Des Bürgers Ängste – Zitat der Woche von Hans-Peter Friedrich

Willkommen zur heiteren Wortklauberei mit dem aesthetikargonauten und dem Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Der Mann hat ja ohnehin verdient, häufiger erwähnt zu werden, glorreiches Beispiel der Aufklärung, das er ist. Heute haben wir dann ein allererstes Schmankerl aus der Rede auf dem Krisentreffen wegen der Mordserie durch Rechtsextremisten, die anscheinend jahrelang nicht unter Verdacht gerieten.Ich spare mir alle Seitenhiebe auf deutsche Ermittlungsgebaren und ihr zweifelhaftes Fahndungsgebaren und komme gleich zu dem Zitat:

Wir werden als deutsche Bundesregierung und auch als Ländesregierungen dafür sorgen, dass diese Strukture, wo immer sie sein mögen, wo immer sie in irgendeiner Weise aktiv sein mögen, bekämpft werden. Und dass wir dafür sorgen werden, dass die Bürger in diesem Land sicher sein können und keine Angst haben brauchen.

Klingt schön nicht? Finde ich auch, da fühle ich mich gleich besser, sicher und habe keine Angst. Aber – und hier kommt es, wenn man pingelig ist – ich bin auch nicht so gefährdert. Erstens sicherlich, weil ich nicht nach dem Stereotyp des Ausländers aussehe, obwohl ich manchen Statistikern zufolge doch Migrationshintergrund habe. Andererseits aber auch weil ich ‚Bürger dieses Landes‘ bin. Viele der Opfer waren und auch derjenigen, die sich vollkommen zu Recht Angst machen, sind aber gerade keine Bürger, wenn man darunter ‚Staatsbürger‘ versteht. Im Grundgesetz ist das relativ eindeutig geklärt, da dort Grundrechte (Rechte aller vom Grundgesetz betroffenen Menschen) und Bürgerrechte (oder gleich richtig schön Deutschenrechte) unterschieden werden. Dementsprechend kann man Friedrich, mit einigem Argwohn, so verstehen, dass ihm der Schutz der ohnehin potenziell weniger gefährdeten Bürger am Herzen liegt, weniger derer, die keine Bürger sind. Heute bin ich in der Laune, Friedrich jeden Dreck anzuhängen, selbst solchen, den man nur mit Kleinlichkeit findet.

Kleine Notiz am Rande, da ich auch hier nicht die Tierrechte rauslassen kann. Ist es nicht schön, dass juristische Personen, wenn man an dieser Stelle der Wikipedia Glauben schenken will, in den Genuss von Grundrechten kommen könnten, sofern diese anwendbar sind. Ich hatte ja schon einmal darauf Bezug genommen.

Bildnachweis: Wikipedia-User Lettres (CC-BY-SA)

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