Drafts-Rezepte I: Yubnub

Mit Drafts ist die Automatisierung auf iOS sehr viel einfacher geworden. Ich habe mir vorgenommen, in der nächsten Zeit mal ein paar nützliche Rezepte zu posten, die den Alltag erleichtern können. Spätestens wenn Pythonista ins Spiel kommt, wird es etwas komplexer. Den Anfang will ich aber mit einem vergleichsweise einfachen Fall machen, der mir das Leben aber ungemein erleichtert.

Ich habe noch nie einen Hehl aus meiner Begeisterung für Yubnub* gemacht. Auf dem Desktop wandele ich alle Browser-Adresszeilen in eine Art Kommandozeile für’s Web ab. Da das Web zu durchsuchen unter iOS eine Qual ist, hätte ich gerne Yubnub auch dort. Mit Drafts ist das sehr einfach. Ich lege ein neues Draft an, beispielsweise mit einem Yubnub-typischen Suchkürzel und den Suchbegriffen wie etwa g iPhone Bumper. In diesem Fall würde Yubnub die Anfrage nach iPhone Bumper an Google weiterleiten. Dann löse ich zum Beispiel folgende URL-Action auf den Draft aus:

Safari

http://yubnub.org/parser/parse?command=[[draft]]

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Aber nicht alle von uns wollen im schnöden Safari durchs Web. Auch da lässt sich was machen, solange ein installierter Browser sich mit einem URL-Schema bei iOS angemeldet hat.

Chrome

googlechrome://yubnub.org/parser/parse?command=[[draft]]

Import-Link

Dolphin

dolphin://http://yubnub.org/parser/parse?command=[[draft]]

Import-Link

Das sind nur Beispiele für eine Vielzahl von iOS-Browsern, die das Schema unterstützen und damit auch nun mit Yubnub mehr Komfort ins mobile Surfen bringen. Ein Liste mit weiteren Browsern findet sich bei HandleOpenURL. Das Schema muss in der Regel nur um die Browserbezeichnung ergänzt werden.

In den kommenden Tagen werden hier noch mehr Rezepte für URL-Actions aufschlagen. Das war bislang nur der Anfang. Es geht noch sehr viel mehr.

* Yubnub als zwischengeschalteter Dienst kann natürlich alle Suchanfragen protokollieren – zusätzlich zu den eigentlichen Zielseiten. Die Abwägung von Nutzen und Datenschutzaspekten kann ich niemandem abnehmen.

Linkgebliebenes 19

Fangen wir mit einem lange Zeit unbemerkt gebliebenen Zivilisationsfortschritt an. Sich auf Stühle zu setzen wird nie mehr sein, was es mal war.

Manchmal dringt die Spielewelt in die Realität ein. Wenn eine linux-gesteuerte Waffe auf den Markt kommt, die das Zielen (teil-)automatisiert, kriege ich ein wenig Angst. Die Verzahnung von Waffenindustrie und Videospielen geht auch andersherum, wenn beispielsweise Spielerinnen und Spieler über Linzenzgebühren für In-Game-Waffen die Rüstungsindustrie bezahlen können.

Journalismus wird nach Schnittmustern erzählt. Gegen den Formatjournalismus wäre prinzipiell nichts zu sage, wäre er nicht gewillt, die Wirklichkeit der Form unterzuordnen. Meist ist es verhängnisvoll, andere Male nur lächerlich. So in diesem Fall.

Ich mag ADN, aber längst nicht alles ist rosig, ich wünschte mir beispielsweise auch eine etwas offenere API.

Ja, die benevolente Diktatur ist als postdemokratisches Modell en vogue, auch bei Menschen, denen etwas mehr zugetraut werden könnte, als krypto-totalitäres Gewäsch.

Für manche ist es vielleicht etwas zu technisch, hier wird aber eine perfide Methode geschildert, Nutzervertrauen zu torpedieren. Findige Webentwickler, nennen wir sie Arschlöcher, haben keine Bedenken die Historie eines Tabs im Browser zu manipulieren, um beim Klicken auf den "Zurück"-Button auf Werbung umzuleiten.

Was ist schon ein Allheilmittel? Selfpublishing auf keinen Fall.

Wie sieht er eigentlich aus, der Sexismus in der Spieleszene? Dreißig Tage in Summe schon reichlich hässlich.

Lernplattformen sprießen in Hülle und Fülle, die meisten Angebote kommen mir didaktisch noch nicht sehr ausgereift daher. Aber auch gesellschaftlich befeuern sie, so die Kritik eine zentrifugale Kraft in der Bildungslandschaft. Homogenisierte Milch ist nützlich, homogenisierte Bildung eher nicht.

Der Datenschutz bestimmt weite Teile der hiesigen Auseinandersetzung um Googles neues Gadget für überwiegend weiße Männer. Die Benutzerfreundlichkeit fand wenig Beachtung, aber auch da gibt es wohl noch große Baustellen.

Ich habe ein gespaltenes Verhält is zu Kickstarter, aber auch Crowdfunding allgemein. Der eigentliche Zweck alternativer Finanzierung für unabhängige Kreative geht verloren, wenn sie von der Industrie als günstige Produktionshilfe kooptiert werden, sodass sie auch noch alle Gewinne einstecken können. Aber es gibt sie halt auch, diese Projekte, die wohl kaum genug Geld hätten sammeln können. Wie etwa eine Dokumentation über Frauen in der Spielebranche.

Einige Beispiele dafür, wie sich Sexismus strukturell gerade auch über die alltäglichen Ausgrenzungen fortsetzt, gerade weil diese Sexismen auf den ersten Blick zu klein und nichtig wirken.

WebIDE für den RPi

Das klingt doch nach einer hübschen Idee, die im Video von Limor „Ladyada“ Fried vorgestellt wird: Eine WebIDE für den Raspberry. Also ein Webserver auf dem RPi, mit dem ich mich von einem Browser aus verbinde, um wiederum allerlei Code schreiben und ausführen zu können.

Im Video ist nicht viel zu sehen, was im Detail möglich sein wird – es ist halt nur eine Vorschauf auf Dinge, die da kommen mögen. Die Videobeschreibung verheißt aber noch, dass alle Scripts in der Cloud gespeichert werden sollen. Interessant auch, es wird ein Terminal in der WebIDE geben.

[via]

Yubnub down, Surfroutine im Eimer

Ich weile gerade in der norddeutschen Heimat. Daher habe ich erst jetzt gemerkt, dass es sich beim Ausfall bei yubnub nicht um den von mir vermuteten Schluckauf handelt. Seit zwei Tagen ist der Server nicht mehr erreichbar. Erst durch diesen Ausfall fiel meine Abhängigkeit von yubnub auf.

Yubnub ist so einfach wie nützlich. Die beste Beschreibung ist immer noch die von der Kommandozeile für das Internet. Wird, wie bei mir auf allen Rechnern, der Dienst als Suchmaschine im Browser hinterlegt, fallen alle übrigen Suchmaschinen raus. Mit einfachen Befehlen werden über yubnub alle weiteren Seiten und Suchmaschinen angesteuert. Die Ergebnisse lassen sich schon bei Eingabe im Browser filtern. Und auch komplexere Vorgaben sind über Pipes machbar.

Rundum ist yubnub für mich so zu einem unverzichtbaren Tool geworden, welches ich kaum bewusst wahrgenommen habe, aber täglich nutzte. Und jetzt stehe ich da. Yubnub ist down, meine Gewöhnung zwingt mich aber noch immer dazu, die Kurzbefehle in den Browser zu tippen. Erst dann schlage ich mir vor die Stirn, es nun umständlich wieder in einer qualvollen Reihenfolge nacheinander abarbeiten zu müssen. Selbst jede Suche braucht einen Schritt mehr, weil ich die anderen Suchmaschinen-Plugins aus den Browsern verbannt habe.

Glücklicherweise scheint es sich aber nicht um eine Schließung zu handeln. Zumindest scheint der Entwickler gewillt, alles wieder zum Laufen bringen [EDIT: Link erneuert.] zu wollen. Eine Frage der Zeit. Hoffentlich.

UPDATE 23.08.: Yubnub läuft wieder! Es hat lang genug gedauert.

Google Chrome (iOS)

Vor ein paar Tagen kam Googles Browser Chrome für iOS heraus. Auf dem Desktop bin ich schon kein Freund dieses Browser, nutze lediglich einige Ableger wie Chromium auf Linux oder eine portable Version von Iron für gelegentliche Probeläufe. Trotzdem ist Chrome für iOS eine Sache, die ich mir mal anschauen musste.

Um es kurz zu machen: Chrome ist auf iOS kein schlechter Browser. Er tut seine eigentliche Aufgabe ordentlich. Es hat auch eine an Google-Accounts gebundene Synchronisation von Browserdaten wie Lesezeichen integriert sowie einige rudimentäre Gesten in die Navigation eingefügt. Meine Probleme mit der derzeitigen Form sind aber noch zu groß.

Da wäre zunächst der recht überschaubare Funktionsumfang. Von anderen Browsern bin ich mehr gewöhnt. Es gibt beispielsweise keine freie Individualisierung der Suchmaschinen. Google ist selbstredend der Standard, alternativ bleiben noch Bing, Yahoo und Ask. Ich hätte mir allerdings gewünscht, ein freies Feld zu erhalten, in dem ich die Suchmaschinen meiner Wahl per URL und Platzhalter für Suchbegriffe angeben kann.

Auch einen Adblocker vermisse ich, doch hatte ich diesen in einem Google Browser nicht erwartet. Folgenreicher ist, dass die Navigation der Tabs noch ordentlich aufgeräumt werden sollte. Das hat vor allem auch damit zu tun, dass die Touchgesten lediglich zwischen den Tabs auswählen lassen. Andere Gesten sind nicht vorgesehen, lassen sich also auch nicht anpassen. Da bin ich aber von meinen anderen Browsern verwöhnt. Da kann ich per Geste Tabs löschen oder ein neues öffnen.

So kann ich die wenigen Vorzüge des Browsers nicht gebrauchen, vermisse aber liebgewonnene Funktion anderer Browser suchen. Ein Wechsel steht nicht bevor. In dieser Form ist Chrome für iOS ein passabler Browser für all diejenigen, die aus welchem Grund auch immer Safari nicht benutzen wollen, und nur die nötigsten aller Browserfunktionen voraussetzen.

VLC aus der Ferne steuern – von jedem mobilen Gerät

Film und Fernsehen ruhen sich im Sommerloch aus, Ebbe herrscht. Zeit, liebgewonnene Serien wieder auszugraben. Gerade ist es bei mir How I Met Your Mother. Ab der ersten Staffel, also mit blauem Horn, dem Fiero und der vermaledeiten Lachspur. Good times. Dafür schmeiße ich dann doch mal wieder den VLC Media Player auf meinem Rechner an, der aus vielen Gründen installiert werden sollte. Das ist schon eine feine Sache, wenn nicht die Fernbedienung fehlen würde, die meinem Rechner fehlte. Ein Blick auf den Tisch zeigt aber, da liegt doch hin und wieder so ein mobiles Gerät, dem nachgesagt wird, es sei smart. Smarter als ich, denn es brauchte eine Weile. Erst dann kam ich darauf, im AppStore nach geeigneter Hilfe zu suchen. Und es gibt einiges. Weiterlesen