Playdek-Serie: Intermezzo

Eine Sache noch, sie ist im Artikel zu den Gemeinsamkeiten der Playdek-Spiele etwas zu kurz gekommen, um nicht zu sagen unterschlagen worden. Die Grafik der Spiele, die reine Optik, die nichts oder kaum etwas mit dem Design der Benutzeroberfläche zu tun hat, sondern allein Stimmung vermitteln soll, sie ist für mich nicht sonderlich wichtig. Playdek wandelt lizensierte Tabletop- und Kartenspiele in iOS-Ableger um.

Aus verschiedenen Gründen sind das Aussehen und die Aufmachung der Spiele von ihren Vorlagen geprägt, so weit ich sehen kann übernimmt Playdek die bildliche Identität der Lizenzen, fügt nur wenige Elemente in Menüs hinzu, wo die Vorlagen keine Bilder hatten. Auch spielt dabei das Genre eine Rolle, Kartenspiele bzw. Würfelspiele bieten kaum Gelegenheit mit grafischer Opulenz zu punkten.

Das Gefälle bei den Spielen in der Serie ist wie zu erwarten war groß. Da gibt es ein Can’t Stop, das beim besten Willen als Würfelspiel mit einem einfachen Spielbrett kaum etwas bieten kann. Da das Spiel seine Wurzeln tief in den 1960ern hat, spendiert Playdek einen im modischen braun gehaltenen Hintergrund, vor dem psychedelisch kreisende Seifenblasen tanzen. Alles aus einem der schlechteren Trips von Timothy Leary.

Einen feuchten Kehricht kümmert sich auch Fluxx um Schauwerte, die neongrellen Farben beißen sich fleißig, tun dem diffusen Spaß aber auch keinen Abbruch. Schon besser geht es da bei den anderen Titeln zu: Nightfall hat ordentlich gemachte Kartengrafiken aus dem Horrorgenre, Penny Arcade ergeht sich in Anspielungen auf Cartoons, streut dabei Stile wild durcheinander, wobei die überdrehte Geekerei manchmal bizarre Züge annimmt. Aber in Sachen Animationen hält sich Playdek zurück, es sind Kartenspiele, anderes liegt im Fokus.

Positiv sticht allein Food Fight hervor, dessen Thematik die Fast-Food-Gerichte auf den Karten mit martialischer Überspitzung als muskelpackte Steaks mit Stahlhelm darstellt. Es ist auch drin, Bomben tragenden Schaschlikspießen zu begegnen, einer meiner Favoriten ist aber noch immer das feixende Sushi – vollautomatisches Gewehr im Anschlag. Food Fight ist wirklich in den Zaubertrank gefallen, derb infantil, und dabei in sich stimmig. Die grafische Detailliebe deckt sich da auch mit der übrigen Spielgestaltung.

Aber kein Spiel im Katalog von Playdek hat grafische Highlights zu bieten, sie überzeugen auf anderen, viel bedeutsameren Gebieten. Die Spiele sind mal funktional, dann aber auch mal etwas witziger ausgefallen. Sonst nicht mehr.

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PhotoWizard: Bildbearbeitung auf dem iPhone

Lange habe ich gesucht, eine anständige, gut umgesetzte Bildbearbeitung auf dem iPhone. PhotoWizard ist mir zwar als Begriff immer mal über den Weg gelaufen, doch erst vor wenigen Wochen habe ich mir die App zugelegt. Grundsätzlich gibt es eine im Funktionsumfang eingeschränkte Version kostenlos, da aber die voll ausgestattete nur unerhebliche Beträge kostet, griff ich sofort zu. Und es tut eigentlich alles, was ich mir erwünscht habe, wenn ich unterwegs mal gerade ein Bild für einen Artikel zuschneiden oder filtern will.

Leichter als gedacht geht die Bildbearbeitung von der Hand, wird zwar nie wirklich bequem sein, passt sich dem Umfeld auf dem iPhone sehr gut an, gibt also alles, was unter diesen Voraussetzungen rauszuholen ist. Neben den basalen Farboption zu Kontrast, Sättigung, Histogrammen und vielen anderen, wartet auch noch eine runde Sammlung von Effekten. Zusammen mit den etwas elaborierteren Funktionen überzeugt mich besonders das Arbeiten mit Masken und weiteren Tools, wobei alle über skalierbare Optionen verfügen, sodass ein recht vielschichtiges Arbeiten am Bild möglich wird. Gerade auch das Freistellen von Elementen ist mit den von Desktop-Bildbearbeitungen gewohnten Lassos, Farbfiltern und anderen Selektionsmitteln möglich, sofern nicht allzu sehr im Bild gezoomt werden soll.

Überraschend schnell lief die Bearbeitung der Bilder ab, sodass auf die Schnelle zufriedenstellende Ergebnisse anfielen. Nicht alles ist rund und die UI zählt nicht zu den Schönheiten, doch ist mir allemal lieber, wenn eine App mit Funktionalität trumpft. In dem Bereich ist PhotoWizard absolut überzeugend, meine Erwartungen wurden weit übertroffen und mein Veröffentlichungsablauf bei Artikeln ist unterwegs wesentlich bequemer und schneller geworden. Für solche vergleichsweise einfachen Zwecke in der Bildbearbeitung ist PhotoWizard auf jeden Fall einen Versuch wert.

Processing – Alles so schön bunt hier

So, ich mache mich jetzt auf in fremde Gefilde. Visualisierung hatte ich hier ja schon, habe aber doch noch nicht so recht dazu gefunden. Mit Processing könnte da doch was gehen. Ich weiß auch noch nicht viel, bin gestern erst darüber gestolpert. Das klang doch zu verlockend.

Mal sehen, was mich da erwartet. Habe schon einige Beispiele gesehen, da könnte so richtig was gehen. Anscheinend ist es doch von der Code-Seite her sehr einsteigerfreundlich, was mir sehr entgegen käme.

Jetzt muss ich aber, die Installation ist bald abgeschlossen und dann baue ich mir mal einen ersten Test zusammen. *Freu*

BILDQUELLE: Woodmath CC-BY 3.0