Spellwood: Hogwords oder so was

Ich lobe mir ein kleines Spiel mit Wörtern, also nicht nur Wortspiele, sondern auch Spiele mit und um Wörter. Aber ich teile die Welt in eine vor und eine nach Letterpress, das für mich noch immer die absolute Referenz ist.

Spellwood würde aber auch in einer Welt, bevor es Letterpress gab, nicht wirklich überzeugen. Es ist ein fader Abklatsch von Scrabble, dessen biederer Charme zwar ab und zu mal zu erkennen ist. Zum Zeitvertreib taugt Spellwood für mich aber nicht, dazu ist die etwas aufgebohrte Variante des Klassikers nicht innovativ genug. Eine fade Hintergrundgeschichte um Worte als Zauber taugt nicht zu einem ordentlichen Spiel, schon gar nicht als Rechtfertigung für belangloses Gameplay. Da klicke ich mir ein bestenfalls zweisilbiges Wort zusammen, wie aufregend. Zauberspruchrollen, mit denen Wort- oder Buchstabenwerte vervielfacht werden sind nicht gerade aufregend.

Dabei steckt doch eigentlich unter all der Eintönigkeit eine gute Idee, Gegner mit Wortwerten in die Knie zu zwingen. So richtig Fahrt nimmt aber kein "Kampf" auf. Da eiern dann zwei Spielerinnen oder Spieler durch einfache Wortwechsel, bis einer mal einen vorteilhaften Buchstaben zog. Gerade gegen die erstaunlich nachdenklichen, also langsamen Computergegner kommen in mir reizvollere Gedanken auf. Ich könnte statt Spellwood zu spielen auch Geschirr spülen. Oder sonst etwas Sinnvolleres mit meinem Leben anfangen. Aber das so mit ihnen umgegangen wird wie in Spellwood, das haben Wörter nicht verdient.

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