Gistacular: Ein mobiles Zuhause für Gist

Was für eine prächtige Ergänzung das kleine Gistacular zu iOctocat ist. Zwar kann ich Gists auch dort ansehen, aber nicht bearbeiten. Gistacular schließt diese Lücke auf einfache Weise.

Die App ist ein stromlinienförmiger Client für Gists. Alles ist übersichtlich angeordnet. Ich kann Favoriten verwalten, Skripte anderer Leute durchforsten, neben den eigenen Skripten natürlich. Der Texteditor ist spartanisch, aber ausreichend. Aber Gistacular zeigt in der Vorschau auch Syntax-Highlighting.

Ich sehe langsam, dass ich meine Desktoprechner nur noch für wirklich umfassende Schreibarbeiten oder eben Spiele brauchen werde. Alles andere kann ich immer besser auch von mobilen Geräten erledigen.

Übrigens, der Quellcode von Gistacular ist freundlicherweise auch auf Github.

Bilder: iTunes

Der Horror: trakt.tv und Android

Ich wollte ja nur eine App, die mir erlaubt, Serien auf trakt.tv auch unter Android zu verwalten. Letzte Woche schrieb ich über 60Hz, das auf iOS läuft, aber leider derzeit auf der Performance-Seite etwas zu wünschen übrig lässt. Das war aber nichts gegen meine Versuche unter Android, wie sich jetzt rückblickend herausstellte. Dabei halte ich meine Ansprüche gar nicht für allzu hoch. Im Grunde möchte ich doch nur meinen Account bei trakt.tv nutzen, dort neue Serien oder Filme verwalten und diese gegebenenfalls als gesehen zu markieren und bewerten.

In der ersten Runde fielen dann gleich schon so Apps wie Damnent, moviis, anpMovies, Movie Trakt und TV Trakt  raus. Ich verstehe zwar, warum sie eine Unterscheidung zwischen Film und Serien machen wollen, für mich ist das allerdings nicht sinnvoll, selbst wenn ich überwiegend Serien schaue. Ebenso vielversprechend wirkte auch Twee, doch auch das blendete Filme einfach aus. Die Liste der möglichen Kandidaten ließ also schon an der ersten Hürde eine Menge Apps aus dem Rennen fallen. Dann geht es eben mit den verbliebenen Kandidaten weiter.

Ich kann aber gleich auch noch bei Twee bleiben, denn diese eigentlich ganz ordentlich gemachte App wäre auch an der zweiten Aufgabe gescheitert. Beim besten Willen will mir nicht in den Kopf, warum eine App einen dritten Webdienst für die Daten und Synchronisierung nutzt, der recht gut verbreitet ist, und erlaubt dann nicht, einen bestehenden Account zu nutzen. Ich weiß nicht, was Twee da macht, ob sie irgendwie anhand der Gerätenummern einfach neue Accounts bei trakt.tv anlegen. Wie auch immer. Was nutzt es, dass ich mir bei trakt.tv eine Bibliothek aufgebaut habe, die ich nun nicht nutzen kann? Und Twee ist nicht allein damit, auch das anscheinend sehr beliebte SeriesGuide Probleme, meine Anmeldung durchzuziehen. Ich gebe meine Anmeldedaten von trakt.tv ein, es scheitert jedes Mal. Diese Krankheit scheint TV Shows Favs nicht zu haben. Ich war mal großzügig und ließ es die erste Runde überstehen, obwohl es nur Serien verwaltet. Es brauchte dann aber eine Weile, bis ich merkte, dass die Anmeldung irgendwie meine Daten nicht akzeptierte, sondern eigene Accounts verlangte. Die größte Enttäuschung zu diesem Zeitpunkt war Cliffhanger. Zwar musste ich mich da auch nur mit Serien begnügen, aber in vielen anderen Punkten sah es toll aus. Doch auch hier ist die Anmeldung bei trakt.tv zwar versprochen, aber noch lange nicht umgesetzt. So schlossen McTrakt, das derzeit noch eine Beta ist, und Chakt, das sogar alpha ist, die zweite Runde ab. Deren Entwicklungsstatus hilft mir eben auch nicht, wenn meine Accountdaten ständig nicht verifiziert wurden.

Mehr als die Hälfte der Kandidaten war nun schon nicht mehr dabei. Nur mit einiger Großzügigkeit blieben zu diesem Zeitpunkt noch Apps, die eventuell früher hätten ausscheiden müssen. Aber ich war gnädig, ich konnte ja nicht gleich alle scheitern lassen. TraktApp war schnell und gut, zickte auch nicht bei meinem Account herum. Was für eine Erleichterung. Lediglich das Bewerten von Serien ist nicht möglich, wie ich es gerne hätte, und sehr ansehnlich ist die App wirklich nicht. Aber es hat ja einen Grund, warum ich die Optik nicht zu einem Kriterium gemacht habe, wir reden hier schließlich von Android-Apps. Bei Traktoid bluteten meine Augen nicht mehr, die Synchronisierung der Daten lief eigentlich recht ordentlich, aber es verwaltet nur Serien. Wenn ich also hart bliebe, müsste die App auch aus dem Rennen sein, genauso wie Traktato, das ich schon von iOS kenne. Traktato hat es aber geschafft, weil es die Serien in meinem trakt.tv-Account immerhin in einer vergleichsweise schicken Oberfläche verwaltet und dabei nur die Bewertungsmöglichkeit vermissen lässt. Ansonsten läuft schnell und zuverlässig. Als letzte in der langen Reihe blieb dann noch Voodoo TVDB. Die App ist sehr ansehnlich, lässt aber schon im Namen erkennen, eigentlich für nur für Serien gedacht zu sein. Die App wirkte so gut, ich hätte beinahe übersehen, dass eine Accountanmeldung bei trakt.tv auch erst in Zukunft möglich sein sollte. Dann auch noch nur im gewünschten Umfang in der PRO-Version.

Das war es. Das war alles an Apps. Es machte sich bei mir mehr als nur Ernüchterung breit. Denn damit hatte ich nicht gerechnet. Es war sogar eine recht herbe Enttäuschung, denn es gibt einige Apps, die viel versprechen, aber unterm Strich nicht alles halten. Nach dem jetzigen Stand nutze ich, allerdings auch nur recht widerwillig, Traktato. Aber eigentlich ist es ein karges Ergebnis, dass von mir als Grundfunktionen empfundene Optionen nicht verfügbar sind. Im Grunde besteht aber keine der Apps gegen die trakt.tv-Seite im Browser. Das ist zwar auch eine Qual, bietet aber alles, was ich will.

 

Thunderspace: Im Auge des Sturms

Mit einer Beschreibung wie „stereoscopic 3D audio“ weiß ich herzlich wenig anzufangen. Höre ich aber über die Kopfhörer meines Telefons einem Gewitter in aller Räumlichkeit zu, verstehe ich, was gemeint ist. Das Donnern rollt plastisch durch meinen Kopf, der beständige Nieselregen prasselt so lebendig auf meine Ohren ein, ich glaube, jeden einzelnen Tropfen zu hören.

In gewissen Sinne ist Thunderspace das Muster für eine richtig gute App. Nur ein einziger, einzelner Zweck wird schnörkellos umgesetzt. Thunderspace entspannt mit beeindruckenden Tonaufnahmen von Unwettern. Zugegeben, dafür muss man der Typ sein, sich in Hintergrundrauschen zu verlieren. Ich bin es. Deshalb bin ich so begeistert von Thunderspace, wo Stürme eine sichere und beruhigende Klangkulisse sind.

Drumherum gibt es nicht viel Ablenkung, das finde ich hervorragend. Zwei Klangbetten sind kostenlos enthalten*, sechs weitere sind über IAP zu haben. Das ist alles in allem fair. Thunderspace kommt im zugegeben schicken iOS7-Design daher, auch wenn die Gradients jetzt schon beliebig zu werden drohen. Aber egal, es geht ums Gewitter in den Ohren, das Ruhe im Kopf machen soll. Die Illusion vom Unwetter soll durch über die Gerätleuchte simulierte Blitze verstärkt werden, aber das brauche ich nicht wirklich. Nützlicher ist der Sleep-Timer. In meinen Ohren ist das eine der besten Entspannungsmöglichkeiten, die der App-Store bislang zu bieten hat.

* Update 21.08.2013: Da war ich etwas verwirrt. Thunderspace ist prinzipiell im unteren Preissegment angesiedelt, war nur vorübergehend kostenlos. Ich halte die Freemium-Variante prinzipiell für besser, aber selbst für die kleine Einstiegshürde bieten die zwei Klangbetten ordentlich Entspannung.

Rise Alarm Clock – Aufstehen

Aufgepasst, Freunde des gepflegten Minimalismus, heute ist Rise Alarm Clock kostenlos. Eigentlich ist sie überflüssig, iOS bringt doch einen Wecker schon mit. Aber wie so oft, die native App bringt nur die allernötigsten Funktionen mit.

Bei Rise ist jedes Fett sorgsam abgeschnitten, die App ist vorbildlich designt. Die Weckzeit kann per Touch einfach eingestellt werden, da ist es nur bedauerlich, dass Rise immer bloß einen Wecker erlaubt. Komfortabler ist da schon, dass die Klingeltöne erlesen sind und auch noch aus der eigenen Bibliothek ergänzt werden können. Ein weiteres Plus, ich weiß beim besten Willen nicht, warum das so oft unter den Tisch fällt, ist der skalierbare Snooze-Button. Aber am besten einfach mal ausprobieren, schadet ja nichts.

60Hz: Serienabsturz

Die Sucht nach Serien führt zu dem #firstworldproblem, die Übersicht zu behalten. Welche Serie will ich noch sehen, welche Folgen stehen noch aus? 60Hz will Abhilfe schaffen.

60Hz ist kein Fiasko, eine wirkliche Hilfe ist die App noch nicht. Es fängt damit an, dass die App nicht universal ist. Es gibt also eine App für das iPhone und eine für das iPad, wobei ich dann mit ersterer Vorlieb nehmen musste. Das ist allerdings umso ärgerlicher, denn 60Hz setzt auf dem sozialen Netzwerk für Film und Serien trakt.tv auf. Alle Daten werden also regelmäßig mit den Servern von trakt.tv abgeglichen. Wenn ich aber dann schon einmal prinzipell über iOS-Geräte hinweg synchronisieren könnte, aber doch zwischen zwei Klassen unterschieden wird, ärgert das. Außerdem erscheint mir der Abgleich mit den Servern sehr langsam zu sein*. Ich habe selbst ein wenig mit der API von trakt.tv rumgespielt, hatte subjektiv den Eindruck, dass es recht schnell lief. Deshalb kann ich mir nicht erklären, warum 60Hz gerne mal für eine Minute Aktivität anzeigt.

Von der hübschen Oberfläche wollte ich mich dann auch nicht blenden lassen. Denn zumindest in meinem Fall gehören regelmäßige Abstürze leider dazu. Will ich eine neue Serie eingeben und als gesehen markieren, stürzt die App ab. Immerhin das zuverlässig. Schön ist sie, praktisch aber noch nicht. An vielen Stellen sind mir das ein oder zwei Klicks zuviel. Die Klicks, um die App nach einem Absturz wieder zu starten, nicht eingerechnet. Da nützt also das modische Flachdesign mir nicht, wenn der Nutzen der App in vielen Punkten von der Optik torpediert wird und die App zudem auch noch gefühlt langsamer ist, als sie sein könnte.

Ich kann 60Hz im jetzigen Zustand nur bedingt empfehlen. Da die Konkurrenz derzeit auch nicht besser ist, entsteht kein größerer Schaden. Doch von einer simplen App, die einfach macht, was sie verspricht, ist 60Hz auch noch weit entfernt. Zwar gibt es sie immer wieder, die Apps, die anfangs nur Potenzial hatten, dieses dann im Laufe der Zeit dann auch ausschöpften, aber eine Garantie dafür gibt es nicht.

* UPDATE 23.08.2013: Mit der neuen Version 2.3 ist die App tatsächlich sehr viel schneller im Austausch mit trakt.tv geworden. Damit ist 60Hz sehr wohl eine wesentlich bessere App, die nun einen spürbaren Vorsprung hat.

CARROT: Gibt dir Tiernamen

Normal ist das sicher nicht, kann es auch nicht sein, denn keine normale To-do-App würde mir stolz verkünden: "My recent takeover of Luxembourg’s defense network has allowed me to add additional processor capacity. Now I’ll boot up much faster for you." Und ebensowenig normal ist es, wenn die App nun tatsächlich etwas schneller ist. Überhaupt ist CARROT sehr mit sich selbst, manchmal mit mir, gerne auch mit meiner virtuellen Katze und seltener mit meinen Aufgaben beschäftigt. CARROT rühmt sich, eine To-Do-App mit Persönlichkeit zu sein. Und genau das ist sie, wenn sie mich beleidigt, dann urplötzlich wieder stolz auf mein Tagwerk ist und mich mit Geschenken überhäuft. CARROT ist ein lästiges, nervtötendes Arschloch. Will so etwas zur App haben? Nicht wirklich.

Als To-Do-App taugt CARROT gerade wegen des hochtrabenden Konzeptes, eine KI vom Schlage HAL 9000 oder GlaDOS sein zu wollen, einfach nicht. Als Experiment ist es nicht unterhaltsam genug. Die Funktionalität, da fängt es schon an, durchläuft einige Metamorphosen, CARROT wächst sich, sofern ich es kontinuierlich mit erledigten Aufgaben zufriedenstelle, von einer simplen Liste einzelner Aufgaben zu einem kleinen Kalender samt Erinnerungen und wiederkehrender Aufgaben aus. So gesehen bietet CARROTs gamifizierter Teil tatsächliche Belohnungen, doch wird damit auch die App unbrauchbar, weil ich mich nicht auf ihre Funktionen einstellen kann. Es ist eben etwas anderes, ob ich einen Film sehe, der seine Spannung aus dem erratischen Verhalten einer KI zieht, oder meine Aufgabenplanung einer instabilen Pseudo-Persönlichkeit überlasse.

CARROT will aber sowohl nützlich wie originell sein, scheitert aber an den eigenen Ansprüchen. Es ist tatsächlich nervtötend, zu erfahren, dass die App eine geschlagene Woche absichtlich langsamer war, als sie sein musste. Oder dass ich lästig Aufgaben kopieren musste, um sie wiederholen zu können, weil der "Bonus" der Wiederholungsaufgaben noch nicht erspielt wurde. Dabei dröhnte mich die App in jeder Handlung so penetrant laut an, dass die Stummtaste mein bester Freund wurde. CARROT ignoriert nämlich einfach Lautstärkeeinstellungen. Volles Rohr oder gar nicht, etwas anderes kennt CARROT nicht. Beim ersten Mal ist es ja vielleicht noch witzig, wie etwa die abstrusen Captchas oder die Mordphantasien, doch schon beim nächsten Mal ist es schon abgestanden.

Dabei muss ich fast sagen, dass CARROT beileibe nicht so schlau ist, wie es sich ausgibt, denn nach einer halben Stunde eingehackter und sofort abgehakter Sinnlosaufgaben, hatte ich CARROT auf einem Funktionsumfang, der mir brauchbar erschien. Aber wozu das alles?

Nur, um ein In-App-Purchase-Minenfeld zu kreieren? Denn CARROT ist eine über den Vorwand der widerwilligen KI eine verstümmelte To-Do-App. Aber das ach so elaborierte Konzept, auf das so große Stücke gehalten werden, kann natürlich umgangen werden, wenn mit insgesamt nicht gerade wenigen IAP Geld auf CARROTs Entwickler geworfen wird. Und ja, ich habe den Gag der App verstanden. Gerade deswegen fühle ich mich ja so verarscht. CARROT ist eben keine tatsächlich brauchbare Produktivitätsanwendung und zur gleichen Zeit nur ein müder Gag, der sich als Gamification-Experiment tarnt. Es ist mir egal, dass es mit Augenzwinkern geschieht, es ist einfach nutzlos, mich spontan mit mau geschriebenen Sprüchen über das Notification Center zu beschimpfen. Denn am Ende bleibt es trotzdem Spam, und wenn ich den Spam abschalte, bleibt nicht genug Funktionalität übrig, um zu rechtfertigen, warum ich überhaupt eine App kaufen soll, die selbst nach vielem Freischalten mit weniger Funktionalität als Apples eigene Erinnerungen aufwarten kann und diesen Mangel an Funktionen auch noch mit Publikumsbeschimpfungen rechtfertigt. Das sollten wir uns auf der Zunge zergehen lassen: CARROT kann am Ende weniger als der schlechte Witz von einer App namens Erinnerungen. Ehrlich, weniger als Erinnerungen. Dafür schenkt CARROT mir aber eine ASCII-Art-Katze, die wir füttern dürfen. Ich bin raus. Danke, aber nein danke.

EpicWin: Mein Alltag als Abenteuer

Ich wünsche es mir ja anders, das schreibt sich so leicht, es ist nun aber mal so, dass ich meinen Allerwertesten für alltägliche Erledigungen nicht in Bewegung setzen kann. Ich kann kein Einzelfall sein, denn seit Jahrzehnten feilt die Spieleindustrie an den neuronalen Belohnungssystemen ganzer Generationen der Menschheit. Zumindest in den Teilen unserer Erde, die wir als industrialisiert bezeichnen, wird die Zufriedenheit in digitalen Trophies und Badges, kleinen Fleißpunkten im mentalen Klassenbuch gemessen. So auch ich. Mein Hirn folgt nur noch dem Versprechen der Belohnung, dieser zerebrale Esel. Ist es nun gut oder schlecht? Ich weiß es nicht, nur dass es ohne Helferlein wie EpicWin bei mir nicht mehr geht.

Dabei zeigt EpicWin schon die Perfidie des Denkmusters namens Gamification. Die lästigen, wiederkehrenden Aufgaben des alltäglichen Lebens sind mühselig, sie versprechen auch kaum Genugtuung, was die Währung der Gamifzierten ist. So stülpt EpicWin dem Ganzen ein RPG-Gewand über. Und schon klappt es.

Da verteile ich für meine Aufgaben Erfahrungspunkte auf Fertigkeiten wie ‚Stamina‘, ‚Strength‘ oder ‚Spirit‘, die meinen Avatar prägen. Das hat durchaus den Vorteil, auf einen Blick zu erkennen, dass mein Avatar zwar brav auflevelt, aber beispielsweise in der Fertigkeit ‚Social‘ noch sehr schwach ist. Es wird also Zeit, wieder mehr Kontakte zu knüpfen. Wie verdreht mein Gehirn mittlerweile ist, zeigt schon die eigentlich schwache Belohnung, die EpicWin bei Aufstiegen ausschüttet. Es sind nur skurrile Items mit lustigen Namen. Sie sind aber eigentlich zu nichts zu gebrauchen und doch ist der Akt, eine Erinnerung an den Hausputz zum Klang anschwellender Musik nicht nur zu erledigen, sondern ein Abenteuer zu bestehen, gut genug, um meinem Hirn das Gefühl zu vermitteln, etwas geleistet zu haben.

Eigentlich ist dies also weniger ein Text über EpicWin, als einer über das zwanghafte Verhalten eines Gamifizierten, der von einem mit spielerischen Elementen versetzten Aufgabenplaner halbwegs zur Disziplin angehalten wird. Wenn ich es mir richtig überlege, ist es eine traurige Angelegenheit. Doch so tickt es nun einmal, mein Gamer-Hirn. Aber andere haben ihre Pomodoros oder GTD, ich habe derzeit einen Marginally Decomposed Undead Minion.

KyPass Pro: Nicht genug

Ohne Keepass geht bei mir nichts, leider gibt es derzeit aus meiner Sicht keine endgültig zufriedenstellende iOS-App, mit der ich meine Passwort-Datenbank absolut komfortabel verwenden könnte. KyPass Pro ist kein Desaster wie manch andere App, wird meinen Favoriten PassDrop aber nicht verdrängen.

Keine der KeePass-nutzenden Apps sieht auch nur ordentlich aus, da kann ich KeePass aus der abschreckenden Optik keinen Strick drehen. Die inneren Werte betont KyPass Pro, doch sind diese nur das Übliche. Im Grunde verfügt die App gerade mal über alle Grundfunktionen, um die Datenbank zu verwalten. Das Pro steht etwa vor allem für einen Passwortgenerator, der (pseudo-)zufällige Passwörter in neuen Einträgen erstellt. Das ist eine reichlich karge Rechtfertigung für den Pro-Zusatz. KyPass Pro scheitert für mich allerdings schon an der Dropbox-Synchronisation. Sie funktioniert eigentlich zuverlässig, sofern sie erst einmal eingerichtet wurde. Aber spätestens als mir kein Weg einfiel, innerhalb des Sync-Ordners eine neue Datenbank zu erstellen, war es für mich vorbei. Ohne Umwege über andere Rechner ging es nicht.

Auch fehlt mir immer noch ein gewisses Maß an Vertrauen, denn hin und wieder sind Einträge nicht übernommen worden oder Eingabefelder auf einmal leer gewesen. Reproduzieren konnte ich diese Fehler aber nicht. Dennoch ist für mich gerade wegen der derzeit umständlichen Synchronisation ein Wechsel zu KyPass Pro unwahrscheinlich.

Nostromo: Ersatz für Schäbiges

Mit Nostromo Your Personal Notes‘ Navigator ist es so eine Sache. Es kommt stark darauf an, in welchen Umfeld die App agieren soll. Kommt Nostromo in ein vergleichbar nacktes iOS, hat es einen großen Vorteil gegenüber den nativen Apps. Der Vorteil ist, Teile der Foto- und Notiz-App zu vereinen, die dann um eine Skizzenfunktion erweitert werden. Zusammengeschnürt wird das kleine Paket mit einer einfachen Dateiverwaltung. Nostromo ist also gewissermaßen ein Symbiont einiger betriebssystemeigener Bestandteile. Auch optisch ist Nostromo den biederen Apps von iOS überlegen, was allerdings auch keine große Herausforderung war.

Aber schon bei etwas ausgefeilteren Workflows fällt es schwer, Nostromo sinnvoll zu integrieren. Die Fotoverwaltung macht eben genau das, und nur das. Fotos aufnehmen und ordentlich ablegen. Bei den Notizen sieht es ähnlich karg aus. Für eine ordentliche Verarbeitung ist zu wenig Platz und Funktionsumfang drin. Es reicht für flüchtige Notizen, alles, was darüber hinaus ginge, wird aber extrem mühselig. Obendrein ist in der Navigation oft ein Vorgang oder Arbeitsschritt zuviel dabei. Nostromo zu bedienen fühlt sich nicht intuitiv genug an.

Nostromo ist also eine aufgemotzte digitale Kladde. Die Funktionalität der Apple-eigenen Programme lässt Nostromo mit Leichtigkeit hinter sich, hat aber kaum Chance, auch nur einen Blick auf die Spitze erhaschen zu können. Weniger ist nicht immer mehr.

Bilder: iTunes

Grid Diary: Tage im Raster

logo_griddiaryMir kommt Grid Diary – The simplest way to get started with keeping a diary1 gerade recht. Für ein persönliches Tagebuch fehlte mir in den letzten Jahren die Muße. Zumeist wird ja doch in ein Tagebuch Geschehenes nur aus dem Weg, also aus dem Sinn geschrieben. Aber danach fällt kein Blick mehr darauf. Die selbstreinigende Wirkung, die Erlebnisse vom Tag noch einmal Revue passieren zu lassen, hätte ich dennoch gerne erhalten. Mit Grid Diary habe ich eine Anwendung, die mit neun Fragen an den vergangenen Tag der ganzen Sache die Schwere nimmt.

griddiary_screen1Die neun Fragen sollen ein Leitfaden sein, der Inhalt ist natürlich auf frei wählbar. Meine Erlebnisse kann ich so sehr zielgerichtet in fingierter dialogischer Form aufarbeiten. Der Frage-Antwort-Stil hilft auch dann, wenn mir mal nicht nach ausführlichen Schilderungen ist. Ich kann ja auch einsilbig auf eine Frage antworten und doch erfüllt sie ihren Zweck. Beeindruckt hat mich auch das klare Design, denn selbst auf kleinem Raum finde ich mich gut zurecht. Nichts lenkt mich davon ab, mir Fragen über den Tag zu stellen. Die Antworten fallen in das gut strukturierte Raster. Im Kalender sehe ich schnell, an welchen Tagen ich etwas geschrieben habe.

Persönlich bin ich kaum auf nennenswerte Fehler oder Ungereimtheiten gestoßen. Die unzufriedenen Stimmen zu mangelhafter Stabilität habe auch ich nicht überhört, nur bestätigen kann ich sie nicht. Bei mir lief Grid Diary störungsfrei. Ein einziges Mal hängte sich die App auf. Beim Einrichten der synchronisierten Datenbank über iCloud. Nach allem, was sich über iCloud sagen lässt, muss dies nicht an Grid Diary gelegen haben. Vielmehr vertraue ich auch darauf, Backups meiner Daten manuell durchführen zu können. Ansonsten genieße ich die einfache Handhabung von Grid Diary, mit dem ich tatsächlich wieder angefangen habe, Tagebuch zu schreiben. Nur Fotos sollten noch eingefügt werden können. Diese Funktion wurde aber auch schon versprochen.

1 Der volle Titel ist wichtig, denn es gibt einige ähnliche Apps, die allerdings sehr seltsam wirken.