Prometheus: Diese Pfütze steht für…

Über Prometheus wurde so vieles geschrieben und gesagt, ich bräuchte mich damit nicht lange aufhalten. Also mache ich es für meine Verhältnisse kurz, denn mich störte an diesem Film, der erst ein Prequel der von Ridley Scott initiierten Alien-Reihe sein sollte, dann aber zu einem bloß noch ökonomisch motivierten Präfix dieser Reihe verkam, nur eines: Die eklatante Bevormundung.

Genauer, das Drehbuch vernichtet Prometheus nahezu vollständig. Der Grund klingt paradox, aber nur scheinbar: Es ist möglich, angesichts der vermuteten Harmlosigkeit schon fast tragisch, in einer Pfütze zu ertrinken. Und nun habe ich ein Problem, denn es juckt mir in den Fingern, genau den Fehler zu machen, den ich dem Prometheus-Drehbuch vorwerfe.

Das geht so: Mein obiger, bemühter Vergleich ist so zu verstehen, dass die Pfütze ein nicht sehr tiefer, aber großer allegorischer Brei ist. Das Drehbuch verteilt massenweise kulturelle, spirituelle, religiöse und philosophische Verweise. Bleiben wir weiter in dem Vergleich und kommen zur Handlung, die in dem Gewirr all der Referenzen die Übersicht verliert. Taumelnd geht sie zu Boden, mit dem Gesicht in der Pfütze. Und ersäuft.

Wer sich jetzt beleidigt fühlt, weil das von mir gewählte Bild nicht im Ansatz so clever war, dass man es erklären muss: Das ist, was Prometheus macht, nur wirft es mit mehr Referenzmaterial um sich. Alle Bilder, Metaphern, Vergleiche werden in ihm sorgsam erklärt, als ob das etwas besser machen würde, wenn die Story von expositorischen Dialogen überzogen wird, aber nicht in etwas münden, das sie eingeleitet haben.

Prometheus will zu viel. Es soll ein epochemachendes Kunstwerk und großer Genre-Film in einem sein. Wie Alien es war. Doch Alien überlebte die Jahre bis zur faktischen Heiligsprechung nur durch die leidenschaftliche Interpretation, in der ein handwerklich herausragender Sci-Fi-Actionfilm durch die Rezeption aufgeladen wurde. Es entstand ein großartiger Mythos, der vom Film ausging, aber über ihn hinaus entwickelt wurde.

Wohl in dem Wissen um die mythische Rezeptionsgeschichte des entfernten Ahnen, werden Verweise auf alles ausgebreitet, um den eigenen Anspruch einzuholen. Doch gerade deshalb bietet Prometheus nur mundgerechte Häppchen rudimentärer Symbolik, die Bilder wollen nicht zueinander passen und sind zugleich für sich selbst genommen nicht einmal aussagekräftig genug. So entmystifiziert sich der Film selbst.

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