Wiederauferstehung

Ich habe keinen Plan. Nicht im geringsten. Es war hier eingeschlafen, was eine beschönigende Umschreibung ist. Denn eigentlich wurde alles hier verschüttet. Aus einer Laune heraus habe ich erst das Geröll beseitigt, darunter lagen einige Trümmer. Ich wollte aufgeben, das hier noch zu retten, dann fiel es aber leichter als gedacht, die Trümmer zu beseitigen. Und darunter sah es besser aus als erwartet. Eigentlich war nicht wirklich viel zu Bruch gegangen. Hier und da ein paar Schrammen, ein bisschen Schwund ist halt immer.

Aber alles wieder aufbauen, das kam mir so schwer vor. Aber wieder einmal wurde ich überrascht. Schnell war das kackbraune Kleid entfernt und ein leichterer, zeitloserer Fummel übergeworfen. Der Spam vergeht nie, Werbung denkt immer an dich, doch wurde es etwas viel. Nachdem die Fassade wieder frisch war, flog der Spam gleich mit raus. Auf einmal roch es wieder frisch, alles sah eigentlich ziemlich gut erhalten aus, es fühlte sich auch noch richtig gut an.

Aber einen Plan habe ich nicht. Ich will auch keinen haben. Ganz ehrlich, brauche ich auch nicht. Fühlt sich gut an, richtig gut. Warum also nicht? Mal sehen, wohin das alles hier führt. Kein Zwang, nur Spaß. Ich bin nicht sehr firm in diesen Dingen, kommt die Wiederauferstehung nicht ein paar Tage zu früh? Egal, erst mal tanzen.

Blogkommentarspamkultur 2: Verhinderte Liebe

Einen weiteren Vorschlag zur Verbesserung der deutschsprachigen Blogkommentarspamkultur hätte ich da noch.

Hör mir bitte zu, diese Nachricht ist ungeheuer wichtig. Mein Verlobter und ich können nur auf diesem Weg kommunizieren. Bitte diesen Kommentar nicht löschen. Gib ihn einfach frei. Ich sage dir auch warum. Unsere Eltern wollen nicht, dass wir zusammen sind. Mit allen Mitteln überwachen sie fast alle unsere Schritte. Überall lauern sie uns auf. Sogar mein Cousin spioniert auf meinem Handy hinter mir her. Der ist erst fünf. Fünf! Bitte, du musst uns helfen. Nur hier in den Kommentaren werden sie uns nicht entdecken. Da bin ich mir ganz sicher. Wir müssen uns doch irgendwo schreiben können. Wir lieben uns! So sehr! Bitte lass unsere Liebe nicht untergehen. Du musst uns vor unseren Familien schützen. Wenn ich nur an seine klaren blauen Augen denke… Ich kann mir nicht vorstellen, was passiert, wenn wir getrennt werden. Lass unsere Liebe nicht sterben. Danke, danke und noch tausendmal danke.

Natürlich wieder unter der CC-NC-SA-Lizenz. Ist doch klar.

Wider den Spamblock: Faules Lob jetzt auf Deutsch

Ich bin es langsam leid, jedes Mal diese ausgefeilten Spamkommentare hier in anderen Sprachen lesen zu müssen. Ich blocke sie eigentlich nur, weil sie auf Englisch oder Chinesisch eintrudeln. Wer würde sonst solch lyrisches Lob ablehnen? Es fand sich aber bislang kaum jemand, um auch auf Deutsch mal würdigen Spam zu produzieren. Dann lege ich halt mal los:

Was heißt schon in Ehrfurcht erstarren? Heißt es nicht einfach, jeder einzelne Buchstabe in diesem Artikel fügt sich freudig neben den anderen in eine perfekte Form? Die Worte jubeln, finden sich zu Sätzen zusammen, die wie Feuerwerk glühen. Gebannt lese ich jede Zeile und mit jedem Absatz steigt meine Freude. Könnte man aus Buchstaben Nudeln machen, ich füllte eine Badewanne mit dieser alphabetischen Suppe. Ich wünschte, ganz in ihr aufgehen zu können. Darum ist dieser Artikel so gefährlich, man kann in ihm ertrinken.

Dieser Kommentar ist ganz im Sinne der Freiheit im Netz so gut wie frei verfügbar. Ich stelle ihn hiermit unter die CC-NC-SA-Lizenz. Mein bescheidener Beitrag zur Steigerung deutschsprachiger Blogkommentarspamkultur. Ja, ich werde vehement die Urheberschaft an Blogkommentarspamkultur beanspruchen, keine CC-Lizenz dafür. Niemals. Das ist von mir. Mir. Lern das, Rechtschreibkorrektur. Es heißt: Blogkommentarspamkultur. Aber ich lenke ab.

Linkgebliebenes 23

Fangen wir doch mal mit dem intuitiven Argument gegen den Verzehr von Tieren an. Es ist ganz einfach.

Dann habe ich noch zwei Texte, die zusammen noch einmal viel schrecklicher wirken, als alleine schon. Vertrauen in die Staatsgewalt entsteht so nicht.

    Die Befreiung vom Verlagswesen kommt.nicht ohne Kosten.

      Gut, dass Verlage ihren mittelnden Job als Kuratoren wahrnehmen. Dan Brown schreibt Höhenkamm.

        Finnland, wo Neugeborene in Kartons aufwachsen. Und gerade deshalb mehr Chancen haben.

          Mal wieder Gamer-Sexismus und Trollverhalten in Spielen:

            Ja, ich glaube an eine heuchlerische Verbrüderung von Christen als Parteikadern, die von Trennung von Staat und Religion nichts verstehen. So schlimm ist es aber schon?

              Einiges zur Technikkritik und populärer Wissenschaftstheorie.

                Der Abgrund starrt zurück.

                  Ich lese immer wieder gerne, wie leicht es ist, Wörterbuchattacken zu fahren.

                    Oft gesagt, wird aber nicht alt. Germany’s Next Top Model ist bestialisch.

                      Ich behalte Adblock trotzdem.

                        The Red Wedding. Schockierendes Fernsehen, aber drum hervorragend.

                          Poster: WordPress mobil richtig nutzen

                          Poster-Screenshot-InceptionMich selbst habe ich über die Feiertage des letzten Jahres doch noch beschenkt*, mit einer neuen App, um die ich geduldig kreiste, hoffend auf einen etwas gemäßigteren Preis. Poster ist dann im Zuge des festlichen Preisgefälles tatsächlich ein klein wenig günstiger geworden. Was soll ich sagen, hätte ich vorher gewusst, dass Poster hält, was es verspricht, wäre es mir auch höhere Preise wert gewesen. Aber genug von meinen Knausereien, kommen wir zur Sache.

                          Mir gefällt vor allem die Leichtigkeit in der Bedienung, sie ist um Längen handlicher als es die offizielle App für WordPress ist, die sich zwar kontinuierlich bessert, mit Posters Komfort und Handhabung nicht mithalten kann. Nur bei Blogkommentaren hat die offizielle App Oberwasser, ansonsten geht Punkt um Punkt an Poster.

                          Wichtigstes Kriterium ist für mich die Markdown-Unterstützung. Hervorragend an der Markdown-Einbindung ist die dennoch reibungslose Verarbeitung von zusätzlichem HTML-Code im Artikel.

                          Wesentlich leichter geht auch die Verwaltung und das Einstellen eines Artikels von der Hand, wenn ich nur daran denke, was für ein phänomenales UI-Element-Hoppeln in der offiziellen App betrieben werden muss, nur mal eben ein paar Tags einzugeben und die Veröffentlichung zu datieren.

                          Mit einem Update auf Version 2.0 hat der Entwickler noch einmal deutlich an Poster geschraubt. Auffälligste Neuerung ist die deutsche Lokalisierung. Aber in den Details hat sich viel getan: Jetzt können bis zu 100 der letzten Artikel lokal angesehen und bearbeitet werden. Das lokale Speichern ist nun auch zuverlässiger. Besonders habe ich mich auch darüber gefreut, die Bilder nun im Quelltext auch räumlich verschieben zu können, denn bislang fügte die App Bilder stets am Ende des Beitrags ein. Das sind nur Schlaglichter, es gibt unzählige Neuerungen, die eine großartige Anwendung nur noch wertvoller machen.

                          Wahrscheinlich werde ich dennoch nicht ganz auf zusätzliche Hilfe zurückgreifen. Denn schließlich zeigt mir Poster die Blogkommentare derzeit nicht an. Dafür werde ich die offizielle App nutzen. Und da ich nur ungern schon vorab verfasste Artikel massenhaft als Draft schon einmal in WordPress einstellen will, ist iAWriter noch satt im Geschäft. Über die Dropbox-Integration kann ich in iAWriter erstellte Artikel einfach in Poster übernehmen.

                          * Längere Geschichte, ich mache es kurz. Aus verschiedenen Gründen habe ich in den letzten Tagen seltener ins Blog geschaut. Ich dachte, ich hätte den Artikel schon verbloggt. Tja, jetzt lag er noch als Entwurf da. Das hat aber auch sein Gutes, so konnte ich das große Update von gestern mitnehmen.

                          Und App dafür

                          Discovr AppsEine Marotte von mir ist, ständig auf der Suche nach Apps zu sein. Erste Anlaufstelle ist dafür dann der App Store, in meinem Fall der von Apple. Vielleicht übertreibe ich es ein wenig, aber mein Mitbewohner staunte schon nicht schlecht, wie viele Apps ich geladen hatte, obwohl ich mein iPhone weit kürzer besaß als er seines. Um ganz ehrlich zu sein, ich empfand meine Sammlung nicht als besonders ausgewachsen. Um noch ehrlicher zu sein, zu diesem Zeitpunkt befand sich nur ein Drittel der Apps noch auf dem iPhone, die ich geladen hatte. Aber das ist dann schon wieder eine andere Sache. Mir geht es darum, dass ich keinen Cent dafür zahlen will, wenn es sich vermeiden lässt. Und um bei Angeboten für Apps auf dem Laufenden zu bleiben, dafür taugt der App Store einfach nicht. Ich finde, er taugt allgemein nicht viel, aber das ist wieder nur mein Geschmack. Wo aber erhalte ich meine Informationen über günstige oder kostenlose Apps?

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                          Tiere haben sich zum Fressen gern – Suicide Food

                          Meine Position zur Tierethik ist ja durchaus komplex und ich will derzeit auch noch nicht schlussendlich Stellung beziehen. Wenn aber aus Werbezwecken und nur zum Marketing von Fleisch auf einen sehr zweifelhaften Trick zurückgegriffen wird, dann bin ich, ehrlich gesagt, schon ein wenig angewidert von der einfältigen Vermarktung. ‚Easing omnivor guilt‘, wie Lisa Wade schrieb, trifft es dann noch nicht einmal auf den Kopf, wenn es darum geht, mit einfachen Mitteln den Konsumenten auch noch einzureden, der Genuss von Fleisch sei nicht nur unproblematisch, sondern auch eine Wohltat für die Tiere selbst.

                          Dokumentiert werden die krudesten Beispiele für offenkundig dämliches Marketing in Sachen Fleischverzehr vom englischsprachigen Blog ‚Suicide Food‚. Die Macher beschreiben ihre Seite so:

                          What is Suicide Food? Suicide Food is any depiction of animals that act as though they wish to be consumed. Suicide Food actively participates in or celebrates its own demise. Suicide Food identifies with the oppressor. Suicide Food is a bellwether of our decadent society. Suicide Food says, “Hey! Come on! Eating meat is without any ethical ramifications! See, Mr. Greenjeans? The animals aren’t complaining! So what’s your problem?” Suicide Food is not funny.

                          Durchaus mal einen Blick wert. Manches ist so dämlich, man muss einfach lachen.

                          Die nachfolgenden Sendungen verspäten sich…

                          Der verkaterte Start in den Tag, die Wochenendeinkäufe, Müdigkeit, Magenschmerzen, alles keine Ausreden dafür, dass ich heute keinen längeren Post schreibe. War auf der Pre-Opening-Party vom magenta (Ein bißchen zu viel umptz…umptz…umptz…umptz…umptz für meinen Geschmack, aber das sollte so sein und kann dem Club nicht zur Last gelegt werden.). Na ja, es wird mit den Tierrechten hier eh etwas monothematisch, aber was soll’s?

                          Da mache ich mich lieber noch kurz daran, ein mobiles Theme für das Blog zu installieren. Dann noch ein wenig mit den Einstellungen spielen und dann nenne ich den Tag vollbracht.