Fluxx: Wilder Kartenstrom (Playdek-Serie Teil 2)

Und gleich noch ein Teil in der Playdek-Serie, dieser Teil schlägt mit einem wabernden Etwas von einem Kartenspiel auf: Fluxx widerspricht unzähligen Regeln des Spieldesigns, bricht mit ehernen geschriebenen wie ungeschriebenen Gesetzen, schafft aber gerade deshalb ein völlig unvorhersehbares Erlebnis.

Ähnlich wie Can’t Stop hängt viel im Spiel vom Glück ab, anders als das Würfelspiel Can’t Stop nimmt Fluxx, dessen analoge Version von Andrew Looney entworfen wurde, das Chaos, Zufall und Glück als Spielprinzip auf. Die Regeln in diesem Kartenspiel, sie bedürfen keiner Erklärung, sie ändern sich ohnehin bei nahezu jedem Zug. Das liegt an den vieres Kartentypen: Regeln, Wächter, Handlungen und Ziele, alle können je nach geltenden Regeln gespielt werden, wobei sich das Bild sekündlich ändern kann, waren es eben noch zwei Wächter, die hätten gespielt werden müssen, sind es gleich schon wieder andere, um das Ziel zu erreichen. Wer eben noch dutzende Karten auf der Hand hat, tauscht sie nun mit denen der Gegner. Alles ist im steten, unvorhersehbaren Fluss.

In Fluxx geht es nicht im eigentlichen Sinne um Sieg oder Niederlage, eher noch um ein gemeinsames Spielerlebnis aus Irrungen, Wirrungen und heillosem Durcheinander. Ein Gesellschaftsspiel im besten Sinne, in dem Freud und Leid dicht beieinander liegen, weshalb alle kompetitiven Spielernaturen von Fluxx die Finger lassen sollten.

Alle übrigen erhalten ein wahnwitziges Spiel, das von Playdek adäquat auf Mobilgeräte übertragen wurde. Gelegentlich können Kartenstapel oder die eigene Hand auf kleinen Displays unübersichtlich werden, doch bedroht dies nie den Spielfluss. So steht einer abwechslungsreichen Partie gegen gut gemachte Computer-KIs nichts im Wege, aber besser ist noch, gegen menschliche Gegnerinnen und Gegner anzutreten, da sich der große Reiz von Fluxx besonders aus der sozialen Situation ergibt. Damit ist Fluxx dasjenige unter den Playdek-Kartenspielen, das immer noch außerordentlich gut funktioniert, allerdings nicht so gut für die virtuelle Situation eignet, wo sich ein nicht unerheblicher Teil seines Reizes verflüchtigt.

Alle Artikel der Serie:

Ein Gedanke zu „Fluxx: Wilder Kartenstrom (Playdek-Serie Teil 2)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.