Wenn sie aber

"Hey!" Es hatte kurz vor diesem Ruf dumpf gerumpelt. Die offenkundige Überraschung ließ die Stimme vibrieren, ehe sie wieder Form fand. Mit dem letzten Laut verfestigte sich der Ruf, es folgte ein Schweigen, das gefährlich wirkte. Es war eine wütende Stille. So hing die Wut in der Luft.

"Was soll das?" Die Frage war ein bedrohliches Zischen. Das Zischen und der laute Ruf stammten von derselben Person, doch viele hätten wohl ihre Zweifel daran gehabt. Zu groß schien der Bruch zwischen dem Ruf und der Frage, ganze Welten trennten ihre Tonlagen. Es folgte das fehlende Glied zwischen beiden, ein ausuferndes Grollen, jeweils auf der ersten Silbe betont: "WA-rum TRE-ten SIE MICH?"

"Ihr Bein hat da nichts zu suchen.", antwortete eine zweite Stimme. Sie gehörte dem Anschein nach einem älteren Mann. Dieser schien alle Ruhe in seine Antwort legen zu wollen, an allen Rändern schwappte sein Tonfall jedoch in zittrigen Wellen über.

"Was?" Die Antwort fachte die Wut nur an. "Das ist doch kein Grund, mich hier zu treten." Mit jeder Silbe schwoll die Stimme an.

"Wenn sie aber…"

"Was ABER? Das ist kein Grund zu treten! Fick dich. Arschloch. Was für ein Penner! Was soll das? Das ist kein Grund zu treten…" Die Schimpfwörter hörten nicht mehr auf, unterbrochen nur von heftigem Schnaufen. "Deine Mutter…fickt … Fick deine Mutter. Du hinterletztes Arschloch, ey. Mich treten … einfach treten … warum? … der … Fick …"

Die Wut ließ nicht nach. Die erste Stimme wurde mit der Zeit nur leiser, bis sie irgendwo in der Ferne verschwand. Von der zweiten Stimme kam ohnehin nichts mehr.

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