Mazes & Monsters: Von den Schultern der Riesen gefallen

Mazes & Monsters ist eine Hommage an die Action-Adventures der frühen Spieleära, an Klassiker wie Zelda. Es ist aber eine gescheiterte Hommage, vor allem weil es die Ur-Spiele des Genres sorglos beleiht. Es ist eine Sache, geliebte Genremeilensteine zu zitieren, es ist aber eine gehörige Schwierigkeit, das Maß zwischen Zitaten und Originalität zu finden. Monster Robot Studios haben in Mazes & Monsters bei ihren nostalgischen Belebungsversuchen auch Staub und Gilb ausgegraben. So wirkt ihr Spiel, obwohl es erst kurz vor dem Jahreswechsel erschien, betagt.

Nichts an Mazes & Monsters ist originell. Es ist ein simples Abenteuer, das seinen Helden durch Gewölbe schickt, die allesamt wieder aus einfachen Karten bestehen. Dort sollen die besagten Monster geschlagen und die versprochenen Rätsel gelöst werden, um Schätze zu bergen. Nichts Neues, es geht um Loot, die überwiegend aus Münzen besteht, mit denen bessere Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände erworben werden können.

Fehlt Originalität, muss die Umsetzung zum Qualitätsmerkmal werden. Doch genau daran fehlt es dem Spiel. Angefangen beim Spielmechanismus selber, der eine monotone Hatz durch uninspirierte Karten ist. Die Kämpfe bestehen aus schnellen Knopfdrücken, die Rätsel kommen über Kistenschiebereien kaum hinaus. Das Spiel gähnt uns an, wir gähnen im besten Fall zurück.

Schlimmer ist es, wenn das Spiel frustriert, und Anlass bietet es oft genug. Unsere Heldenfigur trottet nur träge über den Bildschirm, was Geschicklichkeitsübungen zur Qual macht. Etwas schneller geht es mit den Swift Boots, sodass die Empfehlung lautet, die ersten Münzen für diese Anschaffung zurückzulegen. Das Spiel ist auch sonst aus der Balance geraten. So werden Spielerinnen und Spieler für Verletzungen doppelt bestraft. Nicht nur, dass der Held Schaden nimmt, er wird bewegungsunfähig durch den Raum geschleudert. Nicht selten schaukelt sich ein kleiner Fehler zu einem enormen Schadensbillard auf, wenn der Held vom Monster in eine Falle gestoßen wird, daraufhin zu einem weiteren Gegner gestoßen wird, der einen wieder in die Falle abprallen lässt. Da ist der Tod also nicht weit entfernt. Und wenn nicht schon das frühzeitige Ableben zur Wiederholung führt, das Backtracking streckt die Spielzeit, ist aber eher eine weitere Strafe.

Diese Mängel und Designschwächen ziehen sich durch alle Merkmale des Spiels. Die Musik ist ordentlich, fügt sich aber atmosphärisch überhaupt nicht in die Spielwelt. Unübersichtlich ist auch die Menüführung, manche Buttons scheinen doppelt belegt, ein Update erlaubt jetzt zwar die freie Verteilung der Buttons, kann den Gesamteindruck auch nicht über die Grenze zur soliden Durchschnittlichkeit heben. Ein bemühtes Spiel, sicherlich für die meisten auch ein Ärgernis.