Blick zurück nach hinten ins Gestern der vergangenen Zeit, hach, was sind wir toll

Ich traue mich gar nicht mehr, in der Liste noch einmal zu schauen, was denn in der Liste der letzten Woche brauchbares dabei gewesen sein könnte. Selbst wenn ich die Liste so lasse, wie sie jetzt ist, dann ist es karg (nur nebenbei: irgendwie ist eine dänische Kinderserie reingerutscht; Alisa/Hanna – Folge deinem Herzen sind eigentlich eine Serie, die einzelnen Einträge strecken die Liste noch), was da in der deutschen Fernsehlandschaft unterwegs war.

Alles, was mich ansprechen könnte, ist Im Angesicht des Todes. Die Serie hat ja einige Fürsprecher, ist aber an mir vorbeigegangen. Und ich glaube, ich war nicht der einzige, dem die Serie dann doch letztlich egal war. War da nicht was von einer miserablen Quote? Das wäre der Serie nicht zu wünschen gewesen, aber doch letztlich nachvollziehbar, da es zumindest subjektiv meine Erwartung erfüllen könnte, dass die Zielgruppe dieser Sendung eine solche nicht mehr im deutschen Fernsehen erwartet.

Weissensee könnte ja auch noch was sein. Doch wirkt das Konzept auf mich doch zunächst sehr brav. Zudem weiß ich noch nicht einzuschätzen, ob die Preise, die die Serie erhielt, eher für oder eher gegen sie sprechen sollten. Mir sagt es jedenfalls, dass es ein zahnloser Tiger ist, was einen in dieser Serie erwartet.

Auch mein Wunsch nach anderen als den in Deutschland erwartbaren Serien wurde eventuell formal Grimmsberg erfüllt. Mit einigem Schaudern erinnere ich mich noch an die Trailer, die ProSieben für die Sendung ausgestrahlt hat. Dieses Schaudern ist aber eines, welches von dieser Mistery-Sendung nicht hervorgerufen werden sollte. Es sah so billig aus, dass ich das Zittern bekam.

Ansonsten bleibt nicht viel mehr als der Schund, der wohl immer geht. Weil billig. Weil einfach. Weil deutsch. Das ist traurig. Man sollte Deutschland nicht an dem Output der USA messen, das sind ungleiche Verhältnisse. Dass aber in Deutschland so wenig auf Qualität gesetzt wird, überrascht mich. Auch wenn ich es eigentlich erwartet hatte. Da kommt die Frage auf, ob Deutschland ein Land der Medienkonsumenten ist, nicht eines der Medienproduktion. Von der Literaturindustrie mal abgesehen, sieht es in anderen Mediensparten aus meiner Sicht ähnlich aus. Und die Literatur in Deutschland hat ganz andere Probleme, die sie auch nicht gerade attraktiv machen.

Das Land der Dichter und Denker hat in meinen Augen genau dort einen Fehler gemacht, der schon in dieser oft zitierten Wendung beinhaltet ist: Man ist rückwärtsgewandt, mut- und kraftlos. Aber das reicht auch, wenn man immer noch seinen Stolz aus der künstlerischen Vergangenheit bezieht.

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