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Artikel mit dem Tag ‘app’

CARROT: Gibt dir Tiernamen

02 Mai

Normal ist das sicher nicht, kann es auch nicht sein, denn keine normale To-do-App würde mir stolz verkünden: "My recent takeover of Luxembourg’s defense network has allowed me to add additional processor capacity. Now I’ll boot up much faster for you." Und ebensowenig normal ist es, wenn die App nun tatsächlich etwas schneller ist. Überhaupt ist CARROT sehr mit sich selbst, manchmal mit mir, gerne auch mit meiner virtuellen Katze und seltener mit meinen Aufgaben beschäftigt. CARROT rühmt sich, eine To-Do-App mit Persönlichkeit zu sein. Und genau das ist sie, wenn sie mich beleidigt, dann urplötzlich wieder stolz auf mein Tagwerk ist und mich mit Geschenken überhäuft. CARROT ist ein lästiges, nervtötendes Arschloch. Will so etwas zur App haben? Nicht wirklich.

Als To-Do-App taugt CARROT gerade wegen des hochtrabenden Konzeptes, eine KI vom Schlage HAL 9000 oder GlaDOS sein zu wollen, einfach nicht. Als Experiment ist es nicht unterhaltsam genug. Die Funktionalität, da fängt es schon an, durchläuft einige Metamorphosen, CARROT wächst sich, sofern ich es kontinuierlich mit erledigten Aufgaben zufriedenstelle, von einer simplen Liste einzelner Aufgaben zu einem kleinen Kalender samt Erinnerungen und wiederkehrender Aufgaben aus. So gesehen bietet CARROTs gamifizierter Teil tatsächliche Belohnungen, doch wird damit auch die App unbrauchbar, weil ich mich nicht auf ihre Funktionen einstellen kann. Es ist eben etwas anderes, ob ich einen Film sehe, der seine Spannung aus dem erratischen Verhalten einer KI zieht, oder meine Aufgabenplanung einer instabilen Pseudo-Persönlichkeit überlasse.

CARROT will aber sowohl nützlich wie originell sein, scheitert aber an den eigenen Ansprüchen. Es ist tatsächlich nervtötend, zu erfahren, dass die App eine geschlagene Woche absichtlich langsamer war, als sie sein musste. Oder dass ich lästig Aufgaben kopieren musste, um sie wiederholen zu können, weil der "Bonus" der Wiederholungsaufgaben noch nicht erspielt wurde. Dabei dröhnte mich die App in jeder Handlung so penetrant laut an, dass die Stummtaste mein bester Freund wurde. CARROT ignoriert nämlich einfach Lautstärkeeinstellungen. Volles Rohr oder gar nicht, etwas anderes kennt CARROT nicht. Beim ersten Mal ist es ja vielleicht noch witzig, wie etwa die abstrusen Captchas oder die Mordphantasien, doch schon beim nächsten Mal ist es schon abgestanden.

Dabei muss ich fast sagen, dass CARROT beileibe nicht so schlau ist, wie es sich ausgibt, denn nach einer halben Stunde eingehackter und sofort abgehakter Sinnlosaufgaben, hatte ich CARROT auf einem Funktionsumfang, der mir brauchbar erschien. Aber wozu das alles?

Nur, um ein In-App-Purchase-Minenfeld zu kreieren? Denn CARROT ist eine über den Vorwand der widerwilligen KI eine verstümmelte To-Do-App. Aber das ach so elaborierte Konzept, auf das so große Stücke gehalten werden, kann natürlich umgangen werden, wenn mit insgesamt nicht gerade wenigen IAP Geld auf CARROTs Entwickler geworfen wird. Und ja, ich habe den Gag der App verstanden. Gerade deswegen fühle ich mich ja so verarscht. CARROT ist eben keine tatsächlich brauchbare Produktivitätsanwendung und zur gleichen Zeit nur ein müder Gag, der sich als Gamification-Experiment tarnt. Es ist mir egal, dass es mit Augenzwinkern geschieht, es ist einfach nutzlos, mich spontan mit mau geschriebenen Sprüchen über das Notification Center zu beschimpfen. Denn am Ende bleibt es trotzdem Spam, und wenn ich den Spam abschalte, bleibt nicht genug Funktionalität übrig, um zu rechtfertigen, warum ich überhaupt eine App kaufen soll, die selbst nach vielem Freischalten mit weniger Funktionalität als Apples eigene Erinnerungen aufwarten kann und diesen Mangel an Funktionen auch noch mit Publikumsbeschimpfungen rechtfertigt. Das sollten wir uns auf der Zunge zergehen lassen: CARROT kann am Ende weniger als der schlechte Witz von einer App namens Erinnerungen. Ehrlich, weniger als Erinnerungen. Dafür schenkt CARROT mir aber eine ASCII-Art-Katze, die wir füttern dürfen. Ich bin raus. Danke, aber nein danke.

 
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EpicWin: Mein Alltag als Abenteuer

24 Apr

Ich wünsche es mir ja anders, das schreibt sich so leicht, es ist nun aber mal so, dass ich meinen Allerwertesten für alltägliche Erledigungen nicht in Bewegung setzen kann. Ich kann kein Einzelfall sein, denn seit Jahrzehnten feilt die Spieleindustrie an den neuronalen Belohnungssystemen ganzer Generationen der Menschheit. Zumindest in den Teilen unserer Erde, die wir als industrialisiert bezeichnen, wird die Zufriedenheit in digitalen Trophies und Badges, kleinen Fleißpunkten im mentalen Klassenbuch gemessen. So auch ich. Mein Hirn folgt nur noch dem Versprechen der Belohnung, dieser zerebrale Esel. Ist es nun gut oder schlecht? Ich weiß es nicht, nur dass es ohne Helferlein wie EpicWin bei mir nicht mehr geht.

Dabei zeigt EpicWin schon die Perfidie des Denkmusters namens Gamification. Die lästigen, wiederkehrenden Aufgaben des alltäglichen Lebens sind mühselig, sie versprechen auch kaum Genugtuung, was die Währung der Gamifzierten ist. So stülpt EpicWin dem Ganzen ein RPG-Gewand über. Und schon klappt es.

Da verteile ich für meine Aufgaben Erfahrungspunkte auf Fertigkeiten wie ‘Stamina’, ‘Strength’ oder ‘Spirit’, die meinen Avatar prägen. Das hat durchaus den Vorteil, auf einen Blick zu erkennen, dass mein Avatar zwar brav auflevelt, aber beispielsweise in der Fertigkeit ‘Social’ noch sehr schwach ist. Es wird also Zeit, wieder mehr Kontakte zu knüpfen. Wie verdreht mein Gehirn mittlerweile ist, zeigt schon die eigentlich schwache Belohnung, die EpicWin bei Aufstiegen ausschüttet. Es sind nur skurrile Items mit lustigen Namen. Sie sind aber eigentlich zu nichts zu gebrauchen und doch ist der Akt, eine Erinnerung an den Hausputz zum Klang anschwellender Musik nicht nur zu erledigen, sondern ein Abenteuer zu bestehen, gut genug, um meinem Hirn das Gefühl zu vermitteln, etwas geleistet zu haben.

Eigentlich ist dies also weniger ein Text über EpicWin, als einer über das zwanghafte Verhalten eines Gamifizierten, der von einem mit spielerischen Elementen versetzten Aufgabenplaner halbwegs zur Disziplin angehalten wird. Wenn ich es mir richtig überlege, ist es eine traurige Angelegenheit. Doch so tickt es nun einmal, mein Gamer-Hirn. Aber andere haben ihre Pomodoros oder GTD, ich habe derzeit einen Marginally Decomposed Undead Minion.

 
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KyPass Pro: Nicht genug

23 Apr

Ohne Keepass geht bei mir nichts, leider gibt es derzeit aus meiner Sicht keine endgültig zufriedenstellende iOS-App, mit der ich meine Passwort-Datenbank absolut komfortabel verwenden könnte. KyPass Pro ist kein Desaster wie manch andere App, wird meinen Favoriten PassDrop aber nicht verdrängen.

Keine der KeePass-nutzenden Apps sieht auch nur ordentlich aus, da kann ich KeePass aus der abschreckenden Optik keinen Strick drehen. Die inneren Werte betont KyPass Pro, doch sind diese nur das Übliche. Im Grunde verfügt die App gerade mal über alle Grundfunktionen, um die Datenbank zu verwalten. Das Pro steht etwa vor allem für einen Passwortgenerator, der (pseudo-)zufällige Passwörter in neuen Einträgen erstellt. Das ist eine reichlich karge Rechtfertigung für den Pro-Zusatz. KyPass Pro scheitert für mich allerdings schon an der Dropbox-Synchronisation. Sie funktioniert eigentlich zuverlässig, sofern sie erst einmal eingerichtet wurde. Aber spätestens als mir kein Weg einfiel, innerhalb des Sync-Ordners eine neue Datenbank zu erstellen, war es für mich vorbei. Ohne Umwege über andere Rechner ging es nicht.

Auch fehlt mir immer noch ein gewisses Maß an Vertrauen, denn hin und wieder sind Einträge nicht übernommen worden oder Eingabefelder auf einmal leer gewesen. Reproduzieren konnte ich diese Fehler aber nicht. Dennoch ist für mich gerade wegen der derzeit umständlichen Synchronisation ein Wechsel zu KyPass Pro unwahrscheinlich.

 
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Nostromo: Ersatz für Schäbiges

17 Apr

Mit Nostromo Your Personal Notes’ Navigator ist es so eine Sache. Es kommt stark darauf an, in welchen Umfeld die App agieren soll. Kommt Nostromo in ein vergleichbar nacktes iOS, hat es einen großen Vorteil gegenüber den nativen Apps. Der Vorteil ist, Teile der Foto- und Notiz-App zu vereinen, die dann um eine Skizzenfunktion erweitert werden. Zusammengeschnürt wird das kleine Paket mit einer einfachen Dateiverwaltung. Nostromo ist also gewissermaßen ein Symbiont einiger betriebssystemeigener Bestandteile. Auch optisch ist Nostromo den biederen Apps von iOS überlegen, was allerdings auch keine große Herausforderung war.

Aber schon bei etwas ausgefeilteren Workflows fällt es schwer, Nostromo sinnvoll zu integrieren. Die Fotoverwaltung macht eben genau das, und nur das. Fotos aufnehmen und ordentlich ablegen. Bei den Notizen sieht es ähnlich karg aus. Für eine ordentliche Verarbeitung ist zu wenig Platz und Funktionsumfang drin. Es reicht für flüchtige Notizen, alles, was darüber hinaus ginge, wird aber extrem mühselig. Obendrein ist in der Navigation oft ein Vorgang oder Arbeitsschritt zuviel dabei. Nostromo zu bedienen fühlt sich nicht intuitiv genug an.

Nostromo ist also eine aufgemotzte digitale Kladde. Die Funktionalität der Apple-eigenen Programme lässt Nostromo mit Leichtigkeit hinter sich, hat aber kaum Chance, auch nur einen Blick auf die Spitze erhaschen zu können. Weniger ist nicht immer mehr.

Bilder: iTunes

 
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Grid Diary: Tage im Raster

10 Apr

logo_griddiaryMir kommt Grid Diary – The simplest way to get started with keeping a diary1 gerade recht. Für ein persönliches Tagebuch fehlte mir in den letzten Jahren die Muße. Zumeist wird ja doch in ein Tagebuch Geschehenes nur aus dem Weg, also aus dem Sinn geschrieben. Aber danach fällt kein Blick mehr darauf. Die selbstreinigende Wirkung, die Erlebnisse vom Tag noch einmal Revue passieren zu lassen, hätte ich dennoch gerne erhalten. Mit Grid Diary habe ich eine Anwendung, die mit neun Fragen an den vergangenen Tag der ganzen Sache die Schwere nimmt.

griddiary_screen1Die neun Fragen sollen ein Leitfaden sein, der Inhalt ist natürlich auf frei wählbar. Meine Erlebnisse kann ich so sehr zielgerichtet in fingierter dialogischer Form aufarbeiten. Der Frage-Antwort-Stil hilft auch dann, wenn mir mal nicht nach ausführlichen Schilderungen ist. Ich kann ja auch einsilbig auf eine Frage antworten und doch erfüllt sie ihren Zweck. Beeindruckt hat mich auch das klare Design, denn selbst auf kleinem Raum finde ich mich gut zurecht. Nichts lenkt mich davon ab, mir Fragen über den Tag zu stellen. Die Antworten fallen in das gut strukturierte Raster. Im Kalender sehe ich schnell, an welchen Tagen ich etwas geschrieben habe.

Persönlich bin ich kaum auf nennenswerte Fehler oder Ungereimtheiten gestoßen. Die unzufriedenen Stimmen zu mangelhafter Stabilität habe auch ich nicht überhört, nur bestätigen kann ich sie nicht. Bei mir lief Grid Diary störungsfrei. Ein einziges Mal hängte sich die App auf. Beim Einrichten der synchronisierten Datenbank über iCloud. Nach allem, was sich über iCloud sagen lässt, muss dies nicht an Grid Diary gelegen haben. Vielmehr vertraue ich auch darauf, Backups meiner Daten manuell durchführen zu können. Ansonsten genieße ich die einfache Handhabung von Grid Diary, mit dem ich tatsächlich wieder angefangen habe, Tagebuch zu schreiben. Nur Fotos sollten noch eingefügt werden können. Diese Funktion wurde aber auch schon versprochen.

1 Der volle Titel ist wichtig, denn es gibt einige ähnliche Apps, die allerdings sehr seltsam wirken.

 
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Knights of Pen & Paper: Mach eine Probe gegen Glück oder zahle

15 Mrz

SPIELLEITER: Vor euch türmt sich ein Rechteck auf das andere, ihr wollt euren Augen nicht trauen, denn mit einem Mal bilden die Rechtecke das sagenumwobene Land von Pixelia…

NERDICERON: 8 Bit oder 16 Bit?

SPIELLEITER: Seit dem letzten Update durch die Erzmagier von RGB erreicht Pixelia eine theoretische Farbtiefe von weit über 281 Millionen, quatsch, Billionen Farben. Das bringt euch aber gerade etwas wenig.

FONDOR: Ist halt nur theoretisch, ne?

SPIELLEITER: Nein, ihr steht mitten in einer Höhle, die sich gebildet hat. Und es gibt keine Lichtquelle.

FONDOR: Fantastisch.

NERDICERON: Ich mache Licht. D6 plus mein Wert in helle Magie, also 3. Macht, *würfel*, 4 plus 3 sind 7.

SPIELLEITER: Über euch steigt eine Kugel grellen Lichts auf, sie erhellt die Höhle. Etwa zwei Schritte von euch entfernt wacht ein gigantischer Höhlentroll auf. Er reibt sich zwar noch den Schlaf aus den Augen, doch sein markerschütternder Schrei verheißt nichts Gutes.

NERDICERON: Ich mache das Licht wieder aus.

SPIELLEITER: Es ist wieder aus. Es gibt einen Schlag, es klingt als würde eine Wassermelone am Boden platzen. Wenn’s nur eine wäre, aber es war Fondor, dessen Überreste nun in der Höhle verteilt wurden. Sei froh, dass du es nicht ansehen musst.

NERDICERON: Na großartig. Was jetzt?

SPIELLEITER: Für einen Euro kannst du den Geist von Freemium um Hilfe anbeten? Willst du?

NERDICERON: Ne, keinen Bock mehr auf Knights of Pen & Paper. Gute Idee, aber scheiß auf Freemium.

 
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Solar: Ein Blick in die Zukunft des Wetters

13 Mrz

Die kleine App Solar ist das Gegenteil von all dem Bloat, Solar zeigt das Wetter. Punkt. Das war’s dann schon. Dieses peinliche Video wird der eleganten App aber nicht gerecht.

Warum Wetter-Apps anscheinend hoch im Kurs stehen, wird mir wohl ewig ein Rätsel bleiben. Ich will doch bestenfalls kurz nachschlagen, wie sich das Wetter entwickeln wird. Solar kommt mir mit seiner sparsamen Funktionalität entgegen. Es sind nur wenige, aber diese Funktionen sind so schön umgesetzt, ich hätte es kaum für möglich gehalten. Solar startet direkt in die Tagesansicht. Mit einer Wischgeste nach unten ziehe ich eine Drei-Tage-Vorschau ins Sichtfeld, nach rechts oder links wischen führt mich zu weiteren Orten, die ich eingestellt habe. Im Grunde war es das dann auch schon. Wenn da nicht diese prächtige, stufenlose 24-Stunden-Vorschau wäre. Mit einer Geste nach oben gewischt, spult Solar in die Wetter-Zukunft, zeigt, wie sich Wetter und Temperaturen ändern können. Solar hat nur diesen einen Trick, doch war der Wetterbericht nie so schön wie hier.

 
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Pillboxie: Digitale Pillendose mit Leck

13 Mrz

Wenig bis gar keine Aufmerksamkeit widmete ich der Kategorie Medizin. Nun aber doch, da einige der Tiere im Haushalt ordentlich mit Medikamenten versorgt werden müssen. Um nicht durcheinander zu geraten, beschaffte ich mir eine digitale Pillendose. Pillboxie heißt die App und ist so nützlich wie einfach. Hat aber auch einen Haken.

Vor allem geht es mir darum, die Medikamente für die Tiere unterscheiden zu können. Also habe ich jeden Nager in Pillboxie als Patienten angelegt, das schafft schon einmal Übersicht, da ein gute Auswahl an Bildern für Tabletten, Pillen, Tropfen und andere Verabreichungsarten enthalten sind. Wichtiger ist aber das Notizfeld zum Verwendungszweck und der Dosierung, denn gerade bei den überaus empfindlichen Nagetieren bedeutet eine unbeabsichtigte Überdosierung leider allzu oft das Todesurteil. Pillboxie trennt Patienten, Medikamente und Dosierung übersichtlicher voneinander und macht für mich damit die Verabreichung der richtigen Medikamente an die kleinen Patienten leichter und sicherer. Die zusätzliche Erinnerungsfunktion, die obendrein tatsächlichen Pillendosen nachempfunden ist, funktioniert zuverlässig.

Nun sind Art oder Gattung der Patienten Pillboxie glücklicherweise gleich, sofern es sich dabei um Menschen handelt, darf der Datenschutz aber nicht unter den Tisch fallen. Pillboxie bietet zwar reichlich Einstellungen, um den Zugriff auf die Patienten- und Medikamentendaten sowie die Verabreichungshistorie über die GUI einzuschränken. Eine PIN-Eingabe kann als obligatorisch eingestellt werden, die graphische Oberfläche ist dann auch erst einmal vor unbedarften Zugriffen sicher. Genauso bietet Pillboxie einen Datenexporte an, bei dem sensible Daten ausgespart werden, sofern dies gewünscht ist. Dennoch täuscht dies über wichtige Sicherheitsaspekte hinweg, bei denen es bedauerlicherweise nicht mehr so gut aussieht.

Ein Ausrufezeichen ist hinter der dürftigen Absicherung der Daten auf dem Speicher des iOS-Gerätes selbst zu machen. Alle Daten liegen nicht in verschlüsselter Form auf dem Gerät, sie sind lediglich in einer Datenbank abgelegt, die keinerlei Zugriffsbeschränkungen unterliegt*. Damit erfüllt Pillboxie leider nicht die für professionelle Arbeit nötigen Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz personenbezogener Daten. So juristisch sich das anhört, es muss gesagt werden, dass sich nach meinem Kenntnisstand alle Benutzerinnen und Benutzer im Klaren sein müssen, dass sämtliche gespeicherten Daten von Pillboxie auch für Laien mit nur geringem Aufwand zugänglich sein können.

Die App ist ansonsten eine verlockende, aber unter Datenschutzaspekten nicht zu empfehlende Anwendung. Für meine Zwecke ist dies weit weniger problematisch, da ich meinen tierischen Patienten zwar eine Vielzahl an Rechten zugestehe, aber keinen Sinn darin erkenne, ihre medizinischen Daten als hochsensibel einzuschätzen. Bei Menschen ist das tatsächlich mal ganz anders und sollte vor dem Kauf dementsprechend berücksichtigt werden.

* Nach heutigem Stand gilt für Version 2.6: Im Detail ist es eine übersichtliche SQLite-Datenbank, die in keinster Weise zugriffsbeschränkt ist oder anonymisierte oder codierte Datensätze enthält. Gängige Dateimanager für iOS-Geräte und ein SQL-Browser reichen bei direktem Zugriff auf das Gerät völlig aus, um alle Daten lesen, schreiben oder anderweitig verarbeiten zu können.

 
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Penny Arcade the Game: Gamers vs. Evil: Langnamig, kurzweilig (Playdek-Serie Teil 6)

08 Mrz

Das nenne ich mal einen Titel, der leicht von der Zunge geht: Penny Arcade The Game: Gamers vs. Evil. Ja, ne, is klar. Geht das auch einfacher? Schauen wir mal auf den gestrigen Beitrag, da findet sich die Antwort. Nein, unter einem Zungenverdreher darf es anscheinend kein Lizenztitel für Penny Arcade machen zu dürfen. Also greife ich auch hier auf das bewährte Hausmittel der Abkürzung zurück, denn PAtG:GvE ist so viel handlicher.

Da dies aber der sechste Teil meiner kleinen Serie zu den iOS-Spielen von Playdek ist, muss das Spiel etwas an sich haben, um es an die Spitze geschafft zu haben. Und ja, es ist ein blendendes Kartenspiel, taktisch fordernd und facettenreicher als geahnt. Dabei sind die Regeln dieses Deck-Builders deutlich schneller gelernt, als es am Anfang vielleicht erscheint. Glücklicherweise übernimmt das folgende Video die Aufgabe, die Regeln zu vermitteln, ich kann much danach dann auf’s Wesentliche konzentrieren.

Viele Deck-Builder kennen bei der Kartenvergabe nur verdecktes Ziehen oder die Teilauswahl, damit ist langfristiges Taktieren dem Zufall untergeordnet. Nicht so in PAtG:GvE. Die vierzehn Kartenstapel des regulären Decks sind für alle beteiligten Spielerinnen und Spieler zu jeder Zeit ersichtlich, was aus taktischer Perspektive deutlich mehr Kontrolle über das eigene Deck erlaubt. Die Erfahrung zeigt schnell, dass zwar noch immer der Zufall den Ausschlag zu geben scheint, welche Karten in die Hand gespielt werden. Mit vorausschauendem Denken kann die Wahrscheinlichkeit innerhalb des Decks drastisch beeinflusst werden, schließlich wiegt die Frage, wie das Deck von unnützen Karten befreit, mit sinnvollen Ergänzungen bestückt und das Kartenziehen beschleunigt werden kann, schwerer. Es gibt viele Wege zum Erfolg, selbstverständlich auch starke Kartenkombinationen, keine der Kombinationen ist in dem austarierten Set allen anderen überlegen.

Auch hat die Vorlage, die Playdek für iOS aufgegriffen hat, die skurrile Welt der Penny-Arcade-Geekerei um Tycho und Gabe herrlich umgesetzt. Dass Karten als wehrhaftes Skrotum daherkommen, oder auch mal ein Bat’leth geschwungen wird, verwundert nicht. Bis in die Spielmechanik reicht das Geektum auch, zwei Kartenstapel sind fürBoss-Gegner reserviert, die erstaunliche Fähigkeiten haben und dabei Segen und Fluch auch gerne mal mit einem D20 verteilen.

Gerade online haben Partien gegen erfahrene Gegnerinnen und Gegner meine Spielweise stark zum Besseren beeinflusst. Doch auch die dreistufige KI bietet Herausforderung genug. PAtG:GvE ist rundum kurzweilig, und immer fordernd. Schon seit Wochen spiele ich mehrere Partien am Tag, noch immer kann ich nicht genug davon kriegen.

Ohne Frage, PAtG:GvE ist als Mobilspiel wahnsinnig motivierend und hält auch langfristig die Spannung hoch, immer wieder fallen neue Facetten bei Karten auf, die bis dahin als viel zu schwach erschienen. Oder im Multiplayer drückt ein Spieler oder eine Spielerin alle anderen aus vermeintlich verlorenem Posten an die Wand. Nicht mit Glück, eine undurchschaubare Taktik ist es dann oft gewesen. Mit Erfahrung ist aus jedem Deck etwas zu holen, mit dem Zufall manch anderer Kartenspiele hat das überhaupt nichts mehr zu tun. PAtG:GvE bietet für einen vergleichsweise kleinen Preis eine enorme Tiefe.

Alle Artikel der Serie:

 
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Pastebot: Und plötzlich kann ich was mit dem Clipboard anfangen

06 Mrz

Anscheinend musste ich unter den Apps, die im Hintergrund die iOS-Zwischenablage abfangen, nur die finden, deren Funktionalität über diese eine hinaus geht. Im Dezember hatte ich mich an einigen Apps versucht, gab aber auf, denn für mich lag kein bedeutender Wert darin. Seit ein paar Tagen spiele ich nicht nur mit einem etwas älteren Tool aus dem App Store herum, ich arbeite sogar ernsthaft mit Pastebot.

Da ich keinen Mac habe, fällt sogar eine der spannenderen Einsatzmöglichkeiten weg, die Daten auch auf einen Desktoprechner zu verteilen. Aber selbst ohne diese Möglichkeit, ist Pastebot tatsächlich eine Hilfe. Für mich sind zwei Gründe besonders ausschlaggebend: Erstens die Möglichkeit der Verwaltung von Snippets in Gruppen und Ordnern, zweitens eine Vielzahl an Filtern, die Auf Texte und Bilder angewandt werden können.

Es macht eben einen Unterschied, ob ich nur eine Sammlung von Snippets aus der Zwischenablage habe oder die Snippets auch verarbeiten kann. Mit Pastebot kann ich nicht nur die Snippets gruppieren, sondern beispielsweise auch mit HTML-Tags versehen oder auch Suchen-&-Ersetzen. Durch die Dateiverwaltung wird Pastebot auch noch gleich zu einem Repositorium für Textbausteine, mit denen ich meinen Ablauf im Schriftverkehr beschleunige.

Als Sahnehäubchen verfügt Pastebot ebenfalls über ein simples URL-Schema, sodass ich auch über Skripte von Pythonista mit Pastebot interagieren kann. So wird aus einer guten Idee auch eine gute App, die mich in meinen Areitsabläufen tatsächlich unterstützt. Für mich rechtfertigt Pastebot den auf den ersten Blick hohen Preis völlig. Hätte ich mir mal früher anschauen sollen.

 
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