Yoku-Gami: Zen-Knobeln

Was hätte ich getan, wenn ich neben Super Monsters Ate My Condo nicht Yoku-Gami hätte? Der Reizüberflutung gebietet Yoku-Gami mit Zen-Garten-Atmosphäre Einhalt. Es gibt keinen Zeitdruck, keinen Stress, nur die beinahe meditative Ruhe eines mathematisch ausbalancierten Spiels, das auf einer Vorlage von Reiner Knizia beruht.

Das Prinzip ist denkbar einfach. In einer von Spielsteinen mit unterschiedlichen Werten gefüllten Matrix, müssen Spielsteine aneinander gereiht werden, sodass die Summe aller Steine exakt dem Wert des höchsten Spielsteines der Gruppe entspricht. Gelingt dies, werden die Steine aus der Matrix entfernt, wird dabei eine Spalte oder Zeile komplett frei, wird mit neuen Steinen aufgefüllt.

Prinzipiell ist Yoku-Gami im Standard-Modus ein Endlosspiel, das ein wenig an Tetris mit Zahlen erinnert. Ganz entfernt nur, direkter ist die Verwandschaft mit Bejeweled. Nur ist bei Yoku-Gami eine deutlich anspruchsvollere Knobelei enthalten, die durchaus Kopfzerbrechen bereitet.

Als Gegengift zum stechende Kopfschmerzen verursachenden Tempo-Zirkus von Super Monsters Ate My Condo ist es perfekt geeignet. Die Ruhe erdet richtig schön. Doch auch Yoku-Gami kann mich nicht langfristig binden. Vielleicht hat es damit zu tun, dass Knizias Spielmechaniken restlis durchmathematisiert sind, neben der Logik aber nur den Zufall kennen, womit sie für mich immer ein wenig beschränkt wirken. Es fehlt ihnen ein Überraschungsmoment, das die kühle Rechnerei auflockert. Das ist aber schon das Schlechteste, das über Yoku-Gami gesagt werden kann. Wer meine Bedenken zu Knizias Methode nicht teilt, kann dann nichts falsch machen.