Was ich habe, ist das hier

Fleisch soll an die Knochen kommen. Und es dürfte dann ordentlich was dran sein an diesem Gerippe, wenn ich damit fertig bin. Dabei will ich es doch nur bei Schlagworten belassen. Dabei wird allein die Masse der zu klärenden Fragen dafür sorgen, dass es ein langer Artikel wird. Zu lang? Was heißt das schon? Der Tierethik (vorerst) letzter großer Auftritt wird also sehr weit ausholen; sie wird sich nicht kampflos ihrem Schicksal ergeben. Weiterlesen

Was ich brauche, ist ein Plan

Am Freitag ist das Finale – nicht das große, aber endlich ein letzter Schritt. Ich muss mal schauen, was ich da noch reißen kann. Mir geht ein wenig die Puste aus, mir ist letztlich alles egal, es kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. So will ich es dann hinter mich bringen. Einen Deckel drauf und ab dafür. Na ja, da es aber auch um Tierethik gehen kann, will ich doch noch meine Vorbereitungen etwas ordnen. Exzerpiert habe ich ja schon massenweise Texte von Carruthers, Regan und Singer. Jetzt muss ich noch einmal einen systematischen Versuch unternehmen, wie ich das aufziehen will. Hier mal meine Gedanken dazu. Bis Donnerstag will ich dieses Gerüst dann auch mit inhaltlichen Antworten aus den Positionen der drei Philosophen füllen. Ich denke, Fragen sind doch ein schöner Weg, ein solches Konzept lebendiger zu gestalten. Also los. Weiterlesen

Vergesslichkeit und ihre positiven Folgen

Da wollte ich mich jetzt zurücklehnen, ein wenig weiter im handlichen Büchlein zu Tierrechten lesen und merke erst jetzt, dass ich es vergessen habe. Was nun? Ich wollte doch eigentlich ein klein wenig dazu lesen. Besonders weil ich Singers Text  doch sehr interessant fand.

Dann fiel mir immerhin ein, ein wenig in der Stanford Encyclopedia of Philosophy stöbern zu können, wenn ich nun schon nicht in dem Sammelband weiterlesen kann. Und siehe da, die SEP lässt einen selten im Stich. Ein gewohnt schöner Überblick zum moralischen Status von Tieren.

Bei der Lektüre dieses Artikels in der SEP stieß ich dann sogleich auf eine wichtige Unterscheidung zwischen absoluten Positionen zu Tierrechten, die wahrscheinlich aus dem Lager der Deontologen kommen, und der Interessenberücksichtigung bei Utilitaristen:

The animal rights position is an absolutist position. Any being that is a subject of a life has inherent worth and the rights that protect such worth, and all subjects of a life have these rights equally. Thus any practice that fails to respect the rights of those animals who have them, e.g. eating animals, hunting animals, experimenting on animals, using animals for entertainment, is wrong, irrespective of human need, context, or culture.

The utilitarian position on animals, most commonly associated with Peter Singer and popularly, though erroneously, referred to as an animal rights position, is actually quite distinct. Here the moral significance of the claims of animals depends on what other morally significant competing claims might be in play in any given situation. While the equal interests of all morally considerable beings are considered equally, the practices in question may end up violating or frustrating some interests but would not be considered morally wrong if, when all equal interests are considered, more of these interests are satisfied than frustrated.

Interessant ist, dass Singers Position gar nicht als Tierrecht aufgefasst wird, da sie keine absoluten Rechte einräumen will, da die utilitaristische Interessenberücksichtigung auch eine Abwägung der notwendigen Übel ermöglicht, wobei Rechte verletzt werden könnten, dies aber aus utilitaristischer Sicht moralisch nicht oder weniger verwerflich wäre.

Das ist schon der erste Hinweis auf die Frage, die ich anfangs gestellt habe. Tierrechte wären dann tatsächlich eher deontologischen Positionen zuzuschreiben, da sie anscheinend absolute Rechte etablieren wollen, während die Interessenberücksichtigung der utilitaristischen Positionen wohl mehr Tierethik sind, aber keine absoluten Tierrechte postulieren.

Mal schauen, ob sich diese Unterscheidung während meiner Lektüre bestätigt. Es klingt aber doch schon sehr einleuchtend.