Sprache, Sexismus und Systemadministration: Global symbol „$maskulinum“ requires explicit package name

Es ist eigentlich ganz einfach, könnte immerhin so einfach sein. Dass es das nicht ist, zeigte sich offenkundig wieder daran, wie eine als totalitär – in grober Verkennung des Totalitären – empfundene Markierung diffamierender Sprache negiert, lächerlich gemacht und damit fortgesetzt wurde. Auf dem 29c3. Wo Systemkritik nur als schick zu gelten schien, wenn sie vom typischen, also männlichen Durchschnittshacker für konsensfähig erachtet und nicht durch Selbstkritik und -reflexion belastet wurde. Der Druck, der mit Privilegien verbunden ist, muss kaum zu ertragen sein für die Privilegierten selbst. Dann wird er halt weitergegeben.

Anatol Stefanowitsch hat am Rande des Geschehens allerdings einen Vortrag gehalten, der mit simplen, eindringlichen Beispielen auf den Punkt bringt, was nüchtern betrachtet Sache ist: Unsere Sprache ist kaputt.

Allerdings ist das Deutsche dann offensichtlich doch auf eine ganz seltsame Weise kaputt, wenn nicht mit diesem Defekt umgegangen wird wie mit anderen. Statt Löcher zu flicken, Schäden auszubessern oder ganz in konsumistischer Tradition das beschädigte Gut gleich wegzuwerfen, um es durch ein neues in Glitzerfolie zu ersetzen, wird dieser ganz besondere Schaden am Fundament der deutschen Sprache bewusst kleingeredet. Alles nicht so schlimm, weil immer so gewesen und bloß nicht laut werden, ja. So werden Systeme, die als sprachliche voll und ganz auch gesellschaftliche sind, administriert, nicht gehackt.

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