Project Hawkthorne

Das musste ja so kommen, aus den heiligen Nerdhallen von reddit. Buhlte Community lange genug um deren Liebe, wurde es Zeit, die Steilvorlage aufzunehmen. Ein 8-bit-Klartraum flackerte auf, die – ähem – Community übernahm. Und so initiierte Kyle Conroy die Bit-um-Bit-Traumdeutung.

Hawkthorne-Titelbildschirm

Das Spiel selbst ist noch keines. Ein Gerüst steht, in dem bislang alle sieben Figuren durch die Landschaften der Folge hüpfen können. Alles ist noch im Entstehen begriffen, wenn es denn überhaupt jemals fertig wird. Der Quellcode ist ein Rumpf, soweit ich das sagen kann. Lua ist nicht mein Steckenpferd, LÖVE als Framework für 2D-Spiele sagte mir gar nichts. Ansonsten ist auch noch nicht viel los. Viele Sprites verfügen noch nicht einmal über alle notwendigen Animationen. Ansonsten ist auch noch nicht viel los. Die Klassen sind da, aber der Inhalt fehlt, die Level wachsen auch erst entlang der Vorlage aus der Folge.

Es ist ein Gag, aber was für einer. Dementsprechend türmen sich die Requests, doch die wenigen, die – auch im Gegensatz zu mir – konstruktiv etwas beisteuern können und wollen, kommen nicht hinterher. Dennoch schon witzig, dass vor allem Abed in jeder Menge Kostümierung die Phantasie beflügelt. Auch Shirley kommt nicht zu kurz. Einfach drollig, diese 1:1-Umsetzung eines ohnehin schon großartigen Gags der Serie.

Es ist allemal ein Beleg dafür, dass die strikte Trennung von Konsumenten und Produzenten, die als Fiktion für die Ewigkeit begann und allenthalben eingebläut wurde, immer weiter dorthin gelangt, wo sie hingehört. Jeder Pixel, jeder zittrig-blecherne Ton des Spiels ist mit einiger Sicherheit eine (derzeit geduldete) oder nach fair use im US-Recht mögliche Hommage einiger treu ergebener Fanatiker. Nach halsstarrigem deutschen Recht wäre die Hemmschwelle ungleich größer gewesen. Und so wäre dieses eigenständige Werk wohl nicht entstanden, das schon als rudimentäres Gerippe mehr ist als die Summe seiner womöglich zusammengeklaubten Teile. Es nimmt eine Idee, fügt ihr etwas hinzu. In diesem Fall etwas Unerwartetes: Von der nicht ganz ernsthaften Idee zu ihrer Realisierung.

Community: E pluribus anus

Der Fernsehen gewordene Wahnsinn hört auf den Namen Community. Wie dieser unberechenbaren Serie mit Worten gerecht werden? In voller Absicht sprengt sie die Grenzen dessen, was durchschnittliche Menschen wie ich in Worte fassen können. Es bräuchte mehr Platz, diverse facettenreiche Figuren und durch die Gegend schwirrende Erzähltechniken. Und eine personifizierte Metaebene mit beschwipst in der Ecke lungernden, verschwisterten Erzählebenen. Das kann ich nicht liefern – nicht ohne die Serie zu beleidigen. Stattdessen: Eine langweilige, lineare Huldigung. Immerhin kann ich mich herausredden, schließlich wusste der ausstrahlende Sender NBC zu Beginn auch noch nicht, worauf er sich da eingelassen hatte, als zum Serienstart der folgende Trailer folgende Form annahm. Weiterlesen

Serientode und -erneuerungen 2012/2013

Jährlich fallen in den USA im Frühling bei den Networks folgenreiche Entscheidungen für die Fernsehlandschaft (Kabelanbieter wie amc und Showtime bleiben hier außen vor). Fans quotenschwacher, aber hervorragender Serien bangen besonders um die Lieblingssendungen. Für mich stand in diesem Jahr nur eine wirklich relevante Entscheidung an, auf die komme ich aber später erst zu sprechen. Wo können wir uns also informieren? Der aktuelle Stand ist relativ verlässlich hier oder hier nachzulesen. Bislang gibt es für mich keine großen Überraschungen. Weiterlesen

Straßenzeitungen: Streetjournal

Mein Interesse an Straßenzeitungen entstand aus einer Laune heraus. Wie es ein affektiver Entschluss war, mir blindlings eine Straßenzeitung zu kaufen, nachdem ich jahrelang ignorant an den Verkäuferinnen und Verkäufern vorbeiging, so ist es bisher auch mit meiner weiteren – mir mangelt es an einer treffenden Alternative, deswegen nenne ich es mal – ‚Recherche‘ gewesen. Ich streunerte durchs Netz und warf mich erst einmal auf alles, was auf den Bildschirm kam. An diesem Wochenende wurde mir bewusst, wie sehr es jedoch einer deutlichen Erklärung meinerseits bedarf, gerade weil ich es bei meiner ‚Recherchen‘ belassen will. Trotzdem will ich hier das Streetjournal zum Anlass nehmen, eine Inventur meiner Auseinandersetzung mit Straßenzeitungen zu machen. Es ist und bleibt, das vorweg, eine rein subjektive Schilderung meiner Erkenntnisse und Eindrücke zu Straßenzeitungen. [UPDATE: BITTE DIE FOLGENDEN HINWEISE BERÜCKSICHTIGEN]

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Couchfunk für ebensolche Kartoffeln

Ein vergleichsweise neues deutsches Startup – mal nicht aus Berlin. Jetzt habe ich im Titel schon einiges angedeutet, obwohl die Konnotation nicht wirklich eine gute ist. Was soll ich sagen, mir fällt kein besserer Titel ein. Und andererseits weiß ich auch noch nicht so recht, was ich damit anfangen soll. Ich will Couchfunk nichts Böses, ganz im Gegenteilt. Damit es aber zu einer dauerhaften Freundschaft zwischen uns kommt, muss sich noch einiges tun. Weiterlesen

GoodReads

Mir gehen noch lange nicht die Ideen aus, was ich alles lesen könnte. Dennoch nutze ich in letzter Zeit immer öfter auch mal Aggregatoren, um mich leiten zu lassen. Zu den besten in diesem Bereich zählt goodreads. Die einzige Einschränkung ist dabei vorneweg, der englischsprachige Fokus. Mich hält das nicht ab, nur ein Hinweis.

Für diesen Sprachraum deckt es aber die ganze Palette ab. Es gibt dort keine Überraschungen, was den Service angeht. Es werden weite Teile der Literatur erfasst, die Nutzerinnen und Nutzer notieren, bewerten und besprechen können. Es wird ganz auf die Community gesetzt, um den Datenbestand für die Suche zu bestücken. Bei der Suche kann goodreads helfen, anhand simpler quantitativer Metrik, neue Bücher zu entdecken: Dir gefällt das, dann eventuell auch das.

Goodreads steht und fällt mit der Community. Die ist dort sehr breit vorhanden. Der offensichtliche Vorteil ist, dass sich mit Leichtigkeit Nutzerinnen und Nutzer finden lassen, die einen ähnlichen Geschmack haben. Auf der Jagd nach neuem Stoff sind schnell Weggefährten gefunden. Doch der Nachteil ist ebenso schon zu erkennen. Goodreads ist nicht überrannt, hat aber eine Masse erreicht, die an den Amazon-Store erinnert. Die Verlässlichkeit ist also nicht mehr sofort gegeben, da mittlerweile auch dort schon Interessen bestehen, Meinungen und Urteile zu manipulieren. Ebenso ist es nicht wirklich möglich, nach Exoten und Mauerblümchen zu suchen. Die Zentripetalkraft der Blockbuster zieht auch hier. Ich habe keine Zahlen, doch der Eindruck drängt sich auf, dass sich eine Mehrzahl dort mit den immer gleichen Büchern beschäftigt. Goodreads hat noch keinen Weg gefunden, gezielt die Peripherie des Geschmacks in der Form zugänglich zu machen, dass man sie leicht findet.

Es gibt eine schön integrierte App (iOS, Android) mit integriertem Reader, der auf Wunsch auch gleich den aktuellen Lesestand im Profil erfasst.

Anybeat, anywho?

Ein neuer Versuch eines sozialen Netzwerkes kommt reichlich ambitioniert daher, wenn es um die ‚exklusive‘ Berichterstattung auf Mashable geht. Dort darf Dmitry Shapiro, einer der Gründer von Anybeat, dem besagten neuen Player auf dem Feld der sozialen Netzwerke, reichlich reflektiv breittreten, was ihm am Herzen liegt. Man möchte einen sozialen Raum schaffen, in dem der freie Austausch von Meinungen wichtiger sei, als die persönliche Identifizierung der Nutzerinnen und Nutzer. Man fördere also die Pseudonymität der Nutzerinnen und Nutzer. Das schaue ich mir doch einmal an, wenn so hehre Ziele herangezogen werden. Weiterlesen

Tools zur kollaborativen Übersetzung von Literatur

Verdammt, mir will kein anderer Titel als dieser trockene Misthaufen von einem Satz einfallen. Einziger Vorteil: Er trifft den Nagel inhaltlich auf den Kopf. Da hatte ich mir nämlich für ein kleineres Projekt, ohnehin mal ein wenig nach Möglichkeiten geforscht, literarische und wissenschaftliche Texte übersetzen zu können. Da aber die kostenlosen maschinellen Angebote meiner Meinung nach nicht taugen, sollte es dann eher eine Plattform zur kollaborativen Bearbeitung von Texten sein. Konkret geht es darum, einige gemeinfreie Mauerblümchen der Literatur ins Deutsche zu übersetzen. Kollaborativ sollte es nur sein, um dann die Texte wiederum zur freien Verfügung zu stellen und auch die Möglichkeit zu bieten, die Übersetzungen in ihrer Qualität noch zu verbessern. Meine Suche brachte einige Optionen hervor, von denen ich die eine oder andere interessante hier einmal vorstellen will. Meine Ansprüche waren dabei vor allem die, dass es kostenlos, effizient und kollaborativ sein sollte. Weiterlesen