Firefox OS: Mozillas Wagnis

Mozilla kündigte zwei Mobilgeräte mit Firefox OS an. Technisch kommen beide Geräte eher schmalbrüstig daher, wenn ich diesen Angaben trauen kann. Das erklärt sich aber durch das angepeilte Niedrigpreis-Marktsegment. Dennoch machen mich zwei Aspekte hellhörig: Der erste ist die Entscheidung, Firefox OS als eine offene, allein von Webentwicklung gespeiste Mobilplattform zu positionieren. Zweitens macht es den Druck deutlich, der auf alteingesessenen Web-Projekten lastet.

Das HTML5-Betriebssystem

In der oben verlinkten Pressemitteilung weist Mozilla auf das aus ihrer Sicht bedeutende Alleinstellungsmerkmal hin:

The Firefox OS for mobile devices is built on Mozilla’s „Boot to Gecko project“ which unlocks many of the current limitations of web development on mobile, allowing HTML5 applications to access the underlying capabilities of a phone, previously only available to native applications.

Das hieße, Webentwicklung hätte mit Firefox OS einen direkten Zugang zu mobilen Geräten. HTML, CSS und JavaScript stellen die ausreichenden Ressourcen für mobile Entwicklung dar? Das wäre für mich persönlich schon ein Unterschied, denn mit HTML, CSS und JavaScript komme ich immerhin schon über die Runden, während so ein Objective C für iOS in deutlicher Ferne liegt. Aber mal über den Tellerrand meiner persönlichen Suppe geschaut, es dürfte für Web-Apps und deren Entwickler leicht sein, unter Firefox OS zu laufen bzw. sie zum laufen zu bringen. Denn schließlich ist Firefox OS ein aufgebohrter Browser mit einer anderen Hardwareumgebung.

Mobil oder stirb?

Doch so sinnvoll es scheint, es dürfte aus meiner Wahrnehmung für Mozilla auch kaum eine Alternative geben, um so spät auf diesen Markt zu drängen. Sie müssen die Nische finden, um einen Fuß auf den Boden zu kriegen. Da ist dieser vergleichsweise leichte Zugang für Entwickler eine ordentliche Idee, auch der Preis dürfte bei der beschriebenen Hardware deutlich in unteren Bereichen liegen und damit gegebenenfalls attraktiv sein. Da passt es, dass die Geräte anscheinend in zunächst Brasilien an den Start gehen sollen.

Auf dem Desktop dürften Mozilla allmählich die Felle davon schwimmen, in den Industrienationen sind die Märkte wohl dicht, da trifft es sich gut, wenn auch in den BRIC-Staaten mobile Geräte bachgefragt werden.

Für mich ist es ein Zeichen für den erstaunlichen Wandel, der sich in den letzten Jahren vollzogen hat. Im Laufe von einigen Jahren hat sich die Hardwareumgebung drastisch geändert. Firefox war vor nicht allzu langer Zeit der verheißungsvollste Stern am Browser-Himmel. Der nach den Browserkriegen aus der Asche Netscapes aufstieg, um dem Internet Explorer in vielen Bereichen den Rang abzulaufen. Und nun? Von Chrome attackiert auf den Desktops, auf mobilen Geräten bislang absolut marginalisiert, Mozilla muss unweigerlich im Mobilmarkt ankommen. Aus Sentimentalität ist es nur zu wünschen, dass es gelingt, auch wenn es vielleicht doch zu spät kommt.

*nix is: Doch Lubuntu?

Bin ja eigentlich zufrieden bisher mit Xubuntu, doch eventuell ist Lubuntu die bessere Variante. Da Lubuntu mittlerweile auch offiziell in den Kanon (kleiner Scherz am Rande) der Ubuntu-Varianten aufgenommen wurde, ist es doch auch kein großes Ding. Es war auch auf meinem Schirm, nur wollte ich es mir auf dem Netbook einfach machen, weshalb ich auf allen Firlefanz verzichten wollte und nahm, was Wubi hergab. Weiterlesen

Netzsplitter: Xubuntu

Schon viele Programme fanden hier Erwähnung, eine Software habe ich doch als zu selbstverständlich aufgefasst. Eine Unterschlagung, die Ubuntu nicht verdient hat. Diese Linux-Distribution ist seit einem knappen Jahr zum Betriebssystem meiner Wahl geworden. Und ich bereue nichts. Die Reißleine innerhalb meines Dual-Boot-Systems bleibt aber vorerst erhalten.

Auch die Umstellung der Desktopumgebung von Gnome 2 auf Unity hat mir bisher nichts anhaben können, obwohl es eine Umstellung ist, an die ich mich noch nicht ganz gewöhnt habe. Vieles ist übersichtlicher geworden, dabei manches Mal auch bis an die Grenze der Übertreibung. Auf Unity allein will ich es nicht schieben, ebenso wie alle anderen Umgebungen bieten sich auch hier Optionen, die Oberfläche an eigene Bedürfnisse anzupassen, tweaken oder erweitern. Dass ich dafür keine Zeit aufgewandt habe, liegt allein bei mir.

Ein Wermutstropfen ist nun aber, dass in den neuesten Versionen Unity einzige Desktopumgebung ist und die bisher angebotene Ausweichmöglichkeit auf die althergebrachte Darstellung nicht mehr verfügbar ist. Da fällt dann schon ins Gewicht, dass Unity ältere Rechner deutlich stärker beansprucht.

Dieses Problem stellte sich gestern, als ich einen neuen Rechner einrichtete, der nicht mit den Ansprüchen Unitys mithalten kann. Was nun? So kam ich darauf, mal die alternativen Varianten von Ubuntu in Augenschein zu nehmen, die auf andere Desktopumgebungen zurückgreifen. Xubuntu wurde es dann. Und ich habe den Eindruck, es war die richtige Wahl für diesen Rechner. Das eingesetzte Xfce erfordert keine große Umstellung zu Gnome und schnurrt auch bei der geringen Leistung, die der Prozessor und RAM hergeben, ordentlich genug.