Viz – Ich mach da mal ein Diagramm draus

Normalerweise habe ich nicht unbedingt den Bedarf, mal eben unterwegs ein Kreisdiagramm zusammenklöppeln zu müssen. Mit Viz könnte ich das aber locker auf meinem iPhone machen.

Es ist nicht reichlich komplex. Vizsoll aber gar nicht so überfrachtet wie eine Tabellenkalkulation sein. Umfassende Datenverarbeitung ist absichtlich nicht drin. Die Daten haben einen Namen und einen Wert. Mehr geht nicht. Dann noch schnell mal auswählen, welcher der fünf Diagrammtypen es denn sein soll. Dazu noch aus der Handvoll fertiger Farbpalette diejenige auswähleb, die am besten aussieht. Schon ist das Diagramm fertig. Am Ende habe ich dann ein flaches, aber schickes Diagramm für einfache Daten, das ich schnell in den großen sozialen Netzwerken verteilen kann. Ist mir nicht danach, das Diagramm öffentlich zu verbreiten, kann ich es auch in der App für später speichern. Oder auch als Bild in die Fotogalerie exportieren.

Umfassend ist also anders. Für Viz spricht, wie schnell ich ein paar simple Datensätze in Form gebracht habe. Das lässt sich durchaus sehen. Sehr viel mehr will ich auf einem Mobilgerät auch nicht machen. Daher ist Viz für mich eine nützliche Ergänzung. Aber schon bei größeren Datenmengen wird es lästig werden, diese alle einzeln einzuhacken. Viz ist also eer für kleine Appetithäppchen von Daten, die durch eine schnelle Visualisierung aufgelockert werden sollen. Alles über diese Beschreibung hinaus wäre eine Überforderung der App. Das kann sie einfach nich leisten.

Heute ist ein Versuch sogar besonders lohnenswert: Viz ist gerade kostenlos im App Store zu haben.

Bild: App Store

Noch ein bißchen mehr Freiheit, ADN, dann passt’s

Die Loblieder auf app.net (ADN) spare ich mir an dieser Stelle mal größtenteils, es ist ein Dienst, der mehr ist als alpha, seine offenkundigste Anwendung. ADN ist nicht allein ein Twitter-Klon gegen Bezahlung. Es gibt auch erste Ansätze einer Chat-Umgebung mit Patter und auch eine rudimentäre Dateiverwaltung des Onlinespeichers, den ADN bereitstellt. ADN ist derzeit vor allem ein Experiment, eine sozialen Plattform im Web zu etablieren, die tatsächlich mal überein vergleichsweise transparentes Geschäftsmodell verfügt. Ich mag ADN, andere Menschen müssen meine Ansicht nicht teilen. Es hängt zu sehr von der eigenen Vorstellungskraft ab, was davon zu halten ist. Ich kann mir viele Dinge vorstellen, die mit ADN realisiert werden könnten.

Auch der Kritik an ADN will ich mich grundsätzlich nicht verschließen, wobei der derzeit wichtigste für mich kaum eine Rolle spielt. Es droht auch hier eine Zentralisierung meines Onlinelebens, also das Hängen am Tropf eines einzigen Anbieters. Diese Bedenken sind berechtigt, wegen der Größe von ADN noch nicht drängend. Und: Der Anbieter macht sich auch abgängig von mir, von meinem Geld, das ich nur zu zahlen bereit bin, solange ich mich nicht hintergangen fühle. Denn auch wenn es nur ein schwache Sicherheit ist, ist zahle Geld für einen Service, den mir ADN in einer bestimmten Form zusichert. Das ist allemal besser als vom guten Willen eine Facebook, Google oder Tumblr leben zu müssen.

Weit stärker stört mich allerdings, wie wenig frei ich tatsächlich mit meinen Daten umgehen kann. Denn ich habe einen reinen Premium-User-Account, aber keine Developer-Privilegien, für die ich doch noch etwas mehr zahlen müsste. Das ist für meine Begriffe eine ordentliche Delle im Konzept von ADN, denn sie bestehen darauf, dass meine Daten immer mir gehören. Derzeit bin ich aber überwiegend auf Drittanbieter angewiesen. Dev Lite könnte in meinem Fall Abhilfe schaffen, denn damit erhalte ich immerhin ein persönliches Access-Token für die API, um mir selbst aushelfen zu können, ohne grundlegende Programmierkenntnisse geht da aber auch nichts.

ADN täte gut daran, die Selbstbestimmung über die eigenen Daten zu erhöhen, gerade wenn eine weitere Öffnung des Dienstes über technikaffine Kreise hinaus erlangt werden soll. Denn genau für die Freiheit zahle ich. Es wird jetzt Zeit, dass es noch leichter wird, mir die Freiheit zu nehmen.

Big Data und Datenjournalismus

Zwei kurze Bücher habe ich letzte Woche gelesen. Beide befassen sich auf ihre Weise mit den Herausforderungen, die mit dem gigantischen Volumen der heutigen Daten befassen. Das Problem, es wurde auf den Namen Big Data getauft, besteht zwar seit Beginn der Informationstechnologie. Heutzutage dringen Datenbanken in enorme Höhen vor.

Die beiden kurzen E-Books zum Thema sind eigentlich nur aggregierte und konzentrierte Inhalte zweier Blogs, doch boten sie mehr Übersicht und waren für einen kleinen Preis zu haben. Das erste stammt vom Team des O’Reilly Radar, es wirft einen Blicka auf heutige Datenvolumen und ihre Bewältigung. Mit einem Nebeneffekt dieser Informationsmasse sieht sich Simon Rogers vom Guardian Data Blog gegenüber, der zu dem Schluss kommte,dass der Journalismus von einer solchen Entwicklung profitieren können, wenn man Journalismus durch Datenjournalismus ergänzt. Weiterlesen