StumbleUpon: Y U No API?

Bin nur ich, es kann nicht nur ich sein? Oder ist StumbleUpon mittlerweile so irrelevant, dass unsereiner sich darum nicht kümmert? Wenn es hiernach geht, dann kann es auch tatsächlich damit zusammenhängen, dass die digitale Karawane weitergezogen ist. Aber auch in diesem Fall bleibt es eine Schande: Es gibt keine API, um meine Daten, als die ich sie empfinde, exportieren zu können.

Es gibt eine klitzekleine API zum hauseigenen Link-Shortener su.pr. Das ist nicht spektakulär, wir leben im Jahr 2013, da werden Links an jeder Ecke gekürzt. Und die Badges können eingebunden werden. Das ist allerhöchstens Web 2.0, also auch so etwas wie ein digitaler Staubfänger. Und vor allem ist es nicht, was ich meine und suche. Denn einige Pfade führen zu StumbleUpon, sie sind nicht mal mehr die bequemsten, aber unsereins kann noch damit leben. Oder wäre der Konjunktiv an dieser Stelle besser.

Ja, ist er. Denn es führt kein Weg von StumbleUpon zurück in die bunte Welt, da braucht es mehr als das. Womöglich zeigt StumbleUpon sogar einen anderen Weg des Locked-In, der weit weniger Heilsversprechen ist, als es manche sich einreden wollen. Ich mache keinen Hehl daraus, dass im Locked-In die Zukunft liegt, ich schreibe das hier auf einem iPhone, vom Kunstrasen hinter den frisch gestrichenen Betonwänden Apples. Aber das Locked-In ist auch ein wagemutiges Spiel, es braucht anscheinend ein kritische Masse. Aber was hat das mit StumbleUpon und der fehlenden API zu tun?

Gehen wir von meinen Daten aus, sie sind heute beweglicher denn je, sie fliegen durch Wolken von Google, Apple, Dropbox oder Twitter. Warum sie das können? Weil die Daten sich mit mir bewegen, wohin ich auch gehe. Und damit ist nicht nur eine App auf dem Smartphone gemeint, ich meine, jede meiner Bewegungen im Netz zieht einen luftigen Schweif hinter mir her. Die Bequemlichkeit fordert es, oAuth macht es möglich: Viele Dienste sind miteinander verwoben, sie korrespondieren miteinander. Mit mir, wegen mir und in gruseligen Momenten über mich. Dennoch ist meine Wahrnehmung gespalten, ich kenne die Risiken, erfahre aber auch die Qualitäten der Freizügigkeit.

Jetzt habe ich mich wunderbar in eine logische Falle geschraubt, meine Datenschutzbedenken auf der einen Seite, mein Wunsch nach Datenfreizügigkeit auf der anderen. Das Dilemma habe ich selbst für mich noch nicht gelöst. Um wenigstens halbwegs wieder auf meinen eigentlichen Punkt kommen zu können, blende ich das Thema Datenschutz an dieser Stelle wieder aus.

Hier der Punkt: Besteht die Möglichkeit, nur eine entfernte, dass sich der ehemalige Koloss StumbleUpon damit verspekuliert hat, die eigenen Nutzerinnen und Nutzer einschließen zu wollen, sich aber selbst effektiv schleichend vom Netz ausgesperrt hat? StumbleUpon war nie eine kommunikative Gemeinschaft, mit der de facto Ausgrenzung der deutlich anziehungsstärkeren Netzwerke Twitter oder Facebook haben sie sich womöglich selbst das Wasser abgegraben.

Jetzt noch mit einer API zu rechnen ist eigentlich naiv, wäre aber schön, um mit meinen Daten durchs Netz wandern zu können. Es ist lächerlich, das ein Internetunternehmen über Jahre den eigenen Nutzerinnen und Nutzern zumutete, die eigenen Lesezeichen nur bewerkstelligen zu können, indem ein Browser-Toolbar von StumbleUpon installiert wird, mit dem dann die Daten als XML gezogen werden können. Je länger ich darüber nachdenke: Schön war’s mit dir StumbleUpon, aber besser für mich, dass es aus ist.

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