Soziopod

Ich weite die Montagsrubrik aus, es wird ab jetzt auch gelegentlich mal der eine oder andere Podcast zu seinem Recht kommen. Mein Medienkonsum hat sich drastisch geändert in den letzten Jahren, die Podcasts erringen allmählich einen beherrschenden Platz. Das hat sich hier im Blog aber noch nicht zu erkennen gegeben. Um das zu ändern, macht der Soziopod den Anfang. Wie der Name schon sagt, stürzen sich Herr Breitenbach und Doktor Köbel in diesem noch blutjungen Podcast auf alles, was es im erweiterten Umkreis der Soziologie an interessanten Themen gibt.

Wäre es Aufgabe, den Soziopod mit einem Attribut zu beschreiben, wäre dies: unaufgeregt. Für mich trifft es das sehr gut, da es vor allem auch beinhaltet, was der eine als Qualität oder die andere als Mangel ansieht. Diesem Podcast gehen, völlig bewusst, alle Effekte ab. Es gibt ein Thema, das wird abgefrühstückt. Nicht in voller Gänze, aber in angemessener Breite, um einen ersten Überblick zu erhalten. Es wird nicht laut, nicht ätzend und nicht hässlich. Ebenso herrscht eine gewisse Nüchternheit vor, die den Themen allemal gerecht wird. Wenn es humorig wird, sind es keine Schenkelklopfer, eher feine Pointen.

Ein zweites Attribut könnten manche noch hinzuzählen: Akademisch. Dies, weil der werte Herr Breitenbach in der Regel dem Doktor Köbel – der von Haus aus Soziologe ist – die Stichworte liefert, um sich aus der soziologischen Warte an das Thema zu wagen. Wenn man dann unter ‚akademisch‘ langweilig versteht, weil auch mal größere Namen der Soziologie und deren Theorien fallen, trifft das zu. Wer dies als langweilig empfindet, sollte einen Bogen um den Soziopod machen. Wer darunter versteht, dass mit einem Mindestmaß an Vorkenntnissen argumentiert wird, ist genau richtig. Es ist keine Vorlesung, auch keine akademische Unterhaltung. Trotzdem mehr als stupides Gefasel. Der Soziopod ist eine gemütliche, nicht sinnentleerte Plauderstunde. Im wahrsten Wortsinn. Denn meistens beließen es die Herren bei einer überschaubaren Laufzeit.

Mir passt es gut in den Podcast-Kalender, alle zwei bis drei Wochen mal einen Podcast zu erhalten, der bescheiden und betulich an soziologische Themen rangeht.

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