Was ich brauche, ist ein Plan

Am Freitag ist das Finale – nicht das große, aber endlich ein letzter Schritt. Ich muss mal schauen, was ich da noch reißen kann. Mir geht ein wenig die Puste aus, mir ist letztlich alles egal, es kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. So will ich es dann hinter mich bringen. Einen Deckel drauf und ab dafür. Na ja, da es aber auch um Tierethik gehen kann, will ich doch noch meine Vorbereitungen etwas ordnen. Exzerpiert habe ich ja schon massenweise Texte von Carruthers, Regan und Singer. Jetzt muss ich noch einmal einen systematischen Versuch unternehmen, wie ich das aufziehen will. Hier mal meine Gedanken dazu. Bis Donnerstag will ich dieses Gerüst dann auch mit inhaltlichen Antworten aus den Positionen der drei Philosophen füllen. Ich denke, Fragen sind doch ein schöner Weg, ein solches Konzept lebendiger zu gestalten. Also los.

1. Warum ist die Frage nach dem moralischen Status der Tiere relevant?

Hier sollte ich einfach nur einmal erwähnen, was das Interesse und der mögliche Erkenntnisgewinn ist, den man sich von einer Auseinandersetzung mit den Fragen der Tierethik versprechen kann. Es geht darum, einen möglichst stimmungsvollen Einstieg hinzulegen. Nicht sehr umfangreich, aber doch schon einmal die wichtigsten Aspekte anreißend.

Hierzu zählt dann auch noch die weitere Frage, warum ich mich gerade mit den drei Autoren befasse. Es gibt da eine konkrete Antwort (Dass sie die drei Hauptargumentationslinien in der Debatte repräsentieren. [Frage 3]), aber auch eine allgemeinere: In der zeitgenössischen Literatur herrscht zwar Uneinigkeit darüber, ob und wie diese Frage behandelt werden sollte. Einig ist man sich aber, dass Tiere nicht mehr den grausamsten Behandlungen durch Menschen ausgesetzt werden dürften. Das sollte natürlich kurz erläutert werden, schließlich war das in der Vergangenheit alles andere als konsensfähig (ganz im Gegenteil wie man bei Frage 2 erfahren kann). Auch, wer diese Autoren eigentlich sind, könnte hier noch angesprochen werden.

2. Wie wurde die Frage nach dem moralischen Status der Tiere in der Vergangenheit betrachtet?

In aller Kürze nur mal darstellen, wie die Philosophie dazu stand. Dabei ist natürlich wichtig, dass Tiere keine Rolle spielten oder sogar der freien Verfügung von Menschen unterlagen, also Grausamkeiten gegen Tiere erlaubt waren, da sie als Gegenstände aufgefasst wurden. Das wird nach jetzigem Stand nur ein sehr selektiver Ausriss aus den relevantesten Positionen in der (europäischen) Philosophie und Ideengeschichte.

3. Was gibt es vorauszuschicken?

Hier werde ich nur einmal ansprechen, warum ich mich für einen Kontraktualisten, einen Utilitaristen und einen metaphysischen/deontologisch orientierten Vertreter eines Rechtsansatzes entschieden habe. Ich muss dann wohl nur kurz ansprechen, worauf es zu achten gilt, wenn ich die jeweiligen Ansätze vorstelle. Eventuell sollte ich hier auch schon ansprechen, dass eigentlich alle auf eine Situation einlassen müssen, in der es Menschen gibt, die über weniger ausgeprägte Eigenschaften als manche Tiere verfügen, aber die Tiere mit weniger Schutz ausgestattet werden als diese Menschen (Säuglinge, Kranke, Demente etc.).

4. Haben Tiere Rechte?*

Dies sollte der eigentliche Kern der Arbeit sein. Natürlich ist diese Frage sehr plakativ, aber sie trifft schon alles, was die drei Autoren dazu sagen können. Auch werden die Unterschiede schon deutlich, da einer Tieren keine Rechte zugestehen will, ein anderer die Idee von basalen Rechten für sinnlos hält und der andere diese Frage bejaht. Die genauen Umstände sollten in diesem Abschnitt geklärt werden, aber zuvor noch die titelgebende Frage in einige Teilfragen aufgeteilt werden: Haben Tiere Rechte? Wenn ja, wie weit reichen diese? Wenn nein, warum nicht? Hat man vielleicht Pflichten gegenüber Tieren? Direkte Pflichten oder indirekte Pflichten?

4.1 Allgemein

Hier werde ich dann erläutern, worauf ich inhaltlich bei den Autoren geachtet habe. Also, wie sie ihre Argumentation aufbauen. Es ist relevant gewesen, wie sie ihr Entscheidung und ihre Position begründen. Was ist nach ihrer Ansicht Moral und wie entscheidet man moralische Probleme? Was sind die wesentlichen Merkmale ihrer Ansätze? An welchen Eigenschaften machen sie den moralischen Status der Tiere fest? Was sind die Extrempositionen? Wie werden diese Extrempositionen erklärt und abgegrenzt. Sind alle Tiere betroffen? Welche Tiere sind betroffen? Wie wird der moralische Status des Menschen gerechtfertigt? Wie der von Menschen, die nicht dem (biologisch) als normal empfundenen Bild entsprechen? Wie ist der Status der Tiere? Wie wird ihr Status von dem der (biologisch) nicht als normal oder beeinträchtigten Menschen abgegrenzt? Wo sehen sie die Grenzen ihrer Ansätze? In den folgenden drei Abschnitten sollen dann die Positionen der drei Philosophen anhand dieser Fragen abgearbeitet werden.

4.2 Kontraktualismus (Peter Carruthers)

4.3 Utilitarismus (Peter Singer)

4.4. Der Rechteansatz (Tom Regan)

5. Konsequenzen ihrer Ansätze

In diesem Abschnitt will ich die Ergebnisse und Konsequenzen der drei Ansätze anhand von zwei Beispielen vorstellen, zu denen die Ansätze unterschiedliche Positionen beziehen. Hierbei will ich darstellen, wie sie zum Essen von Tieren und zu Tierexperimenten stehen. Dabei sollte deutlich werden, dass diese Ansätze zu sehr unterschiedlichen moralischen Bewertungen kommen und deshalb oft auch unvereinbar erscheinen.

6. Ergebnis

Was mache ich dann wohl im Ergebnis? Klar, noch einmal in der Summe die Ansätze bewerten und ihre Stärken und Schwächen ansprechen und einschätzen. Allerdings werde ich wohl, wie oben anklang, auch betonen, dass in puncto ungerechtfertigter Grausamkeit bei aller Streitigkeit Einigkeit herrscht. Diese ist nach allen drei Ansätze nicht zu rechtfertigen und muss als unmoralisch angesehen werden. Da dieser Konsens einerseits in der hitzigen Diskussion unterging, aber andererseits auch erst eine Neuerung der modernen Philosophie ist, will ich dies ganz deutlich ansprechen.

*Ich überlege noch stark, ob ich die ganze Debatte um direkte/indirekte Pflichten und Rechte nicht doch mit Frage 3 verschmelzen lasse. Frage 4 hieße dann: Was sagen die Autoren, haben Tiere Rechte?

 

 

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