Where’s my {Franchise}?

Letzte Woche habe ich noch den Einfallsreichtum der ‚Wo ist mein‚-Reihe gelobt, nun steht der dritte Titel an. Es zeigt sich, Disney möchte die Spiele nun zu Tode reiten. Nicht mal Wein, sondern Wasser wird in neue Schläuche gegossen. Dann noch kurz die Charaktere austauschen, schon kann ein neuer Titel an den Start.

Jetzt also das Flaggschiff Disneys. Die Maus wird in einen haarsträubenden Vorwand geschmissen, um Wasser zu brauchen, dass es förmlich wehtut. Aber das war bei den Spielen um Swampy und Perry auch schon so. Doch der für mich wesentliche Punkt, das Leveldesign, zeigt hier endgültig Abnutzungserscheinungen. Nicht dass sie ideenlos sind, doch so originell wie in den Vorfahren ist es nicht mehr. Seltsam vertraut sind die meisten der sechzig Level. Das Konzept scheint ausgereizt, sodass entweder nur die Flucht ins Absurde oder in die Wiederholung. Die Wiederholung erhielt den Zuschlag.

Auch scheinen die Ideen auszugehen, was die Werkzeuge und Mechanismen angeht. Lediglich ein neues.Konzept wird eingeführt. Wasser kann nun in Wolken gesammelt werden, um dann durch umgeleiteten Wind im Raum zu bewegen. Das ist deutlich weniger als in anderen Teilen der Serie. Lustig, aber au h manchmal unausgegoren sind die Bonuslevel. Wolken müssen dabei vereint werden, was letztlich eine Variante von Osmos ist. Und wenn ich es mir recht überlege, die Wolken hat es auch schon in Lost Winds gegeben.

Einige technische Schwierigkeiten drücken meine Eindrücke auch noch einmal nach unten. Abstürze und Lags kamen vor. Where’s my Mickey ist ein brauchbarer Klon besserer Vorgänger. Viel zu kurz und vor allem viel zu berechnend in seiner Melkkuh-Attitüde.

LucasArts wird ein Zombie: SCUMM!

Als Disney vor einem Jahr George Lucas mit sehr viel Geld bewarf waren Veränderungen absehbar. Für Games war LucasArts in den Achtzigern und Neunzigern eine der treibenden Kräfte. Jetzt ist das Aus von Disney verkündet worden:

After evaluating our position in the games market, we’ve decided to shift LucasArts from an internal development to a licensing model, minimizing the company’s risk while achieving a broader portfolio of quality Star Wars games. As a result of this change, we’ve had layoffs across the organization. We are incredibly appreciative and proud of the talented teams who have been developing our new titles. [Quelle]

LucasArts ist nicht tot, schlimmer, es ist ein Zombie, der Rechte an vieleb Titeln hält und diese lizensieren wird. Ein trauriges Ende für einen Entwickler, der zwei Jahrzehnte die Spieleindustrie nach vorne brachte. Klassiker wie Loom, Maniac Mansion, die Indiana Jones- und Monkey Island-Franchises führten zusammen mit den Star Wars-Titeln Videospiele in den Mainstream.

Bei aller Sentimentalität, das LucasArts, das nun in den Zustand eines wandelnden Toten versetzt wird, hat kaum noch etwas mit dem Innovator zu tun, der das Unternehmen vor Jahren war. Grim Fandango, Day of the Tentacle, Full Throttle und die vielen anderen großartigen Grafik-Adventures sind ein überholtes Genre. Die Strahlkraft von damals hatte LucasArts nicht mehr, aber die Spiele selbst strahlen noch stark aus.

EGA-Sentimentalität: The Black Cauldron (1986)

Meine Erinnerung ist nicht die beste, das hatte ich schon letzte Woche erfahren müssen. Viele Ereignisse vermischen sich zu einer zähen Masse. Will ich eine Erinnerung herausziehen, kleben an ihr viele andere. Die Chronologie geriet mir so durcheinander, mühevoll versuche ich, die Gedanken an vergangene Zeiten zu entwirren, sie sinnvoll aneinanderzureihen. The Black Cauldron ist so ein Spiel, das bei der Recherche nach Oliver & Co. hochgespült wurde. The Black Cauldron ist das Spiel zum gleichnamigen Disney-Film aus dem Jahr 1985, der in Deutschland als Taran und der Zauberkessel erschien. Weiterlesen

The Muppets (2011)

Als hätten sich im Jahr 2011 die Darsteller von How I Met Your Mother verschworen, die Kinoleinwände in den Wiederauferstehungen alter Franchises zu erobern. Den Anfang machte Neil Patrick Harris in Die Schlümpfe, Jason Segel folgte ihm in The Muppets, in dem Harris auch zu einem Cameo eingeladen wurde.  Während ich Die Schlümpfe ausließ, war ich auf The Muppets doch neugierig, da Segel und Nicholas Stoller – die schon für Forgetting Sarah Marshall verantwortlich zeichneten – das Drehbuch verfassten. Weiterlesen

Monochrome Nostalgie

Tief vergraben in meiner Erinnerung schlummerten verblassende Bilder von einem Spiel, das eines der ersten war, das ich je gespielt habe. So lang ist es schon her, dass ich nicht mehr wusste, auf welchem Rechner ich es denn gespielt habe. War es der Schneider PC1 oder doch auf dem C64? Lang genug ist die lebendige Erinnerung an diese Computer her, mir blieben nur noch die mentalen Polaroids. Der Plural ist gerade noch so erlaubt, es sind nur noch zwei Bilder. Der Titelbildschirm, auf dem ich die Figuren unter dem Schriftzug erkennen konnte, aber wie das Spiel hieß, das war weg. Das zweite Bild in den Archiven war ein lose Anhäufung von klobigen Pixeln, die grell orange auf schwarzem Grund stehen. Die schwächelnde Erinnerung wollte sie nicht zu einem Ganzen zusammenfügen. Wann immer ich an einer Stelle ein klareres Bild erhielt, verschoben sich die anderen zu einem wilden Haufen, den ich wieder aufbauen musste. Auf Kosten der zuvor restaurierten Teilstücke. Alles, was blieb, war der Eindruck, das es eine Hofszene war. Mit Katzen? Auf jeden Fall viele Tiere. Weiterlesen