Mehr Jolie ihr alle

Manchmal braucht es nur wenige Sätze. Ich neige zum Wortschwall, auch in geschriebener Form. So will ich an Worten sparen, dabei hätten andere Menschen, ich vermute sogar, es waren und sind überwiegend Männer, sparsamer mit ihren Affektn umgehen sollen. Denen hätte Zurückhaltung nicht schlecht zu Gesicht gestanden.

Eine Frau hat, wie wir alle ein Recht auf Körperintegrität. Darüber gibt es keine Diskurse, weil es sie nicht braucht. Wenn eine Frau ihre Körperintegrität zu schützen sucht, indem sie in diesen Körper chirurgisch eingreifen lässt, ist es es ihre legitime Entscheidung. Auch das dürfte eigentlich nicht umstritten sein. Menschen haben dieses Recht. Wenn eine Frau bei erhöhtem Risiko vorsorglich in körperliche Merkmale.eingreifen lässt, die als vermeintlich essentieller Teil ihrer Geschlechtsidentität angesehen werden, entscheidet noch immer sie selbst. Es ist ihr Körper, ihre Identität. Wie wir alle über unser Selbst bestimmen, so obliegt die Hoheit über ihre Identität nur der Frau, dem Mann, allen Lebewesen, die eine identitäre Selbstwahrnehmung entwickeln. Ändert es die Bewertung, wenn eine Frau prominent ist und öffentlich über ihre Entscheidung spricht? Die Begründung möchte ich hören.

Jetzt habe ich doch schon wieder mehr geschrieben, als ich wollte. Es waren immer noch weniger, als es wären, ließe ich meiner Wut freien Lauf. Und es wären harsche, unerbittliche Worte. Alle mir mögliche Verachtung läge ich in sie. Es bleibt ein klarer Satz: Wenn jemand Angelina Jolies Brustamputation oder ihren Umgang damit aus welchem niederträchtigen Grund auch immer nicht gutheißen will, dann behalte diese Person doch ihren Spott, ihre Inkompetenz, ihre Einfalt, ihre Gedankenlosigkeit, ihren Sexismus und völlige Unmenschlichkeit für sich.

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