzter Schritt war für mich die Erweiterung des Speicherplatzes von expand-rootfs. Da das Image des Betriebssystems auf möglichst kleinem Raum Platz haben soll, ist es für eine SD-Karte mit 2 GB Speicher ausgelegt. Meine SD-Karte hat aber acht, was etwa 6 GB einfach so im Nichts verschwinden ließ. Zwar kann auch für den bis dahin ungenutzten, weil nicht vom Betriebssystem erfassten Speicherplatz eine eigene Partition angelegt werden, doch kann mit dieser Option restlicher verfügbarer Speicherplatz auch der SD-Karte der Systempartition hinzugefügt werden. Dieses Angebot nahm ich dankbar an.

Nach dem Beenden von raspi-config musste nun wegen der Änderungen nur neu gebootet werden, wobei es ein wenig dauerte, die Partition anzupassen, doch dann waren die wichtigsten Einstellungen einfach und schnell vorgenommen.

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