Linkgebliebenes 24

Ach, wenn’s so weit ist, sind wir alle.schon lange nicht mehr da.

Copyright-Trolle finden sich überall. Sollte es sich bewahrheiten, das Copyright für ‚Happy Birthday‘ tatsächlich schon verfallen sein?

Die rassische Symbolik ist mittlerweile so dick aufgetragen, sie quillt zu allen Seiten raus. Game of Thrones ist fantastisch, doch der eklatante Chauvinismus ist störend.

Dies bigotten Konservativen, diese bigotten Konservativen, diese bigotten Konservativen, diese bigotten Konservativen…

Prophylaktische Strafverfolgung. Das klingt schon nach Gänsehaut. Wird auch nicht besser.

Welch Ironie. Wenn es nicht so traurig wäre. Sollte es tatsächlich so kommen, dass ein Hacker eine höhere Haftstrafe erhalten könnte, als die Vergewaltiger, die er enttarnte.

Das diese alte Schutzbehauptung noch zieht. The sexism it burns.

Und auch aus der Geek-Kultur schlechte Neuigkeiten.

‚Sprachreiniger‘ sind so leblos wie die Sprache, die sie fordern. Andere Spießbürger haben Stöcke dort, wo die ‚S9yprachreiniger‘ sich ein Kompendium zur Orthographie hingeschoben haben.

Es ist naheliegend, kann aber nicht oft genug betont werden. Alle Vorstellungen einer Meritokratie sind im besten aller Fälle ein fehlgeleiteter, unterkomplexer Begriff sozialer Auslese; meist aber doch nur eine Nebelwand, die irrationale soziale Selektion legitimieren soll. Nach innen wie außen.

Exklusionismus für die Macher, die Gott gewordenen Silikonen.

Linkgebliebenes 23

Fangen wir doch mal mit dem intuitiven Argument gegen den Verzehr von Tieren an. Es ist ganz einfach.

Dann habe ich noch zwei Texte, die zusammen noch einmal viel schrecklicher wirken, als alleine schon. Vertrauen in die Staatsgewalt entsteht so nicht.

    Die Befreiung vom Verlagswesen kommt.nicht ohne Kosten.

      Gut, dass Verlage ihren mittelnden Job als Kuratoren wahrnehmen. Dan Brown schreibt Höhenkamm.

        Finnland, wo Neugeborene in Kartons aufwachsen. Und gerade deshalb mehr Chancen haben.

          Mal wieder Gamer-Sexismus und Trollverhalten in Spielen:

            Ja, ich glaube an eine heuchlerische Verbrüderung von Christen als Parteikadern, die von Trennung von Staat und Religion nichts verstehen. So schlimm ist es aber schon?

              Einiges zur Technikkritik und populärer Wissenschaftstheorie.

                Der Abgrund starrt zurück.

                  Ich lese immer wieder gerne, wie leicht es ist, Wörterbuchattacken zu fahren.

                    Oft gesagt, wird aber nicht alt. Germany’s Next Top Model ist bestialisch.

                      Ich behalte Adblock trotzdem.

                        The Red Wedding. Schockierendes Fernsehen, aber drum hervorragend.

                          Game of Characters

                          Seit längerer Zeit lege ich meine Gedanken zu der von HBO Serie von George R. R. Martins A Song of Ice and Fire zurecht; und auch wenn ich mir den Vergleich der Serie mit dem Buch sparen kann, weil ich die Bücher nicht gelesen habe, will mir nicht gelingen, meine Eindrücke zu dieser erstklassigen Serie festzuhalten. Eine Auffälligkeit, die mich besonders anspricht, muss ich aber loswerden. Solange Game of Thrones zwar eine Fantasy-Serie ist, die sparsam mit den Elementen des Genres umgeht, werde ich wohl von ihr begeistert bleiben.

                          Der klassischen Definition von Low Fantasy entspricht die Serie nicht, doch ist sie in entscheidendem Maße fernab der Bahnen, die mir Fantasy in der Regel madig machen. Was da in der Regel in der Fantasy kreucht und fleucht ist interessant, wird mit der Zeit durch strikte Archetypisierung doch zu eintönig. Wie behandelt Fantasy die Figuren? Nach Konfektionsgrößen. Alles muss geordnet aus seiner Schublade genommen, später wieder fein säuberlich dort abgelegt werden. Der Waldläufer, die Ritter, die Prinzessinen, die Orks, die Tyrannen, sie alle müssen ihrem jeweiligen Schema entsprechen. Erben sie aus dem bloßen Umstand ihrer Zugehörigkeit zu einem Archetyp die weiten Teile ihrer Fähigkeiten, werden diese plump höchstens noch durch eine besondere Neigung oder Begabung individualisiert. Das ist Schreiben nach Zahlen – oder Filmen, Erzählen, was auch immer. Zinnfigur nehmen, Farbe drauf, fertig ist die Fantasy.

                          Nicht so in Game of Thrones, wo die Archetypen zwar vorhanden sind, allerdings nur als soziale Plakette der fantastischen Welt, die sie bevölkern. Hat ihr Stand auch Einfluss auf ihr Verhalten oder ihre Chancen, in der Welt zu bestehen, er vereinnahmt sie nicht. Wo in der Fantasy gerne die Figur durch ihre archetypische Herkunft verabsolutiert ist, die Fremdwahrnehmung und -zuschreibung zum Maßstab wird, ist dies in Game of Thrones nur die äußere Hülle einer Figur, die noch stärker von ihren persönlichen Erfahrungen geprägt ist. In der Serie werden Figuren psychologisiert, in vollem Bewusstsein der entstehenden Brüche.

                          Das Erzählen in Game of Thrones zieht seine Spannung eben daraus, dass die Figuren auch zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung changieren müssen. Die Zinnfiguren werden lebendig in dem Maße, wie ihre eigenen Interessen mit der Wirklichkeit ihrer Persona kollidieren. Aus dem Schattenspiel vorgefertigter Verhaltensmuster aus dem Kabinett der Fantasy, die vor Berechenbarkeit nur so triefen, werden dramaturgisch ausgefeilte Kammerspiele zwischen eigensinnigen, allein ihren Zwecken dienenden Individuen.  Dass sie überhaupt Interessen haben, ist nur möglich, weil die Serie sich darauf einlässt, die Schablonen der Fantasy von diesen Figuren so weit es geht fernzuhalten. Insofern spielt die Serie nicht in unserer realen Welt, ihre Figuren stammen emotional wie psychologisch aber aus ihr. Auch wenn sie über magische Fähigkeiten verfügen können.