Nostromo: Ersatz für Schäbiges

Mit Nostromo Your Personal Notes‘ Navigator ist es so eine Sache. Es kommt stark darauf an, in welchen Umfeld die App agieren soll. Kommt Nostromo in ein vergleichbar nacktes iOS, hat es einen großen Vorteil gegenüber den nativen Apps. Der Vorteil ist, Teile der Foto- und Notiz-App zu vereinen, die dann um eine Skizzenfunktion erweitert werden. Zusammengeschnürt wird das kleine Paket mit einer einfachen Dateiverwaltung. Nostromo ist also gewissermaßen ein Symbiont einiger betriebssystemeigener Bestandteile. Auch optisch ist Nostromo den biederen Apps von iOS überlegen, was allerdings auch keine große Herausforderung war.

Aber schon bei etwas ausgefeilteren Workflows fällt es schwer, Nostromo sinnvoll zu integrieren. Die Fotoverwaltung macht eben genau das, und nur das. Fotos aufnehmen und ordentlich ablegen. Bei den Notizen sieht es ähnlich karg aus. Für eine ordentliche Verarbeitung ist zu wenig Platz und Funktionsumfang drin. Es reicht für flüchtige Notizen, alles, was darüber hinaus ginge, wird aber extrem mühselig. Obendrein ist in der Navigation oft ein Vorgang oder Arbeitsschritt zuviel dabei. Nostromo zu bedienen fühlt sich nicht intuitiv genug an.

Nostromo ist also eine aufgemotzte digitale Kladde. Die Funktionalität der Apple-eigenen Programme lässt Nostromo mit Leichtigkeit hinter sich, hat aber kaum Chance, auch nur einen Blick auf die Spitze erhaschen zu können. Weniger ist nicht immer mehr.

Bilder: iTunes

PhotoWizard: Bildbearbeitung auf dem iPhone

Lange habe ich gesucht, eine anständige, gut umgesetzte Bildbearbeitung auf dem iPhone. PhotoWizard ist mir zwar als Begriff immer mal über den Weg gelaufen, doch erst vor wenigen Wochen habe ich mir die App zugelegt. Grundsätzlich gibt es eine im Funktionsumfang eingeschränkte Version kostenlos, da aber die voll ausgestattete nur unerhebliche Beträge kostet, griff ich sofort zu. Und es tut eigentlich alles, was ich mir erwünscht habe, wenn ich unterwegs mal gerade ein Bild für einen Artikel zuschneiden oder filtern will.

Leichter als gedacht geht die Bildbearbeitung von der Hand, wird zwar nie wirklich bequem sein, passt sich dem Umfeld auf dem iPhone sehr gut an, gibt also alles, was unter diesen Voraussetzungen rauszuholen ist. Neben den basalen Farboption zu Kontrast, Sättigung, Histogrammen und vielen anderen, wartet auch noch eine runde Sammlung von Effekten. Zusammen mit den etwas elaborierteren Funktionen überzeugt mich besonders das Arbeiten mit Masken und weiteren Tools, wobei alle über skalierbare Optionen verfügen, sodass ein recht vielschichtiges Arbeiten am Bild möglich wird. Gerade auch das Freistellen von Elementen ist mit den von Desktop-Bildbearbeitungen gewohnten Lassos, Farbfiltern und anderen Selektionsmitteln möglich, sofern nicht allzu sehr im Bild gezoomt werden soll.

Überraschend schnell lief die Bearbeitung der Bilder ab, sodass auf die Schnelle zufriedenstellende Ergebnisse anfielen. Nicht alles ist rund und die UI zählt nicht zu den Schönheiten, doch ist mir allemal lieber, wenn eine App mit Funktionalität trumpft. In dem Bereich ist PhotoWizard absolut überzeugend, meine Erwartungen wurden weit übertroffen und mein Veröffentlichungsablauf bei Artikeln ist unterwegs wesentlich bequemer und schneller geworden. Für solche vergleichsweise einfachen Zwecke in der Bildbearbeitung ist PhotoWizard auf jeden Fall einen Versuch wert.

Linkgebliebenes 2

Die Katze hat mein Manuskript für den zweiten Teil von Ayn Rand Preaching gefressen, dann musste ich noch Kinder aus einem brennenden Haus retten, also folgt die Fortsetzung erst in ein paar Tagen. So ist es halt. Stattdessen gibt es Linkgebliebenes, heute einer Ausstellung zur Geschichte und Kunst des Videospiels, den Fratzen für die vier großen Buchstaben, einer feinen Leseliste zum Datenjournalismus, dem größten Anchorman der Fernsehgeschichte, Nutzungsverhalten in Ubuntu sowie ein wenig Heuchelei im Umgang mit ehemaligen Arbeiterinnen des horizontalen Gewerbes. Weiterlesen