Subway Surfers

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Subway Surfers: Regenbogen-Jetpack

Ich mache keinen Hehl daraus. Die meisten Spiele der Marke Endlos-Rennen überzeugen mich nicht. Ihnen geht die Langzeitmotivation ab. An der theoretischen Endlosigkeit, also dem instinktiv demotivierenden integrierten Scheitern, gibt es nichts auszusetzen. Sid Meiers Endlos-Klassiker Civilization zieht aus der Unendlichkeit seinen Reiz. Dafür hatte Civ aber auch einen voranschreitenden Spielmechanismus.

Die entfernten Casual-Verwandten entleeren das Videospiel bis and Schmerzgrenze aller sinnstiftenden Inhalte. Stupide wieder und wieder durch die gleichförmig anziehenden Welten zu hasten, nur ein, zwei Eingaben, um Hindernissen auszuweichen. Das ist zu wenig. Deshalb peppt das dänische Studio hinter Subway Surfers das Spiel auf. Von Temple Run wird bekannte dreidimensionale Perspektive, doch hat Subway Surfers schon bei der Grafik und dem Setting die Nase vorn.

Der kleine Sprayer – später können noch weitere freigespielt werden – wird also beim Taggen der öffentlichen Nahverkehrszüge ertappt. Auf der Flucht vorm korpulenten Wachtmeister und seinem Kläffer müssen dann die Züge überwunden werden, die in immer rasanterem Tempo auf ihn zukommen. Währenddessen sollten noch Extras und Münzen gesammelt werden, will der Sprayer in Zukunft nicht ohne zusätzliche Unterstützung die Flucht ergreifen.

Die Extras und der Spielablauf sind genretypisch. Geldmagneten, Multiplikatoren und Sprungstiefel. Die vergleichsweise hohe Langzeitmotivation stellt sich durch die klug eingestreuten Missionen ein. Mal sollen bestimmte Hindernisse auf besondere Weise überwunden werden oder beispielsweise eine bestimmte Punktzahl in einem Lauf erreicht werden. Sind jeweils drei Missionen erfüllt, erhalten wir dauerhaft eine Bonus auf den Multiplikator.

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Missionsübersicht

Genau das macht es aus. Die Wiederholung ist im Spiel nicht geringer. Nun können aber immer auch die bewältigbaren Spielabläufe mit mehr Elan angegangen werden. Und es gibt tatsächlich eine Belohnung dafür. Deshalb fesselt dieser niedlich animierte Zeitvertreib für Stunden, leicht ein Dutzend davon.

Damit geht das Spiel mit gutem Beispiel voran. Gleichzeitig wird die paradoxe Motivationskurve der Endlos-Renner immer noch offensichtlich. Ist erst einmal der maximale Multiplikator von dreißigfacher Pubktzahl erhalten, ist der Spaß wieder alles andere als endlos. Da bleibt nur, auf ein Update zu hoffen, in dem die Missionen zufällig generiert werden – also ebenfalls nie enden.

World of Goo

World of Goo
World of Goo

Ich kann es nicht fassen, das Juwel unter den Puzzlern ist (war) heute zum Schnäppchenpreis von 79 Cent im App Store. Erst am Mittwoch hatte ich ja noch geschrieben, dass ich stets ein Auge auf die Preisbewegungen im Store achte. Und heute trudelt dann dieses Highlight ein. Meine oberste Regel ist zwar, möglichst kein Geld auszugeben, aber für diesen grandiosen Titel ist der Preis gar nichts.

Das habe ich schon auf dem PC gespielt, doch auch auf dem Smartphone schlägt es sich hervorragend. Vielleicht ist es sogar ein wenig intuitiver zu steuern als mit der Maus. Wie gesagt, es ist ein unglaubliches Spiel, das immer wieder fesselt. Weiterlesen